Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 3 (1899)
- Issue
- 33 (18.8.1899)
- Article
- Ein jüdischer Handlungsgehilfentag
- Date
- 1899-08-18
- Page
- 16 (sequence 1)
- Language
- German
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Seite 16 „Die H Welt“ Nr. 33 Ein jüdischer Handlungsgehilfentag. B r ü II n, 9. August 1890. Am G. und 7. d,.M. tagte liier in den Localitäten der „Emunah“ der erste national-jüdisch-zionistische Handiimgsgehilfentag Oesterreichs. Die Einberufer können mit seinem Verlaufe zufrieden sein, denn es war eine Konferenz, in der das Hauptgewicht auf die prakt i s e h e A r b eit gelegt wurde. Um nur eines zu erwähnen, wurde ein „Centralverband der -national4 jüdisch-zionistischen Han dlungsgehilfensch aft Oesterreichs“ begründet, der alle Aussichten auf ein erspriesslichcs Wirken hat und in der nationaljüdischen Hand- Uingsgehilfenbewegung Oesterreichs einen grossen Schritt nach vorwärts bedeutet. Erschienen waren Verlrauensmännor und Delegierte aus 25 Städten Oesterreichs, u. n. aus W i e n, B r ü n n, L e in 1) e r g, B i e 1 i t z, i) r o li o h y c z, S t a n i s 1 a u eie. Zmn Vorsilzenden wurde Herr Paul B r a f f-Bielitz einstimmig gewählt, zu Vizepräsidenten nie Herr eh \\r e i s s b e r g e r - Wien und T u r n s c hei n- Di ohohyez, zu Schriftführern die Herren W i n d h o 1 z-Brünn und L e d e r e r - Wien. Folgende Referate wurden erstattet: r 1. Die allgemeine Lage der j ü d i s c 11 e p M andlungsgehilfen — Julius Zobel; 2. S t c l- I u n g n a h m e zu wirtschaftlichen Fragen —- Alfred Weissbcrger; -b Unsere Stell u rtg i in Z i o li i s m u s — Egon Ledere r; 4. Organisation — Sal. Rubinstein; 5. S t e 11 e n v e rin i 111 u li g — Nath. Gross; 6. Partei presse — Willi. Epstein. An sämmtiiehe Referate knüpfte sicli eine eingehende und sehr lebhafte Debatte, an der sich ausser den Referenten noch die Herren Scho r r, II o 1 1 i t s c h e r, H i c k 1, T u r n s c h e i n, P f e f f e r und Läufer hetheiligbm. Das Rcsume1 sämmtücher Debatten wurde seitens der vom Handlungsgehilfen tage gewählten Programmcommission, welcher die Herren Zobel- Wien, R u bin stein - Brünn und S c li orr - Lemberg angehörten, in 'eine Generalresolution zusammengefasst, die sodann vom Plenum einstimmig angenommen wurde. Der auf den Zionismus bezughabende Passus derselben lautet: „ln Erwägung, dass die Ursache der Judennotli nur die Minorität der Juden unter den Völkern ist; in weiterer Erwägung, dass der jüdische Handlungsgehilfe— wie der jüdische Arbeiter überhaupt— weit mehr unter dem Drucke der Judennotli als der wirtschaftlichen Noth leidet, erklärt der Handlungsgehilfentag : Dass es keineandereErlösung ausder Judcnuotli gibt als die V e r w i r k 1 i c h u n g des ]) o 1 i t i s c h e n Z i o ri i s m u s, d. h. die Schaffung einer ölfentlich-rechtlich gesicherten Heimstätte im Lande unserer Ahnen, wo es den Juden ermöglicht ist, eine Majorität bilden zu können. Wir erwähnen noch, dass gleich bei Zusammentritt der Gonfercnz auf Antrag (los Delegierten G r o s s-Wien einstimmig beschlossen wurde, eine Bogriissungsdepesehe an l)r. Th. Ilorzl zu richten, und gellen der Hoffnung Ausdruck, dass unsere Gesimmngsgenossen allerorten die in Brünn geschaffene Organisation d<-r zionistischen Handliingsgeliilfenschaft Oesterreichs nach Möglichkeit fördern werden. Unser Bericht wäre unvollständig, wollten wir nicht des am Abende des ersten ConIVuvnztages von Seiten der Brunner Gesinnungsgenossen zu Ehren der aus allen Theben Oesterreichs so zahlreich erschienenen Delegierten in Liehesnys Restaurationssaale veranstalteten Gommerses, der sehr animiert verlief, Erwähnung thun. —b— Briefkasten. .,Bnei Zion“, Dolina. Dr. Fri e <1 1 ä n d e r. Wien, T.„ S c 1 iwa i z en 1) erg* j) 1 atz. J 8., Limmbach (Sachsen). Besten Dank für Ihre freundlichen Zeilen. L. R., Bialystok. XVir haben das Betreffende gelesen. Besten Dank. SV1. H, Briinn. Leider zu spät. Wir waren schon anderweitig versehen. Herzlichsten Zionsgruss. Israelitisches Mädchenpensionat Lausanne (lYauzös. Scliweiz) nimmt eine beschränkte Zahl junger Mädchen bei sich auf zur gründlichen Erlernung der französischen Sprache, Haushaltung und feiner Umgangsformen,Clavier, Kunstgesang etc. fpp* 75 Mk. pro Monat. — Beste Referenzen. Mme. Salberg. Le Chatelet. Rte de Pully. In meinem Verlag erscheint demnächst: Jüdischer Volkskalenderfür das Jahr,„5J6^il899~l900)- ierausgegeben von der lionistischen loreinigung für Deutschland. Der Kalender ist ein jüdisches Volksbuch im besten Sinne des Wortes. Er enthält neben dem hebräischen Kalendarium und einem reichen informatorischen Inhalt auf 200 Seiten glänzend geschriebene Aufsätze über jüdisches Leben und jüdische Literatur, Skizzen und Erzählungen, schwungvolle Gedichte und Biographien und Bilder berühmter Männer. Zu den Mitarbeitern des Volkskalenders gehören u. a.: W. Bambus, Dr. Max Nordau, Rabbiner Dr. J. Rülf, Professor Siissmann, Fabius Schach, Theodor Zlocisti. Der Kalender ist glänzend ausgestattet und bildet ein vorzügliches Buch zur Belehrung und Unterhaltung für alle Schichten der Judenheit. Preis ä Exemplar 50 Pf., in eleg. Leinwandband 1 Mk. Zu beziehen durch alle Buchhandlungen des In* und Auslandes, sowie auch gegen Einsendung des Betrages (inclusive 10 Pf. Porto, für Ausland 20 Pf.) vom Verlag. Vereine erhalten bei Massenbezug Rabatt. Buchhändler, die den Alleinvertrieb des Kalenders für einzelne Länder und Provinzen übernehmen wollen, werden gelten, sich möglichst bald mit mir in Verbindung zu setzen. LEIPZIG. Herausgeber: P. Naschauer. M. W. Kaufmann, . -'■■■"■■ ■- ■ ■ - ■■■■ ~ ... ■ i ji i ■ f*—i»i." . ' ' r— -; Verantw. Red.: Erwin Rosenberger. Bachdruckerei .Industrie“ (8. Bergmann) VIIL, Sctdöi. :lg. ü