Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 5 (1901)
- Issue
- 8 (22.2.1901)
- Article
- Danksagung
- Date
- 1901-02-22
- Page
- 1 (sequence 1)
- Language
- German
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Redaction und Administration: WIEN IX., Türkenstrasse Nr. 9. Telephon 14199. Erscheint jeden Freitag. Zuschritten sind nicht an einzelne Personen, sondern an die Redaction oder Administration: Wien, IX., Türkenstrasse Nr. 9, zu richten. Unfrankierte Briefe werden nicht angenommen und Manuscrlpte nicht zurückgesendet. Sprechstunden der Redaction: Montag, Mittwoch und Freitag von 3—4 Uhr. Preise der Anzeigen: Die viermal gespaltene Petitzeile 20 Heller. Der Inseratentheil wird Dienstag abends geschlossen. Einzelne Nummern 30 Heller. Oesterreich-Ungarn: ganzjährig 12 Kronen, halbjährig 6 Kronen. Für das Ausland: Deutschland ganzjährig 13 Mk. 70 Pf., halbjährig 6 Mk. 85 Pf., England ganzjährig 14 Shg., halbjährig 7 Shg., Russland ganzjährig 7 R., halbjährig 3 R. 50Kop., Schweiz, Frankreich, Italien, Türkei, Rumänien, Bulgarien, Serbien, Griechenland, Aegypten ganzjährig 17 Frcs., halbjährig 8 Fr es. 50 Cts., Amerika ganzjährig 3 Doli. 40 Ct. Nr. 8. Wien, 22. Februar 1901. 5. Jahrgang J onpvi jrat •»» Edle Kinder Zions! Nehmt meinen besten Dank für alle die Kundgebungen der Liebe und Anhänglichkeit an meine Person bei Gelegenheit meines 70. Geburtstages. Ich bin der Eure und werde es bleiben bis an mein Lebensende. Bonn, Februar 1901. Dr. J. Rülf. /V^WV^MA^M^^WW^^^»»»^^M^VWVVVMywV An den Herrn Redacteur Gerhard C. Polak. Paris, 17. Februar 1901. Sehr verehrter Herr Redacteur! % Da es mir nicht um eiteln Wortstreit zu thun ist, so will ich nicht lange bei dem Vorwurfe unvollständiger Anführung meiner eigenen Worte an derselben Stelle, wo wenige Wochen vorher diese Worte in ihrer Vollständigkeit zu lesen waren, verweilen und auch die Bemerkung vernachlässigen, dass meine Thesen, die ganz kurze, ganz knappe Zusammenfassung von drei langen Aufsätzen waren, „nicht völlig enthielten*, was Sie „in meinem Artikel III, ,die politische Gleichberechtigung der Juden1, gelesen haben." Ich will nun so klar wie möglich die neuen, concreten Fragen beantworten, die Sie an mich zu stellen die Freundlichkeit haben. „Gibt es überhaupt ein Land, wo sich nicht eine kleine Minderheit antisemitischen Pöbels befindet?" Ich glaube nicht, dass es ein solches Land gibt. Aber von einer „kleinen Minderheit antisemitischen Pöbels" habe ich nirgendwo gesprochen. Wo nur eine kleine Minderheit politisch einflussloser, unwissender und verachteter Eckensteher, Cigarrenstummel-Aufleser oder Stromer antisemitische Gesinnungen hegt und äussert, da braucht der Jude sich in der That um dieses Pack nicht zu kümmern, denn die anständigen und gebildeten christlichen Landsleute werden dieses Pack ebenso sehr verachten, wie er selbst, und wenn es frech wird, so genügt die Polizei, um es Mores zu ^MJSft Es Sibt jX&u-ch ^gstdß$siadel, d^ ^ß^gQg^4^.. Staatsgesetze auflehnt, das z. B. bettelt, stiehlt, den Beamten Widerstand leistet u. s. w. Für dieses Gesindel hat der Staat eben Schutzleute, Richter und Gefängnisse. Sie können aber nicht ernstlich glauben, dass ich von einer solchen Minderheit sprach. Meine drei Aufsätze sind zwar keine 48 Seiten lang (wie in aller Welt kommen Sie zu dieser Zahl?), sondern zusammen nicht ganz 7ya Seiten, aber selbst wenn sie wirklich 48 Seiten, also sechs- bis siebenmal so lang wären, wie sie wirklich sind, würde ich auch nicht eine juristische und philosophische Definition jedes von mir gebrauchten Ausdruckes haben geben können. Ich habe mich redlich bemüht, verständlich zu sein, und wenn ich trotzdem nicht verstanden werde, so glaube ich wirklich nicht, dass die Schuld an mir liegt. Aus meinen Aufsätzen gieng klar hervor, dass ich unter der „kleinen Minderheit" nicht Pöbel verstanden wissen wollte, sondern christliche Landsleute mindestens derselben gesellschaftlichen Kategorie wie die Juden, die „an der Handhabung der Herrscher gewalt des Staates über die Untertlianen einen Antheil f or d ern". Nun denn: wo eine selbst kleine Minderheit dieser gesellschaftlichen Kategorie „an der AusübungderStaatsgewalt durch Juden Anstoss nimmt/ da soll meiner Ansicht nach der Jude in der That »grundsätzlich darauf verzichten, anderHandhabungder Herrscherge w a 11 des Staates über dieUnterthanen einen Antheil zu fordern/ Aus Gründen, die ich in dem dritten Aufsatz der Reihe ausführlich entwickelt habe. „Meinen Sie wirklich, dass wir uns diesem Pöbel zuliebe von dem Grossbetriebe, von der Stadt- oder Staatsverwaltung zurückziehen sollen?" Dass es nicht „diesem Pöbel" zuliebe geschehen soll, das habe ich schon gesagt. Ich meine aber ausserdem, dass Sie Ihre Frage, die Sie „genau gestellt" zu hatTen glauben, ohne Zweifel unwillkürlich höchst ungenau, ja geradezu so gestellt haben, dass ich, wenn ich einen minder ehrlichen, minder vornehmen Gegner iyKHu mir hätte als, Sie,... die .Beschuldigung schlechten Glaubens erheben würde.