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Die Welt · 1899-05-26 · 21 (26.5.1899) · p. 11

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
3 (1899)
Issue
21 (26.5.1899)
Article
Johannesburg
Date
1899-05-26
Page
11 (sequence 2)
Language
German
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Nr. 21 „Die 7^ Welt« Sette 11 an Ort und Stelle gezeichnet wurden. Mr. Goodman versprach im Namen der „Hebrew Congregation“ eine rege Antheilnahme an der Banksache. Mr. Goodman n wurde als Delegierter der südafrikanischen Zionisten zum Baseler Congress in Aussicht genommen. Allerlei Nachrichten Ueber 50 Millionen Dollars beträgt, nach einer Angabe des Einwanderungscommissärs Po wderly, die Summe, die von den New-Yorker Juden in den letzten 30 Jahren für Wohlthätigkeitsacte gespendet wurde. * In Reichenberg wurde verschiedenen „Czechen und Juden“ der Besuch der Wochenmärkte untersagt, weil sie nicht zur'herrschenden Partei halten. * In Budapest fand am 8. Mai eine Versammlung der israelitischen Districtspräsidenten statt. Nach Schluss der Versammlung wurden die Theilnehmer vom Ministerpräsidenten und vom Cultusminister in Audienz empfangen. * In Burgas (Bulgarien) ist ein antisemitisches Blatt „Galgota“ gegründet worden, ein Hetzblatt schlimmster Art, das die Märchen vom Ritualmorde und ähnliche Themen unters Volk bringen soll. Mit der Einrichtung der heb r ä i s c h e n S p rac hcurse in Berlin wurde ein schöner, viel versprechender Anfang gemacht. In deram'l. d. M. stattgehabten Eröffnungsfeier hielt Herr Rabb.-Cand. Israel Fr i e d 1 ä n d e r eine meisterhafte Rede, worin er den Entwicklungsgang der hebräischen Sprache und ihre Beziehung zur Geschichte des jüdischen Volkes zeichnete. Es wurden drei (Tirse eingerichtet: für Anfänger, für Fortgeschrittene und für Geübte. Die „j üdische Bes eh a Ile“ in Berlin erfreut sich eines sehr regen Besuches, ebenso auch die Bibliothek', die allen Glaubensgenossen zur kostenlosen Benutzung offen steht. * Wiederholt haben wir auf die stattliche Anzahl der in Deutschland im letzten Decennium gegründeten jüdischen Literaturvereine hingewiesen. Namentlich die jüdisch-localgeschichtlichen Studien werden durch Forschungen der betr. Ortsrabbiner ansehnlich gefördert, und manches Neue wird ans Tageslicht gezogen. Die Hauptsache ist, dass das Interesse namentlich auch in nichtjüdischen Kreisen geweckt wird. * In K o p c n h a g e n wurde der bekannte Dr. F r idericia zum Professor für Geschichte an der dortigen Un i versitat ernannt. Ein amerikanischer Schriftsteller hatte die Behauptung aufgestellt, die Zahl der jüdischen Soldaten während des letzten spanisch-amerikanischen Feldzuges sei eine kaum nennenswerte gewesen. Nunmehr hat der bekannte Simon Wo 1 ff in einem Werke nachgewiesen, dass die Zahl der jüdischen Soldaten in der Vereinigten Staaten-Armee zu allen Zeiten eine verhältnismässig sehr grosse gewesen. Von New-York allein meldeten sich im vorigen Jahre über 5000 zum Eintritt ins Heer, wovon ungefähr die Hälfte angenommen wurde. Die Gesammtzahi der jüdischen Soldaten betrug gegen 4000, vertheilt auf alle Grade. * Ausser dem durch seine Kusstour berühmt gewordenen amerikanischen Merrimac-Helden Hobso n hat sich auch ein jüdischer Officier, Colonel Feinstone, besonders ausgezeichnet. Er commandierte ein Cansas-Regiment. und man hat ihm bereits einen höheren Posten in der Miliz an geboten. F. stammt von rassischen Eltern und gehört heute mit zu den populärsten Männern Amerikas. H o bs t o ins Beispiel gedenkt er aber nicht zu folgen. ❖ Am Sonntag, den 1. d. M., begieng in Hannover der „Verein für Altersversorgung und Krankenpflege“ sein 25jähriges Jubiläum. Gleichzeitig fand die Grundsteinlegung des neuen Altersversorgungshauses statt. Landesrabbiner Dr.. Gr o n ein a n n hielt die Weiherede. Unter den Grundstein wurden verschiedene Urkunden, die sieh auf die Entwicklung und Thätigkeit der Gemeinde am Ende dieses Jahrhunderts beziehen, gelegt. * Auch in Leipzig fand jüngst die Einweihung einer Altersversorgungsanstalt der jüdischen Gemeinde statt. In den Parterreräumen ist die „Israelitische Speiseanstalt“ untergebracht. Die MMe Kemguiig. Spenden für zionistische Zwecke, sowie Schekelzahlungen sind an das Burean des Zionisteneongresses, Wien, IX., Türkenstraße 9., Schekelblocks, sowie Auxten an das Bureau des Zionisteneongresses, Basel, zu senden. -Das Aetionseomite. Das Bureau des Zionisteneongresses befindet sich vom Mai angefangen: Wien, IX., Türkenstrasse 9. Dr. 0. Kokesch, Hof- und Gerichts-Advocat, wohnt vom Mai d. 1. ab: Wien,!., Tuchlauben 17. Jassy. Am 17. April, abends, hielt der Verein fVÜtrVUWÖ im Hause des Herrn Bercovici eine grosse Versammlung ab. Der weite Raum war bis auf den letzten Platz gefüllt. Der beliebte Redner und unermüdliche Vorkämpfer Herr Dr. Jakob Nacht, bei seinem Erscheinen mit lautem Beifall begrüsst, erhielt zuerst das Wort. Mit einem Vortrage über die Wichtigkeit eines jüdischen Turnvereines fesselte er das ganze Auditorium, welches den geistvollen Ausführungen des Redners mit gleicher Aufmerksamkeit folgte und ihm am Schlüsse mit grossem Beifall dankte. Redner beantragte auch die Absendung eines Telegrammos an Dr. H e r z 1. Hierauf ergriff* Herr Dr. Niem erower das Wort, und anknüpfend an die Ausführungen seines Vorredners betonte auch er die Nothwendigkeit einer jüdischen Turnhalle. Auf Antrag des Dr. Niemerower wurde an Herrn Dr. Lippe, der jetzt in Wien weilt, ein Schreiben abgeschickt. Die Herren Dr.Na c h t, D ux, S ch warzfeld. Red acte u r der „Egalitatea“, wurden zu Ehrenmitgliedern dieses Vereines ernannt. A. Grabowsky. Breslau. Einen schweren Verlust hat die Breslauer zionistische Vereinigung durch den Fortgang ihres Vorsitzenden, desHerrnDr. K a 1 ni u s, erlitten, und es tröstet sie nur, dass Dr. Kalmus jetzt in Berlin wiederum seine ganze Kraft in den Dienst unserer edlen Sache stellt und sein Fehlen am hiesigen Platze unsere anderen Gesinnungsgenossen zu angestrengterer Thätigkeit veranlassen wird. An Stelle des Dr. Kalmus wurde Herr Rechtsanwalt Heinrich Schwarz zum Vorsitzenden gewählt, und hierbei der Vorstand, der jetzt bedeutend grösseren Milgliederzahl entsprechend, auf 5 Personen erhöht, indem die Herren Frei m a n n und stud. phil. Sch a, c h t e 1 in denselben cöoptiert wurden. Herr stud. phil. Sch achte 1 hielt am Montag den 24. April im Saale des Liebich’schen Etablissements einen Vortrag über den ..Zionismus in Wort und Thatu. Er führte in geradezu glänzender Weise die Ziele des Zionismus vor Augen und beschloss sein Referat, welches ungeteilten Beifall fand, mit der Aufforderung zur Zeichnung von Bankactien. Die sich hieran knüpfende Discussion währte bis 2 Uhr. Die ganz vorzüglichen Ausführungen des Herrn Rabbiner Dr. Thieb e r g e r 'imdHerrnLouisK ahn sind rühmend hervorzuheben. Das Publicum folgte den Ausführungen aller Redner mit gespanntester Aufmerksamkeit. — Die von Herrn Rabbiner Dr. Thieberger im Sommersemester geleiteten Sprachcurse erfreuen sich einer recht regen Betheiligung. Rustschuk (Bulgarien.) Bei der am 8. April stattgefundenen Generalversammlung des Zionsvereines „Ahawath Zion“ zu der alle Mitglieder vollzählig erschienen waren, wurde ein neues Comite, aus folgenden Herren bestehend, gewählt: Präsident: Sigmund Rin t e 1, Viceqräsident: Alter Gerstein, hebräischer Schriftführer: Elias Rose nstein, deutscher Schriftführer: Sigmund Go Idstein, Gassi er: Benjamin Rosen st ein, Controlore : David D iamant und Salomon Meli k, Beiräthe: Samuel Neuhaus und Eduard Gy n g old. Zborow. Am 23. April 1. J. hielt Herr S c h w a d r o n aus Zloczöw im Bethamidrasch eine Rede zugunsten der Colonialbank. Auch der Verein „Zion“ aus Lemberg hatte für denselben Tag einen Redner hergesandt. In allen Schichten der Bevölkerung unseres armen Städtchens betheiligte man

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