Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 3 (1899)
- Issue
- 39 (29.9.1899)
- Article
- Max Regis, der Antisemitenhäuptling von Algier
- Date
- 1899-09-29
- Page
- 13 (sequence 1)
- Language
- German
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Die # Welt“ Seite 13 mm Max Regis, dar Aniisetnitenb&uptling von Algier, ist nach ejji^m.UeberWe, . ßX mit MSr A^zablSpiessgeseUen auf d^Judehviertel Algiers iinä Nebel Ms ^rs^hert, rr äkMk sich ajt— -1--J5ßL Vor Bunätiöh* _ die^ Vitia* Antijuiye“ verlassen, jim nicht auf die Armee schiessen zu AMäe^^äM Er WtzDizötzh^ PstiWteh5 ebien zu- Brüder; zir vergiesseh/ indes Uäs vder' Juden 4 nicht geflossen ist? Nein! Ich vergesse aber nLM?'LdLÄ^ Mh5 Wstzhwörewz 7 Lüsiegen , oder M. sterben, ich werde meinen Schwur zu halten wfeM.' "*Öfe: Wi^tsschen^iverÄen bald -dem Wert meines Wdöries**43a«eisefl~*v^^ -und. Vertrauern! ^To d denJudenl Max Regis.“ s*t* « » •> v .'L -.}■.■ f .v \ gr j SonntaßSverg5ܧan «lrwsbhris^^4dcraleH Arrnenrathes. Wenn ein Wiener christlich-socialer Armenrath Sonntag abends iOfl, feil Brater getzt>so thut er,dies, um sich, zu unterhalten. Wslc^r ArH Mer die UhteMältuygen l des Herrn Armenrathes J§sef >IUo hrwgeiv Währing, Ap^QUigasse .Nr.;M wohn*: S aind,; mag die,iolgend e Darstellung eines scandalösen durch die Brutälitäfceihes öffentlichen Functionärs wohl einzig dastehenden Auftrittes lehren, der sich junget in der Näcbt im Prater zutrug. Vor einer Tabaktrafik standen mehrere fiteren, darunter der J?ahrrsiderzeuger Herr Arthur G o 1 db e r g e r mit' einem PreünxLe, der, sich soeben Cigarren gekauft hatte. Hofiich machte derselbe, einem Herrn Platz, als . dieser an ZehBehälter "trat, dieser Herr -r-" es war eben der eingangs erwähnte Herr Armenrath.Rohringer wüsste aber'für diese.Höflichkeit keinen. anderen Dank, als dass, er den höflichen Mann in dem bei antisemitischen Würdenträgern so beliebten deutsch-jüdischen Jargon zu h jäiseln versuchte.,, &ls Herr Goldberger daraufhin seinem Freunde .durch, eine' stumme Bewegung avdeutete, e^ möge sich in keinen Streit einlassen, packte den Herrn Anpftnrath eine masslose Wuth, er beschimpfte beide Herren in.. Vrbher Weise . und ehe Herr Goldberger an eine Gegenwehr denket könnte, hatte der Herr Armenrath seinen Stock erhoben und schlug mit grösster Wucht auf den Ahnungslosen ein, wobei einer der Hiebe Herrn Go 1 db er g e r in unmittelbarer Nähe des Auges traf. Es ist bei der ganzen Affaire noch ein - Glück zu nennen, dass der Geschlagene, der einen Zwicker trug, den der Stockhieb zerbrach, nicht um, ein Auge kam. Mit blutüberströmtem Gesichte wurde der. Verletzte auf das Polizeicommissariat gebracht,' wo ihm ärztliche Hilfe zutheil wurde. Der Herr Armenräth, Öer; hach, antisemitischer Manier nach verübter Roheit 'dävonlaufen wollte, wurde festgenommen lind gleichfalls auf das Gominissariät geführt. Der Vorfall wird selbstvärtztsnMbh noch iein, gerichtliches Nachspiel haben; eine exemplarische Beätrafüng dürfteHerrh Rohr i n g e r darüber belDtH^» ^as selbst in Wien einem antisemitischer* Würdenn(j. njohl erlaubt ist. . Hifc„Palestine ExplorationFund“ hielt dieser Tage ihre Generalversammlung ab. In derselben referierte Sir C. Wil äöm über seine Palästinareise und setzte seine Ansichtenüber die Zukunft Palästinas auseinander. Er führte aus,; davsi Land habe in jüngster Zeit ein ganz anderes Aussehen -gewonnen, als es noch vor einigen Jahrenr hatte. Grosse Bandstrecken, die früher einer Wüste glichen, seien durch die’jüdischen Ackerbauer in fruchtbare Getreidefelder und üppige Gärten umgeschaffen worden. Das Jordänthal lögmoch im>tfahre 4870 ganz brach und bot einen unerquicklichem Anblick, gegenwärtig ist es jedoch mit Mandel- und Oelbäumen*: \ sowie -- zahlreichen Gemüsegärten dicht bebaut. Das Beispiel der jüdischen Colonisten, die als v^ähire^ Musterbilderan M^beitsfreüdigkeit, zäher Ausdauer und? praktisch-tetidwirisehaftlichem Sinne bezeichnet werden köpften, wirkt auf ihre ^christliche und mohammedanische Umgebung: ate - segensreicher Ansporn, ln:■ Palästina wird MM dtzr Ansicht des Lir Wilson Im nicht allzu feiner Zeit, Msölnst^Meder ^Milch und Honi^ fiiesseM lljs Abrtsmmung dsi' isygllsotitzn Königsfanriie, Der Lieutenant des HMestahde^ T ö tte p, der früher Professor der Kriegs- Wi^ens^aftep ^üMrWhül^2rn^aleMi§ behauptet, die directe genealo^sche Lipie gefunden zu haben, die von König David» dem Sänger der Psälmän bis zu David, dem kleinen Sohne dös ^ork und in dritter Reihe englischer ThronähwÄ^er, Khx^. Prinz David ist, nach Professor T;ö t/;ie ^iWn vier JEnden der Erde sammeln wird. Obwohl schon im Jahxe Rev. G l u ver Me Abstammung der, Königin MMK» MMchM KöpMM behsupM hatte, so verdanken wir doch erst dem bibelfesten T o t t e n den genauen Stammbaum, der von. Adam über den deutschen Götterkömg G ü i n durch 153 Generationen zu dem kleinen David hinab führt. 153 Geschlechter, j edes zu durchschnittlich 4Ö Jahren ^rechnet, ergehen etwa 6000 Jahre. So alt aber fgfc, nach jüdischer Zeitrechnung, die Welt, welche noch kfein wühderlicheres Zeugnis von Gelehrsamkeit erlebt hat, als Professor Tot t e n s ellenlangen Stammbaum. Die. Ausschrotung von Polna. Im Wiener Musikvereinssaale fopd am 27. September eine Massenversammlung der christlich socialen Antisemiten statt. Auf der Tagesordnung befand sich auch ein Referat über Polna. Reichsrathsabgeordneter Bjelohlawek besprach die Art und. Weise, in welcher Lahdes-' gerichtsrath Reichehbach in Polna die Untersuchung geführt h#be. Nur dem Gendarmerie-Wachtmeister Kienövec sei die Verhaftung.des Hülsner zu danken, welcher nach zwei Stunden von Reichenbach wieder freigelassen worden sei. Erst als dj?e Bevölkerung eine drohende Haltung eingenommen habe, sei Hülsner endgiltig. verhaftet worden. Redner beklagte sich, dass das* was auf aller Zunge liege, nicht ausgesprochen werden dürfe. (Unterbrechung seitens des Regierungsvertreters.) Der Redner bringt sodann ein vertrauliches Schreiben der Israelitischen Union zur Verlesung, in welchem zur Gubscription eingeladen wird, um den Glaubensgenossen ausgiebigen Rechtsschutz zu Theil werden zu lassen, und sagt: Wissen Sie, warum die Herren kein Geld mehr haben? Weil sie für den Dreyfus-Process tüchtig zahlen mussten. Bielohlawek wendet sich schliesslich gegen die Haltung der socialdemokratischen und schönereriänischen .Presse und sagt, dass man dem Juden, , welcher für seine Rasse kämpfe, noch verzeihen könne, aber denen Verachtung entgegenbringen müsse welche den Juden Knechtesdienste leisten. Ich muss schnell schliessen, bemerkte Redner noch, sonst könnte die Versammlung doch noch geschlossen werden. Deshalb rufe ich: Nicht nur der Jude ^Dreyfus allein gehört auf die Teufelsinsel, sondern alle Juden gehören dorthin! Der Vorsitzende schliesst hierauf die Versammlung. — Der Platz vor dem Musikvereinssaal war bei Schluss der Versammlung von einer starken Abtheilung Sicherheitswache zu Fuss und zu Pferd besetzt. . Die Fremdentaxe, Am 15., 16. und 17. September a. c. wurde in R.-V4lceä (Rumänien) der 20. Congress der rumänischen Hochschüler abgehalten. Nachdem , ein Huldigungstelegramm an den König Cäröl und Dankdepeschen an den Ministerpräsidenten Cantacuzino, den Unterrichtsminister Tache Joriescu, den Statthalter und den Bürgermeister von Tulcea einhellig votiert worden waren, proponierte Student Demetrescu (Braila) ein Telegramm an den gewesenen Unterrichtsminister Spirn Haret. Demgegenüber modificierte Student Dioghenide den Text des Telegrammes dahin, dass dem Minister Haret nur für die Einführung der Schultaxen, welche die Fremden (d. h. Juden) zahlen müssen, telegraphisch der Dank des . Studienten-Congresses ausgesprochen werde. Nach einer lebhaften Debatte wurde das Telegramm ohne Modifikation des Urtextes votiert. Ein falscher Dreyfus. Am 22. Sept. Nachmittags verbreitete sich in Mailand das Gerücht, dass mit dem Abend-Schnellzug, der von der französischen Riviera über Genua nach Mailand fährt, Capitän Alfred Dreyfus dort ankommen werde. Auf telegraphische Anfragen in Ventimiglia und San Remo wurde das Gerücht bestätigt. So sah der Bahnhof gegen 10 Uhr Abends eine grosse Menschenmenge und auch Polizeibeamte. Als der Zug hielt, sah man in einem Wagen erster Classe einen Herrn sitzen, der eine entfernte Ähnlichkeit mit Capitän Dreyfus hatte. Da ereignete sich nun eine interessante und amüsante Episode. Dieser Herr stellte sich gleich nach Ankunft des Zuges auf das Trittbrett des Wagens und hielt eine Ansprache, in der er seinem Bedauern Ausdruck gab, dass er in Folge eines lästigen Irrthums das Opfer der allgemeinen Neugier während seiner Reise durch Italien geworden sei. Er heisse Blaker, sei holländischer Kaufmann und auf einer Geschäftsreise nach Wien begriffen. Trotz dieser Erklärung blieb er auch hier „das Opfer der allgemeinen Neugier?, bis er um halb 12 Uhr mit dem Schnellzug nach Wien weiterfuhr. Was hat die Belagerung des „Forts Chabrol“ gekostet? Nunmehr sitzt Herr Gudsrin behaglich in seiner Zelle des Palais Luxembourg, und die Behörden sind bemüssigt, die Belagerungskosten zu liquidieren. Die militärische Mannschaft erhielt per Mann eine tägliche Zulage von 1 Franc 50 Centimes; das inacht allein schon 10.000 Francs. Hierzu kommen die Zulagen für die Schutzleute, Pompiers, die Kosten für Polizeibeamte mit Chargen und für Officiere mit etwa 20.000 Francs. Alle diese Auslagen sind aber unbedeutend gegen die Entschädigungsansprüche der Hauswirte und