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Die Welt · 1899-05-19 · 20 (19.5.1899) · p. 13

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
3 (1899)
Issue
20 (19.5.1899)
Article
Bukarest
Date
1899-05-19
Page
13 (sequence 2)
Language
German
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Nr. 20 „bie Weit44 Aeite iZ Mitgliederdie Herren: I. T u ch t n, H. S ch m i l o v i t s ch, Ä. Scharaga, ^Salomon Marcus und K. W e i s e n f e ld. Auf Vorschlag des neugewählten Vereinspräsidenten wurden die Herren Dr. Th. Herzt, Dr. Max Vorbau und Dr. Moses G a st er unter stürmischem Applaus der Generalversammlung zu Ehrenmitgliedern des Vereines einstimmig ernannt. Der Verein „Bnei Zion David" hat vom 9. d. M. angefangen, jedenSonntag eine Volksversammlung abgehalten mit der Tagesordnung: „Der Zionismus und die Eolonialbank". Rzeszow. Am 30. März sprach der bekannte Agitator Herr Löbl Taubes in der großen Synagoge vor einem zahlreichen Publicum beider Geschlechter. Die Rede, welche mit ergreifenden Bildern das jüdische Elend in der ganzen Diaspora schilderte, machte auf die Hörer einen tiefen Eindruck. Man sah Gegner des Zionismus, die sichtlich von den überzeugenden Ausführungen des Redners ergriffen waren. Wir hoffen, dass diese Rede von nachhaltiger Wirkung sein wird. Eine zwanglose Unterhaltung hielt noch unsere hiesigen Gesinnungsgenossen, und die Gäste aus Jaroslau und Lancut, bis Mitternacht zusammen. Erwähnenswert ist noch der ausgezeichnete Toast des Herrn Taubes auf Dr. Herzl. Redner verglich ihn mit dem Rabbi Elieser benAroch, dem jüngsten unter den fünf Schülern des Rabbi Jochanan ben Sakai, da Herzl gleich jenem alle seine Vorläufer in sich schließt. Es sprachen noch weitere Toaste auf die Vereinigung der akademischen und conservativen Jugend: Dr. Wahrhaftig, Mor. Berner, Präses der akademischen Jugend in Jaroslau, und Apfelbaum. Tlumacz. Der gewesene Präses unseres Zionvereines, der unermüdliche Förderer unserer Sache, Herr Moses Frühling,- referierte am 2 April über die Eolonialbank. Die trefflichen Ausführungen des Redners und sein begeisterter Appell an das jüdische Volk machten einen großen Eindruck auf die Zuhörer. Für diesen genussreichen Abend, der uns auch viele Anhänger brachte, sagen wir ihm auf diesem Wege herzlich Dank. L. I n s l i ch t, Schriftführer, H. Berger, Vicepräses. Halicz. Am 30. März begaben sich die Delegierten unseres Vereines nach Bolszowce, um für die Subscription von Shares zu agitieren, und hielten zu diesem Zwecke eine zahlreich besuchte Volksversammlung ab, an welcherHerrDr. Szamet aus Bolszowce und unsere Delegierten Herr Singer und Herr Achselrad das Wort ergriffen. Herr Dr. Szamet widerlegte die Ansicht, dass der Antisemitismus vorübergehend sei, mit geschichtlichen Daten. Herr Singer hielt eine flammende Rede über die Ziele und Wirkungen des Zionismus. Endlich sprach Herr Achselrad über die sociale Lage der Juden. Alle Redner betonten die Nothwendigkeit des Zionismus und forderten zur Zeichnung von Shares auf. Der erwünschte Erfolg blieb nicht aus, es wurden viele Shares gezeichnet, sowie die Gründung eines Zion-Vereines vorgenommen. Auch betheiligt sich das Volk über Erwarten an der Subseription. Spenden für Boryslawer Arbeiter. Anlässlich der Vermählung des Herrn Emil Werner mit Frl. Sophie Redlich in Bisenz von den-Hochzeitsgästen./.fl. 5.— Dr. Brings, Wien.„ 1.— Helene Brings, Wien.„ —.50 Frau Ghana Sachs, Berlin. „ 2.95 Hochzeit Singer-Schallinger, Wien-Brünn . . . „ 6.50 Summe kl. 15.95 Hierzu die früher ausgewiesenen „ 61.71 Gesammtsumme fl. 67.66 Spenden für zionistische Zwecke. Miles, Wien.fl. 1.— P Vereinsnachrichten. Wien. (Allgemeiner hebräischer Sprachverein.) Der Vorstand des allgemeinen hebräischen Sprach- Vereines hat am 9. und 10. d. M. seine constituierende Sitzung abgehalten, es wurden hierbei Herr Lector M. Fried mann zum V ersitzenden, Herr Dr. M. Ehrenpreis, Rabbiner in Diakowar zum Vorsitzenden-Stellvertreter, Herr Dr. Leopold Kahn, Hof- und Gerichtsadvocat zum Cassier, die beiden Herren M. Pap o, Chacham der sepliardischen Gemeinde und Prof. Leon Kellner zu Beiräthen und Cassa-Revisoren gewählt. Der Vorstand cons.tatiert mit Vergnügen, dass der Aufruf in allen Gesellschaftskreisen ungetheilte Sympathien gefunden und sieht sich dadurch angeeifert, in der Folge eine rege energische Agitation in Wort und Schrift zn entfalten. Von den zahlreichen Beschlüssen, welche gefasst wurden, heben wir folgende hervor: Die Arbeitsthätigkeit wurde in 3 Gebiete getheilt: 1. Agitation (Ressort Dr. Ehrenpreis). 2. Eröffnung der Lehrcurse, die ersten in Wien, beginnend Mitte September 1899 (Ressort Dr. Kahn). 3. Fixierung geeigneter Lehrbücher. Hierbei sollen die bereits vorhandenen gesichtet und auf ihre Tauglichkeit und Empfehlbarkeit geprüft, jedoch auch nach von Herrn Lector Friedmann entworfenem Plane ein Kinder-Lehrbuch in leichtfasslicher Methode derart verfasst werden, dass es, mit Winken für den Lehrer versehen, Erleichterung des Lernens, allmähliche Bereicherung des Wissens bieten und auch den Bedürfnissen des Religions- und biblischen Geschichtsunterrichtes entsprechen soll. (Ressort Lector Friedmann.) Hierher gehört auch der Beschluss, den Verein Erez Israel in Wien um die Ausschreibung von Prämien für die Verfassung eines hebräischen Conversationsbuches zum Gebrauche der Fortgeschrittenen anzugehen, ferner zum Zwecke der Berathung und Schaffung einer möglichst einheitlichen Lehrmethode eine Enquete von Fachmännern im Laufe der nächsten Sommermonate einzuberufen. Schliesslich wurde festgesetzt, dass ein Th eil der Einnahmen, insbesondere die aus dem Auslandeeinfliessenden Beiträge und Spenden für palästinensische Sch ulzwecke zu verwenden sei. — Es steht zu erwarten, dassunsereGesinnungsgenossen den Verein, dessen Gründung am 2. Congresse auf Antrag der Culturcommission beschlossen wurde, kräftigst unterstützen werden. Wien. Am 25. April fand im 9. Bezirke, Restaurant Wieniger, eine äusserst zahlreich besuchte Versammlung statt, welche zur Gründung einer zionistischen Ortsgruppe führte. Nach den trefflichen, einleitenden Worten des Herrn J. L. Deiner hielt Herr Architekt Oskar Marin orek die Tendenzrede. Der Eindruck seiner Worte wurde durch die Ausführungen der Herren Deiches Waltuch und Dr. Schallt (letzterer entgegnete unter grossem Beifalle einem Sozialisten) gehoben, und der Beitritt von 53 Mitgliedern bewies den Erfolg der Versammlung. In die Leitung wurde per Acclamation gewählt : zu Vizepräsidenten: Banquier Deiches, Doctor Fuchs; erster Schriftführer: Albert Smolensky (Kadimah); zweiter Schriftführer: Wilhelm Epstein; erster Cassier: Banquier J. Brech er; zweiter Cassier: Paul Naschauer; ferner in den Ausschuss: Sensal Josef Beck, Banquier A. Brecher, Dr. Poborski, Josef H. Waltuch, Leo Wiesner, Componist Leo Van Y o u n g. Als engeres Agitationscomite : Dr. Poberski, Smolensky, Van Young, Epstein. Die Gründung dieser Ortsgruppe ist in Anbetracht der starken jüdischen Bevölkerung dieses Bezirkes mit Freuden zu begrtissen. Wien. Es ergeht die Einladung zum Besuche der Generalversammlung des Einzelvereines „Fünfhaus“ des „Zion“ und des Commerses der akademischen Verbindung „Libanon! a", welche am 25. Mai in Herlingers Saal, XIV., Reindorfergasse 42, stattfinden. Die Festrede hält Herr Schriftsteller H. York-St einer über das Thema: „Palästina, wie es war, ist und sein s o 11“. In der Generalversammlung selbst werden Wahlen und Statutenänderungen beschlossen werden. Wir bitten um zahlreichen Besuch. Nur vonMitgliedern eingeführte Gäste haben Zutritt. Anfang 8 Uhr. Die akademische Verbindung Der Ausschuss „Libanon! a“. des Einzelvereines „Ftinf- „haus" des Zion". Wien. Der diessemesterliche Eröffnungscommers der jüd.-akad. Verbindung „Maccabäa“ fand am 26. April im Restaurant Kaiserhof statt. Die von Herrn stud. ing. Liquor nik gehaltene Tendenzrede behandelte den ethischen Einfluss, den der Zionismus auf die Jugend ausübe. — Techniker Neumann nahm in warmen Worten namens der Verbindung Abschied von dem Ingenieur Leopold Hertzka, welcher die „Maccabäa“ als a. H. verlässt. Ing. Hertz ka erwiederte darauf, indem er seine Bundesbrüder an ihre Pflichten dem jüdischen Volke gegenüber erinnerte. Nach einem von techn. Julius B r o n n e r gesprochenen Toast auf die verhältnismässig zahlreich anwesenden Damen sprach namens der Bruderverbindungen cand. jur. Löw aus der „Unitas“ und namens des Theologenvereins dessen Präses Dr. Friedmann. — An den officiellen reihte sich der gemüthliehe Theil des Commerses, den Ingenieur Hertzka leitete. Bei den zur Aufführung gelangten Terzetten u. Ulken, die im Auditorium grosse Heiterkeit hervorriefen und ungeteilten Beifall fanden, wirkten ausser den Mitgliedern der Verbindung noch Herr techn. Alf. Bermann und Herr Max Politzer mit. Der Gommers schloss in animierter Stimmung weit nach Mitternacht.

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