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Die Welt · 1901-01-11 · 2 (11.1.1901) · p. 14

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Journal
Die Welt
Volume
5 (1901)
Issue
2 (11.1.1901)
Article
Erste jüdische Toynbee-Halle in Wien
Date
1901-01-11
Page
14 (sequence 2)
Language
German
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Seite 14 „Die & Welt4* Nr. 2 Schneider seine Novelle „Ein ominöser Heiratsvertrag* vor, welche vielen Beifall fand. * Programm vom 11. bis 17. Jänner 1901. Freitag 11: Herr M. A. Fürst: Bibelerklärung. Samstag 12 : Herr stud. Suchesto w :„JehudaHalewy" (mit Rezitationen). Concert: Fräulein Swedrowsky, Herr Deutsch. Sonntag 13.: Concert: Fräulein Gisela ßass, Herr Spiegel. Montag 14.: Herr Fi sc hl: „ lieber das Sehen". Musik von Goldbaum, Dienstag 15.: Herr H. York - Steiner: „Jüdische Chuzpe". Mittwoch 16.: Dr. Bernstein: „Strafprocess". Donnerstag 17. : Dr. B e n e d i c t: „Was ist ein Process?" * Wie wir vernehmen, wird in Prag und B r a i 1 a (Rumänien) die Gründung einer jüdischen Tyonbee- Halle nach Wiener Muster vorbereitet. Zeitecbriftet)* und Jiücbep* Rundschau. Bücher-Einlauf. ♦d^dshis rrp,r&p msy np^nr^a ♦".Tsnn« ar-wn ♦ptwn nao ♦prna n nmn Die Geschichte der jungen Renate Fuchs. Von Jacob W asser mann. Berlin, S. Fische r. 1900. ♦aito Ss?a banv ■♦m ,kjh3 omas xDin n^ita^T /inbwai ine«? -nrSa nan .n t n j a i a n n a j? n p h n p b ö /nspwnn« Disia ♦d^ent enux-K) 'smans ♦rnirr-p ♦a ♦» ps ,|i?^x3 b-ö /n im y d p S a ä j?tz?^ nr ♦Da^p-Dibra pa snsn-^s k b"» /pdn«wk11 ^"Din «unan Juda, Gesänge von Börries Freiherrn von Münchhausen. Buchschmuck von E. M. Lilien. F. A. Lattmann, Verlag, Goslar 1901. Balladen von Börries Freiherrn von Münchhausen. Mit Buchschmuck von Robert Engels. Verlegt bei B r e s 1 a u e r und Meyer, Berlin, 1901. Graf Leo Tolstoi: „Moderne Sciaven", Leipzig, bei Eugen Diederichs, 1901. In dieser seiner neuesten Schrift greift Tolstoi den modernen Socialismus an, dessen Ideal er als unzulänglich erklärt, indem er selbst seine Theorie von der Abschaffung der Regierungen entwickelt, wie er es zum Theile schon in einer früheren Streitschrift gegen das jetzige Staatswesen. . „Regierung und Patriotismus", gethan hat. „Moderne Sclaven!" Schon der Name des Buches regt zum Nachdenken an. Das Werk ist in russischer Sprache geschrieben, es stammt aus der Feder nicht nur eines der grössten Geister, sondern auch eines der besten Kenner russischer Verhältnisse, und im ganzen Buche kommt nicht einmal das Wort „Jude" vor, findet sich kein Gedanke über russisches Judenelend. Sollte man annehmen, dass Tolstoi, der sich jedes Verfolgten erbarmt, der ein Herz hat auch für den letzten seiner Mitmenschen, sich mit der Judehfrage noch nicht beschäftigt, und den ernsten Versuch ihrer Lösung, den Zionismus, noch" nicht kennen gelernt hat? Keines von beiden! Und deshalb wollen wir nächstens auf Tolstois Verhältnis zur Judenfrage ausführlich zurückkommen. Sch . ,. . . nn. Inhalt unserer heutigen Jargon-Ausgabe. Wochenkalender. — R. A. B*: Eine neue Lügennachricht. ^°tfnsere Propaganda. Von einem jungen Zionisten. — J. A.tubezky: Die erste jüdische Toynbee- Halle in Wien. — Politische Wochen-Chronik. — S. Bieber: Russische Chronik. — S. L. Komeiko: Amerikanische Chronik. — A. T.: Kindererziehung bei verschiedenen Völkern. — M..M. Warschawsky: Das Lied (Gedicht). — A. L. Lewinsky: Eine Reise nach Palästina im Jahre 5800, — Mittheilungen des Actions-Comitös. In dem Hamburger „Israelitischen Familienblatt" widmet utfser ausgezeichneter Gesinnungsgenosse Herr Dr. M. B o d e nh e i m e r in Köln der Artikelserie Max N o r d a u s über die politische Gleichberechtigung der Juden eine eingehende Betrachtung, auf die wir noch zurückkommen wollen. Die „Paradoxe" von Max N o r d a u sind von Rubin Br ainin ins Hebräische übersetzt worden. Die Uebersetzung erscheint in der vom Verlage „Tuschijah" herausgegebenen „Hebräischen Bibliothek". Unser Brünner Bruderblatt, die „Jüdische Volksstimme", beschäftigt sich in ihrer jüngsten Nummer eingehend mit dem letzten Delegiertentage des Verl andes „Zionu und stellt als Hauptforderung die Einberufung sämmtlicher österreichischer Zions-Vereine zu einer Conferenz auf. In einer schneidigen Replik gegen Dr. Fi alias Ausführungen in der B1 o c h'schen Wochenschrift werden die Forderungen der Brünner Zionisten präcisiert. Sehr lesenswert sind die Berichte über die Verhältnisse in den jüdischen Cultusgemeinden Olmütz und Mährisch-Weisskirchen, deren unjüdischen Cultusvorstehungen von Dr. Egon Zweig gründlich heimgeleuchtet wird. Erwähnenswert sind ferner die Artikel über die Stellung der jüdischen Handlungsgehilfen und über die jüdische Toynbee-Halle in Wien. Die jüngste Nummer unseres italienischen Bruderblattes „Corriere Israelitsco" beschäftigt sich eingehend mit den Wahlerfolgen der Zionisten in Wien, Köln und Sofia. Von der neuen hebräischen Wochenschrift „Hador" liegen uns die ersten zwei Nummern vor. Sie weisen einen reichen Inhalt auf. Ueber einzelne Artikel werden wir noch referieren. Der Waisenknabe. Von J. L. Pere z. (Warschau.) Aus dem Jüdischen übertragen von Moriz Hermann. II. Eine Beerdigung wurde Avigdor zutheil wie selten einem. Doch war es, wenn man so sagen darf, ein trockenes Begräbnis. Es gab weder eine Witwe noch waren Töchter vorhanden. Die Klageweiber hatten kein rechtes Thema zum Bearbeiten; niemand fiel in Ohnmacht und das Weinen gieng nicht recht von Statten. Der Knabe, der zurückgeblieben war, wurste noch nicht einmal, was ein Grab ist, was sterben heisst; er war mehr erschrekt als. verweint. Es gab somit kein rechtes Motiv zum Greifen und wenn ab und zu eines der Weiber, an irgend ein eigenes Leid sich erinnernd, einen Klagelaut von sich gab, blieb er in der Luft wie erstarrt, keine griff ihn auf und gab ihn weiter; er war gleichsam eingefroren. Die Weiber gaben deshalb die Begleitung auf. Joine Boz, der Vorsteher der Todtenträger, bemerkte dies und rief nach: .^Geht nur, geht, Ihr Weiber! Ein Begräbnis ohne , Klage ist wie eine Hochzeit ohne Musik. Der Himmel mög' euch behüten. Geht, geht..." Die Weiber schalten den „langen Joine" und entfernten sich. i . i Aber auch die Männer hielten nicht lange Stand.. Geplagte Krämer und sonstige betagte, schwachfüssige

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