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Die Welt · 1901-03-29 · 13 (29.3.1901) · p. 1

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Journal
Die Welt
Volume
5 (1901)
Issue
13 (29.3.1901)
Article
[Ohne Titel] / Die Welt <Administration>
Date
1901-03-29
Page
1 (sequence 1)
Language
German
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Redaction und Administration: WIEN IX., Türkenstrasse Nr. 9. Telephon 14199. Erscheint jeden Freitag. Zuschriften sind nicht an einzelne Personen, sondern an die Redaction oder Administration: "Wien, IX., Türken St rasse Nr. 9, zu richten. Unfrankierte Briefe werden nicht angenommen und Manuscripte nicht zurückgesendet. Sprechstunden der Redaction: Montag, Mittwoch und Freitag von 3—4 Uhr. Preise der Anzeigen: Die viermal gespaltene Petitzeile 20 Heller. Der Inseratentheil wird Dienstag abends geschlossen. Einzelne Nummern 30 Heller, Oesterreich-Ungarn: ganzjährig 12 Kronen, halbjährig 6 Kronen. Für das Ausland: Deutschland ganzjährig 13 Mk. 70 Pf., halbjährig 6 MI. 85 Pf., England ganzjährig 14 Shg., halbjährig 7 Shg., Russland ganzjährig 7 R., halbjährig 3 R. 50Kop., Schweiz, Frankreich, Italien, Türkei, Rumänien, Bulgarien, Serbien, Griechenland, Aegypten ganzjährig 17 Frcs., halbjährig 8 Ircs. 50 Cts., Amerika ganzjährig 3 Doli. 40 Ct. Nr. 13. Wien, 29. März 1901. 5. Jahrgang Die nächste Nummer der „Welt" erscheint als Pessach-Fest au sgabe in vergrössertem Umfange und vermehrter Auflage. Sie wird u. a. Beiträge von den folgenden Schriftstellern bringen: Dr. Theodor Herzl, Heinrich York-Steiner, Balduin Groller, Börnes Freiherr v. Münchhausen, Dr. J. Rülf, Martin Buber, Theodor Zlocisti, Dr. Philipp Menczel, Martin Friedländer, Dolorosa (Berlin), Alfred Nossig, Dr. Heinrich Loewe, Heinrich Grünau, Max Jungmann, Adolf Donath, A. Ludvipol, Max Fleischer etc. Die Nummer eignet sich besonders fürlnserate. Die Administration der „Welt(S ^**A**^***J^**^**^^^M»<*»^^^^»W*WW^^^*>V%%yW^V** Der Erste österreichische Zionistentag. (Olmütz, 24v und °25. März 1901.) Mit grosser Befriedigung konnten wir von Ohmütz zurückkehren. Der Zionistentag hat uns viel gebracht, mehr sogar, als wir von ihm verlangten. Er ist in Form und Inhalt weit über das hinausgewachsen, was in den ursprünglichen Plänen gelegen war. „Es sollen Arbeitstage im wahren Sinne des Wortes werden/ ■— das verlangten die Veranstalter. Das ist ehrlich gehalten worden, -pn Arbeitspensum, das dem der Congresse nicht ajl^u sehr nachstand, wurde mit Ernst, mit Fleiss, mit Freimulh und Sachlichkeit erledigt. Die Wüide der Conferenz wurde auch nicht einen Augenblick gestört, und der Präsident kam selten, dazu, die Strenge der Geschäftsordnung in Anwendung zu bringen. y^f-; Der Zionistentag hatte ursprüglich nur den Zweck, eine Gesammtorganisation der österreichischen Zions- Vereine, also etwas rein Aeusserliches, wenn auch nicht Unwichtiges, anzubahnen. Allmählich aber wurde die Tagesordnung so ausgestaltet, dass die wichtigsten Fragen des Zionismus mit zur Berathung gestellt wurden. In Bezug auf die Behandlung^ der einzelnen Punkte der Tagesordnung hat der Zionistentag eine Einführung getroffen, die sich aineh für die Gongresse empfehlen würde: Die Referenten 'haben nämlichv die leitenden Sätze ihrer Referate schöh frühem den Delegierten zur Verfügung gestellt, die dadurch Gelegenheit hatten, mit fertigen Entschlüssen vor die Gonferenz zu treten. In der Debatte machte sich diese Neuerung sehr angenehm bemerkbar. Die sogenannten „Thesen" trugen viel dazu bei, dass Abirrungen vom Verhandlungsthema unterblieben und die Debatten sich nicht in die Länge zogen. Der Punkt „Programm44 der Tagesordnung gab Gelegenheit zu , einer gross angelegten Debatte. Alle Delegierten stimmten darin überein, dass der Zionismus an eine Ergänzung, beziehungsweise Erweiterung seines programmatischen Inhaltes gehen müsse. Die ,?Organisation44, das heisst die Vorbereitung und Erziehung der jüdischen Massen für den Zionismus soll durch jene socialpolitische Thätigkeit erfolgen, die wir gewöhnlich in den Begriff der körperlichen, wirtschaftlichen und geistigen Hebung der Juden eins&iliessen. Diese Forderung wurde vom Zionistentage programmatisch formuliert und zugleich das Verlangen zum Ausdrucke gebracht, der Gongress möge sich dieser Forderung in principieller Hinsicht anschliessen und eine für den Gesammt- Zionismus verbindliche programmatische Formel finden. Die Specialdebatte zu diesem Punkte wurde vom Gesichtspunkte der Zweckmässigkeit und Durchführbarkeit geleitet. Es wurde nur die Gründung solcher Institutionen beschlossen, die unter den augenblicklichen Verhältnissen Aussicht auf Erfolg und Bestand haben. Uebereinstimmend wurde dabei von den Delegierten betont, dass es sich nicht um Massengründungen handeln dürfe, sondern um systematische und vorsichtige Begründung derjenigen Institutionen, die den jeweiligen localen Interessen am meisten dienen. Die Organisations-Debatte wurde von dem Gesichtspunkte aus geführt, dass es sich empfehle, die Landesorganisation möglichst unabhängig zu steilen und einen bestimmten Agendenkreis ihrer selbständigen und unbeschränkten Thätigkeit zu überlassen. Mit einem Fleisse, der alles Lob verdient, wurde der nüchterne Gegenstand behandelt. Das Elaborat des Organisations- Statules, das endlich genehmigt wurde, zeugt aber auch von Systematik und nicht nui;::von organisatorischem, sondern zugleiclCypn grossem agitatorischen Verständnisse. Dadurch, dass sämmtliche Delogierte sich diesem Organisations-Statute anschlössen, wurde — sozusagen

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