Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 3 (1899)
- Issue
- 48 (1.12.1899)
- Article
- Bekanntmachung
- Date
- 1899-12-01
- Page
- 4 (sequence 2)
- Language
- German
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Seite 4 „Die H Welt“ Nr. 48 dies in kurzen Worten die Ausfüllung von 113.000 Allotment-Briefen an mindestens 12 verschiedenen Stellen; die Eintragung derselben in 15 Colonnen eines Registers und die entsprechende Arbeit in der Correspondenz, der Buchhaltung und der Basse. Ferner gibt die ungeheure Anzahl einzelner Zeichnungen und die damit verbundenen Geldsendungen und sonstigen Anfragen zu tausenden von Briefen, die in allen möglichen Sprachen abzufassen sind, Anlass, und so besteht die zeitraubendste Schwierigkeit darin, die zahllosen unleserlichen und unrichtigen Mitiheilungen und Listen zu entziffern und richtigzustellen. Dass unter solchen Umständen sich einige Uncorrectheiten eingeschlichen haben, ist wohl denkbar, aber hieran ist nicht die Londoner Centrale schuld. Trotz einer perfecten Organisation ist die Eruierung solcher Ungenauigkeiten oder Fehler mit Mühe und Zeitverlust verbunden, und bei alledem muss die übrige laufende Arbeit mit äusserster Bedachtsamkeit besorgt und verfolgt werden. Wenn die Herren Actionäre schliesslich in Erwägung ziehen, dass innerhalb 12 Monaten die Gründung der Bank insceniert und praktisch durchgeführt, sowie die Subscription, das Allotment und 3 Generalversammlungen abgehalten worden sind, so dürfen sie der Ueberzeugung leben, dass dies das Menschenmöglichste ist, was zu leisten war. Die Herren Actionäre mögen überzeugt sein, dass kein Augenblick in der Erledigung der Zutheilungsbriefe und der hoffentlich schon im Monat Jänner zu emittierenden Actien versäumt werden wird, während bei keinem Actionär das Gefühl auftauchen darf, als wenn auch nur das geringste Moment in der grossen Organisation der Jüdischen Colonialbank vernachlässigt würde. Die verehrlichen Zionistenvereine werden gebeten, in diesem Sinne ihre Mitglieder und Freunde zu benachrichtigen. James H. Loewe, General-Secretär. Die Woche. Wien, 29. November 1899. Im Wiener Stadtrathe hat am 23. November der Herr Vicebürgermeister Dr. Neumayer die Erklärung von sich gegeben, dass die Juden — zumal die jüdischen Aerzte — glühende Anhänger der Thier-Vivisection sind. Hinter der gleissnerischen Maske eines wissenschaftlichen Forscheremstes verstehen sie diese barbarische Leidenschaft vorzüglich zu verbergen. Der Herr Vicebürgermeister hat die Leiden der gequälten Thierwelt mit so lebhaften Farben geschildert, dass sein Auditorium aus seinem Klageliede das Jammern irgendeines bedauernswerten Vierfüsslers unmittelbar herauszuhören glaubte. Nachdem der Herr Vicebürgermeister dergestalt seinen innersten Gefühlen — respective den Gefühlen des erbarmungswürdigen Kleinviehs — ungekünstelten Ausdruck verliehen hatte, forderte er die Wiener Gehentlichkeit auf, sich mit den bedrängten Opfern jüdischer Grausamkeit solidarisch zu erklären und dem Vereine der „Vivisectionsgegner“ beizutreten. Es ist gewiss anerkennenswert, dass der Herr Vicebürgermeister die Sache der unvernünftigen und bemitleidenswerten Creatur zu seiner eigenen Sache macht, und es ist auch ganz begreiflich — aber er hat uns in seinem Plaidoyer eigentlich nichts Neues mitgetheilt. Wer den buntscheckigen Charakter der Juden genau kennt, der weiss auch ohne die Informationen des Herrn Dr. Neumayer, dass jeder Jude ein geborener Verehrer der Vivisection ist. Das ist eine allbekannte Thatsache. Ein Jude fühlt sich überglücklich, wenn er in der Leiblichkeit irgend eines hochbetagten Mopses kreuz und quer herumschneiden darf. Er kennt keinen höheren Hochgenuss. Schon in dem alten jüdischen Schriftthum wird dieses Charakterzuges häufig Erwähnung gethan. Der alte Noah beispielsweise hat ganz gut gewusst, warum er sich die vielen Thiere in seine Arche eingeladen hat. Natürlich der Welt gegenüber hat der Schlaumeier Humanitätsgefühie geheuchelt. In Wahrheit aber sass er vierzig Tage und vierzig Nächte behaglich in der Arche, und während der Regen mit monotonem Klatschen gegen die Holzplanken schlug, und draussen Mensch und Thier elendiglich zugrunde gieng, vertrieb sich Vater Noah die Zeit in der kurzweiligsten Art, indem er gemächlich Giraffen und Eidechsen vivisecierte. Und der Prophet Jonas? Das war gar ein fanatischer Freund des Vivisecierens! Der sonderbare Prophet hat es nicht verschmäht, einem Meerungeheuer in den Magen zu kriechen, um die lebendige Herberge von innen aus kunstgerecht zu zerschneiden. Dazu gab sich derFisch natürlich nicht her, und der schneidige Prophet wurde auf einem nicht näher bezeichnten Wege „ausgespien“. Oder Simson! Wir erinnern nur an den bekannten, rückwärtigen Zweibund, den er unter den Füchsen des Landes hergestellt hat, waraus zu entnehmen ist, dass selbst ein entarteter — nämlich ein herkulisch kräftiger — Jude die semitische Rasseneigenheit der Thierschinderei nicht verleugnen kann. Ebenso leicht lässt es sich erklären, wieso Daniel mit heiler Haut aus der Löwengrube herauskam. Er war offenbar — talentiert wie er war — auch ein flinker Vivisecierer — ehe die Löwen wussten, wie ihnen geschah, waren sie kunstgerecht tranchiert. Das sind nur einige Beispiele. Antisemitischen Abgeordneten, welche die entsprechende Vertrautheit mit dem hebräischen Schriftthum haben, wird es mühelos gelingen, die angeführten Exempel zu verzehnfachen, zu verhundertfachen. Dass die Juden auch heute noch mit heissem Eifer dem Vivisecieren obliegen, hat der Vicebürgermeister Doctor Neumayer hinreichend betont. Und sie greifen zu den seltsamsten Mitteln, um ihrer abscheulichen Neigung huldigen zu können. So hat ein Jude, dem es zu kostspielig schien, Thiere für Vivisectionszwecke zu kaufen, einen echt jüdischen, tückischen Weg eingeschlagen: Er hat sich als Raseur im Wahlbezirke des Dr. Neumayer niedergelassen, und indem erden antisemitischen Kunden wie zufällig beim Balbieren beträchtliche Schnitte .beibringt, schwelgt er in heimlich-süssen Vivisectionsorgien. Das Judengeld zeigt in neuester Zeit merkwürdige Launen. Es ist noch in frischer Erinnerung, was für eine ehrenhafte Laufbahn die Banknoten der gnädigen Frau Borges ein geschlagen haben. Sie sind durch gütige Protection des Prinzen von Orleans in antisemitische Flugblätter umgewandelt worden. Die Stammhalter des alten Geschlechtes derer von Borges haben im Schweisse ihres Antlitzes Reichthümer zusammengetragen, um der Mitwelt, die dem Namen Borges keine Reverenz erweisen wollte, die Achtung mit Gewalt abzuzwingen. Und aus eben diesen ReichtbÜrnern wurden die Strassendemonstränten besoldet, die ihre Achtung in den Ruf „Nieder mit den Juden P kleideten, wenn Madame Borges in der Equipage mit majestätischer Haltung vorüberfuhr. Das Judengeld ist also seinem Zwecke einigermassen entfremdet ^worden. Ein ähnliches Geschick blüht den Millionen des Baron Hirsch. Der grosse Wohlthäter wollte mit seinen schweren Goldbarren die Judennoth so viel als möglich erschlagen lind betraute auf testamentarischem Wege die „Alliance Israälite“ mit der Durchführung dieses humanen Wunsches. Aber die allernächsten lachenden Erben des Barons, die es doch wahrhaftig nicht nöthig haben, jemanden „anzufechten“, fechten dennoch mit viel Glück das Testament an und suchen der „Alliance Israelite“ das Erbe auf dem Processwege, also mit Schlichen und Kniffen, zu entwinden — Auch hier wird, wie im Falle Borges, das goldene Kalb, das ein Jude gemästet und grossgezogen hat, zum Renegaten — es schlägt sich seitwärts in fremde unjüdische Büsche. Die Kastanien, die Professor Masaryk für die Juden aus dem rituellen Feuer holen wollte, verursachen dem muthigen Freunde der Wahrheit noch immer recht