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Die Welt · 1899-08-25 · 34 (25.8.1899) · p. 14

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
3 (1899)
Issue
34 (25.8.1899)
Article
[Ohne Titel]
Date
1899-08-25
Page
14 (sequence 2)
Language
German
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Seite 14 „Die H Welt“ Nr. 34 Actionscomites, wodurch auch Herr Architekt Marmorek., der eine Wiederwahl abgelehnt hatte, gewählt wird. Damit war die Tagesordnung des Kongresses erledigt und es erhebt sich Herr Dr. Herzl um V26 Uhr abends zum Schlusswort. Er bemerkt, dass der Congress in voller Ruhe getagt habe. Er bittet um Entschuldigung, wenn er es hie und da an Entgegenkommen habe fehlen lassen, aber er sei dazu gezwungen worden, um die Schlussstunde nicht hinauszuziehen, die ja der Sabbathruhe gewidmet sein soll. Er wolle dies ganz besonders erklären, weil der Zionismus nichts im Sinne habe, was die religiöse Empfindung irgend eines seiner Mitglieder berührt. Der Zionismus, der bereits den Jünglingsjahren entwachsen ist, sei — damit wolle er die Damen nicht beleidigen — sozusagen männlicher geworden. Es wurde ruliig und besonnen gearbeitet. Durch Arbeit und Begeisterung wollen wir den Zionismus fördern. Er dankt den Delegierten für die Aufmerksamkeit, mit der sie den Verhandlungen gefolgt sind, und dankt namentlich den Delegierten aus Südafrika, welche die weite Reise nicht gescheut haben, um mitzuarbeiten. „Es waren ~ Brüder auf unserem Congresse aus unerwarteten Kreisen und Gegenden. Wir haben schon einiges gethan. Aber noch vieles ist zu thun übrig. Gehen wir hinaus von hier mit guten Gesinnungen, um mit neuen Genossen wiederzukehren, bis unser Werk vollendet ist. Der dritte Zionisten-Congress ist geschlossen.“ Riesiger, andauernder Beifall im Saale und auf der Gailerie begleiten die letzten Worte des Redners, ein Beifall, der zu einer nicht endenwollenden stürmischen Kundgebung anwächst, wie Mister Cowen aus London ein „Hoch“ auf den Präsidenten ausbringt. Damit waren die Verhandlungen dös dritten (Kongresses beendet. Biätterstimmen. Ausführlichere oder kürzere, zumeist sympathisch gehaltene Berichte über den Congress in Basel brachten folgende Blätter: Neues Wiener Tagblatt, die Wiener Arbeiter - Zeitung, Daily Chronicle (London), Temps (Paris), Sol eil (Paris), Peuple Francais (Paris), The Saint- James Gazette (London), Kreuzzeitung, Vossische Zeitung, Vorwärts (Berlin). Morning Post (London), Times (London), Neues Pest er Journal, Fränkischer Courier (Nürnberg),' Bohemia (Prag), Breslauer Zeitung, The Pall Mall Gazette (London), Kölnische Volkszeitung, Frankfurter Zeitung, Journal de Bruxelles, Suisse (Genf), Tribüne de Geneve, Journal de Geneve, Liberte (Paris), Mühlhauser Express, Eclair (Paris), Sun (London), Siede (Paris), Petite Rdpublique (Paris), Le Journal (Paris), Gil Blas (Paris), Rappel (Paris), Courrier du Soir (Paris), Morning Herald (London, Gazette de Lausanne, Avanti (Rom), Lyon Rdpublicain, Strassburger Post, Gaulois (Paris), Matin (Antwerpen), Journal de Ddbats (Paris), Croix (Paris), Petit Parisien, Vie Illustre (Paris), Gdnevois, Autorite (Paris), Daily Messenger (Paris), Daily Telegraph (London), American Register (Paris), Petit Bleu, LJtalie (Rom), Standard (London, Journal d’Alsace (Strassburg), Matin (Paris). Evening Standard (London', Coearde (Paris), The Echo (London), Petit Niqois, WestmInster Gazette, Petit Meridional (Montpellier). Le Vosgien (Epinal), XIX. Siede (Paris), B.ourgignon (Dijon), Correspondance Politique (Paris), The Echo (London), Petit Calaisien (Calais), Propagateur Picard (Montdidier), Flandre Liberale (Gent), Outlook (London), Petit Moniteur (Paris), Nouvelliste (Amiens), Croix de l’Aube (Troyes), Est Republicain (Nancy), Etendard (Paris), Nouvelliste de Nantes, Semaphore (Marseille), Express (Bouloge sur Marne), Publicateur de la Vendee (Fontmay le Comte), Basler Nachrichten, Nationalzeitung, Allgemeine Schweizer Zeitung, Basler Vorwärts, Neue Zürcher Zeitung etc. etc. Den Samstag nach Schluss des Gongresses verbrachte die überwiegende Mehrzahl der Congresstheilnehmer noch in Basel. Die Strenggläubigen unter den Delegierten gaben ihrer Genugthuung über das Entgegenkommen des Präsidenten Ausdruck, der, den Wünschen der gesetzestreuen Congresstheilnehmer entsprechend, den Congress nicht über den Anbruch des Sabbaths hinaus tagen liess. In Delegiertenkreisen sprü ht man mit grosser Befriedigung über den Verlauf des Gongresses. Die Gongressverhandlungen bieten nur ein unvollständiges Bild der Arbeit, die der Gongress geleistet hat. Die Protokolle der Vorconferenzen und der Com« missionssitzungen erzählen von einer angestrengten, mühseligen Arbeit, die der Congress ' ausserhalb der öffentlichen Hauptverhandlungen geleistet hat. Bei den Vorconferenzen haben die einzelnen Landsmannschaften in tagelangen Berathungen die Stellungnahme zu den einzelnen Punkten der Tagesordnungen durchgesprochen. Die Vorconferenzen haben, wie bereits erwähnt, schon mehrere Tage vor Eröffnung des Gongresses begonnen, wodurch eine gründliche und wohlüberlegte Arbeit möglich wurde. Jede einzelne Landsmannschaft hat das Resultat der Berathungen den Commissionen, welche die Entwürfe über Agitation, Organisation, Bank, Colonisation, Pflege der Nationalcultur etc. fertigzustellen hatten, unterbreitet. In den Commissionssitzungen wurde dann unter Berücksichtigung der von den Landsmannschaften ausgesprochenen Wünsche die Entwürfe, die dem Congresse zur Sanction vorgelegt werden sollten, ausgearbeitet. Es braucht nicht erst gesagt zu werden, wie schwierig und mühevoll die Zusammenstellung der einzelnen Commissionsentwürfe war. Die Commissionen mussten trachten, in ihrem Elaborat den Bedürfnissen jedes einzelnen Landes gerecht zu werden. Wenn man bedenkt, dass in einem solchen Entwürfe die Forderjngen der verschiedensten Landsmannschaften berücksichtigt werden mussten, dass jede Vorkehrung zu gleicher Zeit sich den Verhältnissen von Johannesburg, New-York, Lemberg, Bokhara, Paris, Cairo und Eger anpassen sollte, so wird man begreifen, mit welchen Schwierigkeiten die Commissionen bei Ausarbeitung der Entwürfe zu kämpfen hatten. Dem Congresse selbst wurden also von den Berichterstattern der Commissionen bereits vielfach durchberathene, gesichtete und gründlich erwogene Vorschläge verlesen. Die Entwürfe, die vom Congresse angenommen wurden, stellen also thatsächlich die Gesammtwünsche des Congresses dar. Der Weg der Wünsche war folgender: Vom Plenum, d. i. den Landsmannschaften, zu den Commissionen. Von hier in gerundeter Form wieder vor das Plenum. So wurde es dem Congresse möglich, ein umfangreiches Material in vier Tagen zu erledigen. Die Debatte war im vorhinein abgekürzt, weil sie zum grossen Theile schon in den vorbereitenden Sitzungen stattgefunden hatte. Zudem wurden die wichtigsten Berichte und Commissionsentwürfe durch Druck vervielfältigt und an die Delegierten vertheilt, so dass es diesen möglich war, sich rechtzeitig, noch bevor die betreffende Frage auf die Tagesordnung kam, zu informieren. Und die Berichterstatter der Commissionen dessen sich es angelegen sein, bei Verlesung der Entwürfe durch klare Interpretationen der einzelnen Punkte die Delegierten aufzuklären und Missverständnissen vorzubeugen. Die wichtigsten Stellen wurden ausserdem von den Schriftführern ins Russische, Englische, Französische verdolmetscht. Dem Congresse war es auf diese Weise ermöglicht, nach Schluss der Debatten stets mit bestem Wissen und Gewissen die Abstimmung vorzunehmen. Wer den Verhandlungen mit Aufmerksamkeit gefolgt ist, konnte bemerken, dass Anträge auf Schluss der Debatte, Anträge auf Verkürzung der Redezeit vom Congresse willig und fast einstimmig angenommen wurden. Diese Bereitwilligkeit für Einschränkungen der Debatte erklärt sich eben dar aus, dass den Delegierten Gelegenheit geboten war, sich über die Gegenstände der Verhandlungen ein Urtheil zu bilden und zu ihnen Stellung zu nehmen. Vom Präsidententische aus wurde

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