Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 3 (1899)
- Issue
- 31 (4.8.1899)
- Article
- Israel, von Gyp [Rezension]
- Date
- 1899-08-04
- Page
- 16 (sequence 3)
- Language
- German
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„Die O Weit“ Nr. :ii iSoitc 16 uber 1ml Frau Gyp in ihrer Schuldigkeit rocht nette Geständnisse abgelegt. Nicht bloss Kinder und Betrunkene^.7 auch Tobsüchtige sagen manchmal die Wahrheit, unddie feudale Gräfin, welche mit „Israel“ die Juden•*, beschimpfen wollte, hat in ihrer Rage aus Versehen die ' eigenen Leute blossgestellt. Man kann über die Juden, lächeln, die so dummstolz darauf sind, wenn ein Herzog ihnen die Ehre anthut, ein Beefsteak bei ihnen zu < ssen, oder wenn ein Graf sich herablässt, ihren Wildbestand wegzuschiesson. Man kann sie bedauern und sich über sie ärgern, wenn sie die mühelose Vornehmheit dieser Noblen anstaunen und nachahmen. Man kann das niedrig, albern, erbärmlich finden, — gemein aber sind diese eleganten Menschen, die den Juden verachten, und doch untereinander in eine schmutzige Gonciirrenz treten, wenn es gilt, sich dem Juden zu verkaufen. Ks sind wertvolle Enthüllungen, wenn Frau Gyp ihre französischen Aristokraten reden lässt. Wie diese Leute heucheln, simulieren, sich prostituieren des Geldes und wieder nur des Goldes wegen, dieselben vornehmen Leute, die den Juden Vorworten, dass sie -i des Geldes wegen schachern. Frau Gyp schildert die Juden als unbedenkliche, schwindelhafte Geldverdiener, aber immerhin als Verdiener, als erwerbende Menschen. Die anderen aber sind nur darauf aus, ihnen das Erworbene betrügerisch zu entlocken, es ihnen abzugaunern mit allen Mitteln, und der Effect, den Frau Gyp mit ihrem Buche erzielt, ist kein anderer, als dass sie die ungeheure Bauernfängerei auf deckt, welche in Frankreich die roya listischen Kreise berufsmässig betreiben. Für das heutige Frankreich ist dieses Buch documentarisch und manches wird erklärlich, von dei\ Teufelsinsel Ins auf den Mont Valerien, was man sonst nicht verstellen würde. Die Juden, welche dieses Buch lesen, müssten sich-bei Frau Gyp für die: empfangene Aufklärung bedanken. Die erbgesessenen Inwohner des Faubourg St. Germairt jedoch sollten sie aüf Geschäftsstörung klagen. F. 8. Briefkasten. A. Z. K. „Der Jude“ (Krakau), „Haiwri“ (Lemberg), „Hajoetz“ (Bukarest), „Zion“ (Marmaros-Sziget). „Jüdischer Express“ (Leeds) etc. — lsch Kutin, Nadworna. Der sonderbare Heilige verdient es keinesfalls, dass man sich mit ihm abgibt. Lassen Sie ihn nach seiner Fasern selig werden! B. Z., Jaroslau. Anonyme Anfragen können nicht berücksichtigt werden. Friederika Brzezan i sind, teclw. SamuelHirschberg vei. Margulies T arnopol Verlobte« Die in der „Well“ vom 7. Juli gutbesprochenen zum bibl. Unterrichte für die Tjand des «£ehrers - von JOS. PLOBE -- werden auch mit Vergnügen von jedem Bibelleser aufgenommen; werden. — Zu haben in den Buchhandlungen : R. Löwit, Rothenthurmstrasse 22 und J. Schlesinger, Seitenstettengasse 5. Der von den Zionisten in Lemberg unter der iRedaction von GUSTAV BADER in jüdisch-deutscher Mundart lieiausgegebene Jüdische Volkskalender IV. Jahrgang. n.ii lih rarischen Beiträgen von S. ,T. Abramowitz, BenSAvigdpr, 0. Eisenstadt, Dr. Farbstein, L. Jafte, M. L. Liliml.lum, Dr. A, Salt, Süsskind Rabinovvitz u. A. und jnit den Photographien von Dr. Theodor Herzl, Dr. Leon, l’inskcr, Dr. Nathan Birnbaum, Perez Smolensky, Profegsor Scliapira, Emile Zola und einer Kunstbeilage von M. Okin, ist. nur noch in einigen wenigen Exemp'aren zuAiaben und kostet mit portofreier Zusendung: 45 kr. — 90 Pf. -1 Frcs. 40 Kop. Ooldsendungen sind zu richten an: Verlag des „Jüdischen Volkskalenders“ in Lemberg. Der fünfte Jahrgang dieses Kalenders erscheint in zwei Wochen. «MG ln meinem Verlag erscheint demnächst: " ' ' Volkskalenderfür j.a-s-Jahr.,,5gt6rlil8ggiz1^- terausgegeben von der Zionistischen Vereinigung für ieuischland. Der Kalender ist ein jüdisches Volksbuch im besten Sinne des Wortes. Er enthält neben dem hebräischen Kalendarium und einem reichen informatorischen Inhalt auf 200 Seiten glänzend geschriebene Aufsätze über jüdisches Leben und jüdische Literatur, Skizzen und Erzählungen, schwungvolle Gedichte und Biographien und Bilder berühmter Männer. Zu den Mitarbeitern des Volkskalenders gehören u. a.: W. Bambus, Dr. Max Nordau, Rabbiner Dr. J. Rülf, Professor Süssmann, Fabius Schach, Theodor Zlocisti. Der Kalender ist glänzend ausgedatlet und bildet ein vorzügliches Buch zur Belehrung und Unterhaltung für alle Schichten der Judenheit. 0 Preis ä Exemplar 50 Pf., in eieg. Leinwandband 1 Mk. Zu beziehen durch alle Buchhandlungen des In- und Auslandes, sowie auch gegen Einsendung des Betrages (inclusive 10 Pf. Porto, für Ausland 20 Pf.) vom Verlag. Vereine erhalten bei Massenbezug Rabatt. Buchhändler, die den Alleinvertrieb des Kalenders für einzelne Länder und Provinzen übernehmen wollen, werden gebeten, sich möglichst bald mit mir in Verbindung zu setzen. LE,PZ,G M. W. Kaufmann, Herausgeber: P* Maschauer, Verautw. ReL: Erwin RosaiDerger* '*Buchdruckerei „Industrie“ (8. Bergmann) VIII., Schlösselg, 11 2043 3899 4176