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Die Welt · 1899-07-28 · 30 (28.7.1899) · p. 9

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
3 (1899)
Issue
30 (28.7.1899)
Article
[Ohne Titel] / Jaffe, L.
Date
1899-07-28
Page
9 (sequence 1)
Language
German
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Nr. 30 „Die H Welt“ Seite 9 Tribüne. Sehr geehrter Herr Redacteur! Wir bitten Sie lim Veröffentlichung folgender Zeilen : Vor kurzem ist in Heidelberg von hiesigen Zionisten eine hebräische Lesehalle gegründet worden. Aus Mangel an Mitteln sehen wir uns gezwungen, an alle Autoren hebräischer Bücher und Redactionen hebräischer Zeitschriften die Bitte zu richten, uns bei diesem Werke behilflich zu sein. Auch Beiträge in anderen Sprachen, welche jüdische Angelegenheiten behandeln, namentlich jüdische Zeitschriften, werden gerne und dankbar angenommen. Für die Aufnahme obiger Zeilen im voraus bestens dankend, verbleiben hochachtungsvoll L. Jaffe. Ahron Eliasberg Bauerstrasse Nr. 11. Wir haben in Nr. 28 einer telepraphischen Kundgebung des Herrn Julius Hochfeld, Vizepräsidenten des „Ahavath Zion", Raum gegeben. Daraufhin erhalten wir folgende Zuschriften : Sehr verehrte Redaction „Die Welt“ in Wien, IX., Türkenstrasse 9. Auf Grund des § 19, Press.-G., ersuche ich liöfl. um Aufnahme nachstehender Berichtigung in Ihr geschätztes Blatt: Es ist nicht wahr, dass die Mehrheit des Ausschusses des Vereines für Colonisation Palästinas „Aliawath-Zion“ in Tarnow mit meinen in der „Oesterreichischen Wochenschrift,“ über den „Organischen Zionismus“ veröffentlichten Ausführungen nicht einverstanden ist. Wahr ist es vielmehr, dass bei der am 23. Juli 1899 stiittgefundcnen Ausschusssitzung, an der sich 20 Ausschussmitglieder betheiligt haben, mir das vollste Vertrauen einstimmig ausgesprochen und mit 17 Stimmen erklärt worden ist, dass die Behauptungen des Herrn Julius Hochfeld in der Nummer 28 „der Welt“ der Wahrheit nicht entsprechen. Genehmigen Sie den Ausdruck meiner gebärenden Hochachtung Di*. Abraham Salz. * Sehr verehrte Redaction „Die Welt“ in Wien, IX., Türkenstrasse 9. „Wir ersuchen höü. um Aufnahme nachstehender Berichtigung in Ihr geschätztes Blatt: Es ist nicht wahr, dass die Mehrheit des Ausschusses des gefertigten Vereines mit den Ausführungen unseres Vereinspräsidenten Herrn Dr. Abraham Salz in der „Oesterreichischen Wochenschrift“ nicht einverstanden ist und dass Herr Julius Hochfeld zu einem Proteste von vielen Mitgliedern berechtigt worden ist. Wahr ist es vielmehr, dass bei der am 23. Juli 1899 stattgefundenen Ausschusssitzung des Vereines, an der sich 20 Ausschussmitglieder betheiligt haben, dem Herrn Präsidenten Dr. Abraham Salz das vollste Vertrauen einstimmig ausgesprochen und mit 17 Stimmen erklärt worden ist, dass die Angaben des Herrn Julius Hochfeld in der Nummer 28 „der Welt“ der Wahrheit nicht entsprechen. Für die Aufnahme dieser Berichtigung bestens dankend, zeichnen wir mit dem Ausdrucke der Hochachtung für den Verein: Leib Spitz ' S. M. S p i r a I Vicepräses. derzeit Secretär,“ Weltchronik. Das Denkmal für Heinrich Heine in New-Yurk wurde am 8. Juli enthüllt. Etwa 25.000 Menschen wohnten der Feier bei, die vom Verein „Arion“ mit einem Gesangs vortrage eingeleitet wurde. Dr. Richard hielt die Festrede, in welcher er Heine als Dichter und Vorkämpfer der freiheitlichen Ideen pries. Sodann übernahm cler Präsident des Stadtrathes Guggenheimer das Denkmal namens der Stadt. Ein Massenchor, an dem sich alle Gesangvereine betheiligten, brachte die Loreley zum Vortrag. Heines Neffe, Louis Spanier, war mit seiner Familie aus Washington, der Bildhauer Herter, der Schöpfer des Denkmals, gleichfalls mit seiner Familie aus Deutschland herübergekommen. Das Comitö sandte ein Telegramm an Heines in Hamburg lebende Schwester, Baronin Embden, ab. Die an dem Denkmale angebrachte Inschrift lautet: „Die Deutschen der Stadt New- York ihrem Dichter“. Das Denkmal, ein Loreloy-Brunnen, war ursprünglich für Düsseldorf geschaffen worden, dessen Stadtvertretung die Aufstellung jedoch nicht erlaubte. Auch Mainz lehnte das Denkmal ab. Ein Schwimmer. Der Antisemit Antoni, eine der Hauptstützen von Max Regis in Algier, macht es der Polizei recht schwer, sich seiner Person zu versichern und ihn ins Gefängnis abzuführen, um dort seine sechs Monate wegen seiner Betheiligung an den Kundgebungen von Bonfarik abzusitzen. Letzthin warf er sich von dem Po st dumpfer, der ihn von Marseille nach Algier zurückführte, ins Wasser, als er Polizisten im Hafen erblickte, die ihn erwarteten, und schwamm ans Land, ohne von ihnen gefasst werden zu können. Seitdem suchte man vergeblich nach ihm. Am 10, Juli wurde er, während er ruhig vor einem Cafe in Algier sass, von einem Polizeicommissär erkannt und sofort festgenommen. Als man Antoni aber im Wagen aus dem Wachlocale nach dem Gefängnisse Barberuste bringen wollte, entschlüpfte derselbe wiederum seinen Wächtern und eilte dem Hafen zu. Dort warf er sich wieder ins Wasser, und nun entspann sich ein förmlicher Kampf zwischen ihm und den Beamten, die ihm in Booten nachgesetzt waren, und die natürlich doch die Oberhand behielten und den triefenden Gefangenen auf Nummer Sicher brachten. Judenreine Sommerfrischen. Die „Antisemitische Correspondenz“ gibt noch folgende „judenreine“ Sommerfrischen an: „Bansin bei Heringsdorf, Brühers Strand schloss bei Swinemünde, Insel Wilna bei Rügen, Augustusbad bei Radeberg, Ligau bei Dresden, Johanneser Gurhaus bei Zellerfeld (Harz), und Peterrothafen bei Swinemünde.“ Aus Elsass-Lothringen. Die gegenwärtig in Frankreich in Schwung befindliche antisemitische Hetze tritt in ihren Wirkungen auch in Elsass-Lothringen im gewissen Grade zutage. Nach dem Kriege siedelten zahlreiche jüdische Familien nach Frankreich über, so dass bis 1890 die Zahl der Elsässer Juden die 1871 40.812 betragen hatte, auf 34.361 zurückgieng. Neuerdings vollzieht sich nun eine Art Rückwanderung derselben, wohl hauptsächlich, weil ihnen der Aufenthalt infolge der fortwährenden Angriffe in der antisemitischen Presse verleidet wird. Diese Angriffe gehen so weit, dass theilweise eine förmliche Boycottierung jüdischer Geschäfte stattfindet, und auch im täglichen Verkehre, besonders in den kleineren Städten die Juden allen möglichen Belästigungen ausgesetzt sind. Erzbischof Kohn. Man schreibt uns ausOlmütz: „Unsere christlichen Mitbürger, ob deutsch, ob czechisch können es noch immer nicht verschmerzen, dass ihr Erzbischof — ein Kohn ist. 1. Als er neulich zur Kirchen Visitation nach PI Ilmenau (bei Prossnitz) kam und seine Pferde bei einem Bauern wollte einstellen lassen, prügelte sie dieser blutig und trieb sie hinaus, denn „er wolle mit einem Jud^n nichts

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