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Die Welt · 1899-09-29 · 39 (29.9.1899) · p. 14

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
3 (1899)
Issue
39 (29.9.1899)
Article
Was hat die Belagerung des "Forts Chabrol" gekostet?
Date
1899-09-29
Page
14 (sequence 2)
Language
German
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Seite 14 „Die H Ladenb'esitzer, welche jetzt ihre Rechnungen präsentieren. ' Ein Gastwirt beansprucht an entgangenem Umsatz 100 Francs täglich und erklärt, seine ganze Kundschaft verloren zu haben, macht - 80.000 Francs. Ein Hötelwirt .sägt: l „Mein Haus hat siebzehn Zimmer und Wohnungen. Die Polizei hat allerdings das Hotel ganz gemietet, aber wie soll ich jetzt die Zimmer vermieten, in denen Schutzleute und Soldaten gehaust haben? Ich verlange 50.000 Francs". . Dann kommen Papierhändler, Gemüsehändler, Schlächter, Metzger, Bäcker, alle mit ähnlichen Forderungen. Als Sicherstellung, falls Gu6rin verurtheilt wird, dienen; allerdings das Haus, die Maschinen im Werthe von 80.000 Francs, die sonstige Druckerei-Einrichtung, welche 60.000 Francs gekostet hat, und die sehr luxuriöse Wohnungs-Einrichtung des Herrn Guerin. Aber bei der Versteigerung dürfte da kaum der zehnte Theil des Wertes zu erzielen sein. — Theuerer Guerin! Der Wochenbericht des Matrikel am tes der Wiener Israeli- . tischen Cultusgemeinde vom 17. September bis 23. September verzeichnet 56 Geburten, 12 Trauungen und 48 Sterbefälle. Correspondenzen. Deutschland. Hamburg. Die Einweihung der neuerbauten ' Synagoge vor dem Dammthor fand in feierlicher Weise statt. Das festlich geschmückte Gotteshaus war schon lange vor Beginn der Feier von Andächtigen gefülltder ' Gemeindevorstand, die Repräsentanten sowie die übrigen Institutionen der Gemeinde waren durch Delegierte ver- * treten. Zuerst vollzog Herr Oberrabiner M. Hirsch unter Segensspruch das Anzünden, der ewigen Lampe; hierauf stimmte der Männerchor die Cantate „Wie schön sind deine Zelte, o Israel" an. Unter den Klängen des Psalm 118 fand nun ein feierlicher Umzug mit den mit, Silberschmuck versehenen Gesetzesrollen statt, die in die heilige Lade gestellt wurden. Eine Ansprache des Vorsitzenden der Verwaltung, Herrn Emil M a y, drückte allen, die das Werk gefördert, den Dank des Vorstandes aus. Alsdann bestieg Herr Ober- > räbbiner M. Hirsch die Kanzel lind hielt unter Zugrundelegung der Worte aus Esra, Capitel 3, Vers 10 und 11 : „Und als die Bauleute gegründet dem-Tempel des Ewigen,“ die Festpredigt. Zum Schlüsse weihte der Oberrabbiner: mit innigen, zu Herzen gehenden Worten das neue Gotteshaus ein; er sprach dann vor geöffneter Lade das Gebet für Kaiser-und Reich, sowie für den Senat und die .Behörden unserer Stadt. Mit dem Vortrag der Psalmen 100 und 150 sowie der Verrichtung des Abendgebetes hatte die Feier ihren Abschluss gefunden. — Die Synagoge ist durch einen umfangreichen Umbau geschaffen worden und bietet Raum für 300 Personen. Durch breite, hohe Fenster dringt das Tageslicht, gedämpft durch das farbige Kafhedralglas, in den weiten Raum, dessen Wände und Decken in lichten Färbtönen gehalten sind, das Allerheiligste, bestehend aus Estrade mit Kanzel und dem heiligen Schrein, . ist in Mahagoniholz mit reichen Goldornamenten hergestellt und tritt in Ausführung als Mittelpunkt für den Gottesdienst in würdigster Weise hervor. Ueber dem heiligen Schrein ist ein reich mit Blei verglastes Rundfenster ' hergestellt, vor welchem die marmornen Gesetzestafeln Aufstellung gefunden . haben. Die Abendbeleuchtung erfolgt durch' zahlreiche ' bronzene Wandarme und ebensolche Deckenkronen für elektrisches Licht. Sechs elektrisch betriebene Ventilatoren ' sorgen für ausreichende Lüftung. Das Gestühl ist in be- : quemen Abmessungen aus amerikanischem perforierten < Holz hergestellt. Der Bau ist in der verhältnismässig kurzen Zeit von zweieinhalb Monaten hach dem Entwurf U des Herrn Regierungsbaumeisters Fri edh eim hergestellt worden. Altona. Z um Kl ausr abbiii er in der hiesigen hochdeutschen Israelitengemsin de an Stelle des verstorbenen - Rabbinats-Assessors E. M u no k wurde mit 20 von 22 Stiihürieii Herr f S.. K i s gewählt. Niv 39T Frankreich. Paris. D e r P a P st:; f ^än das f t ä h z ösische Ep is c opät^emei;;E'h'Cyklik a gerichtet, in welcher er zum Friedem und.^Erträglichkeit /ermähnt mit' Hinweisung darauf, das^ralle Menschen Gottes Kinder seien. Die Affäire Dreyfus ist^nifeht; äuädfücklich'ge'nännf, doch unterliegt es wolil köiii.eim^Zweijfelv. dass dieselbe die Ursache, d er erwähnten vVeröffent^cbung bildet.; Ob das hocji anzu- . erkennende 'Vorgehen ades Oberhauptes der katholischen Kirche dem’Antisemitisifiüs ein Ende machen wird, musS leider zweifelhaft erscheinen. Allerlei ^Nachrichten. In seiner Vaterstadt P f ö r z h eim soll dem berühmten Gelehrten J o bann e si R e u c h 1 i n ein Denlcm^l errichtet werden. Reuchlin, der zru-'Anfang des 16.' Jahrhunderte lebte, li^t bekanntlich gegen" iP f e f f e r k o i n und 1 die änderen christlichen „Gelehrten",^ die gegen das jjüdische Schrift-’ thum zu Felde zogen, einen harten Kampf geführt und init Erfolg deren Lehren als das gebraiidmarkt, was sie in der That sind — Verdrehungen und Verdächtigungen. In unseren Tagen des Ritualmord-Märchens wäre es Sacne der Juden, durch Betheiligiing an den Sammiungen zum-Denkmal den Manen des grossen Vertheidigers » votf Wahrheit, Recht und Duldung den schuldigen Tribut zu entrichten.' . , Wenn es noch eines Beweises bedurfte, wie sehr die französische Regierung das Erstarken des Antisemitismus selbst verschuldet, so. braucht inan nur das .„sonst" und' „jetzt" iy Algier >zu vergleichen. Mit-eiserner Consequenz ' annulliert der! jetzige Präfect alle Bestimmungen des antisemitischen Gemeinder^ithes, sobäld 'sie nur im entferntesten' gegen die Juden . sich * richten oder Juderihetzen herauf-, zubeschwören .imstande sind. Dadurch werden auch die Gemüt her beruhigt und ein erträglicheres Zusammengehen der jüdischen Und christlichen Bevölkerung wird?nicht nur her bei ge führt, sondern def Kampf gegen den gemeinsamen Feind, die Araber,t ein'nachhaltiger und. erfolgreicher. Bei der jüngsten Wahl eines landwirtschaftlichen; Delegierten : unterlag der1 Candidät der antisemitischen Partei,' ein Resultat, das von allen Gutgesinnten wärm begrü sät? wurde, , vor Jahresfrist aber kaum mögJ ich gewe-seri wäre. .; . ch -; Auch iiDBomb'ay < regtJ sich die Schachtfrage. Eine Commission der Stadtverwaltung, der die Schlachthäuser unterstellen, hat die Methoden dqr Viehtödtung studiert, ist . aber von dei: Einführung europäischer ..Methoden abgekommen, um nicht'die religiösen Gefühle deir Juden und Mohammedaner zu verletzen. ' . . * , . * ' ..... Sowohl beim VIII. Kongress der internationalen cirimi- 4 nalistisclien Vereinigung Ln B tfS&a p'e-’stwie äuöll'* Seinerzeit auf (lern L o n d 6 n e r Congress zur Bekämpfung des; Mädchei,han dels waren es juden^; die am eifrigeren;;fürt die Bestrafung dieses schändlichsten«aller Gewerbe ^eiiitrateii.* ■ - ■* •' * •Das bekannteste aller jdddufereieh BädeiVdas-Nöhä^*^ bad Borkum, ist trotz alledem Vollständig „yeiAudtzt^IAe^ Badegäste müssen. "gez\vungen ermessen. Judänfleisch. ^essen, denn , die drei dortigen. Metzger siM. Judep^^^^bÄK^ In Köln war auf deif Mhgtzteul . markt angdseiLt, cEer natürlich yoElig' Mdief^W heisst,- djäss die dadurch genehmigten Bürgermeisteramt Schadenej'satz^Ansin’üeheÜ stellen-r wollen. 111.- -

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