Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 3 (1899)
- Issue
- 50 (15.12.1899)
- Article
- Brief aus Amerika
- Date
- 1899-12-15
- Page
- 7 (sequence 2)
- Language
- German
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Nr. 50 »Die A Welt** Seite 7 S. Wise. Selbst unsere grimmigsten Gegner erkennen an, dass7IM'%elte ein'^n Redner gehört: habend der mit: überzeugendWen Ärgtfmeliten die zionistische Sache zu verfechten-verstünde wiö'Rev.Wis e. Es steht zu erwarten, dass'seine-Abreise nach dem Westen uns .auch dort viele Anhänger bringen wird. Bis dahin wird er noch öfter Gelegenheit haben, für unsere Bewegung in den östlichen Staaten zu wirken. — Interessant ist die Thatsacbe, dass in der zukünftigen Gemeinde Stephen S. Wise s vor einiger Zeit Hon. Salomon Hirsch, früherer Gesandter der Union bei der Höhen Pforte, zum Präsidenten gewählt worden ist. Es verlautet, dass Mr. H i r s c h dem Zionismus sehr sympathisch gegenüberstehe. — In den nächsten Tagen wird Professor G o tt h e i l im „Vereine der jungen Leute44 der Madisöh Avenue-Congregation einen Vortrag über „Eine Reise durch Palatina44 halten. Der Vortrag wird durch stereoskopische Ansichten illustriert werden. Makkabäer-Feiern. Floridsdorf. Die Verbindung ösfceiT. schles. Hochschüler „I v ria“ veranstaltete am 7. Dezember in Floridsdorf eine Makkabäerfeier.. Nach der Begrüssung durch den Präses, der Verbindung cand. phil. N. Rübenstein hielt cand. jitr. J. Ehrlich eine gediegene Festrede. Seine Ausführungen fanden reichen Beifall. Die Feier hat dem Zionismus eine nicht unbeträchtliche Anzahl von Freunden zugeführt. Bielitz. Der zionistische Verein „H a s c h a c h a r“ in Bielitz veranstaltete am 3. d. M. eine Makkabäer-Feier, die einen überaüs befriedigenden Verlauf nahm. Der Vereinspräses Herr Dr; J. Günzig begrüsste die Versammlung in herzlichen Worten. Hierauf ergriff Herr Dr. Leopold Kahn, Mitglied des Wiener Actions-Comit^,mit brausendem Beifalle empfangen, das Wort zur Festrede. Redner beleuchtete die Analogie zwischen den Kämpfen der Makkabaeh und den Bestrebungen des modernen Zionismus mit. glänzender Beredsamkeit und entfesselte mit seinen gediegenen Ausführungen frenetischen, lang anhaltenden Applaus. An die Festrede reihte sich der musikalische Theil der Feier, um dessen Gelingen sich die Damen Alt mann, Dora Gold mann, B. und F. Länderer, sowie Herr Gold mann hervorragende Verdienste erwarben. Es folgte nun der declamatorische Vortrag des Herrn Richard, der lebhaften^ Beifall erntete. Der gelungene Abend wurde durch ein -animiertes Tanzki änzchen beschlossen. Lembi&rt). Die diesjährige Makkabäerfeier des Vereines „tvri“ erfreute sich eines bedeutenden Erfolges. Herr H. L ö w en h erz er öffnete das Fest mit einer Begrüssungsanspräche. Es wurden sodann verschiedene zionistische Lieder vorgetragen und Liebhabervorstellungen gegeben. Rzeszow. Am 3. d. M. veranstaltete der hiesige Verein „Chowewe Zion44 eine äusserst wohlgelungene Makkabäerfeier, die sich zahlreichen Zuspruchs namentlich aus den Kreisen der Intelligenz erfreute. Der Obmann des Vereines, Herr Kurz mann, eröffn ete die Feier mit einer herzlichen Begrüßungsansprache. Sodann remitierte Cantor Blumenkranz mit Chorbegleitung die üblichen Segenssprüche und zündete die Chanukabkerzen an. Herr Rapaport hielt eine glänzende deutsche Festrede. Nach der feierlichen Absingung einer hebräischen Zionshymne sprach Herr A. Apfelbaum unter grossem Beifälle behräisch. Sodann gab Cantor Blumenkranz eine eigene prächtige Composition unter Orchesterbegleitung zum Besten. Zwei Zöglinge der hebräischen Schule ..Teudath Israel44 declmnierten hebräische Dichtungen. Das Schlusswort in polnischer Sprache hatte das Mitglied des Aetionscomites Herr Dr. A. Kovnhäuse r aus J as io. Seine Rede war von echter Begeisterung durchdrungen und brachte auf die Zuhörer einen sehr nachhaltigen Eindruck hervor! Ein heiteres Mahl, bei dem sinnige Trinksprüche auf die zionistischen Führer ausgebiachfe wurden, beendete das glänzende Fest. . Gzernowitz. Samstag den 2. December fand im „Bauhandwerkersaale44 die Makkabäer-Feier des hiesigen Vereines „Zion* statt. Präsident Melzer begrüsste die zahlreichen Festgäste. Herr Obercantor Schechter trug unter Chorbegleitung in erhebender Weise die üblichen Gesänge vor. Hierauf hielt Herr Dr. M e n c z e 1 eine gediegene Festrede, Herr stud. phil. K1 ü g eT sprach unter grossem Beifalle hebräisch. Fräulein Schechter erntete durch den Vortrag des Liedes „Dort wo die Cedei’44 stürmischen Applaus. , Einen der Glanzpunkte des Abends bildete der hebräische - Vortrag des Fräulein R.o s.e n kr an z aus S n i a t y n. Breslau. Am 30. v. M. vereinigten sich die Mitglieder . der „Breslauer zionistischen Vereinigung44, deren Angehörige und Gäste, zusammen etwa 600 Personen, zu einer solennen Makkabäerfeier irh grossen Saale des Concerthauses. Musikalische und declamatorische Vorträge reih teil sich um die Festrede des Herrn cand. phil. M. B ü ber aus Berlin, dessen flammende Begeisterung die Hörer mit sich fortriss. Von den übrigen Darbietungen seien besonders hervorgehoben die meisterhaften Gesangs vorträge des Ohercantors Hilmar Cerini, die ansprechenden „Lieder der jüdischen Bauern in Palästina44, vorgetragen von Herrn cand. jur. A. Engel, und der von stüd. E. Behrens verfasste Prolog, ge7 sprochen von Frl. Oka Hamburger. Ein fröhlich bewegtes Kränzchen vereinigte die Festtheilnehmer bis in den frühen Morgen. ' Freiburg i. B. Die hiesige zionistische Ortsgruppe veranstaltete am Abend des siebentenChamika-Tages seine Makkabäerfeier. Das Beginnen war für die Freiburger ein Novum atque inauditum. Hier und im ganzen badischen Lande ' kannte man bisher eine Makkabäerfeier kaum vom Hörensagen. Umsomehr freut es uns, berichten zu können, d.-iss wir duich den würdigen und eindrucksvollen Verlauf der Feier den jüdisch-nationalen Festen wohl für immer das Bürgerrecht erworben haben. Um das Arrangement des Makkabäer festes machte sich Herr Dr. med. M. K a uf m a n n sehr verdient. Derselbe hielt auch' die wohlgelungene Begrüssungsansprarhe. Als Festredner fungierte Herr M. Jungmann. Vortreffliche musikalische und Gesangsvorträge von Seiten der Frau S. W eil, sowie der Herren Obere antor Druj an aus Basel, Opernsänger S o n d e g g und Zell per, wechselten mit geistreichen Trinksprüchen auf die Gäste etc. Das Fest war aus allen Kreisen der jüdischen Bürger¬ und Studentenschaft recht zahlreich besucht, ' / , Rlqa. Der Verein „Ne^s Zionah* in Riga veranstaltete am .15. November a. St. im Saale des „Riga'schen Lettischen Vereins44 eine Makkabäer leier, die in glänzender Weise verlief und der zionistischen Sache in Riga viele neue Anhänger gewann. Dem Feste wohnten circa 1633 Personen; hei. Die Begrüssungsanspraehe hielt der I. Vorsitzende des Vereines, Herr cand. ehern. L. E 11 i n g e n. Es folgte die. feierliehe Absingung des Liedes „Haneiraus Halolu44 durch d^n Chor der grossen Synagoge. H°rnach betrat Herr Rabbiner Dr. L. Kantor aus Li hau die Tribüne und hielt eine formvollendete und inhaltsreiche Festrede in russischer Sprache. Herr Kuschner hielt eine hebräische, Herr Dr. S c h a wlow eine deutsche Festrede. Ferner hielt Herr Faitz eine gediegene Ansprache im Jargon, in der die Bestrebungen des Zionismus gewürdigt und die Anwesenden zum Anschlüsse an denselben aufgefordert wurden. Van den Dar- . bietungen des gemüthlichen Thciles der Feier verdienen hervorgehoben zu werden : die Claviervorträge des Herrn Bruno Walter, ersten Kapellmeisters am Riga’schen Stadtfcheat^r, die Violinsoli des Herrn Concertmeisters Paul Meyer, die Gesangsvorträge des, Frl. Korne r i und des Herrn, Petzoldt, endlich die D°clamation des bekannten russisrh-jüdUehen DichtersS. G. Frug, dereigens aus St.Petersburg hieher gpreist war. um an der Feier theilzunehmen. Einen würdigen Abschluss fand das Fest durch die Aufführung des IIL Actes, der „Makkabäer44 von Rubinstein, wobei die hervorragendsten Mitglieder des hiesigen Stadttheaters mitwirkten. — Ein Bankett zu Ehren der Petersburger Gäste, .nämlich des Herrn Professor Biel k o w s k y und des vorhin erwähnten Dichters Frug, vereinigte noch viele Festtheilnehrner bis zum Morgengrauen. Toaste wurden ausgeh rächt von den Herren Professor Bielkowsky, cand. ehern. Et! in ge n, Oberlehrer Mendelsohn, Rabbiner Dr. Mio h e 1 s o h n, W. L u n t z, S. Kabalkin und Dr. Schawlow. Dr. A. S. Paris. Zur Vorfeier des Chanuka veranstaltete der rührige Verein „M e v a s s e r e t h Zion44 am 25. November : eine Versammlung, welcher Dr. Alex. Marmorek präsidierte und in welcher Max Nordau einen glänzenden Vortrag über Juda Halevi und seine Zeit hielt. — Der Verein „Dorsche Z i o n44 versammelte sich am 30. November zur Feier des Chanuka unter dem Vorsitze des Rabbiners* S. L u b e t z k i. Dr. Nordau und Dr. Marmorek hielten die Festreden, denen der Vortrag hebräischer und Jargon-Lieder folgte. Auch diese Versammlung war über-, füllt. Die zionistischen Studenten. von Paris haben ihrerseits, wie schon in den Vorjahren, ebenfalls ein Chanüka- Fest am Samstag den 2. December abgehalteri. War dieses Fest auch bescheidener als die anderen, so stand es an Begeisterung nicht zurück. Die Herren Dr. M arm o re k. Rokeaeh, Pape r i n, S.l uchz und E b e r 1 i n hielten