Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 3 (1899)
- Issue
- 20 (19.5.1899)
- Article
- Volksschulwesen in Palästina
- Date
- 1899-05-19
- Page
- 7 (sequence 2)
- Language
- German
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Nr. 20 Seite 7 „Die H Welt“ In Europa ist man in den letzten Jahren zur Betätigung eines alten Wahrspruches — „In einem gesunden Leib, eine gesunde Seele“ — geschritten. Man hat Jugendspiele eingeführt, den Turnunterricht allerorts obligatorisch erklärt. Versammlungen haben darüber verhandelt, Zeitungen darüber geschrieben, und gerade in Palästina ist das alles ungehört und unverstanden geblieben. Ausser in den bereits erwähnten zwei Anstalten, sowie vielleicht noch in der Lämmelschule in Jerusalem und dem damit verbundenen Waisenhause wird der Turnunterricht fast nirgends systematisch durchgeführt. Es genügt doch nicht, dass durch intensives Studium der hebräischen Sprache und Geschichte unseres Volkes das nationale Bewusstsein gehoben wird! Wir wollen uns ja nicht mit Ghettofiguren begnügen, die sich bescheiden und furchtsam als Juden bekennen. Nein, wir wollen aus unseren Kindern zwar gottesfürchtige, aber auch unerschrockene, aufrechte Männer machen. Wenn nicht bald etwas für unsere Schule im Lande geschieht, wenn nicht einschneidende, radicale Veränderungen ein treten, dann werden in der Zukunft die palästinensischen Juden — unsere braven (Kolonisten ausgenommen — nicht in die Höhe kommen. Kreisversammlung in Stanislau. Sonntag den 30. April fand in Stanislau die II. Delegiertenversammlung des Kreisverbandes Stanislau statt. Es fanden sich Vertreter fast aller umliegenden Gruppen ein, ausserdem waren anwesend die Herren Dr. Brau de und Dr. Rappaport vom Lemberger Land esc omite und die Herren Dr. Rosenheck und Taubes (Kolomea) als Gäste. Nach der Eröffnung der Sitzung durch den Vorsitzenden Dr. Jonas, welcher die Anwesenden aufs herzlichste begrüsste und in kurzen Worten dem unlängst verstorbenen Rabbiner Schreier, einem eifrigen Anhänger des Zionismus, einen warmen Nachruf hielt, wurde das Protoeoll vorgelesen und genehmigt. Hierauf erstattete der bisherige Secretär Herr jur. W u r z e 1 Bericht über den Cassastand und die bisherige Thätigkeit des Kreiscomites. Herr Dr. Bacher referiert über die Zahl der in Stanislau und in den umliegenden Ortschaften gezeichneten Actien und weist darauf hin, dass das Resultat ein sehr erfreuliches ist. Hierauf legt Herr jur. Landy ein neues Regulativ der Versammlung vor, das mit einigen Abänderungen angenommen wird. In der Aber, dsitzung referiert Herr Dr/ Jonas über die galizische Parteipresse. Er tritt vor allem gegen den „H a m a g i d“ wegen seiner gehässigen und unwürdigen Kampfweise gegen das Actionscomite und dessen Mitglieder auf, und auf des Referenten Antrag wird auch der Beschluss gefasst, dieses Blatt, falls es künftighin seine Kampfweise nicht ändern sollte, zu verdrängen. Was die „Przyszlos c“ und den „Ha i wri“ anbetrifft, bestimmt man, an das Landescomite das Ersuchen zu richten, einen Pressausschuss für diese Blätter zu bestimmen. Auf Anfrage erklärt noch Herr Dr. Brau de, dass das Landescomite nächstens eine Landesconferenz einberufen und die Tagesordnung eine gewisse Zeit vorher den einzelnen Vereinen einsenden wird. Zum Schluss wird das Kreiscomite gewählt: Präses Dr. Schur, Vicepräses Dr. Jonas, Schriftführer jur. Ebersohn und N. Kauer und ausserdem 15 G omite- Mitglieder, N. K. G Die jüdische Colonialbank. Der Verwaltungsrath ersucht uns um folgende Mittheilung: Alle Anfragen in Bank- und Subscriptions- Angelegenheiten sind in erster Reihe an das Centralbureau des betreffenden Landes zu richten. Solche Centralbureaux sind: Für Deutschland: Herr D. Wolffsohn, Cöln a. Rh., Karolingerring 37. Für Oesterreich-Ungarn: Das Bureau des Zionisten- (Kongresses, Wien, IX., Türkenstrasse 9. Für Rumänien: Herr Heinrich Rosenbaum in Jassy. Für Amerika: Herr Prof. Dr. Richard Gottheil, 169, West 93rd Street, New-York. Verzeichnis der Greditanstalten in Russland, welche in ihren Comptoirs, Commissionen und Agenturen Geld auf Rechnung der Jüdischen Colonialbank ijn London annnehmen. Meyer Aronowsky, Wilna. Commerzbank in Warschau, Warschau. Wilnaer Privat-Handelsbank, Wiltia. A. Goldfeder, Warschau. Idel & Sam. Lourie, Pinsk. Gebrüder G. & S. Lourie, Hornel. Commerzbank in Minsk, Minsk. Rigaer Commerzbank, Riga. Samuel Barbasch, Odessa. Leon Low, Riga. A. Horodischz, Bialystok. Moskauer Kaufmannsbank, Moskau. Oraler Commerzbank, Oral. Pinsker Gesellschaft gegenseitigen (Kredits, Pinsk. L. 8. Poliakoff, Moskau. Wolga-Kamma (Kommerzbank, St. Petersburg. Landau & Co., Lodz. Warschauer Discontobank, Warschau. Moskauer Internationale Handelsbank, Moskau. I. Friedmann & Co., Riga. Gebrüder Löwstein, Riga. I. Bunimo witsch, Wilna. M. Goldhaar, Radom. Summen von weniger als2OORubelwerden angewiesen an: Warschauer Discontobank, Warschau. Pinsker Gesellschaft Gegenseitigen (Kredits. Gebrüder G. & 8. Lourie, Hornel. A. Horodischz in Brest. London, 8. Mai 1899. Das Secretariat des Jewish Colonial Trust (Jüdische GolonialbankLimited) macht hiermit die Anzeige, dass Subscribcnten, welche bereits 2 0% eingezahlt haben, Inhaber-Actien erhalten können (laut §§ 51 und 52 der Statuten), falls sie hierüber bis zum 10. Juni nach London an den Jewish Colonial Trust Anzeige machen unter Einzahlung der Testierenden 80% und der englischen Stempelgebühr für Inhaber-Actien an eine der autorisierten Banken. Diese Stempelgebühr beträgt: Zahl der Actien England .Russland Frankreich Deutschland 1- 5 1/6 Rbl. 0.72 Frc. 1.90 Mk. 1.55 5— 10 3/- „ 1.45 )) 3.80 » 3.10 10- -15 4/6 2.17 5.70 » *.«5 15- 20 61- „ 2.90 „ 7.60 . 6-20 20- 25 7/6 3.60 9.50 - 7.75 25- -50 15/- * 7.20 „ 19.— , 16.50 Auch diejenigen, welche bereits ihre Actien vollbezahlt haben, können Inhaber-Actien erhalten und