Mannheim
Compact Memory

Die Welt · 1901-02-22 · 8 (22.2.1901) · p. 12

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
5 (1901)
Issue
8 (22.2.1901)
Article
Wien
Date
1901-02-22
Page
12 (sequence 1)
Language
German
Belongs to
chapter
OCR quality
96% known words query
IRI
…/3315709-3315905-3315914--24780-3395051
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Seite 12 „Die & Weit46 Nr, 8 ${(is dei) ^ercii>ei). Voranzeigen. Wien. Der „Erste zionistische Frauen- V er ein" veranstaltet Mittwoch, den 27. Februar d. J. im Festsaale des Kaufmännischen Vereines, I. Johannesgasse 4, einen Vergnü^ungsabeiid mit anschliessendem Tanzkränzchen. Das Programm wird durch einen Schwank „Im dritten Stock", der von den Damen Else B a e c k, Eosa Kafka, Mizzi Wirth und den Herren Arthur Lampel, Josef Kirschner und Ehe Smolenski dargestellt wird, eingeleitet. Hierauf folgen musikalische und declamatorische Vortlage der Damen Dora Popper, Marianne Marion vom Brünner Stadttheater und Fräulein Z e r 1 i n e Feigenbaum, der Herren Professor S. Auber, Josef Kirschner, Fritz und Ernst Ted e sk o. Familienkarten ä K. 8.—, Einzelkarten ä K. ±— bei Frau Sidonie Kahn, VII., Lindengasse 11. Das Reinerträgnis flieest der Jüdischen Toynbee-Halle zu, Wien. (Der literarische Geselligkeitsverein jüdischer Mädchen „Moria") veranstaltet am 24<. d. im „Hotel Central". IL Taborstrasse 8, eine Purim-Feier, bei welcher die Festtheilnehmer eine Ueberraschung erwartet. Es gelangt nämlich ein Purim-Spiei zur Aufführung, in welchem die Gestalten der Megilla dargestellt werden. Wien. (V er ein j ü d i s c h e r M ä d c h e n „Hadassa".) Der nächste Vortrags - Nachmittag findet Sonntag den 24. Februar präci^e 4 Uhr nachmittags im Congress-Bureau, IX., Türkenstrasse 9, statt. Tagesordnung: „Die Stellung der Mädchen vereine im Zionismus. Vortrag von Frl. Amelie Gelbtuch. Discussion. Gäste herzlichst willkommen. Wien. (Einzelverein Wien d e s „Z i o n".) Dienstag den 26. Februar 1901, halb 8 Uhr abends, Vortrag des stud. phil. A. Beck: „Die Chazaren*. Wien. („Jordania", Verein jüdischer Handels- Angestellter.) Samstag den 23. a. cum 8 Uhr findet im Locale des „Zion" (zugleich Vereinslocal), II. Bezirk, Schwarzingergasse % ein Vortrag des Herrn Egon Leder.er über „Soci alismus und Zionismus" statt. Gäste aller Parteischattierungen herzlichst willkommen. Wien. (Erster jüdischer Turnverein. I., Mölkerbastei 5.) Turnabende finden statt: für H e r r e n Montag und Donnerstag, Dienstag und Freitag von Vs 8 ms 9 Uhr abends; für Damen Mittwoch und Samstag von ü 1;5J—8 \/2 Uhr abends. Wien. Zugunsten der ersten jüdischen Toynbee-Halle in \\ ien veranstaltet ein Comile am Hi. März d. J. (Samstag) im Prachtsaale des „Weil and ho fes", XX.. Klo.sterneuburgerstrasse 33, einen Vortragsabend, verbunden mit Tanzkränzchen. Es werden hiermit alle Freunde dieser Institution eingeladen, bei dieser Veranstaltung zahlreich zu erscheinen. Karten im Vorverkaufe ä l Kr., Familienkarten (4 Personen) ä 3 Kr. sind in der Administration der „Welt* und in der Toynbee-Halle, XX, Webergasse 13, zu haben. Wien. Die Vereinigung jüdischer Hochschüler aus Galizien „Bar-Kochba" veranstaltet am C2S. Februar 1. J. im grossen Saale des „Hotel Continental", IL, Taborstrasse, eine Akademie mit nachfolgendem Tanzkränzchen. Das vorbereitende Comite hat seinen Sitz VIII., Langegasse 14, 2. Stiege, Parterre. Wien. Für das Costüm-Kränzchen, welches die Ortsgruppe „M a r i a h i 1 f - N e u b a u" des „Zion" am 5. März 1901 in den Sälen des „ Hotel Savoy" veranstaltet, gibt sich ein äusserst reges Interesse kund. Eintrittskarten werden nur gegen Vorweisung einer von einem Comitemitgliede gefertigten Einladung verabfolgt. Keine Abendcassa. Das Comitelocal befindet sich VI.. Mariahilferstrasse 89a. Privoz. Der „Jüdische Turnverein für Privoz und Umgebung" veranstaltet am 3. März senen Gründungs-Commers. Brünn. Der Verein „Emunah" veranstaltet anlässlich des Purim-Festes zugunsten conditionsloser jüdischer Handlungsangestellter am 9. März 1. J. einen Costümball (ohne Costümzwang) in den Redouten-Sälen. Beginn 8 Uhr. Berichte. Zloczöw. Samstag am 2. Februar 1. J. fand in unserem Vereinslocale ..Bnei Zion" ein Agitations-Abend statt, in welchem Herr J. Waldmann, stud. jur. aus Tarnopol, über das Thema „Jüdischer Nationalismus und dessen Bestrebungen" in geistvoller Weife sprach. Der Redner forderte auch zur Unterstützung der Colonial-Bank und zur Entrichtung des „Schekels" auf, und zwar mit ausgezeichnetem Erfolge. Bieiitz. Der zionistische Verein „Hascnacnar" ver~ anstaltete Sonntag den' 3. Februar a. c. im Saale des „Hotel Kaiserhof eine öffentliche Vereinsversafiihilung, die einen ausserordentlichen Besuch aufwies; viele hundert Personen waren erschienen, die den Saal bis zum letzten Platze füllten. Nachdem der Vorsitzende die Versammlung begrüsst und den RegierungsVertreter vorgestellt hatte, ergriff der Referent des Abends Herr Dr. Egon Zw e i g aus Olmütz das Wort. In längerer Rede, die mit grossem Beifall aufgenommen wurde, sprach er über die Bedeutung des Schekels in der Vergangenheit und Gegenwart. Die nach den Ausführungen des Redners vorgenommene Schekelsammlung ergab ein günstiges Resultat, ausserdem traten zahlreiche Anwesende dem Vereine „Hase hachar" bei. Herr PauL B r a f f sprach hierauf über die „Jüdische Tojnbee- Halle". Der Verein „Ha sc hachar" beabsichtigt, eine derartige segensreiche Anstalt auch in Bieiitz ins Leben zu rufen. Nachdem noch Frl Reiter denselben Gegenstand erörtert hatte, wurde von der Versammlung eine Anzahl Damen und Herren gewählt, die gemeinschaftlich mit dem Ausschusse des Vereines „Haschachar" die nöthigen Massnahmen zur Durchführung der angeregten Idee treffen sollen. Prossnitz. Am 26. Jänner a. c. hielt der Einzelverein „Prossnitz" des, Zion" seine ordentliche General-Versammlung ab. Nach Verlesung des Rechenschafts-Berichtes durch den Obmann des Vereines Herrn Friedrich Low schritt man zur Wahl des Ausschusses. Es wurden gewählt: Friedrich Lj ö w; Obmann, Siegfried P o 11 a k, Obmann-Stellvertreter, Alexander Marmorstein, I Schriftführer, Leo B a 11 e k, II. Schriftführer, Hugo Wolf, Cassier, Emanuel Hirsch und Salomon S t e c k l e r, Beiräthe. Der neugewählte Ausschuss constituierte sich sogleich und beschloss, für Samstag den 2. Februar einen Agitations-Abend zu veranstalten. Der Vereinsobmann Herr Friedrich L ö w hielt vor einem zahlreichen Auditorium einen äusserst interessanten Vortrag über „Socialdemokratie und Orthodoxie als Gegner des Zionismus". An der hierauf folgenden Debatte betheiligten sich auch Socialdemokraten als Contra-Redner, die jedoch eine glänzende Unkenntnis des Zionismus an den Tag legten. Ihre Ansichten wurden von Herrn Dr. Gustav Zweig wie auch von anderen Zionisten in gründlicher Weise widerlegt. Der grossartige Eindruck, den dieser Abend auf die Zuhörer ausübte, äusserte sich darin, dass ein Theil der anwesenden Antizionisten sich öffentlich zum Zionismus bekannte und dem Vereine „Zion" seinen Beitritt anmeldete. Wir hoffen, damit einen weiteren Schritt in der Verbreitung der Zions-Idee in Prossnitz gemacht zu haben. A. M. Wien. (Einzelverein „Fünfhaus" des „Z i o n".) Am 12. d. M. fand der dritte Vereinsabend statt. Prof. David Graubart sprach über die geistige Erziehung der Juden. In ausgezeichneter Rede führte er aus, dass die Juden Individualisten sind, und dass hierauf der Mangel einheitlichen und energischen Zusammenwirkens, welches doch sehr noth thäte, zurückzuführen sei. Zur Beseitigung dieses Uebelstandes, der jede grössere Action von vornhi'i^in lahmlegt, sei es nothwendig, das Zusammengehörigkeitsgefühl der Juden in häufigen Versammlungen zu pflegen, sie aneinander zu gewöhnen und es ihnen auf diese Weise begreiflich zu machen, dass ohne Unterordnung unter das Ganze nie ein gemeinsames Ziel erreicht werden könne. Die Ausführungen erweckten reges Interesse, und reichlicher Beifall wurde dem Redner zutheil'. Sodann sprach Herr Dr. Martin Engländer über die körperliche Erziehung der Juden. Unter Berufung auf viele wissenschaftliche Autoritäten wies der Vortragende nach, dass die Juden schwächer sind, als die sie umgebenden Völker. Es ist das Knochengerüste schwächer, desgleichen die Musculatur und schliesslich auch das Nervensystem. Hieran sind nur die Verhältnisse des Golus, unter denen wir leben, schuld. Zur Behebung der beiden ersten Erscheinungen genügen Leibesübungen, insbesondere Turnen. Für die Stählung der Nerven sei allerdings dieses Mittel unzulänglich. Der Redner besprach dann die verhältnismässig grosse Zahl der nervösen Erkrankungen. Besonders häufig treten folgende Krankheiten unter den Juden auf: Neurasthenie, Hysterie, Irrsinn, Zuckerkrankheit und grüner Star. Um eine totale Heilung dieser Krankheiten herbeizuführen, sei es nothwendig, dass die Juden in Lebensverhältnisse kommen, in welchen die Sorge um das tägliche .tJ3t;p.t. welche.sie heute in weit grösserem Masse bedrückt, " als Wie*'.^ngenoH&eh andeM,JW^4'.^ "äi# weniger heftig herantritt. Nach einer Ansprache des Herrn Dr. Kahn und

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.