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Die Welt · 1901-01-25 · 4 (25.1.1901) · p. 1

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Journal
Die Welt
Volume
5 (1901)
Issue
4 (25.1.1901)
Article
[Nachricht]
Date
1901-01-25
Page
1 (sequence 1)
Language
German
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Redaction und Administration: WIEN IX., Türkenstrasse Nr. 9. Telephon 14199. Erscheint jeden Freitag. Zuschritte» sind nicht an einzelne Personen, sondern an die Redaction oder Administration: Wien, IX., Türkenstrasse Nr. 9, zu richten. Unfrankierte Briefe werden nicht angenommen und Manuscripte nicht zurückgesendet. Sprechstunden der Redaction: Montag, Mittwoch und Freitag von 3—4 Uhr. Preise der Anzeigen: Die viermal gespaltene Petitzeile 20 Heller. Der Inseratentheil wird Dienstag abends geschlossen. Einzelne Nummern 30 Heller. Oesterreich-Ungarn: ganzjährig 12 Kronen, halbjährig 6 Kronen. Für das Ausland: Deutschland ganzjährig 13 Mk. 70 Ff., halbjährig 6 Mk. 85 Pf., England ganzjährig 14 Shg., halbjährig 7 Shg., Russland ganzjährig 7 R., halbjährig 3 R. 50Kop., Schweiz, Frankreich, Italien, Türkei, Rumänien, Bulgarien, Serbien, Griechenland, Aegypten ganzjährig 17 Frcs., halbjährig 8 Frcs. 50 Cts., Amerika ganzjährig 3 Doli. 40 Ct. Nr. 4. Wien, 25. Jänner 1901. 5. Jahrgang Wir sind in der erfreulichen Lage, unseren verehrten Lesern mittheilen zu können, dass der bekannte Schriftsteller Sch. Rosenfeld in die Redaction unseres Jargon-Blattes eingetreten ist. AUtA^A^W^A^M^WNA^^^^^Aw^V^^^^^V^^^^^^^^^V^W'M^V^^ti^ Als vorzügliches Agitationsmitte! versenden wir den verbliebenen Rest an alten Nummern gratis gegen blosse Vorausbezahlung des Portos von 72 Heller für ein 5 Kilo-Paket, circa 100 Nummern, nach Oesterreich und Deutschand, 50 Kopeken für 5 russ. Pfund, circa 60 Nummern nach Russland. '>^^^^**^«^*^^^A^**^^^^^^M**»*^^MM^¥V***V^MVMMWV Presse und Agitation. Die Bedeutung unserer Presse für unsere Bewegung ist so einleuchtend, so selbstverständlich, dass man wirklich einmal einige Worte darüber sprechen muss. Denn das ist ja das Merkwürdige bei derartigen Selbstverständlichkeiten, dass man ihnen im Grunde viel weniger Aufmerksamkeit schenkt als anderen Dingen, deren Notwendigkeit t>der Wichtigkeit man erst lange beweisen muss. Wir wollen darum nicht gerade alte Gemeinplätze wiederholen. Wir möchten nur an die Thatsache anknüpfen, dass die sogenannte „Parteipresse" das beste und kräftigste Agitationsmittel für jede Bewegung darstelle. Der Zionist, der irgend einmal agitatorisch oder organisatorisch thätig gewesen ist, weiss, dass man auf die Dauer mit dem gesprochenen Worte nicht auskommen kann, ganz abgesehen davon, dass die gegenwärtige Ausbreitung unserer Bewegung schon ein ganzes Heer von Rednern ausserordentlich in Anspruch nimmt So vorteilhaft es ist, die Agitation durch Versammlungen und Reden einzuleiten, so unerlässlich ist es, sie, wenn sie einmal eingeleitet ist, durch Verbreitung zionistischer Schriften, vor allem unserer publicistischen Organe, fortzusetzen. Das ergibt sich schon aus inneren Gründen: Es ist sicher, dass eine gute Rede rascher begeistert als ein guter Artikel oder ein gutes Buch. Der gute Redner — wir meinen den, der Wahrheiten gut vorzutragen versteht — hat vor dem besten Schriftsteller vieles voraus; die suggestive Kraft der Stimme, der Geste, des Temperamentes und vor allem die Kürze der Zeit, die es Kritischeren Köpfen schwer macht, lange oder zu viel zu zweifeln, während empfängliche Zuhörer sich vom ^edner einfach mittragen lassen» Wirkt aber der Redner rascher als der Schriftsteller, so ist dafür die Wirkung des geschriebenen Wortes eine nachhaltigere und festere. Daraus folgt, dass die beste Agitation, d. h. diejenige, die neue Anhänger rasch werben, sie aber auch dauernd festhalten will, beide Agitationsmittel. Rede und Schrift, gleichermassen verwenden muss. Den ausserordentlichen Fortschritten und der Ausbreitung der zionistischen Bewegung entspricht die Fülle neuer zionistischer Literatur, die uns die letzten Jahre gebracht haben. Sind so die Schriftsteller den Bedürfnissen der Propaganda nachgekommen, so haben die Gesinnungsgenossen noch lange nicht den entsprechenden Gebrauch von dem ihnen zur Verfügung stehenden Agitationsmaterial gemacht. Ueber die zweckmässigste Ausnützung und die praktischeste Art des Vertriebes unserer Bücher und Schriften soll ein andermal gesprochen werden. Heute wollen wir uns auf die zionistische Presse beschränken, die selbstredend das beste unter den publicistischen Agitationsmitteln darstellt. Die Zahl der zionistischen Blätter hat sich ausserordentlich vermehrt, sicherlich nur im Verhältnis zu den Bedürfnissen der Juden in den einzelnen Ländern. Alle diese Blätter sind in der uneigennützigsten Absicht gegründet worden und stellen grosse Anforderungen an die Opferwilligkeit ihrer Herausgeber und Redacteure. Dem Werte und der Bedeutung unserer Blätter und dem Fleisse ihrer Leiter steht aber auf Seite der Gesinnungsgenossen nicht der entsprechende Eifer für die Verbreitung der Presse gegenüber. Das bedeutet nicht nur einen Schaden für unsere Blätter, das bedeutet vor allem eine Erschwerung der Agitation, die oft trotz einer musterhaften propagandistischen Thätigkeit in öffentlichen Veranstaltungen, Versammlungen u. s. w* „unerklärlicherweiseü nicht solche Früchte zeiligt, als man erwartet hat. Der Grund: Die zionistischen Blätter sind zu wenig verbreitet. Noch ein Drittes kommt dazu, wieder etwas Selbstverständliches: Die Blättef werden umso leistungsfähiger und können sich innerlich und äusserlich umsomehr ausgestalten, je mehr Leser sie haben und je ausgedehnter ihr Wirkungskreis ist* was natürlich wieder indirect der Agitation zugute kommt.

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