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Die Welt · 1899-08-04 · 31 (4.8.1899) · p. None

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Journal
Die Welt
Volume
3 (1899)
Issue
31 (4.8.1899)
Date
1899-08-04
Page
None (sequence 5)
Language
German
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Pk »icinAribi ♦-:-< Redaction * Erscheint jeden Freitag. 4 ►-♦ Probe der Anzeigen: und Administration: Zuschriften sind nicht an einzelne Personen, sondern Die viermal gespaltene Petit¬ Wien an die Redaction oder Administration: Wien, IX., zeile 10 kr. IX., Türkenstrasse 9. Türkenstrasse Nr. 9, zu richten. Telephon Nr. 14199. Unfrankierte Briefe werden nicht angenommen und Einzelne Nummern 15 kr. *-< b Manuscripte nicht zurückgesendet. i ►---♦ 1 Oester reich- Ungarn: ganzjährig 6 fl. 12 Kr., halbjährig 3 fl. (5 Kr. Für das Ausland: Deutsch- DCnligupiCluUi land ganzjährig 13 Mk. 70 Pf., halbjährig 6 Mk. 85 Pf., England ganzjährig 14 8hg., halbjährig 7 8hg., Russland ganzjährig 7 R., halbjährig 3 R. 50 Kop., Schweiz, Frankreich, Italien, Türkei, Rumänien, Bulgarien, Serbien, Griechenland, Aegypten ganzjährig VI Frcs., halbjährig 8 Frcs. 50 Cts., Amerika ganzjährig 3 Doll. 40 Ct. Nr. 31 Wien, 4. August 1899. 3. Jahrgang Gespräche über den Zionismus aus dem Haag. (Mi*. Leon Rourgeoi s). Von Bertha v. Suttner. Es war an dem Tage, da das Ministerium Dupuy fiel. Die Nachricht davon und die Berufung Leon Bourgeois nach Pariskam erst um 0 Uhr abends nach Sclieveniiigen, wo eben der Chef der französischen Delegation mir die Ehre erwiesen hatte, nebst dem französischen Gesandten und noch einigen Herren mein Gast zu sein. Auch Dr. Herzl, damals auf der Durchreise nach London einige Tage in Holland verweilend, nahm an dem kleinen Diner t heil. Vor kurzem war Leon Bourgeois nach Paris abberufen worden, wo die Regierung seines Rathes bedurfte. Schon hatte man in den Gonferenzkreisen gefürchtet, dass er in seinem Lande zurückgehalten und die Arbeit nicht zu Ende führen werde, die ihm in der Friedensconferenz zugefallen war: die Leitung der Schiedsgerichts-Commission. Mit grosser Freude hatte man seine Rückkunft begrüsst. Audi ich drückte meinem Gaste diese Freude aus. Er antwortete leuchtenden Auges: „0, ich wäre um keinen Preis fortgeblieben, meine hiesige Aufgabe passioniert mich zu sehr ..." „Auch um den Preis nicht., wieder Ministerpräsident oder — das stellt Ihnen vielleicht auch einmal bevor — Präsident, der Republik zu werden?“ Er schüttelte den Kopf: „Daran denke ich nicht, fiebrigens glaube ich meinem Vaterlande am besten dienen zu können mit dem, was meine heilige Mission ist — eine Mission, die mich schon darum doppelt freut, weil ihr Ziel nicht nur meinem Vaterlande, sondern der ganzen Welt als Nutzen und Segen winkt*“ Leon Bourgeois hat die Gharaktereigenheit, sich —- wie er sich ausdrückte — „zu passionieren“ für das, was er einmal unternommen hat. Er ist der Jüngste unter den Delegationschefs und Unter all den weisshaarigen Botschaftern, den Diplomatie* Veteranen Staal, Münster, Nigra u. s* w., nimmt er sicly mit seinem schwarzen Kopfe aus, wie — so bemerkte W. T. Stead in seiner Chronica — wie ein Star unter Möven» Geboren 1851, ist Leon Bourgeois einer der wenigen unter den Delegalionsluiuptern, die nicht in der Diplomatie aufgezogen sind. So jung er ist, hat er schon an der Spitze der französischen Regierung gestanden; wenn er auch nicht lange im Amte war, so konnte er doch der Welt schon einen Vorgeschmack seiner Eigenschaften geben. Er hat sich nicht, gerade als „Friedenstaube“ gezeigt. Weder in Sachen Chinas, noch Aegyptens, noch Madagaskars hat er sich besonders nachgiebig erwiesen, sondern stets entschlossen, die Forderungen Frankreichs mit Energie aufrecht zu halten. Ehe er Ministerpräsident war, hatte er — von 181)0 bis 1892 — das Ministerium des Unterrichtes inne. Dann wurde er Justizminister, und es fiel ihm die peinliche, aber nothwendige Aufgabe zu, zur Zeit, als Ribot an der Spitze des Cabinets stand, die Panamisten zu verfolgen. Nach dem Sturze Ribots blieb Bourgeois ein Jahr ausser Amt, wurde aber dann mit der Bildung des Cabinets betraut. Nebst der Präsidentschaft übernahm er das Portefeuille des Innern; doch dauerte seine Regierung nur sechs Monate. An seinem Sturze war der Senat schuld, der ihm wegen seiner Begeiste- - rung für die Einkommensteuer stets abhold war. Bourgeois ist ein Mann der Feder und hat gar vieles veröffentlicht; unter anderem eine Studie über die Solidarität des Menschengeschlechtes. Der Hauptdienst, den er seinem Lande geleistet hat, besteht in der Förderung des Realunterrichtes; er ist mit allen Theilen der Administration vertraut, da er eine zeitlang als Polizeipräfect und als Generalsecretär der Seine-Präfectur gedient bat. In seinem Wesen ist Bourgeois eher energisch als diplomatisch und ist, im Principe, vollständig einig mit den Einberufern der Conferenz. Er ist zum Vorsitzenden der dritten Commission (über Schiedsgericht) ernannt worden und hat in diesem Amte die nöthigen Eigenschaften von Takt und Festigkeit entwickelt, die eine erfolgreiche Leitung verbürgen* Obige Notizen sind einer Broschüre entnommen* die unter dem Titel „The parliament of Peace and its members“, von der „Review of Reviews“ herausgegeben, die Porträts, Biographien und Charakteristiken stimmt* lieber Gonferenzmitglieder bringt. So viel hatte ich von Leon Bourgeois nicht zu erzählen gewusst, nur d a s kann ich aus eigenem hinzufügen: er ist ein „charmeur“»

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