Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 3 (1899)
- Issue
- 25 (23.6.1899)
- Article
- [Ohne Titel]
- Date
- 1899-06-23
- Page
- 13 (sequence 2)
- Language
- German
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Seite 13 Nr. 25 „Die Welt44 herzige Stiftungen im Gesammtwerte von 150.000 Mark ermöglicht Damit sich die Ausgaben auf ein Minimum reducieren, sind die Verwaltungsämter als Ehrenämter gedacht, und die Bureauleitung wird vom Deutsch-Israelitischen Gemeindebund besorgt. Auch sollen für die der Gasse angehörenden Mitglieder Erleichterungen bei Versicherungs- Gesellschaften ermöglicht werden. In Frankfurt a.M. haben sich die meisten jüdischen Kaufleute, die hinsichtlich der Sonntagsruhe um ihr Gutachten befragt wurden, für die vollständige Schliessung der Geschäfte ausgesprochen. Trotzdem will es der Magistrat auf Empfehlung der Handelskammer bei der seitherigen Uebüng (4 Stunden Geschäftszeit) belassen, eventuell alle 14 Tage vollständige Ruhe für das Personal gewähren. * Der Rechenschaftsbericht pro 1898 der Londoner jüdischen Freischulen weist in ordentlicher Einnahme und Ausgabe nahe an 15.000 Pfund aus. Die ausserordentlichen Einnahmen beliefen sich auf 35.000 Pfund, die Ausgaben auf 30.000 Pfund, so dass noch 4400 Pfund bar in Vorrath sind. Oberrabbiner Dr. Kayserling - Budapest, der gefeiertste jüdische Historiker der Gegenwart feierte diese W oche unter grossen Ehrungen seinen 70. Geburtstag. In Cincinnati starb am 10. Mai im Alter von 87 Jahren einer der bekanntesten amerikanischen Juden, Jacob Ezechiel, dem die Schweizer Juden ihre Emancipation hauptsächlich zu danken haben. In den Fünfzigerjahren wurden einige in — wenn wir nicht irren — Chaux de Fonds lebende amerikanische Juden wegen der Aufenthaltsbewilligung chicanierl, und da musste der amerikanische Gesandte für die — amerikanischen Bürger seine Stimme erheben. Sie war so eindringlich, dasö der Bundesrath sich endlich dazu bequemte, den „Cantönli-Geist" aus der Eidgenossenschaft zu verbannen: die noch in einigen C an tonen für die Juden bestandenen Ausnahme-Bestimmungen wurden von Bundes wegen aufgehoben. Die zionistische Bewegung Spenden für zionistische Zwecke, sowie Schekelzahlungen sind an das Bureau des Zionistencongresses, Wien, IX., Türkenstrasse 9, Schekelblocks, sowiejuxten an das Bureau des Zionistencongresses, Basel zu senden. - Das Actions-Gomite. Czernowitz. 11. Juni 1899. H. J. Schwarz aus Buearest hielt heute vor einer zahlreichen Zuhörerschaft einen mit grossem Beifalle aufgenommenen Vortrag: „Die psychologische und ethische Bedeutung des Zionismus.“ Baltimore. Unser Zionverein hat 1200 Shares aufgebracht. Suwalki. Hier wurden 000 Shares gezeichnet. Augustow. 200 Actien der jüdischen Colonialbank wurden hier von unseren Gesinnungsgenossen aufgebracht. Seiny. Hier sind 125 Actien gezeichnet worden. Kopciowo. Es wurden hier 02 Actien gezeichnet. Berlin. Am 1. Juni d. J. hielten die vereinigten Berliner Ortsgruppen eine Versammlung ab, welche zahlreich besucht war. Herr Dr. Kalmus sprach über das Thema: „Das letzte Jahr und der III. Gongress." Redner kritisierte die erzielten Erfolge und hob hervor, welche Fortschritte, die Bewegung in den vom Actionscomite vorgezeichneten Bahnen gemacht habe. Er kennzeichnete die Einwürfe der Opposition innerhalb der Partei als unberechtigt, und gab der Hoffnung Ausdruck, durch offene Aussprache auf dem nächsten Gongress werde der Gegensatz zum völligen Ausgleich gelangen. Herr Dr. Kalmus schloss mit einem Appell an die Schekelzahler, welche diesem willig entsprachen. Neue Vereine. Zloczow. Am 3. Juni erfolgte hier Dank der Agitation der Herren I. Finkeimann und Rohatyn, die Constituierung. des Vereines „Bnei Zion", dessen Mitglieder sich fast ausschliesslich aus Handwerker- und Handlungsgehilfen recrutieren. Die genannten Herren sprachen über das Wesen des Zionismus. Circa 100 Mitglieder traten dem Vereine bei; wir hoffen die Zahl der Mitglieder noch erheblich zu vergössern. Bolszowce. Am 18. 1. M. fand die Eröffnungsfeier des neugegründeten Vereines „Bne Zion" statt. Kozlöw. Hier* wurde ein Verein „Zion" gegründet. Um die Agitation haken sich die Herren Moses Aron und Joachim Neiger besonders verdient gemacht. Letzterer wurde zum Präsidenten des Vereines gewählt. Plotycza (bei Jezierna). In unserem Dorfe gelang es Herrn Moses Aron Neiger, einen Verein „Har Zion" zu gründen. Es wurden Shares und Schekel gesammelt. Graz. Bei der am 3. Juni hier abgehaltenen 1. Plenarversammlung des Vereines „Zion" wurde, 'nachdem die schwierigen Vorarbeiten zu Ende geführt worden waren, zur Wahl des Bureaus geschritten und damit ein Mittelpunkt für die Organisation in Südösterreich geschaffen, von dem man hoffen kann, dass er nicht hinter anderen Landescentralstellen Zurückbleiben werde. In den Vorstand wurden folgende Herren gewählt. Dr. Weis s, Obmann, D. Stern, 1. Obmannstellvertreter, Ernst Maier, 2. Obmannstellvertreter, S. Bonyhadi, 1. Cassier, Rieh. Schick, 2. Cassier. Emil Kronberger, 1. Schriftführer, Julius Löwensohn, 2. Schriftführer, Ingenieur Josef Grünes, Ignaz Adler, Revisoren. Die Wahl des Schiedsgerichtes wurde auf die nächste Sitzung verschoben. Eine Resolution, die ausdrücklich den politischen Zionismus als Vereinsprogramm hervorhob und unseren Führern den Dank ausprach, wurde auf Vorschlag des Herrn Kronberger mit Acclamation angenommen. Spenden für zionistische Zwecke: Spira, Krakau fl. 1—. Spenden für Boryslaw: O. T., Comptoirist, M.-Weisskirchen, Sammlung fl. 5 75 Spira, Krakau „ P— Bleib’ nicht im Lande und nähre Dich redlich „ 2 — Huppert Leopold, Friedek „ 88-55 Sammlung hei Hochzeit Wien durch Sändor Lederer, Oedenburg „ 3 70 Jüd. Col.-Cassa der zion. Vereine Breslau durch Sigm. Morgenstern „ 11-78 Collecte der Dampf säge Beniova (Ungarn) durch Jul. Schönewetter, Krakau „ 4.20 Von Zionisten in der Synagoge zu Suwalki, Russland „ 10*51 Summe fl. 133*49 in Nr. 23 ausgewiesen „ 85-93 Gesammtsurmne fl. 219*42 V ereinsnachrichten. Wien. Um das Gelingen des am 27. d. M. in Löbls Restaurant arrangierten Frühlingsfestes der Ortsgruppe „Mariahilf-Neubau", hat sich auch durch seine wahrhaft unermüdliche Thätigkeit Herr Ed. Schlesinger, der gegenwärtige Inhaber des „Restaurant Löbl", verdient gemacht. Floridsdorf. Samstag, den 10. d. M., veranstaltete die rührige jüdisch-akadem. Verbindung „Ivria" in Floridsdorf einen Gommers, zu dem nebst vielen Studenten auch die jüdischen Bürger Von Floridsdorf mit ihren Damen, an der Spitze der-Cultusvorsteher Dr. König und Rabbiner Dr. Rosenmann, in grosser Zähl erschienen waren. Nach der Begrüssung durch den Senior der „Ivria" hielt stud. jur. Krasny eine geistvolle Festrede. Nach ihm ergriff das Mitglied des zionistischen Actionscomites, Arch. Mar m orek, das Wort, um den Versammelten Entstehung, Zweck und Tendenz des Zionismus, sowie die Mittel und Wege, die er bisher eingeschlagen, auseinanderzusetzen. Der Appell an die Versammlung, auch ihr Scherflein beizutragen, fand einen kräftigen, erfreulichen Wiederhall. Cultusvorsteher Doctor König forderte in warmen, aus dem Herzen kommenden Worten zur Gründung einer zionistischen Ortsgruppe auf, als deren erstes Mitglied er sich anmeldete. Lauter Beifall folgte diesen Worten, und sofort folgten 3(> der angesehensten Bürger von Floridsdorf dem Beispiele ihres Rosch-hakaul. Es wurden aber auch viele Schekel eingezahlt, und Actien der Colonialbank gezeichnet. Es war