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Die Welt · 1901-02-01 · 5 (1.2.1901) · p. 13

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Journal
Die Welt
Volume
5 (1901)
Issue
5 (1.2.1901)
Article
Wien [Nachricht] / B. M. F.
Date
1901-02-01
Page
13 (sequence 2)
Language
German
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Nr. 5 „Die & Weit« Seite 13 Sängerin Frl. Fancsy Forba entzückte durch den Wohllaut ihrer Stimme. Herr Prof. A ub er, der bekannte Cellist, erntete mit seinem herrlichen Spiel stürmischen Beifall. Dann trug Herr D o o r, Regisseur des Josefstädter Theaters, eine Reihe von Gedichten, ausschliesslich zionistischer Tendenz vor. die begeisterten Anklang fanden. Hiemit schloss der officielle Theil. Nun trat der Tanz in seine Rechte und bis zum frühen Morgen vergnügten sich die Festtheilnehmer. Auch eine bemerkenswerthe Neuerung fiel auf. Während der Pause fand eine Bücherlotterie im Sinne des Dr. Zlocisti (Berlin) statt. Die Lose, die reissenden Absatz fanden, brachten als Treffer die besten Werke der zionistischen Literatur. B. M. F. Zloczöw. Dienstag den 15. d. M. veranstaltete unser Verein „Bnei Zion" im hiesigen Theatersaale eine Makkabäer-Feier. Herr Soicher, Obmann des Vereines, begrüsste die versammelten Damen und Herren in einer kurzen Ansprache. Hierauf trug Herr A. Sonnenschein aus Lemberg ein Violin-Solo vor und erzielte rauschenden Applaus. Es folgte eine Declamation in polnischer Sprache von Herrn stud. jur. Wald mann aus Tarn opol und eine Declamation in deutscher Sprache von Herrn stud. jur. H. Ochs. Herr J u s t i a n trug unter grossem Beifall ein Clavier-Solo vor. Herr stud. jur. Leo Reich aus D r o h obycz hielt die Festrede in polnischer Sprache, die mit stürmischem Beifalle aufgenommen wurde. Hierauf folgte eine hebräische Declamation von Frl. B a 11 e r. Herr Leo Reich hielt eine begeisternde Rede im Jargon und Herr stud. jur. Wald mann dieSchlussrede in polnischer Sprache. Kaiisch. Am 20. December, dem 8. Chanukatag, veranstaltete unser zionistischer Verein im Pariser Saale ein Makkabäer-Fest, an dem sich über 300 Mitglieder betheiligten. Die Eröffnungsrede hielt unser Vorsitzender, Herr Doctor M. Zucker. Es sprachen ferner der Schreiber dieser Zeilen, ausserdem Herr K. G r ü n e f el d, Herr K. S o 1 n i k und Herr J. Zwick. Dann wurde von einigen Schülern des hiesigen Gymnasiums unter der* Leitung des Herrn S o 1 n ik ein Bild aus dem Leben jüdischerKinder inRumänien aufgeführt, das mit lebhaftem Beifalle aufgenommen wurde. Der Reinertrag eines Büffets war den nothleidenden Arbeitern in Palästina gewidmet. Dank der Thätigkeit der Herren E. M. Cohn, J. Mayer antz und G. Mako wer wurden gegen CO Rubel für diesen Zweck erzielt. f^us etat) )^epeii)ei). Berichte. Wien. Samstag, 26. Jänner,!/27 Uhr abends, hielt Herr stud. jur. Johann Than in der Lese- und Redehalle jüdischer Hochschüler, IX., Währingerstrasse 24, Mezz. 17, einen Vortrag: „Der Illyrismus." (Ein Beitrag zur Reorganisations-Geschiclite unterdrückter Völker.) Bielitz. Das am 31. December 1900 vom „Bielitz-Biaiaer jüdischen Turnvereine" veranstaltete zweite Stiftungsfest nahm einen überaus glänzenden Verlauf. Mit herzlichen Worten begrüsste der Obmann Herr Director J. Goldberg die zahlreich erschienenen Gäste. Nun folgten Turnübungen, Gesangvorträge und Musikstücke der Regiments- Jtapelie in bunter Abwechslung. Die vortrefflichen Reck- und Barrenübungen unter Leitung des Vorturners Herrn Münzer. sowie die Keulenübungen, einstudiert und geleitet vom Obmanne, fanden sympathische Aufnahme. Ein sehr anmuthiges Bild bot der Fahnenreigen, ausgeführt von 16 Turnerinneu in weisser Kleidung. Besondere Bewunderung riefen die Leitergruppen hervor, eingeübt und zusammengestellt vom Geräthmeister H. R i c fi t e r. Humoristische Vorträge sorgten für den heiteren Theil des Abends. Das Reinerträgnis des in jeder Beziehung gelungenen Festes wird zum Theile zur Anschaffung von Turngeräthen, zum Theile als Baufonds für eine Turnhalle verwendet. Herzliche Schreiben und Depeschen waren unter anderem von den Herren Dr.Theodor Herz 1, Dr. Max N o r d a u, Turnverein „Bar-Kochba" u. s. w. e in gelaufen. Wien. (JiidischerFraue n-W o hl thätigkeit sverein „Zuflucht".) Sonntag den 3. v. M. hielt der neugegründete Jüdische Frauen- Wohithätigkeitsverein „Zuflucht' im grossen Festsaale des „Jüdischen Volksvereines" seine constituierende General-Versammlung ab. Der Verlauf der von mehr als dreihundert Personen besuchten Versammlung war würdevoll und erhebend. Frau Laura Goldschmidt, deren hochherziger Initiative und eifriger Propagierung der eminent humanitäre Verein sein Entstehen verdankt, hiess als Proponentin die Erschienenen herzlich willkommen. Nach der Verlesung <der Statuten durch Dr. Sp ielm ann ergriff Frl. Spieima n n das Wort, um in längerer Rede die Tendenzen des Vereines; dessen Zweck die materielle Unterstützung verschämter Armer ist, klarzulegen. Reicher Beifall folgte den Ausführungen der Rednerin. Nach einer kurzen Ansprache der Frau Ida Mi est o nahm Dr. Heinz Kohn das Wort, um in glänzender Rede den Wohlthätigkeitssinn desjüdischen Weibes zu preisen, der auch den Grundstein zu diesem jungen Vweine gelegt habe. Unter allseitigem, slürmischem Beifalle schloss der Redner, indem er an die anwesenden Herren einen Appell richtete, für die Thätigkeit des Vereines stets opferfreudig offenes Herz und offene Hand zu haben zum Wohle unserer armen Brüder und Schwestern. Bei den hierauf vorgenommenen Wahlen von vierzehn Vorstandsdamen wurden die Frauen Goldschmidt, Miesto und A n t a 1 in die Vereinsleitung berufen. Frau Antal dankte namens der Gewählten. Auf ihren wohlmotivierten Antrag wurden schliesslich die Herren Dr. Spielmann und Dr. Heinz Kohn von der Versammlung wegen ihrer besonderen Verdienste um die Gründung per acclamationem zu Ehrenmitgliedern ernannt, worauf die Präsidentin mit einem Danke an den „Jüdischen Volksverein", der das Local unentgeltlich zur Verfügung stellte, die Versammlung schloss. Wir wünschen, dass es dem jungen Vereine, der mit der ansehnlichen Zahl von 600 Mitgliedern in die Öeffentlichkeit tritt, und allein schon dadurch den Beweis seiner Lebensfähigkeit erbracht hat, gelingen möge, Verzagte aufzurichten, Kummerbeladene zu trösten, Unglückliche neu zu beleben und zu ermuthigen. Möge der edelherzigen Gründerin und allen ihren Mitarbeitern dieser schöne Lohn nicht versagt bleiben! Graz. Am 16. December 1900 veranstaltete der „Jüdische Gesangverein4' unter der trefflichen Leitung seines Chormeisters Herrn Paul Horn seine Gründungs-Liedertafel, welche, verbunden mit einer Chanuka-Feier, einen glänzenden Verlauf nahm. Für jede einzelne Darbietung des bestgeschulten Chores lohnte das Publicum, welches dengrossen Saal im Hause der Kaufmannschaft bis auf den letzten Platz füllte, mit reichlichem Beifalle. Die Glanznummer des Programmes bildete der Solovortrag des Herrn Paul Horn. Diesem reihte sich der Gla vier Vortrag des Frl. Martha Schwarz würdig an, der alle Erwartungen übertraf. Juxpost und humoristische Vorträge kürzten die Pausen, so dass die erste Liedertafel, mit der unser Verein vor das Publicum trat, als bestgelungen bezeichnet werden muss. Gleichzeitig theilen wir Ihnen das Ergebnis der am 1. Jänner laufenden Jahres stattgefundenen Wahlen mit, und zwar wurden folgende Herren gewählt: Richard Schick, Obmann; med. Emerich Rechnitzer, Obmann-Stell Vertreter; Paul Horn, I. Chormeister; A. Goldberge r. II. Chormeister; ing. Oskar S t ö s s e 1, I. Schriftführer; jur. Fritz Koppmann, 11. Schriftführer; Ludwig Grünhut, I. Cassier; Oskar Freud mann, II. Cassier. Tlumacz Am 30. v. M. fand die V. ordentliche Generalversammlung des hiesigen Vereines „Tikwath Israel" statt. Herr L. In sticht schlug vor, einen Wohlthätigkeitsclub zu gründen, der Kaufleuten zinsfrei« Anleihen gewähren soll. Redner knüpfte an die neue Phase an, in die der Zionismus gerathen sei, indem er auch die gegenwärtige Verbesserung der Lage des jüdischen Volkes in den Bereich seiner Thätigkeit aufgenommen habe. Unter anderen Beispielen verwies Redner auf die vom „Jüdischen Volksverein * in Prag begründete Vorschusscasse hin. Da aber in einem kleinen Städtchen, wie dem unserigen, grössere Geldmittel nicht aufzubringen seien, müsse man sich mit kleineren Institutionen begnügen. Nachdem sämmtliche Mitglieder sich dem Redner zur Idealisierung seines Planes zur Verfügung gestellt hatten, referierte Herr J. Inslicht, cand. jur., über die Gründung einer Volksbibliothek und schlug vor, den Cultusvorstand um Subvention zu bitten und Privatspenden zu sammeln. Ferner beschloss man, populär-wissenschaftliche Vorträge abzuhalten und Sabbathcurse mit Bibelstudium einzurichten. Hierauf schritt man zur Wahl des Ausschusses. Zum Präsidenten wurde Herr E. Reiss, Mitglied des Cultusvorstandes, zum Vizepräsidenten Herr L. Inslicht, zum Cassier Herr M. H. Hönigsberg, zum Controlor Herr M. H. Feuer und zu Schriftführern die Herren L. S z w e f e 1 g e i s t, J. B. Münder und S. Berkower gewählt. Bielitz. Sonntag, den 30. December v. J. fand im grossen Saale des Hotel „Kaiserhof m Bielitz eine von den Vorstandsmitgliedern des zionistischen Bürgervereines „Haschachar" einberufene jüdische Volksversammlung statt, die einen Massenbesuch aufwies. Ungefähr 700 Personen, darunter auch viele Arbeiter, waren erschienen. Der Referent des Abends, Herr Dr. Bernhard Gross, sprach über das Tnema: „Die sociale und rechtliche Stellung der Juden im Staate". Der Referent schilderte an der Hand vonThatsachen 'den crafssen Gegensatz zwischen den Bestimmungen der Staatsgrundgesetze Oesterreichs und der factischen Lage der

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