Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 5 (1901)
- Issue
- 3 (18.1.1901)
- Article
- Zum Judentage
- Date
- 1901-01-18
- Page
- 10 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/3315709-3315905-3315909-3394011--24124-3394099- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Seite 10 „Die # Welt« Nr. 3 Wahl aller deutschländisehen Juden bestimmt werden." Z. Bonn. In der Zionistischen Vereinigung sprach mit grossem Erfolg Dr. Edelstein - Bonn, der in unermüdlicher Weise für die Propagierung des Zionsgedankens thätig ist. Dr. Edelstein sprach yor kurzem auch in Mannheim und Frankfurt a. M. und hielt in der letzten Woche in Barmen im Verein für jüdische Geschichte und Literatur einen Vortrag über Ursachen, Wesen und Bedeutung der zionistischen Bewegung. Makkabäer-Feste. Wien. Dienstag den 15. d. M. fand in den Sofien- Sälen die von sämmtlichen zionistischen Körperschaften Wiens veranstaltete Makkabäer-Feier statt, die sich zu einer imposanten Massenkundgebung gestaltete. Weit über zweitausend Personen nahmen an dem Feste theil. Einen . ausführlichen Bericht bringen wir in nächster Nummer. Königsberg i. Pr. Am 22. v. M. fand hier im festlichdecorierten Saale des „Hotel Epstein" eine Makkabäer-Feier statt. Die Veranstalter, ein Häuflein hiesiger Zionisten, wollten es sich nicht nehmen lassen, unser nationales Fest auch hier würdig zu begehen, obgleich sich ihnen bedeutende Hindernisse entgegenstellten. Und dass diese Feier einem allgemeinen Wunsche entsprach, bewies der prächtige Verlauf derselben. Ein über alles Erwarten zahlreiches Publicum hatte sich eingefunden. Mit einer schwungvollen Rede des Herrn Dr. J. Mohilewer wurde der Abend eröffnet. Im Anschluss an diese Rede, die lebhaften Anklang fand, wurde im gemeinsamen Chor das hebräische Nationallied „Die Hoffnung" gesungen. Darauf folgte eine Reihe von musikalisch-declamatorischen Vorträgen, an denen sich die Herren cand. med. Meiseis, Ginsburg, Paelin und ganz besonders Herr A. Sukenik betheiligten. Der letztere trug Lieder von Rubinstein, Mendelsohn- Bartholdy u. a. mit gewohnter Meisterschaft vor und entfesselte besonders durch den Vortrag des hebräischen Liedes oh)V qj; stürmische Begeisterung. Die ofncielte Feier beschloss eine im Sinne des Dr. Th. Zlocisti veranstaltete Lotterie, in der zionistische Bücher ausgelost wurden. Sodann folgte der gemüthliche Theil, welcher das Publicum bis in die späteste Stunde in heiterster Stimmung zusammenhielt. M. N—s. Chanuka. Es drängte Deiner Locken Nacht Sich herrlich aus dem Mädchenschleier; Aus Deinen Augen brach mit Macht Der heissen Blicke lodernd Feuer . . . Chanuka war's. — Und in dem Dunkel Erglühten hell acht weisse Kerzen; Da ward ein selig* Lichtgefunkel In meinem kranken, müden Herzen. Da schrie ich jubelnd auf zu ihm, Der Dich, Du Schönste, ausersah, Du Jangfrau vom Stamm Ephraim, Le-hadlik ner schel chanuka! — Du, meine Freundin, Du bist schön, Voll Kraft und Reinheit ohne Gleichen — Und keine mag Dir ähnlich sehn, Hanjah, in allen Erdenreichen! Von Byssus ist Dein Leib umwallt, Und schlanke, gold'ne Lilien träumen Um Deine liebliche Gestalt, Auf Deines Mantels P4irpursäumen. Du bist geschmückt mit Gold und Ringen, , Gleich einem Thurm aus Elfenbein; Dein Reden ist Wie Harfen klingen, Dein Kuss wie feurig edler Wein .-.. Die weissen Lichter leise knistern ... Von draussen dringt kein einz'ger Laut; Horch auf mein liebeselig Flüstern, l>ri meine Schwester, meine Braut! 0 Hanjah! Ich war müd' und krank; Mein Herz war todesmatt und trübe, Und ist nun voller Licht und Klang Und reich an Glück durch Deine Liebe ... Mein froher Dank fliegt auf zu ihm, Der Dich, o Hanjah, ausersah, Du Jungfrau vom Stamm Ephraim, Le-hadlik ner schel chanuka! Berlin. Dolorosa. Mittheilungen des österr, Verbandes „Zion". Der „Z ion', Verband österreichischer Vereine für die Colonisation Palästinas und Syriens, hat an alle zionistischen Organisationen Zählkarten zur Erhebung ihres Standes am 15. Jänner 1901 ausgesandl. Die Leitung hat ferner folgende Tage für ihre Berathungen festgesetzt: Jänner: 24. Februar: 7. und 28. März: 7. „ 28. April: 4. „ 25. Mai: 9. „ 30. Juni: 5. „ 27. An diesen Tagen sind die Mitglieder der Verbandsleitung von 7 Uhr abends an im Congress-Bureau, IX., Türkenstrasse Nr. 9, zu sprechen. Ebendahin sind Zuschriften für den Verband zu richten. Der Verbandsleitung obliegt nur die Aussendung von Flugschriften, Agitationsrednern und die Unterstützung aller zionistischen Organisationen. Uiidiscbc W1#ss*i>scbaft U1>d ]$\Uvatav. Ein literarischer Streitfall. Wir erhalten nachstehende Zuschrift des Herrn Dr. Heinrich Löwe (Berlin): Charlottenburg, im December 1900. Löbliche Re daction! Obwohl Sie juristisch zur Aufnahrae meiner beiliegenden Erklärung in keiner Weise veranlasst werden könnten, bitte ich Sie doch, diese nebstmeiner Erläuterung freundlichst in Ihrem gesch. Blatte drucken zu wollen. Ich erachte das meinerseits als eine Ehrenpflicht, für den Abdruck einer vereinbarten Erklärung zu sorgen, und andererseits kann ich mir nicht verhehlen, dass die jüdische Literatur nur den grössten Vortheil davon haben kann, wenn durch die gleichzeitige Wiedergabe meiner Erklärung und meiner rein thatsächlichen Hinzufügungen eine Seite des jüdischen Schriftthums berührt wird, wo eine allgemeine Besserung dringend von Nöthen ist. Mit vorzüglicher Hochachtung ganz ergebenst Dr. Heinrich Loewe. Erklärung. „Von der auf Seite 37 des Jüdischen Volkskalenders für das Jahr 5661 erschienenen Kritik nehme ich Folgendes zurück: 1. Die Worte „oder ihn nur nicht nennt", 2. Den Ausdruck j,der gelehrte Herr", 3. Die Anführung der Anmerkung ,bei di ese i* Ge-, legenheit. — :rv.--w 4. Innerhalb der Anmerkung die Worte: „Wie unwissend Katz ist."