Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 3 (1899)
- Issue
- 46 (17.11.1899)
- Article
- So sind die Juden
- Date
- 1899-11-17
- Page
- 4 (sequence 2)
- Language
- German
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Seite 4 „Die H Weit“ Nr. 46 Die Juden sind die blinden Anhänger jeder Regierung; sie leisten mit servilem Sinne jedem Machthaber Schergendienste, wenn es gilt, die Freiheit zu knebeln. Die Juden sind die Ritter des mobilen Capitals, denn mit diesem kann man am raschesten Macht und Einfluss erringen. Der ehrliche, aber harte Gewinn, der dem Landmanne winkt, lockt sie nicht. Die Juden sind feige, wenngleich sie dies hinter allen möglichen Vorwänden zu verbergen suchen. So sehen die Juden in dem Spiegel aus, den ihnen die Antisemiten Vorhalten . . . Für heute dürfte diese kleine Blumen- oder vielmehr Dornenlese genügen. Dem Einsichtigen wird es nunmehr klar sein, dass es nicht die Schuld der Antisemiten ist, wenn die Juden eine Unkenntnis ihrer specifischen Fehler heucheln. Den Antisemiten aber wird man das ehrende Zeugnis nicht vorenthalten dürfen, Die „Welt“ in zwei Ausgaben. Einem vielfach und namentlich auf dem Baseler Gongresse geäusserten Wunsche entsprechend, wird die „Welt“ vom 1. Jänner 1900 ab neben der deutschen Ausgabe auch noch in einer volksthüm liehen jüdischen Ausgabe erscheinen. Es wurde von vielen Vertrauensmännern auf die Nothwendigkeit hingewiesen, für die jüdischen Massen in Galizien, Russland, Rumänien, England und Amerika ein Organ zu schaffen, welches zum Verständnisse dieses Leserkreises in derjenigen Sprache spricht, die ihm geläufig ist. Die Zwecke und Ziele des Zionismus sollen in einer leicht fasslichen und reinen Form vorgetragen werden. Dies wird die Thätigkeit der Vereine und Wanderredner in der wirksamsten Weise unterstützen und ergänzen. Diese volkstümliche Ausgabe der „Welt“ wird in der Tendenz vollkommen gleich sein mit der unseres Blattes, wie es bisher war und auch weiterhin sein wird. Auch die äussere Ausstattung und der Umfang der Jargon-Ausgabe wird vollkommen der deutschen Ausgabe gleichen. Der Inhalt aber wird, mit Ausnahme einzelner wichtiger Artikel, die in beiden Ausgaben stehen müssen, ein selbständiger sein. Eine eigene Redaction, die aus den besten Kräften besteht, wird die literarische Führung der neuen Ausgabe besorgen. Der politische Theil wird, wie in der deutschen Ausgabe, unter der Aufsicht des Wiener Actions-Comites stehen. An alle hervorragenden Schriftsteller der Jargon- Literatur ergeht hiermit der Ruf, sich an dem Werke zu betheiligen. Sie werden in diesem Blatte zu den breiten Massen des jüdischen Volkes in der ganzen Welt sprechen. Alle Artikel, Erzählungen, Gedichte. Sittenschilderungen, Correspondenzen und wissenschaftlichen Aufsätze sollen in populärem Tone gehalten sein. Die Zionsvereine in der ganzen Welt erhalten in diesem Blatte eine Tribüne für ihre Wünsche und Beschwerden. Das Vereins- und Versammlungsleben unserer jetzt schon so grossen Bewegung wird sich in diesem volkstümlichen Blatte wiederspiegeln. Eine Lebensbedingung dieser neuen Ausgabe ist es, dass die Vereine und Vertrauensmänner sofort für die Verbreitung zu agitieren beginnen. Die Bezugspreise sollen für den Anfang genau die gleichen sein, wie die der deutschen Ausgabe. Vereine oder Gruppen, "fliehe mindestens zehn Exemplare abonnieren, erhallen jj^Jhen jedoch um zwei Drittel des Abonnementsü:!äA' t£s besteht auch die Absicht, den Abonnements¬ Die Juden sind die Todfeinde der staatlichen Ordnung, die von Gott und der Religion eingesetzt ist. Sie stehen überall an der Spitze, wo es gilt, Revolution zu machen, die Autorität zu untergraben und dem Geiste des Aufruhres zur Herrschaft zu verhelfen. Die Juden wollen, dass die Erde, die alles nährt und alle trägt, in ihren Besitz komme. Nur deshalb möchten sie sich dem Ackerbaue, der Landwirtschaft widmen und den Bauer verdrängen. Die Juden wollen sich schlagen, aber man darf ihnen die Satisfactionsfähigkeit nicht zuerkennen. dass sie in keiner einseitigen Auffassung befangen sind, dass von ihnen nicht einer die Meinung des anderen stumpfsinnig nachplappert. Sie haben sich bei der Charakteristik der Juden an das Wort Nietzsches gehalten, der da einmal ganz richtig — allerdings bei einer ganz anderen Gelegenheit — bemerkte: „Die Menschen sind nicht so oder so, sondern so und so.* Adam. preis um ein Drittel herabzusetzen, sobald die Existenz der neuen Ausgabe gesichelt ist. Hiervon werden auch die Abonnenten, die bereits eine Frist vorausbezahlt haben, wenn die Reduction eintritt,' einen Vortheil haben. Es wird ihnen nämlich die noch nicht abgelaufene Frist nach dem reducierten Tarife angerechnet werden. Wenn also jemand beispielsweise auf ein Jahr abonniert hat, und nach einem halben Jahre tritt die Errnässigung ein, so wird er das Blatt nicht sechs Monate, sondern acht Monate länger zugestellt erhalten. Der Erfolg hängt von unseren Gesinungsgenossen ab. Wenn sie wollen, dass dieses mit neuen Geldopfern geschaffene Agitationsmittel wirke, müssen sie sich um die Verbreitung kümmern. Die Woche. Wien. 15. November 181)9. Ja, man wandelt nicht ungestraft unter Palmen, seil st wenn man Professor einer höheren czechischen Lehranstalt ist. Wir wissen jetzt, wie „Conspuez Zola“ auf Czechisch lautet, demonstrierende Prager Studenten haben in den letzten Tagen eine getreue Uebersetzung geliefert: „Hanba Masaryk!** Einem Prager czechischen Backfisch ist es bekanntlich seinerzeit passiert, dass er „Conspuez“ für den Taufnamen Zolas gehalten hat. Es existieren keine näheren Daten darüber, ob die Pariser jungen Damen die „Narodni Listy“ lesen. Wenn dies aber der Fall sein sollte, dann liegt die Gefahr nahe, dass die französischen Backfisehe nun auch ihrerseits „Hanba“ für den Vornamen Masarvks halten. Herr Professor Masaryk verdient für sein muthiges Auftreten gewiss den Dank aller gesitteten Menschen, aber dieser Dank kann bedenkliche Formen annehmen. Wie erinnerlich, haben es anno Dreyfus die enthusiasmierten Budapester unternommen, dom Oberstlieutenant Picquart einen goldenen Ehren sähe! zu übersenden. Es ist möglich, dass sich die Franzosen, die ja stets von Revanchegelus^u beseelt sind, zu Gegenleistungen hinreissen lassen. Da das Berufssymbol Professor Masaiyks die Lehrkanzel ist. so werden die Franzosen nach Prag nichts weniger als einen goldenen — lvatheder schicken müssen. Vielleicht gar untev der Adresse: Monsieur Hanba Masaryk, * ... 3= Das Hungern hat dem Herrn G u e r i n ausgezeichnet angeschlagen. Es scheint, dass längeres Fasten besonders die Stimmittel sehr günstig beeinflusst, denn Quer ins „Nieder mit den Juden D klingt jetzt im Palais Luxembourg frischer und kräftiger denn je. Im Palais Luxembourg ist jetzt wieder die ganze Sippe beisammen,