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Die Welt · 1899-12-08 · 49 (8.12.1899) · p. 11

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Journal
Die Welt
Volume
3 (1899)
Issue
49 (8.12.1899)
Article
London / J. de H.
Date
1899-12-08
Page
11 (sequence 2)
Language
German
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Nr. 49 „Die H Welt“ Seite 11 Adler, vom Gesichtspunkte der „jüdischen Mission“, mailiches gegen die Ausführungen dos Vortragenden einzuwenden hatte. J. de H. Amerika. Montreal. Am 7. November fand hier die erste Generalversammlung der Föderation der zionistischen Vereine Canadas statt. Vertreten waren die Vereine in den Städten Toronto, Winni pe g, H a mi 11 o n. lv ingston und Montreal. Die Geschäftsleitung besteht aus den Herren A. J, de Sol a, Präses, Jacob Cohn, I. Vice-Präses, L. Abramowi c h, II. Vice-Präses, H. Bernstein, Schatzmeister, J. S. Leo, Schriftführer, und noch 14 Mitgliedern. Allerlei Nachrichten. Die von der russischen Regierung mit der Revision der bekannten Maigesetze betraute Commission hat vor kurzem ihre Arbeiten beendet. Die französische „Liga zur Wahrung der Menschenrechte“ erlässt einen Protest gegen die beabsichtigte „Liquidierung“ des Dreyfus-Handels durch die Schäftung eines Amnestiegesetzes. Für das nächste Jahr ist in Paris ein „ Weltkongress der Antisemiten* zum Zwecke der Gründung einer „Alliance uni verseile“ gegen das Judenthum in Aussicht genommen. „Palästina zu Beginn des Chiistenthums.“ war das Thema eines sehr interessanten Vortrages, den Professor Gottheil dieser Tage in Philadelphia hielt. Vor kurzem hielt im Locale des Vereines „Bnei Zion“ in New-York der bekannte Judenfreund Rev. Madison- Peters, der sich durch sein Buch „Gerechtigkeit für die Juden“ einen Namen erworben hat, einen mit grossem Beifalle auf genommenen Vortrag unter dem Titel: „Wie muss die Sache in Gang gebracht werden?“ Es war das erstemal, dass der populäre Redner im New-Vorher Ghetto öffentlich sprach. Der durch seine Gelehrsamkeit und Wohlthätigkeit bekannte Rabbiner Dr. Benjamin Szold in Baltimore begieng am 15. v. M. seinen 70. Geburtstag. Die letzte uns vorliegende Nummer des „Jewish Exponent“ gibt eine ausführliche Beschreibung seines Lebenslaufes. In einer unserer letzten Nummern veröffentlichten wir einige Daten über die „United Hehrew Charities“ in N e w- Y ork. Nunmehr berichten amerikanische Blätter, dass man in massgebenden jüdischen Kreisen Amerikas mit dem Plane umgehe, sämmtliehe jüdischen Wohithätigkeitsanstalten in den Vereinigten Staaten zu eentralisieren, damit alle nach einem einheitlichen Plane arbeiten und sich wechselseitig unterstützen können. Sobald 25 Provinz-Gesellschaften ihre Zustimmung zu dem Plane gegeben haben, soll diese Rieseninstitution ins Leben treten, und dass diese Voraussetzung zutreffen wird, das ist bei der Energie, mit der unsere amerikanischen Glaubensgenossen jeden derartigen Plan verfolgen, zweifellos. In Riga wurde am 2(5. v. M. der Rabbiner P u c h o r zu Grabe getragen. Aus allen grösseren Gemeinden Finnlands und Kurlands waren die Trauergäste zum Begräbnisse herbeigeeilt. Studierende trugen den Sarg in die Synagoge, wo der Libauer Rabbiner Dr. Kanter die Leichenrede hielt. In einigen Staaten der amerikanischen Union dürfen diejenigen Juden, die Samstag ihr Geschäft geschlossen haben, am Sonntag nur dann straflos verkaufen, wenn sie nachzuweisen imstande sind, dass bei ihrem christlichen Nachbar „kein Aergernis“ darob entsteht. — In Georg! a. wurde jüngst ein Adventist, der den Sabbath hält, zu Gefängnisstrafe verurtheilt. weil er durch die Offenhaltung seines Ladens den Sonntag entweiht hatte. Er wurde vom Gouverneur begnadigt. * Gegen den bekannten Antisemiten Wengg in München, der den Polnaer Rabbiner Dr, Goldberg der Mitschuld am Polnaer Mädchenmord geziehen hat, ist von diesem die Ehrenbeleidigungsklage angestrengt worden. Im Eisass gilt noch das alte französische Gesetz, wonach die Vorstandschaffeil der jüdischen Gemeinden vom Central-Consistorium ernannt werden. Jetzt will man damit aufräumen. Da aber das Consistorium sich seiner Rechte nicht begeben will, ergreifendie Gemeinden den Weg der passiven Opposition. Die „ernannten“ Vorstände lehnen nämlich dankend ab. Die deutsche Reichsregierung steht auf Seite der Gemeinden und dürfte dem alten Bevormundungs-System bald ein Ende machen. In London ist ein Jude namens Reeling Farnes (Synagogenwart) und Kirchenrath zu gleicher Zeit: Farnes seiner Gemeinde und Kirchenrath seines Kirchspiels. Am 28. v. M. starb in B aj a (Ungarn) der als Philanthrop in weiten Kreisen hochgeschätzte Grossgrundbesitzer Samuel Fischer. Er war mehrfacher Millionär, und noch zu seinen Lebzeiten schenkte er der israelitischen Gemeinde sein Haus im Werte von 150.000 fl. zu wohlthäfcigen Zwecken. Zeitschriftenrundschau. Das in Jassy erscheinende Jargonblatt ..Die jüdische Zukunft“ bringt in einer seiner jüngsten Nummern einen Artikel über die Frage der C o 1 o n i s a t i o n in C y p e l* n aus der Feder unseres Gesinnungsgenossen und Mitgliedes des Actions-Comites für Rumänien, Herrn S. Pineles. Auf Grund der Aeusserungen jüdischer Oolonisten, deren Ansiedlung auf Cypern missglückt ist. warnt der Artikelschreiber vor Uebereilungen. Im übrigen nimmt er einen zu warten den Standpunkt ein. Die November-Nummer der Zeitschrift „Republique de demain“ publiciert eine Studie über die russischen Studenten in Paris und erwähnt auch der j ü d i s c h e n Studenten aus Russland, die zum grössten Theile Zionisten sind, sich offen als Juden bekennen und eine Wiedererweckung der jüdischen Nation anstreben. Der Artikel bebt besonders die Arbeitsfreudigkeit dieser Studenten hervor, die auch noch Zeit finden für gesellige Zusammenkünfte. Vorträge, Lectüre jüdischer Zeitschriften, deren in ihrem Vereinslocale eine grosse Zahl und in allen Sprachen auf liegen. In unserer letzten Nummer gedachten wir an dieser Stelle eines Artikels von Ria G r ü n b o r g in der „Politique .Coloniale“. Diesem ist tum ein zweiter gefolgt, welcher sich hauptsächlich mit den Verhältnissen der einzelnen Colonien befasst. Der in Paris erscheinende „Orient“ druckt den Artikel ab und bemerkt zum Schlüsse: „Es ist nur gerecht, wenn die Gleichheit vor dem Gesetze, deren sich die Juden in der Türkei erfreuen, Anerkennung findet.“ Das Decemher-Heft der von Dr. Adolf K u Fr e i n in Teplitz herausgegebenen „Jüdischen Chronik“ weist folgenden Inhalt auf: M o n a t s s c h a u : D a s W e 11 e r 1 e u e h t e n Zions. Brau c h en di e J u d e n C h r i s t e n b 1 u t? Von Dr. Adolf Kurrein. — D e r s y n ag o g a 1 e G o t t e sdienst. Dargestellt von Dr. M. H. Friedländer. - K a-b h i 1 s a a k K a m p a n t o n, oder der Religionsstreit in Spanien unter dem Papste Benedikt N1II. Eine Erzählung von Josef Löwen st ein. — F euillct ons: Ein alle g o r isches Märcli e n. Von Marcel VV eis mann. -- Da v i d s C h anuka. Von Annie E. Landau. (Aus dem Englischen übersetzt von Anna Stark.) . S p r ochs n a I. -- R e c e ns ione n.

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