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Die Welt · 1899-11-03 · 44 (3.11.1899) · p. 11

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Journal
Die Welt
Volume
3 (1899)
Issue
44 (3.11.1899)
Article
Antisemitenfahrt nach Paris
Date
1899-11-03
Page
11 (sequence 2)
Language
German
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Njv 44 „Die Hr Welt“ Seite 11 erfolgt mittelst Separatzuges. Als Theilnehmer für dieselbe sind bereits ausser dem Abgeordneten Schneider zahlreiche Reichsraths- und Landfcagsabgeordnete und Gemein deräthe angemeJdet. Die Fahrt geht via Innsbruck, Zürich direct nach Paris, wo ein siebentägiger Aufenthalt in Aussicht genommen ist. Anmeldungen etc. Correspondenzen. Oesterreich-Ungarn. Wien. Die Reihe der regelmässigen Dienstag-Abend- Vorträge im Einzelnvereine „Wien“ des „Zion“ eröffnete am 17. v. M. Herr Dr. Leopold Kahn mit einem glänzenden Referat über den III. Baseler Gongress. In überaus anschaulicher Weise wusste der Vortragende die Hauptmomente der Congresstage vor dem geistigen Auge der zahlreichen Zuhörer — worunter auch eine Anzahl Damen — Revue passieren zu lassen und erntete für die lebensvolle Schilderung einstimmigen Beifall. An das Referat schloss sich eine Discussion nach zwei Richtungen hin. Zunächst wurde der Wunsch laut — der seitdem durch die Protestversammlung in Mariahilf-Neubau theilweise in Erfüllung gegangen — es möchte Herr Dr. Kahn sein Referat unter Hinweis auf die Polnaer Affaire vor einem grösseren Publicum wiederholen, was er auch in Aussicht stellte. Eine andere Interpellation bezog sich auf die Frage der Cypern-Colonisatioh. Diesbezüglich versprach Herr Dr. Kahn in allernächster Zeit einen besonderen Vortrag zu halten, da es nothwendig erscheine, diese sehr wichtige Fiage nach den verschiedensten Seiten hin zu erörtern, was der vorgerückten Zeit wegen nicht angängig war. — Der Vortrag am 24. d. M. musste wegen der in Hatsch eks Saale stattfindenden Gründungs-Versammlung des Einzelvereines „Praterstrasse“ des „Zion“ ausfallen. — Es liegt in der Absicht der Vereinsleitung, während der Wintermonate neben den Dienstag- Abend-Vorträgen, welche in erster Linie der zionistischen Sache gewidmet sind, an jedem Freitag-Abend Vorträge über jüdische Geschichte und Literatur zu veranstalten. Ueberhaupt soll das neue Vereinslolal mit der Zeit zu einem Centralpunkte für jüdisch-wissenschaftliche Bestrebungen werden, wie ein solcher in allen grösseren und mittleren Gemeinden Deutschlands längst vorhanden ist, in der 0 rossgemeinde Wien aber noch immer fehlt. Es wäre zu wünschen, dass die Bestrebungen der Vereinsleitung die nöthige Unterstützung — moralisch und materiell — finden. D i e R e d actio n e n jüdischer Blätter werden gebeten, demLesezimmerdesVereinesFr eiexemplare zu widmen, wofür das Secrefcariat sich in anderer Weise erkenntlich erweisen wird. H. B-r. Wien. Dienstag, 14. November 1899, 7 Uhr abends hält Herr Reverend W. H. Hechler in der Akademie der Wissenschaften einen Vortrag: „Geschichte und Geographie Palästina s“. Przemysl. Unser Gesinnungsgenosse, der hiesige ehrwürdige Rabbiner G. Schmelkes - wurde zum Rabbiner der jüdischen Gemeinde in Kolomea gewählt und trat am 10. v. M. seine neue Stelle an, begleitet von den Segenswünschen der gesammten hiesigen Judenschaft, deren ungetheilte Liebe und Verehrung er sich in den langen Jahren seiner Amtsthätigkeit in hohem Masse errungen hat. A. M. England. London, 29. Sept. (Bericht der „Ch. Z. A.“) Sonntag, den 24. v. M. fand ein Meeting des Colonisations-Subcomite der Chovevi Zion statt. Ein Bericht Mr. Goldmans, des Administrators der Colonie B’nei Yehouda, wurde aufmerksam gehört und geprüft. Der Bericht constatiert die Fortschritte, die mit dem Vermessen und der Zutheilung des Bodens gemacht worden, und erwähnt die Anstrengungen, die nothwendig waren, um für den kleinen Theil, für welchen noch kein „Kuschan“ herabgelangt ist, den Besitztitel zu erwerben. Alle Verhältnisse der Colonie schreiten erfreulich vorwärts, und vielleicht ist noch niemals in der Geschichte der Palästina-Colonisation mit so kleinem Auf wände so viel geleistet worden. In dieser Beziehung hat die Colonie einen Record geliefert. Es sind bisher bedeutende Summen für die legale Registration und die Ansiedlungserlaubnis verausgabt worden. Eine Anzahl Colonisten ist bereits untergebracht und an der Arbeit. Die bei dieser Colonie angewendete Methode wird anderen Colonisierungsplänen in Palästina als Muster dienen können, wie trotz erheblicher Schwierigkeiten eine Stufe erreicht werden kann, die eine natürliche Entwicklung ermöglicht. Freilich ist noch sehr viel zu thun, ehe man die Colonie als ganz gesichert wird an sehen dürfen. Mr. Goldman hat eine Schätzung veranstaltet, in welcher die Erfordernisse der Colonie für die Zukunft auseinandergesetzt werden. Diese Schätzung wird in der nächsten Sitzung des Executiv-Comitüs vorgelegt und darnach die zur Beschaffung des Geldes nothwendigen Schritte berathen werden. —. Ein weiterer Bericht beschäftigte sich mit den Zuständen in der Colonie Machanayiin. Der Administrator dieser Colonie theilt mit, dass er mit dem Bau von zwanzig Häusern Vorgehen müsse, die von den (Kolonisten vor der Regenzeit zu beziehen wären, und ersucht um Zusendung möglichst ausreichender Geldmittel zu diesem Zwecke. — Die Chovevi Zion von Buluwayo spendeten 00 Pfd. Steri. für Machanayiin und 10 Guineen für die Schule in J aff a. Russland. Kiew. (Amtliche Schli essung von Synagogen.) Im Gouvernement W olhyni ea sind auf Verfügung des Gouverneurs in letzter Zeit über dreissig Synagogen und Bethäuser geschlossen worden. Allerlei Nachrichten. Am 24. August besuchte die Frau G rossherzogin von Baden das neue „Friedrichsheim für israelitische Sieche und arme Greise“. Die hohe Frau, bekanntlich eine Autorität auf dem Gebiete der Krankenpflege, sprach über die Einrichtungen in der Anstalt ihre besondere Anerkennung aus. * New-York hat bekanntlich keine confessionellen Schulen, und so kam es denn, dass anlässlich der hohen jüdischen Feiertage in manchen Schulen 90—9o Procent der Schüler fehlten. Der Ingenieur-Technologe Fink eist ein ist zum Chef der Kursk-Charkower Eisenbahn mit den Rechten des Staatsdienstes ernannt worden. Dies ist ein seltenes Beispiel der Aufnahme eines Juden in den russischen Krondienst. * Miss Theodora Cöwen, eine sehr begabte jüdische Bildhauerin, hat in der Kunstausstellung von Sidney die grosse Medaille erhalten. * Die Chewra Kadischa in Budapest strebt schon seit einiger Zeit die Errichtung einer Lehranstalt für jüdische Krankenpflege an. Da ihr nur ein kleiner Betrag zu diesem Zwecke zur Verfügung steht, wird demnächst eine Sammlung im ganzen Lande eingeleitet. * Während das Gesetz die in der Transvaal-Republik wohnenden Ausländer für dienstpflichtig erklärt, sagt General J oubert in seiner Proclamation, dass man sie nicht einberufen würde. Bemerkenswert ist nun, dass die Juden dennoch ihre Einreihung verlangten und da sich namentlich

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