Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 3 (1899)
- Issue
- 20 (19.5.1899)
- Article
- Wien
- Date
- 1899-05-19
- Page
- 12 (sequence 2)
- Language
- German
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Seite 12 „Die A Welt“ Nr. 20 von E i s s und Witwe Perez Smolensk y.' Cassierinnen: Frau Bertha Rappap ort und Frau Adele Adler Schriftführerinnen: Die Frauen Zerline Feigenbaum und Clara Kinzbrunner. Revisorinnen: Die Frauen Dr. S chnir er, Dr. Werner und Helene Gewitsch. Wien. (Literarischer Geselligkeitsverein jüdischer Mädchen „M o r i a“.) Am 30. April hielt Herr Dr. Rand einen höchst beifällig aufgenommenen Vortrag über „Das Judenthum und der Socialismus“. Die erschienenen Mitglieder und Gäste folgten mit gespanntester Aufmerksamkeit den ebenso interessanten wie lehrreichen Ausführungen des Herrn Referenten. Der nächste literarische Nachmittag findet, da der Verein übersiedelt ist (IX., Berggasse 20), erst Sonntag den 28. Mai statt. Jassy (Rumänien). Am 1. Mai fand im Tempel „Cantar“ die Wahl des Comites des zionistischen Mädchenvereines „B e n o t h Zion“ statt. Es wurden wiedergewählt: Frau Sophie Nach t, Fräulein Eva M a r g u 1 i e s, Fräulein Pepi A d 1 er und Fräulein ClaraHirschensohn; neugewählt wurden Frau Anna Horowitz und Fräulein Anna Brenner. Diese 6 Ausschussmitglieder haben das Recht, noch 3 Damen oder Mädchen aus dem Vereine nach ihrem Gutdünken zuzuziehen. Bei der nächsten Sitzung wird sich der Ausschuss end gütig constituieren. Herr Lazar Rokeach, Redacteur des „Jüdischen Geistes“, der sich um den Zionismus in Wort und Schrift bereits im ganzen Lande grosse Verdienste erworben, hielt vor der Wahl eine kurze Rede, die auf die Anwesenden einen tiefen Eindruck machte. Das Comite drückte Herrn Rokeach hierauf seinen innigsten Dank aus. Auch in der Section „T i k w a t h Zion“ wurde am 1. Mai eine Generalversammlung abgehalten, und auch da fehlte Herr Rokeach nicht. Die Rede, die er hielt, hinterliess, obwohl kurz, doch eine starke Wirkung, und die meisten entrichtet den Schekel. Wien. Der Einzelverein „Wieden-Margarethen“ des Verbandes österreichischer Vereine „Zion“, veranstaltet am Mittwoch, den 24. Mai, um 8 Uhr abends, in Jeliineks Restauration, V., Margarethenplatz Nr. 4, seine diesmonatliche öffentliche Vereinsversammlung. Referent Herr Dr. Max Zdenko Fux. Berlin. Die Berliner Ortsgruppe II der zionistischen Vereinigung für Deutschland hat in den Tagesblättern folgenden Aufruf erscheinen lassen : „Aufruf an unsere jüdischen Mitbürger. (Hebräische Sprachcurse.) In unseren Tagen, da auf allen Gebieten des jüdischen Lebens der kraftlose Indifferentismus zu weichen beginnt, muss auch die bedauerliche Gleichgiltigkeit gegen die Sprache unserer Väter schwinden. Ist es doch die hebräische Sprache, die uns den Schlüssel zum wahren Verständniss unserer Geschichte und Literatur bietet. In ihr ist unser heiliges Schriftthum verfasst, die Grundlage menschlicher Bildung und Gesittung. Hebräisch sind die Werke der hervorragendsten jüdischen Denker und Dichter des Mittelalters. In der Gegenwart ist die hebräische Literatur im Osten zum neuen Leben erwacht und hat nach Form und Inhalt moderne Gestalt angenommen. So ist denn die Kenntniss der hebräischen Sprache noch heute, wie vor Jahrhunderten, für alle die, welche wahrhaft jüdisches Geistesleben kennen lernen wollen, unumgänglich nothwendig. Die Liebe zur hebräischen Sprache muss daher auch bei uns wiedererweckt werden. Deshalb ist man wie anderwärts, z. B. in Breslau, so auch hier zur Einrichtung hebräischer Sprachkurse auf breitester Grundlage geschritten. Die Unterzeichneten erhoffen für dies Unternehmen, das unabhängig von allen Parieiungen im Judenthum lediglich den Zwecken der jüdischen Gesammtheit dient, die thatkräftige Unterstützung aller Berliner Juden, und fordern dieselben auf, an dem Gelingen des bedeutsamen Werkes oifrigst mit zu arbeiten. Den jüdischen Frauen und Männern wird hierdurch Gelegenheit geboten, unter fachkundiger Leitung und nach moderner Lehrmethode sich der Pflege der hebräischen Sprache zu widmen. Dr. Paul Arons; Dr. Adolf Baginsky, ausserordentlicher Professor; Dr. E. Baneth. Docent; J. Bleiehrode, Prediger; Dr. J. Blumenthal, Geh. Sanitätsrath; Alexander Breslauer; EmilBreslauer, Professor; C. Cohn, Rittergutsbesitzer : Dr. E. Friedemann, Justizrath; Dr. Ad. Friede mann; Dr. J. Ginsberg; Wilhelm Goldschmidt; Dr. A. Hantke; Dr. Hirsch Hildesheimer; Dr. S. Kalischer, Professor; Julius Kalmus; Dr. J. K a t z; Dr. Alf. Klein; Dr. Leopold Landau, Universitätsprofessor; Dr. Freiherr v. Landau; S. J. Lese y n s ky; Dr. M. Lev in, Prediger; Gustav 1 j o e w e ]i b e r g: Alfred L o o w o n h o v g: J u 1 i u s Oppenhei m; Dr. M. Petuchowsky, Rabbiner; Dr. H. Rosenkranz; Dr. A d. Ro senzweig, Rabbiner; Conrad Schaye r; Dr. M. Schreiner, Docent; Dr. O. W ai’bu r g, Professor; Dr. M. War s ch a u e r; Dr. S. Weisse, Rabbiner. — Die hebräischen Sprachen rse werden eröffnet am Montag, den 1. Mai 1899, abends 8 Uhr, in der Friedrich-Werderschen Oberrealschule, Niederwallstrasse 12 (Gesangsaal). Die Anzahl der Curse, Tag und Stunde derselben werden bei der Eröffnung des näheren festgesetzt werden. Für den Unterricht wird ein Beitrag von 3 Mk. pro Halbjahr erhoben. Beitrittserklärungen und Geldspenden zur Förderung des Unternehmens nimmt .Herr Bankier Julius Kalmus, W. Winterfeldstrasse 13, entgegen.“—Dieser Aufruf hatte einen äusserst zufriedenstellenden Erfolg. Die Eröffnung am 1. Mai war überaus gut besucht, so dass sofort drei Curse eingerichtet werden konnten. Die grosse Mühe, mit der die Vorbereitungen verbunden waren, hat also gute Früchte getragen. Die Ortsgruppe II hat sich die dauernde Verwaltung der Curse Vorbehalten. Den Unterricht im Hebräischen ertheilt Herr Friedländer, dessenTüchtigkeit bekannt ist. Der Aufruf in den Tagesblättern erregte vielfach Aufsehen. Drohobycz. Am 6. Mai hielt der hiesige Verein „Z i o n“ seine Generalversammlung ab. Es wurden gewählt: Herr A. H. Zupnik zum Obmann, Herr Akad. A. Backenroth zum Vice-Obmann; in den Ausschuss die Herren : M. H. Heimberg, D.Wechsler. M. Singer, O.Susrmann, J. Falk, S. L. K a r p, M. Josefsberg, M, Turn schein, M. Jolle s, J. F. Lauterb a ch und M. Steuermann in die Revisionscommission. Hierauf wurden die Statuten geändert, und zwar in dem Sinne, dass wir die rechtliche Colonisation anstreben. Ueber den letzten Paragraph der neuen Statuten entwickelte sich eine Debatte, ob im Falle der Auflösung das Vereinsvermögen dem Vereine „Ahawas Zion“ in Tarnow oder dem Vereine „Erez Israel“ in Wien zufallen solle. Unter brausenden Rufen „Hoch unser Dr. Herz 1“, „Hoch das Actionscomite“ wurde auf Antrag des Herrn Lauterbach fast einstimmig beschlossen, dass wir nur den „Erez Israel“ in Wien anerkennen; im Falle der Auflösung fällt unser Vereinsvermögen dem „Erez Israel“ in Wien zu. Ismail (Südrussland.) Wie an dieser Stelle bereits erwähnt, verdanken wir dieVerbreitung desZionismus im besser abischen Gouvernement insbesondere unserem hochverdienten Gesinnungs- und Kampfgenossen Herrn Dr.Bernstein - K o h a n aus Kischenef. Auch das eifrige, ununterbrochene Bestreben unserer benachbarten Städte Gal atz und Braila finden hier stets Nachahmung. Die Thätigkeit der Herren Pineies, Dr. Lipp e und E 1 Imann werden bei jeder Gelegenheit rühmlichst hervorgehoben. Nächst den Kischenefer Vereinen zeichnen sich in erster Reihe dielsmailer durch ihre mustergiltigeRegsamkeit aus. Am zweiten Ostertage berief unser Obmann Herr D. Libidinski eine Vereinsversammlung ein, an der auch die besten Stände der hiesigen jüdischen Gesellschaften vertreten waren. Sämmfliehe Anwesenden zollten unserem beliebten Gesinnnungsgenossen Hin. Moses Rubin für seine gelungene zweistündige Rede, die sich ausschliesslich auf den Zionismus beschränkte, besonderes Lob. Ins Comit4 wurden noch weiters die Herren : Rappaport, Horowitz sen. und Schwarzmann gewählt. Wygoda. Der hiesige Verein „Dorsche Zion“ veranstaltete am 3. d. M. im grossen Bethause des Vereines „Agudas-Achim“ eine Volksversammlung zum Zwecke der Abhaltung von Vorträgen über den Zionismus im Allgemeinen, sowie über die neugegründete jüdische Colonialbank im besonderen. Die Versammlung war nicht nur von Vereinsmitgliedern, sondern auch von vielen Gästen und besonders von der Damenwelt zahlreich besucht. Nachdem Obmann Herr Os. Chajes die Anwesenden durch eine gediegene Ansprache begrüsst und die Versammlung eröffnet hatte, ertheilte er dem Herrn Dr. Malz aus Lemberg das Wort, worauf derselbe eine schwungvolle Rede im Sinne der zionistischen Bestrebungen hielt, welche sehr beifällig aufgenommen wurde. Bukarest. Am 3". März a. c. fand die Neuwahl des Comites im Vereine „Bnei Zion David" statt. — Herr Josef S e gal erstattete seinen Jahresbericht, worauf derCassier den Cässahericht erstattete. Nach einstimmiger Crtheilung des Absolutoriums schritt man zur Wahl des neuen Comites, welche folgendes Resultat ergab: Präsident Herr Josef Segal (gründendesMitglied der jüdischen Vereinigung „Jordania" in Wien"); VKe- Präsident: Herr M. Herzberg; General-Seeretär: Herr K. Berkovitz; Seeretär: Herr D. Abramovitz; Cafsier: Herr G. Sckapirah; Controlor: HerrL. Golde uberg; Ausschuss-