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Die Welt · 1899-12-29 · 52 (29.12.1899) · p. 8

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Journal
Die Welt
Volume
3 (1899)
Issue
52 (29.12.1899)
Article
Der Delegiertentag von Hannover
Date
1899-12-29
Page
8 (sequence 2)
Language
German
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Seite 8 „Diefe# WeftC m SS hallen* und verweist auf einen diesbezüglichen Hamburger Prospect Herr Moses- Kattowitz bittet, in kleinen Gruppen möglichst die persönlichen Beziehungen zu pflegen, den Mitgliedern bei freudigen und traurigen Familienereignissen zur Seite zu stehen. Auch eine politische Bewegung könne nur gewinnen, wenn herzliche private Beziehungen zwischen den Anhängern geschaffen werden. Herr W jener- Leipzig räth, nur da Ortsgruppen zu gründen, wo durch ie Beteiligung ansässiger Gemeindemitglieder eine gewisse Garantie für ein dauerndes Bestehen gegeben sei. - Von allen Rednern wird die Unzulänglichkeit der „Welt“ für die deutsche Propaganda hervnrgehoben. Die Notizen erscheinen verspätet, häufig willkürlich verändert, öfter gar nicht. Die neugeschaffenen „Mittheilungen des Actions-Comites" enthalten nur, was auch schon seither an anderer Stelle in der „Welt“ stand. Herr G. Cohen-Hamburg wünscht stärkere Berücksichtigung der Tagespresse. Von verschiedenen Sehen wird auf die äussert sympathische Haltung, welche die in B e r l in. Grenadierstrasse 17. erscheinende „Israelitische Rundschau"*) der zionistischen Bewegung entgegenbringt, hingewiesen. Die Generaldebatte zur „Organisation und Agitation" wird hierauf geschlossen; in der ^ich anschliessenden Specialdebatte werden fügende Beschlüsse gefasst: 1. Die Redaction der „Welt* soll ersucht werden, eine Agitations-Probenummer zu schaffen, die für die Propaganda besonders geeignete Aufsätze enthalten soll. (Antrag Cohen). Die Herren Cohen und Levinsohn übernehmen es, dem Central-Comitä besonders geeignete Aufsätze aus den bisher erschienenen Jahrgängen vorzuschlagen. 2. Das Central-Comitd wird beauftragt, von Zeit zu Zeit in die politisch»* Tagespresse kurze, referierende Aufsätze gelangen zu lassen, eventuell Separatauszüge aus der zionistischen Presse für die Tagespresse zu schaffen. 3. Die Resolution der Ortsgruppe Heidelberg: Der Delegiertentag begrüsst es freudig, dass das Actions-Comitd ein Aufsicht-recht über die „Welt" gewinnt und hofft, dass die „Welt" nunmehr zu einem wirklichen Centralorgan unserer Bewegung wird. In dieser Erwägung empfiehlt der Delegiertentag dem Actions-Comit6 Folgendes zur Berücksichtigung: a) Es sollen in wichtigen Centren unserer Bewegung besonders zuverlässige Gesinnungsgenossen zu Correspondenten ernannt werden, die in gewissen Zeiträumen die Leser der „Welt" über den Stand der Bewegung in ihren Bezirken eingehend und erschöpfend zu informieren haben. b) Die „Weit" soll alle Strömungen im Zionismus aufmerksam verfolgen und namentlich zu denjenigen Angriffen S'ellung nehmen, die gegen die Thätigkeit drr Partei überhaupt und d >s Congresses und des Actions-Comites insbesondere von beachtenswerter Seite gerichtet werden. Das bisherige System des Todtschweigens der im ganzen gesinnungsgenössischen, im einzelnen abweichenden Richtungen ist aufzugeben. c) Es soll mehr Raum als bisher gewährt werden für eine eingehende Besprechung der wichtigsten literarischen Erscheinungen auf zionistischem Gebiete. Namentlich wäre eine grössere Berücksichtigung der russischen und hebräischen Bücher und Zeitschriften wünschenswert, (Wird zurück ge legt und der Ortsgruppe Heidelberg anheimg ‘geben, sie selbständig oder mit anderen Ortsgruppen zusammen nach Wien zu übermitteln.) 4. Antrag B o d enlieimer: Der Parteitag wünscht, dass entsprechend dem Baseler Beschlüsse des grossen Actions-Comites, die Mittheilungen des Actions-Comites als gesonderte Beilage der „Welt" erscheinen und dass sie alle Mittheilungen von Organisationen unverkürzt aufnehmen sollen. (Wird angenommen.) 5. Zur Erörterung der Frage, ob ein eigenes Organ für Deutschland zu schaffen sei oder ein bestehendes jüdisches Blatt zum Parteiorgan erweitert werden solle, wird eine Commission (die Herren van Cieef, Rechtsanwalt Kantorowicz, Dr. Friedemann, Dr. Klee und Levin sohn - Hamburg) eingesetzt, die dem Central- Comitd geeignete Vorschläge zu machen hat. Dieser Commission wird auch zur weiteren Erwägung eine Anregung Kantorowicz’ übergeben, eine Revuo speciell für Deutschland zu schaffen, die in vornehm-publicistischer Form alle jüdischen Fragen vom nationalen Standpunkte bespricht. : 6^ Ein Antrag Dr. Fr ie d e m a:^ö ä, -di# Zahlreichen ntchfjüdischen Freunde der zionistischen -Bewegung zur-: Bildung einer Liga zu veranlassen, wird, als zur Zeit noch nicht spruchreif, zurückgezogen. Die Furcht vor Missions- ' Umtrieben sei d en breiten Schichten der jüdischen Massen noch zu. stark, .als dass eine christliche Philozionisten-Liga nicht — wenigstens vorläufig noch — mit dem grössten Misstrauen aufgenommen werden würde. 7. Es ist eine Pflicht der Ortsgruppen, von Zeit zu Zeit Discussionsabende zu yeranstalten. (Antrag Cohen angenommen.) 8. An den jüdisch-nationalen Festen sollen mehr wie ' bisher zionistische Feiern abgehalten werden, namentlich sollen hier auch die jungen Leute, die keine Familie am Orte haben, herangezogen werden. (Antrag Kantorowicz angenommen.)-. 9. Die Schaffung von Jugendvereinen (Antrag. Woiffsohn) ähnlich der in Köln begründeten „Ibria" oder des in Berlin bestehenden Turnvereines „Bar-Kochba" wurde den Ortsgruppen dringend empfohlen. 10. Antrag Kantorowicz, in diesem Winter einen Wanderredner zu Agitationszwecken zu entsenden, wird als zur Zeit inopportun abgelehnt. 11. Ein Antrag der Ortsgruppe Freiburg i. Br.: ..Das Central-Comitä wird ersucht, sich mit denjenigen Mitgliedern der Zionistischen Vereinigung für Deutschland. ' welche „alte Herren“ studentischer Verbindungen jüdischer Richtung sind, ins Einvernehmen zu setzen, damit diese ihren Einfluss dahin geltend machen, dass die Haltung dieser jüdischen Vereinigungen unserer Bewegung gegenüber eine weniger feindliche wird." (Wird vom Delegirtentag dem Central - Comite zur Berücksichtigung überwiesen.) In der Debatte wird hervorgehoben, dass die im sogenannten Carteil-Convent vereinigten Verbindungen statutengemäss allen religiösen und politischen Sonderhestrebungen innerhalb des Judenthums gegenüber absolute Neutralität wahren und ihren Mitgliedern völlige Gewissensfreiheit garantieren. Falls also ein positiver Anlass zu dem Anträge der Ortsgruppe Freiburg vorliegen sollte, kann es sich mir um Handlungen einzelner oder um ein statutenwidriges Benehmen einer Corporation handeln. 12. Anträge Heidelberg: a) Herausgabe eines Buches betreffend, das sämmtliche zionistische Strömungen klar darstellt und b) Herausgabe eines Katalogs der vorhandenen zionistischen Literatur in deutscher Sprache mit kurzer, prägnanter Charakteristik des Inhalts und der Bedeutung der einzelnen Werke betreffend, werden zur Kenntnis ge- . nommen und dem Central-Comitd zur Berücksichtigung empfohlen. Der Delegirtentag tritt sodann in eine Berathung von Aenderungen des Statuts der Zionistischen Vereinigung für Deutschland ein. Die Aenderungen beziehen sich auf: Möglichkeit der Ausschließung von Mitgliedern, ev. Acclamationswahl des Central-Comit6s, Erweiterung des Central- Comitäs u. a. m. Auf Antrag Dr. Friedemanns wird dem Central-Comite der Dank des Delegiertentages für seine umfangreiche Mühewaltung ausgesprochen. Das neugewählte Central-Comite besteht aus den Herren : 1. Rechtsanwalt Dr. Bodenheimer, 2. Rabbiner Dr. Nobel, 3. D. Woiffsohn, Cöln, 4 Gustav Wolff, 5. Rabbiner DRalf, Bonn, 6. Dr. Alfred Klee, Bonn, 7. Rechtsanwalt Dr. Schauer, Mainz, 8. M. Moses. Kattowitz, 9. Rechtsanwalt M Kantorowicz, Berlin, 10. prakt. Arzt M. Kaufmann, Freiburg i. Br. 11. Redact. Levinsohn, Hamburg. Der Vorsitzende verliest die eingegangenen Begrüssungstelegramme aus Dresden, Höchst a. M., Leipzig. Mainz, Mittweida. Münster, Neustadt a. d. W. und Varel (Oldenburg) und schliesst mit herzlichen Dankesworten an die anwesenden Delegierten die Versammlung. Tribüne. Krakau, 20. Decernber 1899. .. P. T. Indem ich leider geschäftlich gestört bin, in unserer grossen und heiligen Sache wie bisher thätig zu arbeiten, ersuche ich alle Herren, die bei mir Shares der Jüdischer,'

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