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Die Welt · 1899-07-14 · 28 (14.7.1899) · p. 12

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
3 (1899)
Issue
28 (14.7.1899)
Article
Die Juden in Südafrika
Date
1899-07-14
Page
12 (sequence 2)
Language
German
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Seite 12 „Die A Welt“ Nr. 28 ' aller Wahrscheinlichkeit nach keine Boers-Bürger werden. Ob die dem Präsidenten überreichte Petitionauf Abänderung des Gesetzes Erfolg haben wird, muss bezweifelt werden. Er huldigt mit einer Variante dem bekannten Satz aus dem Liede: Ein guter, deutscher Mann kann keinen Franzmann leiden, doch seine Weine trinkt er gern. Auch Onkel Paul nimmt von Juden gerne die jüdischen Steuergelder, aber sie selbst mag er nicht leiden. In Mering wurden zwei Grabstellen von jüdischen Märtyrern aus dem Jahre 1280 aufgefunden nebst den dazugehörigen Grabsteinen; eine Grabschrift lautet in der Ueb ersetz ung: „Dieses ist die Grabstätte des Rabbi R. Mei r, Sohn von Abraham Herkohen des Alten, welcher am 27. Kislew 5041 erschlagen wurde, weil er dem einzigen Gott treu geblieben, an dem Tage, an welchem die Synagoge verbrannt und die Gesetzrollen zerrissen wurden. Seine Ruhe in Ehren". Ein Ehehindernis. Der russische Senat wird sich demnächst mit einer interessanten Frage zu beschäftigen haben. Eine verheiratete jüdische Frau trat zum Katholicismus über und vermählte sich, ohne von ihrem ersten Gatten geschieden zu sein. Dieser strengte Klage auf Aufhebung der zweiten Ehe an — um der Frau einen „Get" übergeben zu können, damit er sich wieder verheiraten könne. Die kirchliche Behörde verweigerte indes die Zustimmung, da eine christlichorthodoxe Ehe unauflösbar sei. Der Ehemann hat sich nun an den Senat gewandt und hofft dort, mehr Glück zu haben. Die französisch-antisemitischen Blätter. In Frankreich häuten sich die Klagen gegen die antisemitischen Blätter seitens der jüdischen Kaufleute. Wieder muss der berüchtigte l’Antijuif 5 Firmen je 500 Francs Schadenersatz und Kosten zahlen und die Urtheile veröffentlichen. Das Mount Sinai-Hospital. Für das neue, mit einem Kostenaufwande von über 800.000 Dollars herzustellende Mount Sinai - Hospital in Nevv-York wurde der mit dem ersten Preise ausgezeichnete Plan des Architekten Brunner von den Preisrichtern zur Ausführung empfohlen. Der Genannte hat sich bereits einen.hochachtbaren Namen erworben durch zahlreiche von ihm entworfene Pläne zu grösseren jüdischen Bauten, darunter namentlich der Tempel Beth-El, West-End Synagoge, Portugiesisch erTempel und das im Baue begriffene ITachtgebäudc der Jung Hebrew Association. Die jüdischen Schulen im Orient. Aus dem Rechenschaftsberichte der „Alliance israeüte universelle" für das Jahr 1 SOS ist ersichtlich, dass 57 Knaben- und 34 Mädchenschulen die Subvention der ..Alliance" gemessen. Diese wurden im Vorjahre von 20.000 Schülern und Schülerinnen besucht, und zu ihrer Erhaltung trugen die jüdischen Gemeinden im Orient 450.000 Francs aus eigenen Mitteln bei. Es ist dies ein glänzender Beweis, wie sehr die geistige Ausbildung ihrer Kinder den orientalischen Juden ans Herz gewachsen ist. Der grösste jüdische Frauenverein der Welt dürfte wohl der ..American Council of Jewish Wo men" sein mit nahezu 5000 Mitgliedern. Derselbe ist bei dem in London stattfindenden Frauencongrosse durch drei Delegierte vertreten. — In ganz Amerika gebt man jetzt damit um, die jüdischen Wohltimtigkeits-Anstalten zu contralisieren, um einer Zersplitterung der Kräfte vorz üben gen. Gewiss etwas, das allen Tb ei len zugute kommen wird. Trauerfeier. In allen orthodoxen Gemeinden Deutschlands, Oesterreichs, Ungarns etc. fanden Trauerfeiern wegen des verstorbenen Rabbiners I s r a e 1 H i 1 d e s h e i m e r statt, und selbst Prediger von Gemeinden anderer Richtung nahmen vielfach Gelegenheit, das humane und für die Einigkeit im Judenthum so erspriesslirhe Wirken des Verstorbenen zu rühmen und — gewissen orthodoxen Heissspornen gegenüber — zur Nachahmung zu empfehlen. Der Wochenbericht des Matrikelamtes der Wiener israelitischen Cultusgemeinde vom 2. Juli bis 8. Juli verzeichnet 60 Geburten, 47 Sterbefälle. Die zweite Jahresconferenz der „Federation of American Zionists“ in Baltimore. Unter dem Vorsitze des Prof. Richard Gott heil fand am 18. und 10. v. M. in Baltimore die zweite jährliche Convention der zionistischen Centrale für Amerika statt. Nach der Wahl des Bureaus hielt Rev. Dr. S. S c h affe r aus Baltimore die Eröffnungsrede, die sehr beifällig aufgehommen wurde. Hierauf verlas der Präsident der „Federation", Prof Richard G o tth e i 1, seinen Jahresbericht über die Fortschritte der zionistischen Bewegung im abgelaufenen Jahre. Als die bedeutungsvollsten Ereignisse hob er den zweiten Baseler Congross, den Empfang der zionistischen Deputation durch den deutschen Kaiser und die Gründung der jüdischen Colonialbank hervor. Sodann verlas der Secretär der „Federation", Rev. Stephen S. W i s e, den Cassaberichf der einhellig genehmigt wurde. Nun schritt die Convention zur Wahl des Ausschusses der Federation. Die folgenden Herren giengen als gewählt hervor: Professor Richard G o 11 h e i 1. Präsident; Dr. B. F elsenthal aus C h i c a g o. D r. A. F r i e d e n w a 1 d aus B a 11 i m o r e, Dr. M. J a s t r o w aus P h i 1 a d e 1 p h i a, Prof. S. L e v i a s aus Cinc i n n a t i, Rev. J. H. M a rgolies aus Bosto n, K. S a r a h s o h n aus N e w - Y o r k, Dr. S. Scheinfel < 1 aus Louisville, Dr. S. Cohen aus Philade l p h i a, Rev. Dr. Philipp Klein aus New-Yor k, und Rev. Löweut h a I aus P b i 1 a d e 1 p h i a, Vizepräsidenten; L. M o r riso n. Secretär und D. Birkhaji, Schatzmeister. Ferner wurde ein neues Executivcomite mit folgenden Mitgliedern gewählt: Rev. Dr. S. W i s e, Dr. S. Sch a f f e r, Miss Henriette S c holz, Dr. B. Gordo u, L. Z o 1 o tkof f, W. Sch u r und Taylor Philip p. Die Convention beschloss den Boryslawer Bergarbeitern 50 Dollars aus der Casse der Federation zukommen zu lassen und überdies eine Collecte für dieselben zu veranstalten. Als Delegierte für den dritten Baseler Congress wurden gewählt: Prof. Richard Gott heil und dessen Gemahlin ausN e w - Y o r k, Dr. J astro w aus Philadelphia, lv. Lar ah sohn aus New-Yor k, G, H. Meier aus Baltim o r o, Dr. Pereira M e n d e s aus N e w - Y o r k, Dr. S. C o h e n aus Philadelp h i a, Miss Henriette S c h o 1 z aus B a I t i m o r e, Miss L i o n aus N e w - Y o r k, L. Z o- 1 o t k o f f aus Chicago, Dr. S. Schaffe r aus B a 1t i m o r e, Rev. S. Wise aus New- Y o r k, W. Schur aus C h i c a g o, Dr. L. Z i n s 1 e r aus N e w - Y o r k, Rev. M ar g o I i es aus Bosto n, Davis T riesch und Adam R osenberg aus New- Y o r k. Hierauf gelangte eine Zuschrift der „English Zionist Federation" zur Verlesung einer Errichtung, worin^ die zweiten jüdischen Ackerbauschule in Palästina vorgeschlagen wird. Die englischen Zionisten haben zu diesem Zwecke 2500 Dollars gesammelt und ersuchen die amerikanischen Zionisten um die Boisteuer einer gleich grossen Summe. Die Convention bewilligte 100 Dollars aus der Vereinscassa und beschloss, den restlichen Betrag von Zionsvereinen und Privatpersonen aufzubringen. Zu diesem Zwecke wird ein’Aufruf erlassen werden. Die Programm-Commission schlug folgende Punkte zur Annahme vor: 1. Vergütung der Auslagen der zionistischen Wanüerredner; 2. Drucklegung zionistischer Reden in englischer, deutscher und •jüdisch-deutscher Sprache und 3. Preisausschreibung für eine hebräische Nationalhymne. Diese Vorschläge wurden an das Executivcomite verwiesen. Es wurden noch ein Organisations- und Propagandacomite creirt. —f Aus dem Rechenschaftsbericht des Secretärs Rev. S. W i s e geht hervor, dass der „Federation of American

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