Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 5 (1901)
- Issue
- 1 (4.1.1901)
- Article
- Suczawa
- Date
- 1901-01-04
- Page
- 11 (sequence 2)
- Language
- German
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Nr. 1 „Die £ Welt*4 Seite 11 vorgetragen vom Vertreter der „Zepirah" stud. jur. Isidor K o 111 a r unter Ciavierbegleitung des Fräulein R e i's s, beschloss die officielte Feier. Ihr folgte das Tanzkränzchen. das bis zum frühen Morgen die Theilnehmer zusammenhielt. Sadagora. Die für den 22. angesagte und durch das Ableben unseres Herrn Bürgermeisters für den 29. verschobene Makkabäerfeier wurde an genanntem Tage abgehalten. Es erschienen viele Cultusräthe der Stadt, sämmtliche Zionisten und viele Gäste aus Czernowitz. Um 7l/2 Uhr begrüsste der Obmann, Herr Bosenblatt die Festversammlung und ertheilte Herrn Bernhard,' Weinberg das Wort zur Festrede, die mit stürmischem Beifall aufgenommen wurde. Hierauf sprach Herr stud. jur. B. Kinsbrunner die Tendenzrede. Herr Kinsbrunner sprach fast 2 Stunden über den gegenwärtigen Stand des Zionismus und dessen Fortschritte bei der jüdischen Jugend und erntete für seine Ausführungen grossen Beifall. Die Czernowitzer Untercantoren unter Leitung des Herrn Schräger sangen verschiedene zionistische Lieder und hebräische Gebetstücke, während die Sadagorer Stadtmusik zionistische und nationale Weisen vortrug. Prerau. Am 26. December gab hier die Ferialverbindung Massada einen Festcommers, an dem Dr. Zweig aus Olmütz die Makkabäerrede hielt. Das Ereignis der gelungenen Veranstaltung aber war die gross angelegte Ansprache des Cultusvorstehers Herrn Dr. Seidler, der seine eigene assimilatorische Vergangenheit mit tiefer Reue ein bekannte und dann fortfuhr: „Und das wird auch ein Oberrabbi Güdemann nicht zu leugnen wagen, dass weder moderne Erbauungspredigten noch der übrige Bimmel-Bammel des Reform-Gottesdienstes, noch auch der Antisemitismus, die dem Judenthum schon verlorene Jugend ihm neubegeistert rückführen konnten, sondern einzig das Neu-Makkabäerthum des Zionismus. Aus Dankbarkeit für diese wundersame Rettung aus sonst unvermeidlichem Verfall, stehe die Prerauer Judengemeinde (mit Ausnahme des abwesenden Seelsorgers Tauber) treu zum Zionismus." Der allseitige Beifall der Bürger bestätigte dieses Treugelöbnis. M—1. Bojan. Die Makkabäerfeier nahm diesmal einen glänzenden Verlauf. Die nach einigen Hunderten zählende Versammlung hatte schon lange vor Beginn den Raum bis aufs letzte Plätzchen gefüllt. Nach Beendigung des religiösen Theiles ergriff Herr Dr. Philipp Menczel aus Czernowitz das Wort und hob die Bedeutung des Zionismus, dessen Ziele und Mittel, in beredten Worten hervor. Sein Vortrag wurde mit reichen Beifall gelohnt. Als zweiter ergriff zur Festrede das Mitglied der akad. Verbindung „Hasmonea" Herr Sommer aus Czernowitz das Wort. Er zog die Parallele zwischen einst und jetzt, zwischen Makkabäerthum und 'Hellenismus. Langanhaltender Beifall folgte den gelungenen Ausführungen. Zur Tendenzrede ergriff der bekannte Volksredner Herr Löbel Taubes aus Kolomea das Wort und schilderte in seiner bekannten meisterhaften Art die Freuden und Leiden des Judenthums. Ein Commers schloss die schöne Feier. P. Zaleszczyki. Am 23. v. M. feierte der hiesige „Zion"- Verein das Makkabäerfest im Vereinsiocale, wobei Herr A. L. L a g s t e i n und Herr E. Glaser schwungvolle Reden hielten. Lemberg. Der hiesige conservative Verein „Dorsche Schlome Zion" veranstaltete am 22. December im Handwerker-Vereinsiocale ein Chanuka-Feier, die ungemein erlesene musikalische und oratorisch* Darbietungen aufzuweisen hatte. Herr Dr. Münk hielt die Festrede, Herr Dr. Stand den Makkabäervortrag, Herr Dr. Burstynden Agada-Vortrag und Herr Julius Hochfeld das Schlusswort. Die Liedervorträge des Obercantors Herrn Halpern, das Violinspiel der Herren Sonnensche in und Just, die Declamation eines Zionsgedichtes von Julius Hochfeid fanden rauschenden Beifall. Kolomea. Am 23. d. M. fand hier im Sparcassensaale eine Makkabäerfeier statt. Der Saal war dicht gefüllt. Unter den Gästen befand sich auch unter anderen der Cultusr Präsident und Bürgermeister Herr |Josef Funkenstein, der sich für die Feier sehr warm interessierte. Das Erscheinen dieses Herrn, wie auch der übrigen sogenannten „Grossen" beweist, das man sich uns Zionisten gegenüber auch hier das Achselzucken abgewöhnt hat. Nach der Eröffnungsrede unseres Präsidenten Herrn Dr. Rosen heck, der. in kurzen Worten die Wichtigkeit des Zionismus erklärte, sü&dete der Cantor S c h k o 1 n i k aus Stanislau die Chanuka-Lichter an. DieFestrede des Herrncand. jur. Klüger aus Czernowitz fand allgemeinen grossen Beifall. Hernach producierte sich ein lOjähriges Mädchen, namens S chlosser, das ein Violinsolo vortrug und starken Applaus hervorrief. Den musikalischen Theil besorgten meisterhaft die Herren Hirom und Z ei g e r. Sodann fand in den Vereinslocalitäten ein Commers statt, der bis 4 Uhr Früh dauerte und|Sehr animiert verlief. Braila. Die „jüdische Volks-Lesehalle" veranstaltete am 19. December eine Eröffnungsfeier mit nachstehendem Programm: 1. „Mismor Schir Chanukas" von Men d elsoh n, gesungen von Herrn Cantor S chorr mit Chor und Harmoniumbegleitung. -2. Eröffnungsrede des Herrn Dr. Moscowitz, Präsidenten der Lesehalle. 3. „Haneros Halölu" von Blumenthal, gesungen von Herrn Cantor Schorr mit Chor und Harmoniumbegleitung. 4. Vorlesung des Herrn Leopold Fi sc hl: Philosophische Erzählungen von Dr. Theodor Herz 1.5. Arie aus dem „Trompeter von Säckingen" vorgetragen von Herrn Cantor Schorr. 6. Vorlesung des Herrn S. Weintraub (rumänisch).. 7. „Tru einenu" traditionelle jüdische Melodie, gesungen von Herrn* Cantor Schorr. 8. Recitation des Herrn Beruh. Scharrer. 9. „Dort wo die Ceder" gesungen vom zionistischen Chore. Rzeszow. Am 23. December veranstaltete der hiesige Verein „Chowewe Zion" in einem grossen Saale, welcher bis aufs letzte Plätzchen gefüllt war, eine erhebende Makkabäer- Feier. Die Begrüssungsansprache des Herrn Kurzmann und die Festrede des Herrn Delegierten Dr. Bryk wurden mit lebhaftem Beifalle aufgenommen. Obercantor Blumenkranz sang mit seinem Chor in feierlicher Weise „Haneroth halolu". Ein starker Männerchor brachte unter der Leitung des Herrn Dzialowski das Nationallied „Es weht ein Hauch" in meisterhafter Weise zum Vortrage. Auch das reiche Musikprogramm gelang trefflich, dank den ausgezeichneten Leistungen des Fräulein S t e g m an n und der Herren Fischbein, Schratter. stud med Zinnemann, die stürmischer Applaus lohnte. Ungemeinen Jubel erregten hebräische Declamationen zweier Schüler der hebräischen Schule „Teudath Israel". St. Sambor. Am 23. December fand — in unserer Stadt zum erstenmale! — eine vom hiesigen Vereine „Ahawath Zion" veranstaltete Makkabäer-Feier statt, die sich eines ausserordentlich zahlreichen Zuspruches erfreute. Schon eine halbe Stunde vor Beginn der Feier versammelte sich ein nach minderten' zählendes distinguiertes Publicum in dem festlich decorierten Saale. Die Begrüssungsrede hielt Vereinsobmann Herr Apotheker B a r d a s c h, worauf das Nationallied „Dort wo die Ceder" folgte. Unser Gesinnungsgenosse Herr Dr. Syrop sprach über die Bedeutung des Tages und erntete durch seine Ausführungen wohlverdienten Beifall. Stud. jur. Ahr. Zeil er declamierte das bekannte polnische Gedicht „El mole Rachamim" und entledigte sich in gewandter Weise seiner Aufgabe. Ganz besonders gefiel das von einem Gymnasialschüler vorgetragene Violinsolo. Auch das hebräische Gedicht "D^H WHp» und »Umkehr" von Grünau, die von den Herren Pisten feld und Süss mann vorgetragen wurden, fanden vielen Beifall. Besonderer Dank und Anerkennung gebürt dem Herrn Gymnasialdirector Dr. T o m a s z e w s k i und dem mit dem Zionismus sympathisierenden Seminardirector Herrn Krotochwila, die den jüdischen Schülern die Theilnahme an diesem Feste gestatteten und auch sonst der Veranstaltung sehr entgegengekommen sind. nl. Nadwörna. Mittwoch den 19. v. M. wurde auf Veranlassung des hiesigen „Zion"-Vereines eine Makkabäer- Feier veranstaltet. Der geräumige Bathhaussaal war dicht gefüllt. Von der Umgegend, namentlich aus Delatyn, waren viele Gäste erschienen. Herr Obercantor Löwensohn aus ,St anislau zündete die Chanuka-Lichter an und sang mit Chorbegleitung „Moaus Zur Jesehuosi". Herr Dunajer hielt die Begrüssungsrede und declamierte ein selbst verfasstes Gedicht. Unter Ciavierbegleitung des Herrn Obercantors sang Herr M. Kratenstein, Lehrer der Baron Hirsch/sehen Schule, folgende Lieder: 1. Das Mädchen von Juda (Krücke), 2. Die Ehre Gottes aus der Natur (Beethoven), 3. Aufenthalt, 4. Der Leiermann (beide von Schubert) und 5. Der A s r a (R u b i n s t e i n). Die Festrede in polnischer Sprache hielt Herr Dr. Salz aus Stanislau. Er verstand das Publicum für unsere heilige Sache zu begeistern. Sehr rührend und herzgewinnend waren die hebräischen und deutschen Declamationen desEräuleins Deborah Jekel. Die nächsten zwei Punkte waren die hervorragendsten, nämlich die Festrede in deutscher Sprache von Herrn Dr. Klüger und die Clavierproductionen der Frau Gisela Hirse h. Den Festredner hatte die akademische Verbindung „Hasmonaea" in Czernowitz die Güte, uns zur Verfügung zu stellen. Er hat sich seiner Aufgabe glänzend entledigt. Noch nie hörten wir über den Zionismus