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Die Welt · 1899-08-25 · 34 (25.8.1899) · p. 6

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Journal
Die Welt
Volume
3 (1899)
Issue
34 (25.8.1899)
Article
Finanzbericht des Actionscomités
Date
1899-08-25
Page
6 (sequence 2)
Language
German
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Seite 6 Nr. 34 . „Die Wellt* Gesammt-Einnahmen und -Ausgaben. SOLL, Laut Bilanz vom 31. August 1898 .Fr. 61,252.67 davon ab Ersatz für Agitation in Russland . . Fr. 18,777.67 für Agitation in Rumänien . . „ 2,283.60 Forderungen.. ■ 5,187.— „ 26,248.27 verbleibt ein Bar-Saldo von.Fr. 35,004.40 Hierzu kommen : 1. Schekel. „ 114,370.15 2. Spenden. „ 2,005.— 3. Ertrag der Agitationsmittel ........ ,, 1,928.35 4. Nachträgliche Schekeleingänge vom Vorjahre, Rückzahlungen und diverse Einnahmen. .. 4,904.10 Gesammteinnahmen sonach . . . Fr. 158,212.— Saldo-Vortrag Fr. 15,457.75 Hiervon in Wien. Fr. 9,711.99 „ . „ ^Russland .... „ 5,334.— „ . „ Rumänien .... „ 411.76 Fr. 15,457.75 HABEN. Kosten des II. Congresses . . Fr. 10,908.60 Administrationsspesen .... „ 21,465.65 Rückersatz f. Agitationsu. Reisespesen, Russland 28,607.35 „ „ „ „ „ Rumänien 2,486.40 „ „ ., „ „ Italien „ 130.— Agitations- und Reisespesen in der ganzen übrigen Welt. 68,403.45 Conto der Jüdischen Colonialbank „ . 8,126.35 Actien-Conto. 2,536.45 Saldo. 15,457.75 Fr. 158,212.- Ausser dem Barsaldo sind noch andere Werte vorbanden, so dass sich folgende Bilanz ergibt: Barsaldo Wien. Fr. 9,712.— „ Russland. „ 5,334.- „ Rumänien. „ 411.76 Conto der Jüdischen Colonialbank und sonstige Forderungen. 14,695.69 Actiencapital. „ 2,536.45 Inventar des Bureaus in Basel 1,077.50 >. Wien?? 735.- Fr. 34,502.40 Sie sehen, mit was für verhältnismässig geringen Summen diese grosse Bewegung geleitet und wie der allgemeine Rechenschaftsbericht dargethan — ein grosser Fortschritt erzielt wurde. Wenn Sie der Ansicht sind, dass mit mehr Mitteln Grösseres geleistet werden kann, so werden Sie den Männern Ihrer Wahl das Erforderliche rechtzeitig zu verschaffen trachten. Wir werden dem von Ihnen gewählten Finanzausschüsse die Bücher und Belege zur Prüfung vorlegen, und dieser wird Ihnen hierüber Bericht erstatten. II. Verhandlungstag. (Mittwoch.) Dr. Herzl eröffnet die Sitzung um 10 Uhr mit der Verlesung der seit gestern eingetroffenen zahlreichen Einläufe. — Es wird zur Fortsetzung der Debatte über den Bericht des Actionscomites geschritten. (Vicepräsident Dr. Mandelstamm übernimmt den Vorsitz.) Herr Dr. Menczel (Czernowitz) nimmt als erster namens der galizischen Delegierten das Wort. Er verlangt eine rasche und ausgiebige Hilfe, speciell für Galizien; ebenso ein für Galizien bestimmtes Publicationsorgan. Seine Schilderung der galizischen Zustände macht auf die Anwesenden tiefen Eindruck. Als Mitglied einer aus 21 Delegierten bestehenden, aber mehr als doppelte Zahl Mandate vertretenden Gruppe weist er die Quertreibereien gewisser galizischer Zionisten energisch zurück. Redner spricht auch gegen die Kleiticolonisation, die er für schädlich und den Zwecken wenig oder überhaupt nicht entsprechend hält. Er beantragt, dem Actionscomite den Dank auszusprechen für die selbstlose Weise, mit der sich dessen Mitglieder der Sache gewidmet haben. Die Discussion unterbrechend, berichtet Doctor Friedemann über. die W ahlen. Der Ausschuss sieht sich in die angenehme Lage versetzt, die Legalisierung sämmtlicher Mandate zu beantragen. Ferner berichtet das Finanzcomite, dass der Bericht im Laufe des Nachmittags fertiggestellt sein werde. Dr. W erner schliesst sich dem Danke Doctor Menczels in allen Theilen an, verlangt indes noch einige nähere Aufschlüsse über manche Theile des Berichtes, um gewissen Verdrehungen und Deuteleien von Seiten der Gegner vorzubeugen, die aus einzelnen Worten Dr. Herzls sich ergeben könnten.— „Doctor H e r-z 1 sagte : Welcher Art soll nun dieses Ergebnis sein? Sagen wir es mit einem Wort: Ein Charter! Erst wenn wir im Besitze eines Charters sind, welcher die nöthigen. öffentlich-rechtlichen Sicherheiten enthalten muss, können wir eine grosse, praktische Cölonisation beginnen. Für die Gewährung dieses Charters weiden wir der türkischen Regierung grosse Vortheile vermitteln. Ich bitte daher Herrn Dr. He r z 1 um genauere Ausführung, ob dieser Passus eine Verengung unseres Programmes bedeutet, da er uns von einem türkischen Charter spricht, während das Basler Programm von öffentlich garantierten Rechten spricht, d. h. unter G arantie aller Mächte.“ Redner vermisst genaue Daten. Ferner wünscht derselbe eine engere Verbindung mit den Colonisationsgesellschaften. Er spricht von den besonderen Schwierigkeiten der Wiener Bewegung und hofft Erfolg von einer intensiveren inneren Propaganda. Birkenstein (Frankf.a.M.)ertheilt ein Vertrauensvotum namens der deutschen Abgeordneten. Er verlangt indes energischere Agitation in Deutschland, die er als zu sehr ausseracht gelassen wähnt. Mit den deutschen Juden werde gleichzeitig ganz Westeuropa gewonnen sein. Er regt an, es möge der nächste Gongress in einer anderen Stadt abgehalten werden, indem er sich davon einen bedeutenden Nutzen für die Ausbreitung der zionistischen Idee in jenen Gegenden verspricht, wo die Bewegung bis jetzt noch wenig Erfolg aufzuweisen habe. Rabbiner L ö b e 1 spricht über die Leiden der rumänischen Juden. Rabbiner Seff vergleicht die Lage der Juden in Rumänien mit derjenigen der galizischen Juden. In unserem Lande verbietet man den Juden sogar das Lernen, wenigstens erschwert man es ihnen in kaum glaublicher Weise. Redner tritt weiters für einen friedlichen Ausgleich zwischen den „Kleinzionisten“ uncl den „Politischen“ ein. Dr. W ei z mann spricht über das Verhältnis des engeren A. C. zum grösseren. Die Verbindung der leitenden Männer in den verschiedenen Ländern mit dem A.-C. sei zu locker und erstere zu wenig selbstständig. Auch werden deren Wünsche zu wenig berücksichtigt. Dr. Tschlenoff ist vom Berichte des A-C. befriedigt, besonders weil es den Cassabericht specificiert habe. Er will, dass der Schekel nur von denen genommen werde, die mit unserer Sache sympathisieren. Er wünscht, dass die Zahl der Vereine angegeben werde.

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