Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 3 (1899)
- Issue
- 32 (11.8.1899)
- Article
- Johannesburg [Nachricht]
- Date
- 1899-08-11
- Page
- 15 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. n <4 Seite 16 wurden die folgenden Herren zu Ausschussmitgliedern gewählt: Rev. Dr. J. Hertz, Rev. D. W asser z u g B. A., Dr. A. A b elh eim, Dr. B. Liknaitzky, S. Bebro, N. Richardson, Heyman Morris, S. Lennox Loewe, E. Kaplan, M. Kaplan, Ch. Kupfer, Rev. M. Fr i e cl m a n, Ch. R a b i n o w i t z, A. O s r i n, B, Cha imowifcz, Jacob L i k n a i t z k y, Isaac Liknaitzk y, S. Sachs, J. Hark, J. Freundlich, M. Waine r, A. Bayer, W. Miller und A. Hoffman n, Nachdem die Versammlung ihren Dank den scheidenden Ausschussmitgliedern ausgesprochen hatte, schloss der Herr Präsident dieselbe. . -Am 17. v. M. fand die erste Sitzung des neuen Ausschusses in dem Vestry Room of tlie Johannesburg Hebro Congregation statt. Mr. L. Kessler präsidierte. Es wurde unter anderem einstimmig beschlossen, den gewesenen Ehrensecretär Herrn S. Lennox Loewe zum Ehrenmitglied der „Transvaal Zionist Association“ zu ernennen und ihm eine illustrierte Adresse zu überreichen. Die Herren L. Kessler und H. Goodmann wurden als die einzigen Delegierten für den nächsten Zionisten-Congress in Basel gewählt. Unsere Herren Delegierten haben diese weite und kostspielige Reise auf ihre eigenen Kosten unternommen. Linz. Auch in Oeberösterreich beginnt es sich zu regen, wenn auch die Agitation hier überaus spärlich und die Assimilation „trotz der Ungunst der Zeit“ — ein Lieblingsausdruck der Herren, mit dem sie unsere Argumente widerlegt zu haben glauben — an einzelnen .Orten-ihre Orgien feiert. Eben bereiten unsere hiesigen Gesinnungsgenossen eine Begrüssungsadresse an den Congress vor, die zeigen soll, wie viele Sympathien der Zionismus auch in solchen Gebieten errungen, wo Taufe und muthloses Verkriechen an der Tagesordnung sind. Vereinsnachrichten. Mähr.-Ostrau. Montag, am 24. Juli 1. J. hielt die jüd. akad. Ferialverbindung „Hessiana“ einen Wahlconvent ab, welcher folgendes Resultat ergab: stud. techn. Heinrich Goldfinger X? stud. techn. Arnold Redlich XX? stud. jur. Rud. Glücklich XXX- Bursztyn. Zufolge Versetzung des bisherigen Secretärs unseres Vereines „Chowewe Zion“, Herrn Jakob Aschkenasy, Lehrers der hiesigen Baron Hirsch-Schule, nach Monasterzysko wurde demselben bei der am 9. Juli 1. J. stattgehabten Ausschusssitzung, welche behufs Entgegennahme seiner Resignation und Neuwahl eines Secretärs stattfand, der Dank für seine bisherige verdienstvolle Thätigkeit ausgesprochen. Zum Beweise der Erkenntlichkeit für seine Thätigkeit auf dem Gebiete der Talmud-Thora-Schule, welche unter der Leitung unseres Vereines steht, wurde er einstimmig zum Ehrenmitgliede des Vereines ernannt. Noch ist zu bemerken, dass Herr A s ch ke n a sy durch die Gründung der gedachten Talmud-Thora-Schule, welche nach dem modernen Zeitgeiste eingerichtet ist, sehr viel zur Begeisterung für die zionistische Idee bei allen Schichten unserer Glaubensgenossen beitrug. Zeitschriftenrundschau. Der Petersburger „Kraj“ berichtet in einer jüngstens ein geführten Rubrik „Jüdische Chronik“ (Nr. 28) über die Stellung des russischen Unterrichtsministeriums zur Frage der Unterrichtssprache in den Rabbinerschulen. Diesem Berichte zufolge hätten die Curatoren des Odessaer und Wilnaer Unterrichtssprengels vom Unterrichtsministerium die Anweisung erhalten, darauf zu achten, dass in den „Jescliibhoth“ Religionsunterricht und Talmud nicht wie bis nunzu in jüdischer, sondern in russischer Sprache gelehrt werden sollten. Bei dieser Gelegenheit berichtet dasselbe Blatt einiges über diese , „Jescliibhoth“ im allgemeinen. Th Russland gäbe es eine sehr grosse Anzahl solcher „höherer“ Anstalten, in denen Rabbiner für grössere und kleinere Städtchen herangebildet werden. In einer derartigen „Jeschibha“ studieren einige hundert Jünger, welche, „im reifen Mannesalter, meistens verheiratet, ihre Frau und Familie zurücklassen, um nur den Lerneifer zu befriedigen.“ Zu den am meisten bekannten und besuchten gehören die „Jeschibhoth“ in Wolozyn. Mir, Slobudka, Lomza, Sion im. In der letzteren z. B. studieren 700 Schüler, unter denen es mehrere giebt, welche sich, da sie einfach nichts zu essen haben, jeden Tag in einem anderen wohlhabenden Hause um freie Unterkunft bestreben. In Sion im soll es auch reichere Häuser geben, wo gegen 20 Schüler jeden Tag bewirtet werden. Trotz der grössten materiellen Nöth vertiefen sich die meisten in das Studium des Talmud und erhalten, wie der Berichterstatter des „Kraj“ meint, einen ganz einseitigen Unterricht in der Philosophie der alten jüdischen Gelehrten. Die Augustnummer der „Jüdischen Chronik“ (Herausgeber Dr. A. Kurrein, Teplitz) weist folgenden Inhalt auf: Monatsschau: Tröstet, Tröstet mein Volk! — Die Hoffnung Israels. Von Samuel Meiseis. — Dänische Schriftsteller über Juden und Judenthum. Von Dr. Gölte!n. — Maimonides. Von Dr. Adolf Biach. — Brief aus Mähren. Von Judaeus. — Feuilleton: Jonathan Eibenschitz. Vortrag. Von Doctor M. L. Stern. — Jüdische Weltchronik. — Sprechsaal. Büchereinlauf. Die Agada der palästinensischen Amoräer. Drifcer Band: Die letzten Amoräer des Heiligen Landes. Von Dr. Wilhelm Bacher, Professor an der Landesrabbinerschule in Budapest. Strassburg i. E., Karl J. Trübner 1899. 8°. 802 8. D^ vITTT KD1T -,R o m und Jerusalem“ von Moses Hess, ins Hebräische übertragen von David Zeih ach. Warschau, 1899. Verlag „Tuschijah“. m2K *pTB »Die Sprüche der Väter‘c (Tractat Abothj, für die Schule bearbeitet und mit einer wortgetreuen russischen Uebersetzung versehen von A. Liboszitzky. Warschau, 1899. Verlag „Tuschijah“. DT riHn DT „Blut für Blut“. Eine historische Tragödie in fünf Aufzügen von Dr. J. L, Landau. Mit einer Einleitung von J. S. Fuchs. Krakau, 1897. 16°, 160 S. inyD TDT Ein agadischer und ein halachiseher Vortrag von Aron Lewin. Krakau, 1899. Im Selbstverläge. Briefkasten der Administration. Auf mehrere Reclamationen: Nummer 31 der „Welt“ wurde conflsciert. Jerusalem. Von Dr. Bodeoheimer. Am Bahnhofe zu Jaffa drängte sich unter der Mittagshitze eine bunte Menge meist europäisch gekleideter Männer und Frauen. Mit Mühe hatten wir für uns einCoup6 reserviert erhalten. Die erste Fahr dass e bietet an Comfort nicht mehr als die dritte Classe in Deutschland. Wenn der Zug voll besetzt ist, gehört die Fahrt nach Jerusalem daher nicht zu den grössten Annehmlichkeiten, besonders wenn die Sonne das Innere des Coupes in einem Glutofen verwandelt. Im Uebrigen erinnerte das Bild des Städtchens und der Station lebhaft an das Schwabenland, besonders an die Gegend zwischen Stuttgart und Tübingen. Wenn man bedenkt* dass die Insassen des Zuges, wie auch das Publicum auf dem Perron zum grossen Theil aus schwäbischen Colonisten. bestanden, welche Sitten, Gebräuche und Sprache aus ihrer deutschen Heimat nach Asien gehracht haben, ist die Täuschung begreiflich. „Erseht au nix vergessa?“ fragt eine besorgte Mutter den Sohn. „I han Dir au no ä paar