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Die Welt · 1901-02-01 · 5 (1.2.1901) · p. 1

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Journal
Die Welt
Volume
5 (1901)
Issue
5 (1.2.1901)
Article
[Ohne Titel]
Date
1901-02-01
Page
1 (sequence 1)
Language
German
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Redaction und Administration: WIEN IX., Türkenstrasse Nr. 9. Telephon 14199, Erscheint jeden Freitag. Zuschriften sind nicht an einzelne Personen, sondern an die Redaction oder Administration: Wien, IX., Türkenstrasse Nr. 9, zu richten. Unfrankierte Briefe werden nicht angenommen und Manuscripte nicht zurückgesendet. Sprechstunden der Redaction: Montag, Mittwoch und Freitag von 3—4 Uhr. Preise der Anzeigen: Die viermal gespaltene PetitzeUe 20 Heller. Der Inseratentheil wird Dienstag abends geschlossen. Einzelne Nummern 30 Heller. j■ Oesterreich-Ungarn: ganzjährig 12 Kronen, halbjährig 6 Kronen. Für das Ausland: Deutschland ganzjährig 13 Mk. 70 Pf., halbjährig 6 Mk. 85 Pf., England ganzjährig 14 Shg., halbjährig 7 Shg., Russland ganzjährig 7 R., halbjährig 3 R. 50Kop., Schweiz, Frankreich, Italien, Türkei, Rumänien, Bulgarien, Serbien, Griechenland, Aegypten ganzjährig 17 Frcs., halbjährig 8 Frcs. 50 Cts., Amerika ganzjährig 3 Doli. 40 Ct. Nr. 5. Wien, I. Februar 1901. 5. Jahrgang Ais vorzügliches Agitationsmittel versenden wir den verbliebenen Rest an alten Nummern gratis gegen blosse Vorausbezahlung des Portos von 72 Heller für ein 5 Kilo-Paket, circa 100 Nummern, nach Oesterreich und Deutschand, 50 Kopeken für 5 russ. Pfund, circa 60 Nummern nach Russland. Für Beträge unter I Rubel können russische Briefmarken gesendet werden. »»^^^W^^^^W<»WW¥»W^W^^W^W¥WWV Offene Antwort an Herrn G. C. Polak! Paris, Tl. Januar 1901. Sehr geehrter Herr Redacteur! Dem erstbesten Prostituierten der Feder oder flegelnden Dummkopf gestehe ich natürlich nicht das Hecht zu, mich in meinen Arbeiten zu stören und zu öffentlichem Zwiegespräche mit ihm zu veranlassen. Solch Pack mag sich haben, wie es will oder seiner JNatur nach muss, ich bemerke es nicht und wundere mich nur, dass Personen, die mir wohlgesinnt zu sein versichern, mir zumuthen, mich damit einzulassen. Etwas anderes ist es, wenn ein Mann wie Sie, sehr geehrter Herr Redacteur, von mir Rechenschaft fordert. Ihnen stehe ich Rede und Antwort. Allerdings (das bekenne ich) nicht ohne Verlegenheit. Aus der ganzen Form und einigen Wendungen Ihres offenen Briefes an mich muss ich nämlich schliessen, dass Sie mir zu widersprechen beabsichtigen, ich habe aber nach zweimaligem aufmerksamsten jJurchiesen ihres Aufsatzes noch nicht entdecken können, wogegen Ihr Widerspruch sich eigentlich richtet. Sie sagen: „ Was ich bestreiten will, ist ihre Schlussfolgerang, aass die Juden auf ihre politischen Rechte verzichten, Aemter und Efirenstellen ausserhalb der jüdischen Gemeinde nicht annehmen sollen." Sie fügen hinzu: „ich hoffe zu beweisen, dass diese Meinung wegen der Unrichtigkeit Ihrer Voraussetzungen unrichtig ist.** Das, verehrter Gesinnungsgenosse, brauchten Sie mir wirklich nicht zu beweisen. Denn ich habe es mir selbst und, glaube ich, auch anderen bewiesen. Aber ich frage mich, wo Sie die von Ihnen als die iiieinige angeführte Schlussfoigerung gefunden haben mögen. Ich habe sie nie geschrieben, fiie gesprochen und nie gedacht Ich sage wörtlich („Die Welt" Nr. 50): „In den hochgesitteten Ländern, wo die Juden die politischen Rechte besitzen, da sollen sie diese mit weiser und geschmackvoller Zurückhaltung üben.'* Heisst das, dass die Juden auf ihre politischen Rechte verachten sollen? Sagen Sie nicht selbst: „Ich gebe zu, dass man bescheiden seine Eichte anwenden muss?" Wo sehen Sie nun einen Widerspruch zwischen uns? Ich vermag nur vollste, beinahe wörtliche Uebereinstirnmung zwischen uns zu erblicken. Ich sage ferner wörtlich : „Will man ein besonders hervorragendes jüdisches Verdienst ehren, eine besonders überlegene jüdische Weisheit dem allgemeinen Interesse dienstbar machen, so lasse der betreffende Jude sich um seine Mitwirkung an der Verwaltung der Staatsangelegenheiten bitten, aber er biete sich nie an; und wenn er einwilligt, dein Staate seine Kräfte zu widmen, so geschehe es unter besonderer Betonung seines Judenthums". Heisst das, dass die Juden „Aemter und Ehrensteilen ausserhalb der jüdischen Gemeinde nicht annehmen sollen"? Sagen Sie nicht selbst: „Gewiss, um Richter- oder Üfficiersstellen zu betteln brauchen wir nicht. Wir werden sie erhalten, wenn wir selbstbewusst auftreten. Es muss möglich werden, Beamter zu sein, der seinen speciell jüdischen Pflichten genügen kann. Auch das wird kommen, wenn die Juden sich als Juden zeigen.- Nochmals: Wo ist da der Widerspruch zwischen uns? Ich sehe wieder nur vollste Uebereinstirnmung, fast bis auf die Ausdrucks weise. Wen bekämpfen Sie? Mich offenbar nicht. Sie sagen, wir sollen nichts von unseren Rechten autgeben, ich sage dasselbe. Sie sagen, wir sollen von unseren Rechten bescheiden Gebrauch machen, ich sage dasselbe. Sie sagen, wir sollen um Richter- oder Ofliciersstellen nicht betteln, ich sage dasselbe. Sie sagen, wir sollen Amtsstellen, die uns angeboten werden, annehmen, ich sage dasselbe. Sie sagen, dass der Jude, wenn er ein ihm angebotenes Amt annimmt, sich als Jude zeige und seinen speciell jüdischen Pflichten genüge, ich sage dasselbe. Also? . . . Was bekämpfen Sie? Meine drei Aufsätze in der „Welt" offenbar nicht. Vielleicht Diejenigen, welche diese Aufsätze begeifert haben? Darüber habe ich kein Urtheil, denn das Gesudel von Lohnschreibern lese ich nicht,

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