Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 3 (1899)
- Issue
- 21 (26.5.1899)
- Article
- Zborow
- Date
- 1899-05-26
- Page
- 12 (sequence 2)
- Language
- German
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Seite 12 „Die A Welt“ Nr. 21 sich an der Subscription der Shares, wobei besonders Herr Grub er aus Urlow, Vicepräsident des hiesigen Vereines sich sehr um die Agitation verdient machte. Sassow. Am 18. April 1. J. hielten hier die Herren Waschitz und Schw adron ausZloczöwVorträge über die Colonialbank und den Zionismus. Die Wirkung zeigte sich in der Zeichnung von Shares und der Constituierung eines Zion Vereines in unserem Städtchen, das bisher vom Zionismus fast nichts wusste. Einen besonderen Dank für die erfolgreiche Agitation verdienen die Herren Land esberg und Cohn. Wojniiow. Am 26. April veranstaltete unser Verein rDorsche Zion" im hiesigen „Beth Hamidrasch" eine Volksversammlung, an der sich fast die ganze hiesige Judenschaft betheiligte. Herr P. P o r d e s, Delegierter des gal. zionist. Landeseomites in Lemberg, referierte über „Zionismus und Jüdische Colonialbank". Redner, wiederholt von stürmischem Applaus unterbrochen, setzte in zweistündiger Rede die Ziele des Zionismus und die Zwecke der Colonialbank klar und deutlich auseinander, worauf viele Shares gezeichnet wurden. Lauter Beifall lohnte den Redner am Schlüsse seiner Rede. Wir statten Herrn Pordes auf diesem Wege unseren wärmsten Dank für seine Bemühungen ab. Der „Hamagid“. Wir erhalten folgende Zuschrift, aus der wir nur einige besonders unpassende persönliche Ausfälle gegen Herrn Dr. Jonas streichen. Unsere Leser werden wissen, was sie von den nachfolgenden Bemerkungen zu halten haben. Die Redaction. An diehochwohllöblicheRedactionder „Welt" in Wien. Krakau, 21. Mai 1899. Ich appelliere an Ihre Wahrheitsliebe, den beigeschlossenen Brief in der nächsten Nummer Ihrer geschätzten Zeitung unverkürzt ab drucken zu wollen. In dieser Erwartung zeichne ich mit Zionsgruss Ihr ganz ergebenster J. S. Fuchs. Krakau. Sehr geehrte Redaction! Sie würden uns zu besonderem Dank verpflichten, wenn Sie die Güte haben möchten, den folgenden Zeilen Raum gewähren zu wollen. In dem Berichte der letzten Nummer der „Welt" über die in Stanislau jüngst stattgefundene Kr eis Versammlung heisst es unter anderem, ein Herr Dr. Jonas beantragte in seinem Referate über die galizische Part e ip resse, den „Hamagid" wegen seiner „gehässigen und unwürdigen Kampfweise gegen das Actionscomite und dessen Mitglieder" zu verdrängen. Wir erlauben uns nun. Folgendes zu bemerken: „Hamagid" ist seit jeher ein völlig u n a b h ä n g i g e s zionistisches Blatt, das niemals um die Gunst einer Partei gebuhlt hat. Mit welchem Rechte nun Herr Dr. Jonas in seinemgReferate „Parteipresse" über „Hamagid" den Boykott zu verhängen wagte, ist uns wenigstens unbegreiflich. Zur Parteipresse in Galizien gehören ausschliesslich die „Przyslosc“ und der „Haiwri", und über diese sei dem Herrn Dr. Jonas gestattet, Anträge zu stellen und auch zu beschliessen; „Hamagid" aber ist Eigenthum aller zionistischen und jüdischnationalen Pa rteien; wir ertlieilen gerne jedem ehrlichen und aufrichtig meinenden Zionisten das Wort. Ist es etwa ein Verbrechen? Wir weisen aber die Behauptung, „Hamagid" führe eine gehässige und unwürdige Kampfweise gegen das Actionscomite, mit Entrüstung zurück. — Für die Aufnahme dieser Zeilen dankend, zeichnen wir mit vorzüglicher Hochachtung Redaction des „H am a g i d". V ereinsnachrichten. Wien. Die jüdisch-akademische Verbindung „Libanon ia" feierte am jüngsten Samstag das fünfjährige Gründungsfest bei sehr zahlreicher Betheiligung von Damen und Herren im Prachtsaale des „Bairischen Hofes". Die Tendenzrede hielt Herr Dr. H a s c h e k, und darauf folgte eine etwa zweistündige Tanzunterhaltung. Man blieb noch mehr als vier Stunden in recht animierter Versammlung beisammen, wobei mehrere Toaste ausgebracht wurden. Besonders verdient erwähnt zu werden die Ansprache des Herrn Lerner, die in ein Hoch auf Dr. Herzl ausklang. Herr Silberberg brachte ein Hoch den Damen. Herr Friedmann sprach namens des jüd.-theol. Vereines, und namens der älteren Herren sprach Herr Jellinek, Wien. Am 28. d. M. findet im literarischen Geselligkeitsvereine jiid. Mädchen „Moria" ein Vortrag statt. Referentin: Frl. Rosa Kolmann. Thema: „Die Erziehung bei den alten Völkern.“ Gäste (Damen) herzlichst willkommen. Beginn 3 Uhr. IX., Berggasse 20. Wien. (H a d a s s a.) Sonntag, den 14. d. M. fand die letzte Vorlesung dieses Winters statt durch die bekannte Schriftstellerin Frau Ernestine W i 1 h e lm über das Thema: „Die Stellung der Frau im Judenthume." An die letzte ihrer Gestalten, Esther, die ja auch den Namen „Hadassa" führt, anschliessend, widmete die Rednerin der vor ihrem Ehrentage stehenden Präsidentin des Vereines Frl. Karoline Ledere r herzliche Wünsche für ihre Zukunft. Der von den einzelnen Vereinsfunctionärinnen erstattete Bericht über die Thätigkeit des Vereines im ab gelaufenen Winter war ein in j e d e r Beziehung erfreulicher. Die Präsidentin dankte dem Vereine „Zion“ für die Ueberlass ung der Vereinslocalitäten, sowie allen, die sieh um der Verein verdient gemacht haben, speciell Herrn Lector Friedmann für die Vorträge, deren Fortsetzung im kommenden Winter er in Aussicht gestellt hat. Mit wenigen gutgewählten Dankesworten verabschiedete sich Frl. Lederer von ihren Vereinsschwestern, ihnen wie der „Hadassa" weiteres Glück und Gedeihen wünschend. Wien. (Einzelverein Wieden-Margarethen des Verbandes österr. Vereine „Zion".) Mittwoch, den 24. Mai 1899 um 8 Uhr abends fand in S. Jellineks Saallocalitäten, V., Margarethenplatz, die Generalversammlung mit folgender Tagesordnung statt: 1. Eröffnung durch den Präses Herrn Schriftsteller York-Steiner. 2. Wahl der beiden Vicepräsidenten. 3. Referat des Herrn Dr. Max Fu chs: „Der Zionismus — Die Lösung der Judenfrage". 4. Eventuelles — Discussion. — Wien. Für das am 27. d. M. im Garten des Restaurant Löbl, VI., Schmalzhofgasse 10, stattfindende Frühlingsfest der Ortsgruppe „Mariahilf-Neubau" des „Zion" gibt sich allseitiges Interesse kund. Aus dem überaus reichhaltigen Programm, das durch einen Prolog (verfasst von Dr. Leo Sofer) eingeleitet wird, sind vor allem die Vorträge des in jüngster Zeit gebildeten jtid.-akad. Sängerchors unter der bewährten Leitung des Herrn Dr. Leo Sofer hervorzuheben. Zum Schlüsse gelangt durch Mitglieder der akad. Verbindung „Makkabäa" ein köstlicher Ulk, „Die Macht des Gesanges", zur Aufführung. Durch Musikvorträge der Kapelle des k. u. k. Infanteriereg. Nr. 64, Solovorträge des bestbekannten Humoristen Josef Mohr, einen Blumencorso. Verkaufszelte etc. ist für die Unterhaltung des Publicums bestens gesorgt. Bei dem voraussichtlich grossen Besuche dürfte die Ortsgruppe ein namhaftes Reinerträgnis erzielen, das dem Verbände „Zion" zugeführt wird. Die Eröffnung des Gartens findet um einhalb 8 Uhr, der Beginn der Vorträge präcise 8 Uhr statt. Karten im Vorverkauf ä 50 kr. bei der Redaction der „Welt" und bei allen Ortsgruppen. Brünn. Die Jüd. Akadem. Verbindung „Veritas" gibt bekannt, dass sie ihr Vereinslocal gekündigt hat und dass Briefe an sie bis auf weiteres an die Adresse der „Eumunah", Krautmarkt 11, zu richten sind. Lemberg. In einem von Pflanzungen umgebenen Hause an der Grodeker Strasse wurde am 12. d. M. unter zahlreicher Betheiligung der hiesigen Bevölkerung und in Anwesenheit des israelitischen Cultusrathes und Rabbinates die feierliche Einweihung der Synagoge vollzogen, die von dem verstorbenen Industriellen und kaiserlichen Rathe Gail dem hiesigen Vereine „Gail Eid" hinterlassen und von jüdischen Handwerkern unter Leitung des jüdischen Architekten Baumeisters Herrn H. Salwy im neuen Stile erbaut worden ist. Die Thora-Rollen wurden unter einem Baldachin getragen, von dem Sohne, Herrn Rudolf Gail, dem Cultnspräsidenten Dr. Byk, Oberrabbiner Herrn Isaak S chm elfe e s, Rabbiner Dr. Caro, Halpem (voran concertierto die jüdische Waisenmusik) und so in die neue Synagoge von der alten Synagoge „Gail Eid" überführt. Die Schlüssel der neuen Synagoge wurden von Herrn Rudolfs Neffen G. Moritz Gail, dem Repräsentanten der Cultusgemeinde Reichsrathsabgeordneten Dr. Emil Byk mit einer feierlichen Ansprache: „Es möge in diesem Gotteshause Eintracht und Frieden herrschen", übernommen. Hierauf wurde vom Cantor E. Halpern die heilige Lade unter der Chorbegleitung der Psalme eröffnet. Herr Oberrabbiner Schmelkes, Rabbiner Dr. Caro hielten treffliche Reden, widmeten dem verstorbenen Jacob Gail warme Nachrufe und eiferten den Sohn Rudolf Gail an, in den Fusstapfen