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Die Welt · 1901-02-15 · 7 (15.2.1901) · p. 12

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Journal
Die Welt
Volume
5 (1901)
Issue
7 (15.2.1901)
Article
Wien
Date
1901-02-15
Page
12 (sequence 1)
Language
German
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Seite 12 „Die & Weit46 Nr. 7 Wien. (Allgemeiner Jüdischer Arbeiterv o r e i n.) Samstag den IG. d. M. findet im Saale des Vereines „Zion", II. Schwarzingergasse 2, ein freier Discussionsabend statt. Tagesordnung: l.Die Judenfrage ei n-st und jetzt (Referent Coli. Gros s). 2. Discussion. Beginn präcise halb 8 Uhr abends. Collegen, erscheinet zahlreich und pünktlich! Gäste aller Parteischattierungen willkommen! Leipzig. Der hiesige zionistische Verein „Zionah" veranstaltet Dienstag, 19. Februar 1901, abends 7 Uhr, im Künstlerhause, Bosestrasse, eine Abschiedsfeier mit folgendem Programme: I. 1. „Sehnsucht nach Zion" '(russisch). Eede des Herrn Vorsitzenden L. Jaffe, IL 2. „Also sprach Jcsaia". Gedicht von Münchhausen, gesprochen von Frl. Tonni Meyer. 3. Sonate für Ciavier F-dur von Mozart. Frl. 0. Ohas in. 4. „Steirisches Lied" aus der Oper „Mignon" von A. Thomas, gesungen von Frl. Tonni Meyer. 5. „ Anni-Maimin" (hebräisch). Gedicht von S. Czschemichowsky, gesprochen von Hrn. L. Jaffe. (>. Gesänge für Bariton von Hugo Brückl er: a) Lied Jung Werners: „Am Rhein", b) 3 Lieder Jung Werners: „Aus Welschlami". Herr S. Cha r asch. III. 7. Barcarole für Ciavier von Tschai kowsky. Frl. C. Chasin. 8. Lieder für Sopran: „Im wogenden Tanz" von Tschaikowsk y, „Die Soldatenbraut" von Schumann. „Niemand hai/s gesehen* von Loewe. gesungen von Frl. Tonni Meyer. 9. „Gruss", russisches Gedicht, gesprochen vom Verfasser Herrn L. Jaffe. Berichte. Wien. (Literarisch er G e s e 11 i g k e i t s- V e r ei n jüdischer Mädchen ,Mori a".) Sonntag am 20. Jänner a. c. sprach Herr Dr. Leopold Kahn vor einem grossen Auditorium über „Die Entstehung des Karäerthums" und ,.Saadiah Gaon". In seiner bekannt meisterhaften Weise entwarf der Vortragende ein lebensvolles Bild jener Zeit, und die zahlreichen Zuhörer machten an der Hand des kundigen Führers eine lasche, aber umso fesselndere Reise durch einen der interessantesten Theile der jüdischen Geschichte. Der Vortrag des Referenten wurde mit grösstem Interesse begleitet und von den zahlreich erschienenen Gästen dankbarst aulgenommen. Der nächste literarische Nachmittag entfällt, da die Damen des Vereines zu einer Sitzung zusammentreten werden, um über das im Februar stattzufindende Purim-Fest zu berathen. Wieliczka. Dienstag den 1. Janner wurde eine Volksversammlung veranstaliet. Herr S. R o s 9 n z w e i g führte den Vorsitz. Herr L. T a u b e s, der bekannte Volksredner, bespi ach das Wesen und die Ziele des Zionismus. Rauschender Beifall wurde ihm zutheii. Zum Schlüsse charakterisierte Herr A. Hirsch die unjüdische Erziehung der Kinder, speciell der Mädchen. Die Unkenntnis der eigenen Geschichte und Literatur ist es, was die Mädchen — wie es sich leider in jüngster Zeit oft ereignet hat — ihrer Familie und ihrem Volke untreu werden lässt. Der Zionismus habe es sich zur Aufgabe gemacht, unsere Geschichte und Literatur zn pflegen. — Es wurde sofort zur Consituierung eines Zions-Vereines geschritten, dessen Statuten der Statthalterei überreicht werden. Prag. (J ü d. Gesangs- und M u s i k v e r e i n.) Der neue Vorstand constituierte sich vor kurzem, wie folgt: Obmann : Herr M. U. Dr. K o h n, I. Obmann-Stellvertreter : Herr Siegfried Wolf, II. Obmann-Stellvertreter: Herr M. U. Dr. Bondy, I. Cassier: Herr Heinrich Fisch 1, II. Cassier: Herr Arthur Wollner. I. Schriftführer: Herr Victor Guth. II. Schriftführer: Herr Alfred Freud, Archivar: Herr Carl Freud, Cassa-Revisoren : Herr H o i" o w i t z, Herr C. W a 11 n e r, Beiräthe : Herr Löwy, Herr R e d i s c h, Herr Teller. Cöthen (Anhalt). Die Notwendigkeit einer organisierten jüdischen Verbindung, wie sie auf vielen deutschen Hochschulen besteht, macht sich hier immer mehr und mehr fühlbar, da der Antisemitismus auch unter den hiesigen Studierenden immer grössere Dimensionen annimmt. Ein kleines Beispiel: Zwei jüdische Studierende, die ein Tanzlocal besuchten, wurden dort von mehreren christlichen Commilitonen auf das Gröblichste beschimpft, nur aus dem Grunde, ^weil sie eben Juden sind. Einer der jüdischen Studierenden verlangte die Karten der Gegner; sie wurden ihm jedoch mit der Ausrede, einem Juden keine Satisfaction geben zu wollen, verweigert. Als er ihnen mit Waffenverruf drohte, wurde ihm noch eine Ohrfeige verabfolgt, so dass ihm nichts übrig blieb, als die Sache dem Docentenrathe anzuzeigen. Der Docentenrath beschloss auch dieRelegierung des Ohrfeigen-Helden, sowie die Ertheilung des Consilium abeundi an drei Studenten, darunter -auch den* Geohrfeigten, sowie die Bestiafung derselben mit je acht Tagen Carcer, theils wegen Beleidigung eines Commilitonen, theils wegen Herausforderns zum Duell. Eine von den jüdischen Studierenden darauf einberufene Versammlung zeigte uns zu unserer grössten Freude, dass der Gedanke einer Gesammtorganisation unter den jüdischen Studierenden allen nahesteht, und wir hoffen, eine solche Organisation bald ins Leben treten zu sehen. Unbr anderem wurde bei der Vorversammlung auch die Bedeutung des Turnens und Fechtens, als Mittel zur Hebung des Muthes und Förderung der körperlichen Entwicklung unter den Juden, hervorgehoben. Der hiesige akademische Verein „Zionah" gab den ersten Vorstoss zu der erwähnten Vorvei'sammlung und hat durch sein reges Interesse und seine thatkräftige Betheiligung an der diesbezüglichen Debatte den Gedanken zur Gründung eines Vereines jüdischer Studenten der Verwirklichung nahegebracht. B. K., cand. ing. Frumusica (Bukowina). Am 20. Jänner hat der hiesige Verein „Beneh Zion Kadimah" eine General-Versammlung einberufen. Folgende Herren wurden gewählt: A. Zaharia, Präsident; M. Schön fei d, Vicepräsident; Ch. Itzkowitz und J. ßerkowitz, Secretäre; I. Lachs, Cassier; S. Blum, Is. L ö v i n s o h n, J. S c h m i 1 o w i c z und S. Herskowicz, Ausschussmitglieder. Petrikau (Russisch-Polen). Samstag den 13. v. M. hat hier auf Ansuchen des Vereines Herr Jacob Gold aus Lodz im Bikur-Cholim-Bethause zwei recht gelungene zionistische Reden vor gutbesuchten Versammlungen gehalten, nämlich über die „Notwendigkeit des Zionismus" und über „Die Gegner des Zionismus", welche allseitigen Beifall fanden. — Mittwoch am 16. d. M. sprach Herr Moses Feinkind im Locale des zionistischen „Jugendvereines* vor den versammelten Mitgliedern über den „Zionismus und die Jugend", wobei viele neue Mitglieder dem wackeren Vereine beitraten und Schekel entrichtet wurden. Constanta (Rumänien). In der am 3. Februar stattgefundenen General-Versammlung unseres Vereines Societatea „B'nei Zion14 Sectia „Dr. Th. Herzl" wurde folgender Ausschuss gewählt: Leon Hasan, Präses; Salomon Grün b er g, Cassier; Leo Holdeng r aber, Secretär, Philipp Berkowitz und J. F a r i n, Aussen ussmit^lieder. Leo Holdengräber. Nagy-Säros (Ungarn). Der hiesige Verein „Ahawath Zion" veranstaltete am 15. Sch'wat 1. J. in dem Gerneindelocale eine mit einem Commers verbundene Feier, deren glänzender Verlauf Zeugnis ablegt von dem Aufblühen des Zionismus in unserer Gemeinde. Mit der unter grossem Beifalle vorgetragenen herzlichen Begrüssungsansprache des verdienstvollen Präsidenten Herrn Tobias Schwarz wurde die Feier eröffnet, mit deren Resultaten wir überaus zufrieden sein können, denn ausser dem Zuwachs an neuen Mitgliedern wurde auch der Antrag des Herrn Präsidenten, dass der Verein nach Massgabe seiner Mittel Actien der Jüdischen Colonialbank zeichne, einstimmig angenommen. Nun folgte der Commers, welcher sich sehr erhebend gestaltete. Die Begeisterung erreichte ihren Höhepunkt, als der Cassier des Vereines Herr Hermann W i 11 n e r seine einstündige schwungvolle Festrede hielt. Hieraut folgte unter der meisterhaften Leitung des Heim Ober-Cantors S. L. Schapira die Absingung der jüdischen Volkshymne „Hatikwah" (Die Hoffnung). Mit grossem Beifalle wurde ferner aufgenommen die mit Begeisterung vorgetragene vorzügliche Gelegenheitsrede des Herrn Daniel G o 1 d b e r g e r. Den würdigen Abschluss des Abends bildete der schöne Vortrag des tüchtigen Talmudisten Herrn Jeremias Engel unter dem Titel „Die gegenseitige Bürgschaft der Religion und des Zionismus-. Der geistvolle Redner führte in markanten Zügen die erhabenen Ziele der jüdisch-nationalen Bewegung vor Augen. Stürmischer Beifall lohnte ihn. Nadwörna. Manche galizische Zionsvereine haben mit Erfolg hebräische Sprachclubs gegründet. Nun haben wir ihrem Beispiele Folge geleistet, und auf Anregung des Herrn Abraham Bogomolny aus Tulczyn ein Club namens »nina HS vT" gegründet. Der Zweck'dieses Clubs ist Verbreitung der hebräischen Sprache unter der hiesigen jüdischen Bevölkerung. Seit Samstag den 28. Tebeth wird täglich von 2—3 Uhr nachmittags durch Vorträge, Vorlesungen und Discussionen die hebr äische Sprache gepflegt. Wir hoffen, unser junges Werk bald mit Erfolg gekrönt zu sehen. Wirballen. Am Sonntag veranstaltete der zionistische Verein in Wirballen ein Kinderfest der dortigen jüdischen Schulen. Es war hierzu der 15. Schewat gewählt worden, der in Palästina als Frühlingsfest gefeiert wird. In drei Ahtheilungen mit je V^tfimcliger Pause war das Fest eingetheilt. Sämmtliehe Kinder, cal 200 an der Zahl, tbekamen Süssigkeitctf und 1 Früchte aus Palästinain Düten mit entsprechender Aufschrift. — Herr Dogoleitski eröffnete die Feier mit einer, die Bedeutung des Festes erläuternden

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