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Die Welt · 1901-03-01 · 9 (1.3.1901) · p. 12

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
5 (1901)
Issue
9 (1.3.1901)
Article
Wien
Date
1901-03-01
Page
12 (sequence 1)
Language
German
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Seite 12 „Die x£ Weit Nr. 9 |V«s dci) \)eFeii)ei>. Voranzeigen. Wien. (Theologischer Verein der Hörer «in der isr. theol. Lehranstalt.) Samstag den 2. März wird Hr. S.Bret in unserem Befclocale (Beth-Hamidrasch) Tempelgasse 3, zum Wochenabschnitte predigen. Beginn des Gottesdienstes um 8 Uhr morgens. Wien. (Der Einzelverein „Wien" des „Z i on") macht bekannt, dass an jedem Samstag vom 3. März d. J. ab um 727 Uhr abends Herr Rabbiner Dr. B. Grüll im Voreinslocale die Geschichte unseres Volkes vortragen wird. Überdies findet Mittwoch den 6. März d. J. im Vereinslocale, IL, Schwarzingergasse 2, um 728 Uhr abends ein Vortrag des stud. fcheol, Herrn B. Hämmer statt. Thema: „Aristoteles in der jüdischen Philosophie". Daran schliesst Mch eine Discussion. Ferner findet am Dienstag 12. März d. J. um V28 Uhr abends im Vereinslocale der Vortrag des Herrn Rabbiner Dr. Kaminka über „Maimonides' Leben und Philosophie" statt. Auch an diesen Vortrag schliesst sich eine Discussion. Wien. Im Iii Ges,-Vereine jüdischer Mädchen „Moria" findet Sonntag 3. März kein literarisher Nachmittag statt, sondern eine Comite-Sitzung, und sind die Comite-Mitglieder zu derselben höflichst eingeladen. Auf der Tagesordnung .stehen Cassabericht und Spesenverrechnung. IX., Berggasse 20, 4y2 Uhr nachmittags. Wien. (A11 g. jüdischer Arbeiter- Verein.) Samstag den 2. März d. J. findet im Vereinssaale, Wien, Ii. Schwarzingergasse 2, ein Vortrag des Gesinnungsgenossen Herrn Schriftstellers Bernhard Tag statt. Thema: Wie und warum müssen wir uns organisieren? Beginn präcise V28 Uhr. Gäste (auch Damen) herzlich willkommen. Wien. (Erster jüdischer Turnverein, I., Mölkerbastei 5.) Turnabende finden statt: Für H er ren Montag und Donnerstag, Dienstag und Freitag von Va8—9 Uhr abends: für Damen Mittwoch und Samstag von V27—V29 Uhr abends. Wien. Für das Costüm-Kränzchen, welches die Ortsgruppe „Mariahilf-Neubau" des ,.Zion" am o. März 190L in den Sälen des „Hotel Savoy;' veranstaltet, gibt sich ein äusserst reges Interesse kund. Eintrittskarten werden nur gegen Vorweisung einer von einem Comitömitgliede gefertigten Einladung verabfolgt. Keine Abendcassa. Das Comitelocal befindet sich VL, Mariahiiferstrasse 89a. •Krakau. Der akademische Verein „Przedswit-Haschachar" veranstaltet Donnerstag am 7. Mär/, d. J. im Festsaale des .Hotel Royal" eine Purim-Feier mit anschliessendem Tanzkränzc'hen* Berichte. Hannover. Die zionistische Vereinigung „Hannover" veranstaltete im grossen Saale der „Börse" einen öffentlichen Vortragsabend, der sich einer überaus regen Betheiligung erfreute. Nachdem die Concertsängerin Fräulein A. Brunotte einige der bekannten „syrischen Melodien" vorgetragen hatte, las Herr Börries Freiherr von Münchhausen aus seiner Gedichtsammlung „Juda" einige Balladen. Reicher Beifäll belohnte die Künstler, auch die im zweiten Theile des Abeuds vorgetragenen mittelalterlichen Balladen, die wi, der durch Gesang eingeleitet wurden, fanden ungetheilten Beifall. „Dem Dichter des Juda" liessen die Zionisten Hannovers einen Lorbeerkranz überreichen, und auch die Sängerin erhielt eine sinnige Blumenspende. A. Z. Braila. Die Zionisten unserer Stadt veranstalteten am 10. Februar im Locale der „Zionistischen Volkslesehalle" eine Fesi Versammlung zur Feier des 70. Geburtstages des Doctor J. Rülf. Es sprachen die Herren Dr. M o s e o vi c i, Bern- Ii a r d t und Architekt S i g a 11 y. Der Jubilar wurde telegraphisch beglückwünscht. Herr Agent sprach bei dieser Gelegenheit über den Schekel. Sonntag den 17. Februar fand im Lccale der „Zionistischen Volkslesehalle" eine General- Versammlung des Vereines „Erez Israel" statt. Auf der Tagesordnung war die Frage des Schekel.;. Nach Anhörung der Redner, der Herren Agent und Reischer, beschloss die General - Versammlung die Festsetzung des Schekeltages auf den ^.Februar. E. J. Bielitz. Am 24. d.M. fand in Biala eine jüdische Volksversammlung statt, die von über <900 Personen besucht war. Das Rpf* rat üb^r ,;Die politisch« n Parteien und die Ju■!»•:.- halte I r Di. Gross, ein hiesiger Advocat. An der Hand von Tliatsa«-.h»?n Uuvi.'S er. wie es mit der sogenannten Gleichberechtigung bestellt ist, und wie es mit den Rechten der Juden überhaupt aussieht. Dass dabei müder jüdische Mittelstand und der Proletarier getroffen wird, ist überall merkbar. Die „Kolka rolnicze'% die Losung „Kauft nicht bei Juden", trifft nur diesen Stand. Es ist deshalb seine Pflicht, zunächst sich von den Grossjuden, die vom Antisemitismus nichts spüren und für die Leiden des Mittelstandes kein Herz haben, zu befreien, und die Vertretung ihrer vitalsten Interessen Männern zu übertragen, die das Vertrauen auch rechtfertigen werden. Redner plaidierte sonderbarerweise für den Anschluss an die socialdemokratische Partei. Im Laufe seiner Ausführungen kam Herr Dr. Gross auch auf die Missstände in der Bialaer Cultusgemeinde zu sprechen, Herr Cultusvorsteher Kohn mühte sich vergeblich ab, sich und den Cultusvorstand reinzuwaschen. Herr Braff forderte in einer längeren Rede die Versammlung auf, sich auf jüdisch - nationaler Basis zu organ isieren, führte die Notwendigkeit hierfür an, appellierte an die Anwesenden, mit diesem Programme zu der demnächst stattfindenden Cultuswahl zu schreiten, und brachte folgende Resolution ein, die unter Beifall einstimmig angenommen wurde: „Die heute am 24. Februar d. J. im „Schwarzen Adler"-Saale zu Biala stattfindende jüdische Volksversammlung spricht ihre grösste Missbilligung allen denjenigen Herren aus, die sich dem jüdischen Volke als Führer aufoctroyiert und das ihnen geschenkte Vertrauen in keiner Weise gerechtfertigt haben. Die Versammlung begrüsst die ins Leben zu rufende Organisation des jüdischen Volkes auf jüdisch-nationaler Grundlage, und spricht allen mit dem jüdischen Volke ehrlich meinenden Parteien ihre Sympathien aus." Herr Dr. Syrop entwickelte in kurzen, aber treffenden Zügen und in gelungener Weise das Programm des Zionismus. Lebhafter Beifall wurde ihm zutheil. Bielitz. (Jüdischer Turnverein.) Kürzlich fand die I. Jahres-Hauptversammlung dieses Vereines statt. Nach Eröffnung der Versammlung durch den Obmann erstattete der Schriftführer Herr Sonderling nach Verlesung und Genehmigung des Protokolls den Thätigkeitsbericht. Der Verein stand mit mehreren anderen Corporationen gleichen Zieles in dauernder Verbindung und hat seinen Beitritt zum Turn verbände in Berlin angemeldet. Dermalen zählt der Verein 35 Herren und 25 Damen als ausübende, sowie 81 unterstützende Mitglieder. Es wurde eine Sängerriegeins Leben gerufen. Besondere Erwähnung verdienen der zu Ehren des Obmannes Herrn Director Goldberg veranstaltete Ab^nd. sowie das von 700 Personen besuchte Stiftungsfest, welches einen Reingewinn von 300 Kronen aufwies. Die Turner h; ben 123 Turnstunden mit 1804 Besuchern (durchschnittlich 22), die Turnerinnen 42 Turnstunden mit 1010 Besucherinnen (durchschnittlich 25) aufzuweisen. Der Verein verfügt über ein ganz ansehnliches Inyentar an Turngeräthen. Bei der Neuwahl des Vorstandes wurden die Herren Director G o 1 d b e r g zum Obmann, Huppert als dessen Stellvertreter, Münz er zum Turnleitei-, Schrenzl als dessen Ersatzmann, Goldwurm zum Cassier, Ho ff mann als dessen Stellvertreter, Ferd. Richter 'zum Geräthmeister, Robinsohn als dessen Stellvertreter, Sonderling als Schriftführer, S i 1 b i g e r als Ersatzmann, ferner Frl. Markusfeld und die Herren Braff und Fischer zu Cassa-Revisoren gewählt. Der nun folgende heitereTheil gab Frl. Charlotte Goldmann, sowie den Herren Moritz L ö wy, Goldm a nn jun., Fr ied- 1 ä n d e r und Polaczek Gelegenheit zu gediegenen Vorträgen. Rzeszow. Die hiesigen zionistischen Handelsangestellten veranstalteten eine Theator-Vor-tellung und brachten „Jehuda Halevi" zur Aufführung. Die Spieler, die sich ihrer Rollen verständnisvoll und mit Geist entledigten, lohnte tosender Beifall. Der Erfolg war ein glänzender, St. Wien. (Einzel verein „Mari ahilf-Neubau" des „Zion".) Der Vicepräsident unseres Vereines Herr Isidor Kollisch hat einen schweren Verlust zu beklagen. Seine Gattin wurdeihm in jungen Jahren durch den Tod entrissen. An dem Leichenbegängnisse, das am Sonntag stattfand, betheiligten sich der gesammte Ausschuss, die Mitglieder des Vereines, Cultusvorstands-Mitglied Gewitsch als Vertreter des Verbandes „Zion" u. s. w. u. s. w. Möge die Antheilnahme der Gesinnungsgenossen unserem Vicepräses zum Tröste sein! Wien. Zu den gelungensten Veranstaltungen, die aüässlich des Purimfestes von den Wiener zionistischen Vereinen ihren Mitgliedern und Freunden geboten wurden, gehörte die Purimfeier des literarischen Geselligkeitsvereine jüdischer Mädchen „Moria*. Mehrere hundert Personen hatten sich zu dem schönen Feste eingefunden

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