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Die Welt · 1899-07-28 · 30 (28.7.1899) · p. 5

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
3 (1899)
Issue
30 (28.7.1899)
Article
Der dritte Congress
Date
1899-07-28
Page
5 (sequence 2)
Language
German
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Nr. 30 „Die A Welt“ Seite 5 Die Wahlleiter haben den ganzen Wahlact, Wahllisten, Stimmzettel, Protokoll, Coupons sofort nach vollzogener Wahlhandlung an das Congressbureau in Basel einzusenden. * * * Die Sitzordnung der Delegierten wird vom Congressbureau bestimmt werden. * * Wünsche wegen Unterbringung und Verpflegung der Delegierten wollen möglichst frühzeitig dem Congressbureau in Basel übermittelt werden, weil sonst bei dem grossen Anwachsen der Obliegenheiten des Bureaus vor dem Congresse für die Berücksichtigung dieser Wünsche oft nicht Vorsorge getroffen werden könnte. Für rituelle Kost ist selbstverständlich gesorgt. * * * Die ersten Delegierten hat Transvaal signalisiert. Die Herren Henry Goodmann und Kessler werden die „Zionist Federation“ in Johannesburg, die gegenwärtig 913 Mitglieder zählt, auf dem Baseler Congresse repräsentieren. * * * Das Actionscomitd hat bereits ein Presscomite eingesetzt. Dieses hat den Zweck, den Vertretern der Presse, die wie im Vorjahre auch heuer in grosser Anzahl den Verhandlungen des Congresses anwohnen werden, alle möglichen Erleichterungen zu gewähren. Ein zu diesem Zwecke eigens errichtetes Bureau wird über die Verhandlungen täglich einen Bericht herausgeben. Dieser Bericht steht sämmtlichen Correspondenten und auch der nicht erschienenen Presse selbstverständlich kostenlos zur Verfügung. Es wird dafür gesorgt werden, dass diese Communiques auch in englischer und französischer Sprache erscheinen. * * * Ausser den bereits gemeldeten Gegenständen wird das Actionscomitd auch diejenigen Angelegenheiten auf die Tagesordnung setzen, deren Erörterung derzeit noch nicht vorhergesehen werden kann, sich aber bis zur Abhaltung des Congresses als nothwendig ergeben sollte. H . * * Das Secretariat des Actionscomitäs richtet nochmals an alle Vertrauensmänner die dringende Bitte, folgende schon mehrmals veröffentlichte Fragen umgehend an das Wiener Bureau zu beantworten: 1. Wieviel Vereine existieren in Ihrem Bezirke, Bayou und Lande? 2. Wie lauten Ihre Namen und ihre Wohnsitze? 3. Wie gross ist die Mitgliederzahl jedes Vereines? 4. Wie gross war die Mitgliederzahl jedes Vereines im Vorjahre? 5. Wieviel neue Vereine sind seit dem II. Congresse entstanden? 6. Welche Vereine haben sich in der Zeit seit dom JI. Congresse aufgelöst? 7. Worin bestand die Thätigkeit der Vereine? 8. Waren die Vereine rein zionistisch oder verfolgten sie auch Nebenzwecke? 9. Wie stellt sich percentuell die Zahl der Zionisten jeder Stadt zur Zahl der dort wohnenden Juden? Eine genaue und übersichtliche Berichterstattung auf dem Congresse über den Fortgang unserer Bewegung ist ohne diese Antworten unmöglich. Es wird unter allen Umständen erwartet, dass mindestens die ersten 5 Punkte des Fragebogens schleunigst erledigt werden. * . * -i- Die Fahrpreise nach Basel stellen sich wie folgt : Wien—Innsbruck—Arlberg—Zürich—Basel: I. CI. Schnellzug ö. W. fl. 47 35 II. „ „ „ „ „ 30*50 III. „ Personenzug „ „ „ 13*30 Berlin—Frankfurt—Basel; I. Ci. Schnellzug ö. W. fl. 48 30 II. „ „ „ „ 34'90 III. „ „ Mark 40*60 Ermässigte Rückfahrtkarten. Die jüdische Colonialbank. London, den Sl. Juli. Die statutarische Versammlung des „Jewish Colonial Trust“ (Jüdische Colonialbank) Limited, fand vorigen Donnerstag, nachmittags um 2 Uhr im Winchester House statt. Nachdem der Generalsecretar Herr James H. L o e w e die Notiz betreffend die Einberufung der Versammlung verlesen hatte, machte der Vizepräsident Herr J. Kann, von der Bankfirma L i s s a & Kann, Haag, folgende Bemerkungen: Meine Herren! Ich muss Ihnen in erster Reihe das Bedauern des Vorsitzenden Herrn D. W olffsohn aussprechen, welcher augenblicklich nicht nach London kommen konnte und mich bat, ihn zu vertreten. Obgleich die Mehrzahl der hier anwesenden Actionäre weiss, dass dies nur eine statutarische Versammlung ist, in welcher Geschäftsbeschlüsse nicht gefasst werden können, und die nur abgehalten wird, um dem Gesetze zu genügen, welches die Einberufung einer Versammlung innerhalb vier Monaten vom Tage der Eintragung der Gesellschaft in das Handelsregister verlangt, glaube ich doch, dass es besser ist, diese Erklärungen zur Information derjenigen zu gehen, welche abwesend oder mit dem Gesetze nicht vertraut sind, und deren Anzahl mit Rücksicht auf den cosmopolitischen Charakter unserer Gesellschaft möglicherweise nicht gering ist. Der wirkliche Zweck dieser sogenannten statutarischen Versammlung scheint mir zweifacher Natur zu sein : 1. Einen Zeitpunkt zu bestimmen, von welchem aus gerechnet 21 Tage später eine Liste der Actionäre beim Gericht deponiert werden muss, und 2. das thatsächliche Zustandekommen der Bank öffentlich zu bekunden durch eine persönliche Vorstellung zwischen Actionären nnd Directoren. Unter diesen Umständen beabsichtige ich nicht, von dem üblichen Lauf der Dinge, welcher augenblicklich ein äusserst zufriedenstellender ist, abzuweichen, nämlich den Actionären ein kurzes Resume dessen zu gehen, was bereits gethan wurde und was wir noch zu tliun hoffen, und indem ich dadurch etwaige Anfragen gleich vorweg beantworte, glaube ich auch die Zeit der Anwesenden weniger in Anspruch zu nehmen. Das ursprüngliche Bankcomitä, welches von dem zweiten Baseler Congresse im August 1898 ernannt wurde, bestand, wie Sie wissen, aus ernsten Männern aus allen Thcilen Europas, welche keinen Augenblick säumten, sich in London zu versammeln, um die ersten Schritte zur Ausführung des ihnen anvertrauten Werkes zu unternehmen; die erste Versammlung fand demzufolge bereits am 5. October statt. Die grosse Menge der Documente und Correspondenzen, welche sich inzwischen angesammelt hatten, wurde übernommen und sortiert. Wichtige juristische Verhandlungen mit bedeutenden Rechtsanwälten wurden unternommen, um unser vorschriftsmässiges Vorgehen zu überwachen. Die Gründer zahlten in klingender Münze die veranschlagte Summe zur Deckung der Ausgaben, und unter Zugrundelegung größtmöglicher Sparsamkeit wurde ein Personal engagiert, das sein Work mit Ernst und Eifer begann.

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