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Die Welt · 1901-01-04 · 1 (4.1.1901) · p. 13

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
5 (1901)
Issue
1 (4.1.1901)
Article
Braila
Date
1901-01-04
Page
13 (sequence 2)
Language
German
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Nr. 1 ,,0ie 0 Welt44 Seile 13 dith" veranstaltete Sonntag, den 30. December eine Feier, bei welcher Gelegenheit die armen Mädchen der Schule „Zion" mit Winterkleidern beschenkt wurden, Czernowitz. (B e r ichtigung der „Z e p h i r a h\) Wir werden um Aufnahme der folgenden Berichtigung ersucht: In der Nummer der „Welt" vom 22. December 1900 findet sich ein Bericht über den Festcommers derakadem. Verbindung »Ha smon'ae a" in Czernowitz, den sie zur Feier des Jubiläums der Universität veranstaltete. Da dieser Bericht „D i e Zionisten an der Czernowitzer Universität" betitelt ist, konnte es den Anschein erwecken, als ob die zionistische Studentenverbindung „Z ephirah" in Czernowitz auch irgendwie dabei betheiligt war. Wir berichtigen nierdurch, dass es unrichtig ist, dass dieser Jubiläums -Commers eine Veranstaltung d er Zionisten an der Czernowitzer Universität war. richtig ist vielmehr, dass die zionistische Studentenverbindung „Zephirah" in Czernowitz^ sich niemals zu einer Huldigung für ein solches Professoren- Collegium hergeben wird, welches die zionistische Studentenschaft — auch die Plasmon ae a —: b eleidigend zurückgesetzt hat. Im vorhinein dankt für die jüd. nat. akad. Verb* „Zephirah", cand. jur. M. Kinsbrunner dz. X- Wir haben dieser Berichtigung selbstverständlich Raum gegeben. Freilich ist es jetzt schwer, über den Sachverhalt — da wir unseren Bericht wörtlich der Schilderung eines Czernowitzer Tagblattes und den uns zugegangenen Mittheilungen der „Hasmonaea" entnahmen — sich ein richtiges Bild zumachen. Die „Hasmonaea" wird wohl in Betreff' der Berichtigung der „Zephirah" die entsprechenden Aufklärungen ertheilen. Voranzeigen. Wien. (Erster Wiener Jüdischer Turnverein I., Mölkerbastei 5.) Turnabende finden statt: Montag, Donnerstag, Dienstag und Freitag von V28—9 Uhr. — Der erste Turnabend der Damenriege findet Samstag, den 5. Jänner, um 7l/2 Uhr abends statt. Wien«. („J ordani a", Verein von jüdischen Handelsangestellten und Beamten,) Samstag, den 5. Jänner 1901, findet im Locale des Einzelvereines „Wien" des Zionverbarides, II. Schwai*zingergasse t (Ecke Leopoldsgasse 1'7) ein öffentlicher Vereinsabend statt. Tagesordnung: 1. Warum müssen sich die jüdischen Angestellten auf national-socialer Basis organisieren? 2. Discussion. 3. Recitation aus modernen Dichtungen. Beginn präcise 8 Uhr Abends. Gäste herzlichst willkommen. Wien (E i n z e 1 v e r e i n „W i e n" d e s „Z i o n".) Dienstag, den 8. Jänner 1901, halb 8 Uhr abends: Vortrag des Herrn Redacteurs Mor. J. Cohe n, Vicepräsidenten des Vereines über „Türken und Juden." Reisetage. Von Y . . . Chanuka 5059 (1898). (Schluss.) V. in den Schulen von Jerusalem. Auf der Strasse balgen sich vier Knaben, die deutsch reden. Deutsch spreche ich noch immer besser als hebräisch, und dann, ich bin heute mitten in der Jugenderinnerung. Ich würde mich viel lieber mit den kleinen Gassenbuben balgen. Die Jungen hören auf mit der freundschaftlichen Balgerei. Der Fremde ist auch eine hübsche Unterhaltung. Wie es kommt, dass sie ziemlich gut deutsch sprechen? \ Sie gehen in die Lämmel-Schule. Wenn von vier Geschwistern der eine Junge in diese Schule geht, dann lernt er deutsch. Der andere als Alliance- Schüler hat französische Unterrichtssprache. Der dritte, wenn er zur Dorsche Zion geht, lernt nur Arabisch, Türkisch und Hebräisch, und eine Schwester, die in der Eveline Rothschild-Schule unterrichtet wird, kommt mit englischer Sprachkenntnis heim. Das gibt eine nette Verwirrung. Zum Glück bildet die vierte Weltsprache, der . JargP8>^ßiri festes Fundament der Verständigung im Hause, und schliesslich draussen das Hebräische. Denn die orientalischen Juden--kennen den „Jargon" nicht; sie haben-ihr' / Spaniolisch. Viele können auch das nicht, so: die Yemeniten und aridere. In der Lammel - Schule führten uns die eifrigen und vortrefflichen Lehrer Dr. Kohn, der treffliche Arabist und Hebräist Jelin und der jugendliche Herr Preuss ihre Zögjing^* yoj\ Sie antworteten deutsch zögernd und vorsichtig, wie sie aber hebräisch reden durften, da leuchteten die Aeuglein und die Worte schnellten mit Windeseile von der Zunge. Ich wollte mir die Schwierigkeiten des Unterrichtes recht klar machen, eines Unterrichtes mit Kindern, die aus den verschiedensten Sprachgebieten der Welt stammen, und frug um die Heimat der einzelnen. DieKinder waren aus Jerusalem, Bei ruth, Russland, Ungarn, aus Rumänien, Griechenland und Marokko, Hebron und Smyrna. Nur wenige Kinder aschkenasischer Juden sind in den Schulen zu finden. Die Chaluka ist im Wege. Wer seine Nachkommen modern unterrichten will, verliert die Unterstützungen, und wer hungert gerne? Die Sephardim haben keine oder so geringe Chaluka, dass sie sich den Luxus der Bildung eher gestatten können. In der Handwerkerschule derAlliance, d.;-r ich ein eigenes Blatt widmen muss, sind nur zehn Aschkenasim. In der vorzüglichen Mädchenschule, die von Fräulein Behar geleitet wird, fand ich liebliche Mädchen aus aller Welt. Man bei'eitet die Arbeiten für den Bazar vor, der alljährlich Geld für die Handarbeiten der Schüler einbringt. Und man stattet eine Braut aus, eine Collegin, eine Mitschülerin. Sie ist 16 Jahre alt, die stattliche Marokkanerin, das sanfte Oval des olivenfarbenen Gesichtes mit den sanften langbewimperten Augen verräth das Alter, der blühende Körper könnte einer Zwanzigjährigen gehören. Sie sind kräftig, die Kinder dieser Schulen, denn sie spielen und turnen mit Eifer und Geschick im Freien und in den schönen hohen Räumen. Die Sechzehnjährige wird keine schwache Mutter sein. Aus der Schule in die Ehe. Eine Ausstattung, unter Kichern und Lachen, unter ahnungslosen Scherzen, von Kindern verfertigt. Das ist der Orient. Sie heiraten früh. Die Männer zu 16 bis 18, die Mädchen schon mit VI Jahren. Mein kleiner Schuhputzerjunge hat Weib und Kind. —- Die Schulen bedeuten einen Culturfortschritt. Die Kinder müssen wenigstens lesen und schreiben können, ehe sie das A-ß-C der Ehe erlernen —-- Jerusalem steht auf unfruchtbarem Boden, auf einem Felsplateau. Keine Quelle rieselt auf seinem Gebiete, man muss das Wasser künstlich sammeln. Auch die wirtschaftlichen Quellen fehlen. Die Stadt ist unproductiv, nichts ist fruchtbar, nur die Juden vermehren sich, wie der Sand am Meere. Und ihr Elend in dieser Stadt, in der stolzen Metropole ihres uralten Reiches, ist tief und uferlos wie das Weltmeer--- Der Waisenknabe. Von J. L. P e r e z. (Warsehau.) Aus dem Jüdischen übertragen von Moriz Hermann. I. -Nach zwanzigjähriger Thätigkeit in den wohlhabendsten Häusern des Städtchens oegann Avigdor, der Lehrer, zu kränkeln. Das Blut kam bei ihm zum Vorsehe in, seine Stimme erstarb und der Körper magerte ab. „Es ist schade!" seufzte man im Städtchen, — „ein Gelehrter und ein tüchtiger Lehrer!" Im Elend blieb Avigdor wie ein Sfem. Gekommen war er als junger Mann, ohne Mittel, ohne Bekanntschaft, dazu noch als Witwer mit einem vierjährigen Knaben. Zeit seines Lebens gediehen bei ihm keine Kinder, das letzte Mal starb sie im Kindbett — „und mit Gott gibt es keine Aussprache!" Aber die Gemeinde vergass nicht Avigdors.; Für's Erste -rbeschloss man im Bethaus — sollte niemand von ihm sein Kind wegnehmen: „Der Arme würde

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