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Die Welt · 1901-01-11 · 2 (11.1.1901) · p. 1

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Journal
Die Welt
Volume
5 (1901)
Issue
2 (11.1.1901)
Article
Fabrikanten, Gewerbetreibende, Techniker!
Date
1901-01-11
Page
1 (sequence 1)
Language
German
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Redaction und Administration: WIEN IX., Türkenstrasse Nr. 9. Telephon 14199. Erscheint jeden Freitag. Zuschriften sind nicht an einzelne Personen, sondern an die Redaction oder Administration: Wien, IX., Türkenstrasse Nr. 9, zu richten. Unfrankierte Briefe werden nicht angenommen und Manuscripte nicht zurückgesendet Sprechstunden der Redaction: Montag, Mittwoch und Freitag von 3—4 Uhr. Preise der Anzeigen: Die viermal gespaltene Petitzeile 20 Heiter. Der Inseratentheil wird Dienstag abends geschlossen. Einzelne Nummern 30 Heiler. Oesterreich-Ungarn: ganzjährig 12 Kronen, halbjährig 6 Kronen. Für das Ausland: Deutschland ganzjährig 13 Mk. 70 Pf., halbjährig 6 Mk. 85 Pf., England ganzjährig 14 Shg., halbjährig 7 Shg., Russland ganzjährig 7 R., halbjährig 3 R. 50Kop., Schweiz, Frankreich, Italien, Türkei, Rumänien, Bulgarien, Serbien, Griechenland, Aegypten ganzjährig 17 Frcs., halbjährig 8 Frcs. 50 Cts., Amerika ganzjährig 3 Doli. 40 Ct. Mr. 2. Wien, II. Jänner 1901. 5. Jahrgang ^abi*il<af)tei), (äe^crbefreibei)def ^ecbrMk*1*' Um den 400 beschäftigungslosen jüdischen Arbeitern in Palästina Brot und Arbeit zu schaffen, ist die Begründung industrieller und gewerblicher Unternehmungen in Palästina (fabriksmässiger und Hausbetrieb) geplant. Es handelt sich vor allem um die Erzeugung solcher*Artikel, die theils in Palästina selbst dringend benöthigt und daher dort placiert werden könnten, theils aus den im Lande vorhandenen Rohmaterialien gewonnen und zum Export gebracht werden können. In erster Linie kommen in Betracht: Gerbereien, Spinnereien, Kleider-, Waschseife-, Papier-, Zündhölzchen-, Cement-, Maschinen-, Textil- und chemische Fabriken, ferner Korbflechtereien (Hausindustrie). Jenen Unternehmern, die.~ sich verpflichten, die Arbeitskräfte für die zu eröffnenden Betriebe den Reihen der palästinensischen Arbeiter zu entnehmen, und die für eine angemessene Entlohnung und gerechte Behandlung dieser Arbeiter sich verbürgen, ward ein entsprechender Credit und eine ausreichende Subvention in barem Gelde verschafft. * Auf Grund dieses Aufrufes ist bei dem unterzeichneten Secretariat eine beträchtliche Zahl von Anerbietungen eingelangt, von denen jedoch nur ein Theil berücksichtigt werden konnte. Für eine Reihe von Unternehmungen ist daher noch Platz o ff en. Es ergeht demnach an die jüdischen Fabrikanten, Gewerbetreibenden und Techniker nochmals der Appell, den geplanten industriellen und gewerblichen Betrieben in Palästina ihre besondere Aufmerksamkeit zuzuwenden. Es handelt sich nicht nur um geschäftliche Unternehmungen, für die vön vornherein günstige Grundbedingungen geschaffen werden, sondern auch umsein judisches Werk im besten Sinne äes Wortes. I Da die Nothlage der jüdischen Arbeiter eine ^gende Hilfeleistung erheischt, ist die Eröffnung der Bcfriebe m naher Zeit nothwendig. Offerte mit detaillierten Angaben über die bisherige Beschäftigung der Bewerber und ihre materiellen Verhältnisse, des weiteren mit eingebenden Mittheilungen über die Art und Ausdehnung der geplanten Betriebe und die Höhe der Gapitalsbe(heiligung seitens der Unternehmer, mögen ehebaldigst an das unterzeichnete Secretariat gerichtet werden. Alle näheren Auskünfte ertheilt Das Secretariat des Congress-Bureaus, Wien, IX., Türkenstrasse 9. Eine neue türkische Verordnung. Wir haben in der letzten Nummer*) die Meldung der „Polit. Corresp." über angebliche verschärfte Massregeln der Pforte gegen die Juden in das rechte Licht gerückt. Wir haben auseinandergesetzt, dass das Thatsächliche, das diese Meldung enthält, fast zwei Jahrzehnte alt ist, und dass dos Neue darin sich auf nichts stützt als auf Gombinationen und Stimmungsmacherei. Wir sind heute in der Lage, der Meldung der „Poht. Gorresp.", die den Weg durch viele Blätter genommen hat, eine andere entgegenzustellen. Aus Constantinopel wird unterm 3. Jänner berichtet: Ein Special-Irade des Sultans gestattet von jetzt ab den Juden, die sich rechtmässig in Palästina niedergelassen haben, Grundeigenthum, sowohl „Miri" (Ackerland, Eigenthum des Sultans) als auch „Mulk" (Stadtland) zu erwerben. Zugleich wird das Aufenthaltsrecht von Juden, die Palästina bereisen, auf drei Monate ausgedehnt. Mit besonderem Nachdrucke wird betont, dass die türkische Regierung keinerlei Glaubensunterschied macht und den Juden dieselben Rechte und Privilegien einräumt, wie den Angehörigen anderer Confessionen. Wir brauchen unseren Freunden nicht erst zu sagen, dass die an sich ungemein erfreulichen und *) Mittheilungen des Actions-Comit^s.

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