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Die Welt · 1899-07-28 · 30 (28.7.1899) · p. 6

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
3 (1899)
Issue
30 (28.7.1899)
Article
Die jüdische Colonialbank
Date
1899-07-28
Page
6 (sequence 2)
Language
German
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Seite , 6 „Die <*. Welt“ Nr. 30 Ich will Sie nicht weiter durch Aufführung aller der Schwierigkeiten aufhalten, welche sich uns bei Schaffung einer Gesellschaft entgegenstellten, die ihrem Character nach einzig dasteht, sondern möchte Ihnen nur auseinandersetzen, dass alle entstandenen Verzögerungen der Subscription, welche, meiner Meinung nach, überhaupt nur dem grenzenlosen Enthusiasmus der über die ganze Erde verbreiteten Zionisten entsprangen, ausschliesslich auf die Sicherheit und Gesetzmässigkeit zurückzuführen sind, welche die Gründer selbst für ihre unbedeutendsten Handlungen für absolut notwendig erachteten. Mittlerweile waren die Gründer in der Lage, die Gesellschaft am 20. März d. J. mit einem Capital von S' 2,000.000 handeisgericlitlich eintragen zu lassen und die Subscription am 28. März zu eröffnen. Die Erhöhung der ersten Einzahlung auf 20°/o erheischte die Annullierung des ganzen mit der 10°/0igen Vorsubscription zusammenhängenden Werkes. Der erste Tag der Subscription brachte bereits Tausende von Actienzeichnungen, und am 28. April waren die Directoren in der angenehmen Lage, vorläufig bekannt zu geben, dass die laut dem Prospectus verlangte Minimalnummer von Zeichnungen weit überschritten sei. Hierauf begann das Ordnen der Subscriptionen und die Centralisierung der Gelder nach London, und ich überlasse es Ihnen, meine Herren, von denen ja viele mit den Schwierigkeiten vertraut sind, welche mit der Organisierung einer Aktiengesellschaft verknüpft sind, zu beurtheilen, was dies heisst. Ein Besuch unserer Bureaux zu beliebiger Zeit, bei Tag oder bei Nacht, würde Ihnen eine Idee von - der Natur unseres Unternehmens verschafft haben. Es genügt, zu sagen, dass am 29. Juni um 12 Uhr, in Gegenwart des Vorsitzenden des Aufsichtsrathes, der Rechtsanwälte und Rechnungsrevisoren, die Directoren der Gesellschaft-, welche sich von ihren Plätzen erhoben hatten, 'einstimmig den Beschluss fassten, zum Allotment der gezeichneten ersten Viert elmillion Actien zu schreiten, durch welchen Act der Jewish Colonial Trust (Jüdische Colonialbank) Limited, ein fait accompli wurde. Was die Gründer anbelangt, so darf ich, ohne unbescheiden zu sein, behaupten, dass sie ein Vorbild ihrer Classe geschaffen haben, welches als ein Muster dessen dienen mag, was Gründer sein können. In der Regel empfangen sie den Löwentheil am Profite für das Risico, dem sie zweifelsohne ausgesetzt sind, und für all’ die Mühe und Arbeit, welche sie haben, bevor die Gesellschaft zustande kommt, während in vielen Fällen die Auslagen der Gründer aus dem Capital zurückerstattet werden. Wie steht es nun bei uns? Die Gründer des Trustes schossen Tausende von Pfunden ä fonds perdu vor, deren Rückzahlung nur für den Fall zu erwarten war, dass die Gesellschaft wirklich zustande kam, und dann wiederum nur aus dem zu erwartenden Einkommen. Jeder Profit an dem von ihnen vorgeschossenen Gelde ist für sie vollständig ausgeschlossen, auch haben sie in Bezug auf die Verkeilung der Dividende keine Stimme; das einzige Recht, das ihnen zusteht, besteht darin, die Principien des Zionismus und die Interessen der Bank zu überwachen. Zur Zeit sind in unseren Registern die Namen von über 100.000 Actionären eingetragen. Diese Thatsache ist, so viel ich weiss, in der Geschichte von Bankgründungen ohne Gleichen und kennzeichnet klar die Grundlage der Gesellschaft, welche, weit davon entfernt, der Ausfluss einer gereizten Einbildung einiger Fanatiker zu sein, geschaffen wurde, in der festen Ueberzeugung von Tausenden, dass etwas geschehen müsse, unsere Brüder zu unterstützen? deren Mehrzahl in äusserster Nothlage sich befindet. Vom Standpunkt der Continentalen Actionäre sprechend, hoffe ich, dass Sie, meine Herren, uns helfend beistehen werden, und in erster Linie erwarten wir Hilfe von unseren englischen Religionsbrüdern. Was wir fordern, ist nicht Geld, sondern wir hoffen, dass jene, welche mit der Führung commercieller Unternehmen vertraut sind, einen geringen Theil ihrer Zeit unserer heiligen Sache widmen und durch ihr Wissen und ihre Erfahrung zur Förderung des Unternehmens beitragen, dem auch wir unser Interesse gewidmet haben. Es liegt mir viel daran, Sie wissen zu lassen, dass es dem gegenwärtigen Aufsichtsrathe im höchsten Grade angenehm wäre, die Führung des Trustes unter der Leitung von Londoner jüdischen Banquiers zu sehen. Was werden wir nun ferner unternehmen? Es wird Sie nicht überraschen, zu hören, dass wir in derselben Bahn fortfahren werden, in der wir unser Werk begonnen haben, d. h. in Uebereinstimmung mit unseren Statuten und dem Prospectus zu handeln, welche uns deutlich den Weg für die nächsten 12 Monate vorschreiben, nämlich, uns weiter zu bemühen, unsere Actien zu placieren, die restlichen Zahlungen einzusammeln und inzwischen Ihre Gelder zum bestmöglichen Nutzen der Gesellschaft und in Uebereinstimmung mit Ihren Directoren und den Aufsichtsräthen zu überwachen. Um Sie hier nicht unnöthig aufzuhalten, möchte ichhiur noch erwähnen, dass jede gewünschte Information in Bezug auf Actien, Gelder oder andere Geschäftsangelegenheiten bereitwilligst im Bureau der Gesellschaft ertheilt wird, und es bleibt mir nur noch übrig, Ihnen für Ihr Erscheinen zu danken und die Versammlung zu schliessen. Verzeichnis der Firmen welche in ihren Centralen und Filialen Gelder für den „Jewish Colonial Trust“ annehmen: England. „Jewish Colonial Trust“ (Jüdische Golonialbank) Limited* London, Broad Street, Avenue, E. G. London and Provincial Bank Limited. Lothbury E. G. and its Brauches. Hofland. Kasvereeniging, Amsterdam. Lissa & Kann, Haag. Moskauer Internationale Handelsbank, Rotterdam. Deutschland. Jul. Kalmus, Berlin, Winterfeldstrasse Nr. 13. D. Wolffsolin, Köln a. Rh., Karolingerring Nr. 27. Moskauer Internationale Handelsbank, Danzig. Moskauer Internationale Handelsbank, Königsberg (Preussen). Moskauer Internationale Handelsbank, Leipzig. Moskauer Internationale Handelsbank, Stettin. Frankreich. Societe Generale, Paris, 54 & 56 Rue de Provence. Moskauer Internationale Handelsbank, Marseille. Oesterreich-Ungarn. J. & A. Brecher, Wien, IX., Liechtensteinstrasse 3. Galizien. Jüdisch-Nationaler Bankverein, Kolomea. Rumänien. Heinrich Rosenbaum, Jassy. Rottenberg, Braila. Lindenberg Naohmias, Bukarest Cohen, Ploesci. Samsony, Piatra. Afrika. „Bank of Africa“ and all its Branches. Persien. Moskauer Internationale Handelsbank, Teheran.

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