Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 5 (1901)
- Issue
- 2 (11.1.1901)
- Article
- Mittheilungen des österr. Verbandes "Zion"
- Date
- 1901-01-11
- Page
- 11 (sequence 2)
- Language
- German
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Nr.. 2 „Die $t Welt- Seite 11 An diesen Tagen sind die Mitglieder der Verbandsleitung von 7 Uhr abends an im Congress - Bureau, IX.. Türkenstrasse Nr. 9, zu sprechen. Ebendahin sind Zuschriften für den Verband zu richten. Der Verbandsleitung obliegt nun d f e1 %:\t s Sendung von Flugschriften, A g i t a t i ö'äfs r'e n e r n und die Unterstützung aller zionistischen Organisationen. Makkabäer-Feste. Bolechow. Am 23. v. M. veranstaltete unser Verein „Chowewe Zion" eine Makkabäer-Feier, welcher auch viele Nichtmitglieder beiwohnten. Es sprachen die Herren : B. Bickel (hebräisch), N.Lothringer, Isak Goldschlag und E. Schorr (deutsch), stud. M. Goldschlag (polnisch), Frl. K. Bickel hielt eine hebräische und Herr Jacob Ellendmann eine deutsche Declamation. Die Mitglieder Zwilling und Kornblüh spielten die Nationalhymne und andere Nationallieder. Sämmtliche Redner und Vortragende ernteten stürmischen Beifall. Gliniany. Am 22. December fand bei uns die Chanuka- Feier statt, die sehr zahlreich besucht war. Unter den musikalisch-declamatorischen Vorträgen sind besonders die Declamationerv der Herren: B. Mehlmann, Dub, E. Katz. Ch. Mehl man n wie auch das Geigenduo der Herren P. und J. W olf hervorzuheben. Die Chanuka- Lichter entzündete Herr H. Pineles. Ferner hielt der Vicepräsident des Vereines Herr M. Balaban eine einstündige Festrede, die mit grossem Beifalle aufgenommen wurde. Die Feier schloss mit dem Absingen der jüdischen Nationalhymne. Ottynia Am 16. v. M. veranstaltete der hierortige Verein „Zion" eine Chanuka-Feier mit sehr reichhaltigem Programme. Der Abend nahm einen sehr solennen Verlauf. Hervorzuheben sind besonders die schwungvolle Festrede des Herrn stud. jur. Kluger aus Czernovvitz und die geistreiche Schlussrede der Frau R. Chalfon sowie die musikalischen Darbietungen des Herrn Zeiger aus Kolomea. Ung.-Brod. Die jüd. akad. Ferialverbindung „Achiwah" aus Ung.-Hradisch veranstaltete am 23. December 1900 in Ung.-Brod eine Makkabäer-Feier, deren glänzender Verlauf Zeugnis von dem Aufblühen der Verbindung „Achiwah" und von deren Belieotheit in der Ung. Broder Judenschaft gab. Nach der Begrüssung durch den Präsidenten cand. med. Moritz Schmitz und Absingung des der „Achiwah" von ihrem Ehrenburschen Herrn Berthold Fei wel gewidmeten Bundesliedes nahm Herr Obercantor Blumenkranz das Lichterzünden vor und brachte dabei, vom Tempelchor begleitet, das Chanuka-Lied in geradezu herrlicher Weise zum Vortrage. Hierauf erhielt Se. Ehrwürden Herr Rabbiner Dr. Jung das Wort zu einer längeren Rede, in der er, zwar auf dem Standpunkte stehend. Chanuka sei ein religiöses Fest, uns Zionisten als die wahrhaften Juden aufforderte, weiter zu schreiten auf unserer Bahn der Einigung und Neubelebung des Judenthums. In ausgezeichneter, begeisternder Rede feierte der Festredner jur. Emil Schmitz die Bedeutung des Festes und forderte die Broder Juden zur regen Bethätigung auf. Zum Schlüsse hielt jur. Arthur Winter einen Toast auf die Ung.-Broder Judengemeinde und med. Theodor Kohn trug hierauf unter grossem Beifalle und lebhaftem Applaus mehrere zionistische Lieder vor. Vertreten waren die Wiener akad. Verbindungen „Unitas" und „Ivria". W. Czernowitz. (Makkabäer-Feier des Vereines „Z i o n".) Sonntag den 23. v. M. fand im Musikverein ssaal e.die Makkabäer-Feier des Vereines „Zion" statt und erzielte einen grossartigen Erfolg. Mit der Begrüssung durch den Obmann des „Zion" Herrn Wagenschal wurde die Feier eingeleitet. Sodann besorgte Obercantor Schlechter sammt Tempelchor den religiösen Theil. Die Festrede hielt Dr. M. Brau de, Prediger aus Stanislau, der von der Vergangenheit des jüdischen Volkes ausgehend, auf die grosse Bedeutung der Makkabäer-Feier hinwies. Die längeren Ausführungen des vortrefflichen Redners fanden stürmischen Beifall. Hierauf brachte Frl. Slava Schechter, die über vorzügliche Stimmmittel verfügt, „Syrische Gesänge" zum Vortrage, und erzielte damit, von der wohlbekannten Pianistin Frl. Lola Kottlar begleitet, grossen Erfolg. Der „Chor der Hasmonaea", der sich bereits als vortrefflich erwiesen, sang hernach das Lied „Dort wo die Ceder' (Männerquartett) mit grosser Bravour und erntete auch demgemäss reichlichen Beifall. Unter lebhaftem Zurufe hielt jetzt der Senior der „Hasmonaea" stud. jur. K o f f 1 a r die Tende n z rede. Der geistvolle Redner führte in markanten Zügen die erhabenen Ziele der jüdisch-nationalen Bewegung vor Augen. Tosender Beifall lohnte die gelungenen Ausführungen. Frl. Lola Ko 111 a r brachte sodann meisterhaft. Li s z t s Rigoletto- Paraphrase zum Vortrage, und erzielte solch stürmischen Beifall, dass die vorzügliche Pianistin sich zu einer Zugabe bequemen musste. Frl. Slava Schechter sang das „Winterlied" von Mendelssohn und „Ungeduld" von Schubert. Der „H a s m o n ä e r - C h o r" sang hierauf abermals vierstimmig das Lied „Ein Hauch weht durch die Lande44 von Leo Rafaels. Damit fand die schöne Feier auch ihren würdigen Abschluss. Eine gemüthliche Zusammenkunft hielt noch viele Gäste bis in später Nachtstunde beisammen. Kolomea. Im Nachtrage zum dieswöchentlichen Berichte über die Kolomeaer Makkabäer-Feier ist noch zu bemerken, dass Herr Josef Buxen bäum, der berühmte jüdische Dichter und Compositor, sich durch seine Leistungen bei diesem Feste besonders hervorgethan hat, und sprechen wir ihm auf diesem Wege im Namen des Vereines unseren herzlichsten Dank aus. Kossow. In dem Berichte über das Makkabäer-Fest (s. Nr. 52 v. vor. Jahre) soll es heissen statt: J. Tannenzapf: J. Tauenrosch. Jaroslau. Die jüdisch-akademische Verbindung „B a r- Kochba" veranstaltete am c23. v. M. eine Makkabäer-Feier mit folgendem Programm: 1. Begrüssungsrede — Docior Rossb erger; 2. Stud. „Nocturn* — Männerchor; 3. Salz: „Die Stimme des Opfers", Declamation — jur. Fried wald; 4. Tschaikowsky : „Barcarole4'; Chopin: Polonaise — Ciaviersolo Frl.' D e i c lies : ö. Tendenzrede — jur. Ebersohn; 6. Mendelssohn: „Schmetterling" — Männerchor; 7. Go Hermann: Capriccio, Trois morceaux — Violincello mit Pianobegleilung, jur. Lippel; 8. Dr. Her zl: .Das neue Ghetto". Das Reinerträgnis wurde theils dem hiesigen Vereine zur Bekleidung armer Schulkinder, theils zionistischen Zwecken zugewendet. Braila. Wir haben nicht weniger als drei Chanuka- Feiern in unserer Stadt zu verzeichnen. Die erste war diejenige, die die „Jüdische Volkslesehalle" gleichzeitig auch als Eröffnungsfeier des neuen Locales veranstaltete. Ein distinguiertes Publicum füllte den Saal. Aus dem reichhaltigen Programme ist besonders die prächtige, formvollendete Eröffnungsrede des Herrn Dr. Moscowitz, Präsidenten der Lesehalle, erwähnenswert. Ferner die musikalischen Vorträge des Herrn Cantor Schorr, mit Chor und Harmoniumbegleitung, sowie die rumänischen Recitationen des Herrn Simon Wein tr aub. Herr Leopold Fischl las meisterhaft zwei Novellen aus Theodor Herzl s neuem Buche, den „Philosophischen Erzählungen" vor (.Pygmalion" und „Die Heilung vom Spleen"), wofür ihn reicher Beifall lohnte. Zum Schlüsse verlas Herr Bernh. Scharrer die in der „Welt" publiciertfe Skizze „Unser Don Quixote" in der deutschen Übersetzung von Dr. Kahn und eine Humoreske. Die Lesehalle, deren anheimelnde Räume täglich mehr Besucher anlocken, hat sich bereits des öfteren als eine der volkstümlichsten Institutionen unserer Stadt bewährt, und die Leitung ist bestrebt, sie nach dem Muster der Toynbeehalle in Wien auszugestalten. Auf Veranlassung des Actions-Comitemitgliedes, Herrn Dr. Moscowitz, fanden sich Samstag, den 22. v. M., alle jüdischen Schulkinder unserer Stadt, Knaben und Mädchen, im grossen Saale der jüdischen Knabenschule „Schwarzmann" ein. Die Herren Dr. Moscowitz, Dr. Nestoi ianu und Lehrer Cassvan sprachen den Kindern von den glänzenden Tagen der Makkabäer, wie von dem jetzigen Lose des jüdischen Volkes, und ermahnten sie, sich stets ein fühlendes Herz für ihre Brüder und Schwestern zu bewahren. Aufmerksam, jedes Wort der Redner förmlich verschlingend, so sassen die Kinder da, und ihre Aeuglein strahlten bei den Erzählungen von den Kämpfen und Siegen der Makkabäer. Zuletzt klatschten sie herzhaft mit den Händchen, dass es rührend war anzuschauen. Zum Schlüsse ergriff Herr Josef Bro einer das Wort, um die Lehrer, die alle mit den Kindern erschienen waren, aufzufordern, im nationalen Sinne auf ihre Schutzbefohlenen einzuwirken. Das war die zweite Chanuka-Feier. Die dritte veranstalteten gemeinsam die Vereine „Erez Israel", „Bnei Zion' und der Verein der zionistischen Frauen und Mädchen „Judith", Sonntag, den 23. v. M., um 5 Uhr Nachmittags. Zur festgesetzten Stunde waren die Zimmer und der grosse Saal der „Lesehalle" von einer nach hunderten zählenden Menge gefüllt. Die jüngst von den Handwerkern unserer Stadt unter Mitwirkung der Zionisten eröffnete TalmudthoEa-Schule hatte ihre Kinder mit der blau-weissen Schulfahne zur Feier geschickt. Das Publicum hörte andächtig dem religiös-ceremoniellem Theile,