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Die Welt · 1901-03-22 · 12 (22.3.1901) · p. 2

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
5 (1901)
Issue
12 (22.3.1901)
Article
Resolution des Vereines jüdischer Hochschüler "Bar Kochba" in Prag
Date
1901-03-22
Page
2 (sequence 1)
Language
German
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Seite 2 „Die x£ Welt" Nr. 12 Resolution des Vereines jüdischer Hochschüler „Bar Kochba" in Prag. Der Verein jüdischer Hochschüler „Bar Koehba" in PnfJ0%rachtet die Gründung eines Studenten verbandes, welcher folgende Tondenzen verfolgen soll, für höchst notwendig : a) Wahrung aller studentischen Interessen der dem Verbände angehörenden Vereine. b) Erweckung und Erhaltung des jüdischen Stammesbewusstseins und Zusammengehörigkeitsgefühles. e)'Pflege und Verbreitung jüdischer Wissenschaft und Literatur. (1) Förderung der technischen Erschliessung und, einer rechtlich gesicherten Colonisation Palästinas durch die Juden. Der Verein j ü d ischer Hochschüler „Bar Koch b a" in Prag erwartet, d a ss a 11 e j üd ischen Studenten vereine Oesterreichs d i e G r ün d n n g eines Verbandes behufs Organisation und behufs Agitation, wie sie der Zionismus ver- ] a n g t. fördern werden. Die General-Versammlung der „Chowewe Zion" in Odessa.") (Schluss.) Zu unserem vorwöchentlichen Berichte ist nachzutragen, dass auch Herr Dr. O. Ko kesch in Wien zum Mitgliede der nach Paris zu entsendenden Abordnung gewählt wurde. Knapp nachdem die Beschlüsse über die Entsendung der Deputation gefasst worden waren, kam an die Adresse der Versammlung ein Telegramm aus Jaffa, in dem gemeldet wurde, dass die Ica schriftlich alle Bitten der Colonisten abgewiesen habe. Der Hauptkeller in R i s c h o n~ L e z i o n werde von nun an blossvWeintrauben aus dieser Colonie nebst denen von 28 Colonisten-Familien in Peth ach- Ti-kwah abnehmen. Die Zukunft der meisten Colonisten sei trostlos. Insbesondere befindensich die Colonisten von Rechobot, VV a di - C h an in, P e th a ch - Ti k w a h und Kattra in einer verzweifelten Lage» — Dieses Telegramm stimmte die Gemüther der Versammelten sehr herab, und es wurde der Wunsch laut, die Abordnung möge ihre Abreise beschleunigen. In der That wurde in der nächsten Sitzung beschlossen, die gewählte Deputation möge womöglich noch vor dem Pessach-Feste abreisen. Von der sogenannten „officiellen" Sitzung des Comites im grossen Theatersaale zu Odessa ist nicht viel zu berichten. Dr. H i m m e 1 f a r b verlas einen Rechenschaftsbericht über die zehnjährige Ihätigkeit des Comites. Sodann wurden die Eingaben der Colonisten und Arbeiter zur Verlesung gebracht und die Beschlüsse der Vorconferenzen ratifi eiert. Von Interesse ist ein Antrag, den Achad-Haam einbrachte und der dahin abzielte, das Comite möge sein Augenmerk auf nationale Culturarbeit in Palästina richten und in colonisatoriseher Beziehung, entsprechend seinem eigentlichen Zwecke, bloss Geldunterstützungen, Subventionen gewähren, da eine wirkliche Colonisationsarbeit dem Com'te unter den gegebenen "Umständen ohnehin unmöglich sei. Demgegenüber überreichten" die Chowewe Zion aus Moskau eine Resolution; in der gefordert wird, dass das Comite den'Ankauf Von Grund und Boden in Palästina als seine Hanptaüfgahe betrachte'n möge. An diese Vorschläge knüpfte sich ehie lange Debatte. Die Abstimmung : brachte keine Klarheit über die*' Intention en der -Versammlung, *) S. 'Nr. ^.lü.und 11. der .,Welt^ indem der Präsident über den Antrag G inzberg und über die Resolution der Moskauer Chowewim getrennt abstimmen lirss und sich herausstellte, dass für den Antrag Achad- Haargs 5&4?j^^r^^r"" fur die Resolution ja% Moskauer Chowewim 'aber 00 Delegierte gestimmt hatten. Achad- Haam interpretierte nun den Willen der Versammlung dahin, dass diese die culturellen Aufgaben in erster Reihe berücksichtigt wissen wolle und den Landankauf erst in zweiter Reihe. Demgegenüber machte der Präsident geltend, er habe die Resolution der Moskauer Chowewe Zion der Versammlung unter ausdrücklicher Betonung des Standpunktes der Antragsteller unterbreitet, dass nämlich das Comite hauptsächlich den Ankauf von Ländereien in Palästina betreibe. Zu erwähnen ist ferner der Antrag einiger Delegierter, es möge der Reservefonds des Comites im Betrage von 7000 Rubeln zur Verbesserung der Lage der Arbeiter verwendet werden. Ingenieur Ussischkin sprach sich gegen diesen Antrag aus, da man mit dieser geringfügigen Summe ohnehin nichts Rechtes anfangen könne und diese Verwendung überdies nicht in den Intentionen der Spender liege. Dr. Bernstein-K ohan setzte sich f ü r den Antrag ein. Die Versammlung entschied jedoch im Sinne Ussischkin s. Grosse Begeisterung weckte die Schlussrede des Präsidenten Dr. T s c h 1 e n o vv. Es wies nochmals mit Genugthuung auf das beobachtete einmüthige Zusammengehen der „Chowewe Zion" mit den politischen Zionisten hin. Dies sei der grosse Erfolg der General-Versammlung. Schliesslich apostrophierte er in rührender Weise die anwesenden Delegierten der Colonisten und Arbeiter aus Palästina. Hilfe für die Colonisten und Arbeiter in Palästina. In Ergänzung unseres Berichtes über die vom Vereine „Dorsche Zion" in Paris veranstaltete Versammlung, in der Max Nord au in so glänzender Weise über die Lage der palästinensischen Colonisten und Arbeiter sprach, erhalten wir folgende Mittheilung: Unmittelbar unter dem Eindrucke von Nordaus zu Herzen dringender Rede wurde in der Versammlung eine Sammlung zugunsten der brotlosen Arbeiter in Palästina eingeleitet, welche 138 Francs ergab. 138 Francs! Das ist ein' kleiner Betrag, und besonders klein mit Rücksicht auf die grosse Noth, zu deren Linderung sie bestimmt ist. Und doch, wie schwer wiegen diese 138 Francs, wenn man bedenkt, dass es selbst arme, schwer um ihre Existenz ringende Proletarier waren, die sie für ihre noch ärmeren Brüder beigesteuert haben. Wahrlich! Diese 138 Francs sollten die Herren von der Iea erröthen machen. XXX •* Wie wir vernehmen, wird der erste österreichische' Zionistentag, der am 24. d. M. in Olmütz zusammentritt, die Tagesordnung um ein Referat über „die Lage der Colonisten und Arbeiter in Palästina", vermehren. Dieses Referat wird zum Ausgang-punkte einer grösseren Action gemacht werden, welche die österreichischen Zionisten zugunsten der Colonisten und Arbeiter unternehmen wollen. Die Fragen der körperlichen, geistigen und wirtschaftlichen Hebung der Juden. Jüdische Pflegerinnen-Schulen. Ueber dieses Thema sprach Donnerstag den 14. d. M. in einerglänzend besuchten Versammlung, welche der Verein zur Unterstützung israelitischer Handwerker und Kleina gewerbetreibenden einberufen hatte, Frau Dr. S. A. W e i s öY Sie knüpfte an die grosse Bedeutung, welche der Social- '

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