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Die Welt · 1899-07-21 · 29 (21.7.1899) · p. 14

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Journal
Die Welt
Volume
3 (1899)
Issue
29 (21.7.1899)
Article
London
Date
1899-07-21
Page
14 (sequence 2)
Language
German
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Seite 14 „Die HL Welt“ Nr. m GeUInnhäufüng würde ausreichend noch ist es eine endgilt i g e Befreiung. Der jüdische Imperialismus, die Idee des ..Grossjurlenthums“, hat gerade in den declassiorten. Kreisen des Westens, für welche, nach der Sonntag abgegebenen Erklärung Mr. Montefiores die Gesellschaft ihr altes, ohne Nutzen Geld verschwendendes System beibehalten will, begeisterte Anhänger -gefunden. Und so lange die Ica und ihre Fürsprecher, denen ähnliches Streben nicht abgesprochen werden soll, die zionistische Bewegung nicht als die einzige leben- und zukunftverheissende des Juden-; thums erkennen und darnach ihre Haltung einrichten, so lange werden wir gezwungen sein, bei unserer Behauptung zu ldeihen: dass sie den alten Strom, der über «las moderne Judenthum flutet, nicht verstehen.“ — Der Versammlnngsbericht verzeichnet eine bemerkenswerte Rede Dr. G aste U s. Nachdem Dr. Gaster die optimistische Meinung, als wäre der Antisemitismus im Niedergänge begriffen, treffend abgefertigt; richtete er einen ergreifenden, mächtigen Appell an die Association, sich an dem grossen und edlen Werke, das vor ihren Augen geschehe, zu bethoiligen, die Ica zur Mithilfe aufzufordern, und sich die Gewissensfrage vorzulegen, oh nicht die zionistische Lösung die beste sei und ein Alternativplan überhaupt in Frage komme. Der Council möge ans seiner Gleichgiltigkeit heraust roten, sich ein Herz fassen lind den Millionen von leidenden Brüdern auf die von diesen selber ge w ü n s c h te W eise zu Hilfe kommen. Dann könnte Grosses erreicht werden. — Dr. Gast eis Ansprache erzielte einen mächtigen Eindruck. London, 14. -luli. Tn der Jahresversammlung der Bnoi Zion Association wurden die Herren Dr. Gast o;r. E. M. C o h e n , J. de H a a s und E. O u i 1 a v o f f zu Congressdelegierten gewählt. Im Namen des Vereines überreichte Dr. Gaster dem Vieepräsidenten, J. de Haas, eine goldene Medaille und hob in seiner beifällig aufgenommenen Ansprache die Verdienste, die sich de Haas seit drei Jahren um den Verein und den Zionismus erworben, lobend hervor. Der Gefeierte dankte in bewegten Worten für die Ehrung. Amerika. New-York. Die Juden in Brooklyn hei New-York haben infolge der andauernden und von der Polizei stillschweigend geduldeten Angriffe zur Selbsthilfe gegriffen. Sie bildeten aus ihrer eigenen Mitte ein Hilfscorps, das bereits verschiedene Erfolge aufzuweisen hat. Buenos-Aires. (A u s den j ii d i s c h e n C o 1 o n i e n i n Argentinien) kommen wieder schlimme Nachrichten. Die Lage der dortigen Colonisten gestaltet sich immer unerträglicher. Ende Mai <1. J. richteten 1 BO Colonistenfarmlien der Ansiedlung M a n r i c i o eine Bittschrift, an die Direction der „Jewish Colonisation Association“ in Buenos-Aires. in der sie ihre bittere Noth klagen lind jede Hoffnung auf eine künftige Besserung der Verhältnisse als aussichtslos hinstellen. Bis jetzt habe jede Ernte ihren grossen „Krach“ gehabt. Bald war es übermässige Dürre, bald ungewöhnlicher Frost und bald Heuschrecken, die die Saat zunichte machten. Heuer blieben die Colonisten von all diesen Heimsuchungen verschont, auch war der Saatenstand laut dem Zeugnisse der einheimischen Bevölkerung der günstigste seit 30 Jahren, und dennoch lohnte der Acker den Colonisten ihre Arbeit fast gar nicht, da die Getreidepreise von einer beispiellosen Niedrigkeit sind, so dass der Landmann nicht einmal auf die Kosten seiner Aussaat kam. Zum Schlüsse der Bittschrift gehen die Colonisten ihren Wunsch zu erkennen. anderswo angesiedelt zu werden, da ihnen in Argentinien ein klägliches Ende bevorstehe. Ein Gesuch desselben Inhalts richteten die Ansiedler von Mauricio an den Präsidenten der „Jewish Colonisation Association“ in Paris. Allerlei Nachrichten. Es war jüngst an dieser Stelle von dem 800.000 Dollars kostenden Neubaue des grossen New-Yorker jüdischen Mount-Sinai-Hospitals die Rede. Dasselbe soll an einer der feinsten Strassen, der 5. Avenue erstehen, wo zu dem Zwecke schon seit vielen Jahren ein passender Bauplatz erworben war. Nun wird der Vorschlag gemacht, diesen Platz, dessen Wert um ein sehr Bedeutendes gestiegen, zu verkaufen, einen Platz in einer weniger theuren Gegend an zu kaufen und aus dem Mehrerlös Hypothekenschulden zu amortisieren und sonstige Neuanschaffungen zu bestreiten. Wie aus Karlsruhe gemeldet wird, sind in der Statistik des Oberkirchenrathes für die 5 letzten Jahre 52 Ueberhitte vom Judenthum zum Protestantismus verzeichnet. Diese Zahl dürfte wahrscheinlich hinter der Wirklichkeit weit Zurückbleiben. Es sind nämlich die Uebertritte von Kindern darin nicht verzeichnet, und es liegt Grund zu der Annahme vor. dass gerade diese besonders häufig von jüdischen Eltern im Hinblicke auf die Zeitströmung bewirkt werden. — Ein Verbot des Schächters hat die Regierung des Fürsten thums Sch warzhurg - Sondershausen erlassen, wie ein Vertreter derselben auf der am 2. Juli in Arnstadt ah gehaltenen Genera] Versammlung des Verbandes thüringischer Thierschulzvereine mittheilte. In Breslau hat sich ein Provincial-Comite gebildet zur Unterstützung der Bovyslawer Arbeiter. Demselben gehören die geachtetsten Personen der dortigen jüdischen Gemeinde an. -r- In Schwerin a. d. W. starb am Samstag 24. Juni der Cantor Mannheim bei Ausübung seiner Functionen und zwar, als er gerade die ersten Worte des Nisehmas-Kolchai-Gebetes gesungen. Er hat seinem Amte 25 Jahre vorgestern den. * Die „Deutsche Tageszeitung“ schreibt in einer ihrer letzten Nummern mit Beziehung auf die Thal suche, dass die jüdischen Kinder in den höheren Schulen pvoeentualiter hei weitem über wiegen, ..das de,' jüdischen Bildungswuth“ endlich Einhalt gethan werden müsse. Im New-Yorker Normal - College (Gymnasium) für Mädchen, haben sich zur jüngst abgehaltenen Abgangsprüfung 1032 Schülerinnen gemeldet, wovon circa 700 die Prüfung bestanden. Es befinden sich darunter 30 Percent Jüdinnen. Tn Karlsruhe (Baden) starb vorige Woche im 81. Lebensjahre Moriz Rautlinger, ein bekanntes Mitglied der jüdischen Gemeinde. Der Verstorbene hatte beim Hofthoaterhrande im Jahre 1847 3ß Menschen das Leben gerettet. * In Elbing hat Commercienrath Bernhard Löser anlässlich des 25jährigen Bestehens seiner Cigarrenfabrik eine Stiftung von 100.000 Mark zugunsten seiner Arbeiter errichtet. Die zionistische Bewegung Spenden für zionistische Zwecke, sowie Schekelzahlungen sind an das Bureau des Zionistencongresses, Wien, IX., Türkenstrasse 9, Schekelblocks, sowie -Juxten an das Bureau des Zionistencongresses, Basel zu senden. — — Das Actions-Comite. Przemysl. Am 0. Juli 1. J. hat hier die ordentliche Plenarversammlung des Vereines „Zion“ stattgefunden. Der zahlreich besuchten Versammlung präsidierte der Obmann

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