Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 3 (1899)
- Issue
- 20 (19.5.1899)
- Article
- Der dritte Congress
- Date
- 1899-05-19
- Page
- 3 (sequence 2)
- Language
- German
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Nr. 20 „Die :: Wpfttf. Seite 8 . Zettel ausgeschickt, die Wahlen vorgenommen und die Resultate ordnungsmässig nach Basel gemeldet werden, ln den Vorjahren hatten wir für diese durch die Ortsentfernungen erschwerten, sehr umständlichen Vorkehrungen mehr als drei Monate Zeit. Heuer konnten wir erst viel später anfangen und müssen um vierzehn Tage früher fertig sein. Alle Vertrauensmänner müssen daher unverweilt ans Werk gehen. AVer das Wahlrecht zum dritten Corigresse ausüben will, muss seinen Schekel bis zum 31. Mai 1899 en’trichtet haben. Die Schekelzahlungeri sind sogleich an das Bureau in Wien, IX., Türkenstrasse 9, die Schekelblocks mit den Juxten an das Bureau des Zionisten-Congresses nach Basel zu schicken. Das Actionscomite. Das neue Wahlgesetz, Von Dr. M. T. Schnirer. Die Wortführer und Geschäftsträger der zionistischen Bewegung haben sich nachgerade daran gewöhnt, ihre Intentionen entstellt, ihre Worte verdreht und ihre Handlungen missdeutet Zusehen. Wenn dies offene Gegner des Zionismus in der Absicht tliun, unsere Sache zu schädigen, so ist dies zwar keine ehrliche Kampfes weise, aber immerhin begreiflich. Seit einiger Zeit gefallen sich aber einige Leute, die uns die fragwürdige Ehre erweisen, sich zu den unserigen zu zählen, darin, jeden Schritt nach vorwärts, den wir auf unserem Wege thun, mit einem Wuthgeheul zu begleiten, jeden unserer Erfolge in seiner Bedeutung herabzusetzen und die vom Congresse beschlossenen, und von allen ehrlichen Zionisten sehnlich st herbeigewünschten Institutionen im kritischen Momente ihres Entstehens zu discreditieren. Dazu ist ihnen . kein Mittel zu schlecht, kein Alliierter zu niedrig, keine Lüge zu plump. So lange diese Angriffe Personen gegolten haben, konnte nach dem Grundsätze: „Hass spricht, Verachtung schweigt,“ dazu geschwiegen werden. Sobald aber diese Leute, sich an die Grundlage unserer Bewegung heranwagen, ist Schweigen nicht mehr am Platze. Eine der wichtigsten Grundlagen unserer Bewegung ist der Gongress. Dieser verleiht dem Zionismus den Charakter einer wahren Volksbewegung, er ermöglicht eine öffentliche Controle der zionistischen Thätigkeit. Der Gongress hat aber nur dann eine Existenzberechtigung, wenn er den Willen der Wähler darstellt.' Es ist daher begreiflich, dass die Wahl der Delegierten in den Gongress ausschlaggebend ist für . den Charakter unserer Bewegung. An diesem empfindlichsten Punkte der zionistischen Bewegung haben nun die erwähnten Biedermänner ihre Hebel angesetzt, um unser Werk, das Werk des jüdischen Volkes, ins Wanken zu bringen. W : Nachdem es ihnen nicht gelungen war, trotz perfider Agitation, für welche wir Beweise haben, das Zustandekommen des 1. Gongresses zu vereiteln, nachdem sie durch die insolentesten Beschimpfungen das Vertrauen des Volkes in die Leiter der zionistischen Bewegung vergeblich zu erschüttern gesucht hatten, nachdem. endlich, trotz der empörendsten Gegenagitation, f ü r welche wir ebenfalls beweise haben, ihre Hoffnung auf das Misslingen der .jüdischen Colonialbank nicht in Erfüllung gegangen war, streuten sie das Gerücht aus, das Actions-Comite hätte ein ..neues Wahlgesetz" geschaffen, welches den Zweck haben soll, den gegenwärtigen „Machthabern“ die Macht für immer zu sichern, missliebige Gesinnungsgenossen zu verdrängen, Gewaltsamkeiten zu üben u. dgU m. Aus der Wahlinstruction, die demnächst versendet werden selb werden, unsere Gesinnungsgenossen die Heb Erzeugung gewinnen, dass an all dem kein wahres Wort ist. In der von mir verfassten (dies der Grund, weshalb ich diese eilen schreibe) und von der Conferenz des grossen .Actions-Comites gmiehmigteh Wahlordnung sind vielmehr möglichst sichere Garantien dafür : geboten, dass das vom Baseler Congresse festgesetzte Wahlsystem stricte innegehalten werde.. Es werden also nach wie vor je 100 Schekelzahler einen Delegierten wählen; nach wie vor haben die Wahlleiter nach Beendigung des Scrutiniums das Ergebnis der Wahl, unter, genauer Angabe der Zahl der Wähler, und der auf jeden Cändidateii entfallenen Stimmenzahl in ein Protokoll einziitragen, welche^ von allen beim Scrutinium Anwesenden gezeichnet werden muss. Was ist an dieser Wahlordnung „neu" oder, nicht " im Einklänge mit den in der ganzen Welt üblichen' Wahlnormen? Oder sollte es etwa manchem unangenehm sein; dass man nur einen vom Cöngressbureau. auszugebenden . Stimmzettel und nicht jedes beliebige Papierstück .zur Stimmenabgabe benützen kann, dass, ferner, djs Wahlprotokoll sammt den abgegebenen Stimmzetteln dem Göngressbureau zur Disposition des Verifications-Ausschusses. ein gesendet werden muss? ' ' ' ' Mit diesen wenigen Worten ist auch schon der wesentliche Inhalt des angeblich „neuen Wahlgesetzes“ erledigt. Worin liegt da das Gewaltsame, wo ist hier das Unrecht : zu finden? 1 v Mir scheint, mit ihrem Geschrei über das „neue Wahlgesetz" haben sich die Herren Auch-Zionisten in ihrer ganzen niedrigen Bosheit gezeigt. Entweder haben sie dies „neue Wahlgesetz" gekannt, dann haben sie durch ihre Be- ' ’ hauptungen gelogen, oder sie haben es nicht gekannt, dann hatten sie kein Recht darüber zu roden. Für uns aber ist : ‘ dieser Fall noch in einer anderen Beziehung Instructiv, denn er lehrt zweifellos, dass je grösser die olnimäclitige Wuth dieser Leute, je toller sie sich geberden, desto sicherer der Beweis ist, dass wir uns auf dem richtigen YVege'befinden. Der Zionismus im Urtheile hervorragender Zeitgenossen. (I.) AVir haben an eine Anzahl bedeutender Politiker, . . Gelehrter, Schriftsteller und Dichter folgende Fragen gerichtet: , ' r AVas erwarten Sie von der zionistischen Be?.. wegung? . I. In Bezug auf .die positiven Bemühungen der Juden . ■ , .. um die Gründung eines eigenen Volks$itzes. in .. f Palästina? . . ' . U ' . II. In Bezug auf das Verhältnis zwischen den .luden in den westlichen Ländern'und ihren Grnstvölkern? a) für die (lastVölker,; u 1 b) für die Juden, : c) im bosond'ern für die Künste, dir doch, zumeist einen Zusammenhang mit der. Nai ioLuü i.tät d$s . Künstlers.-haben. : Die Antwort Björnstjerne Björnsons : - „Ich verfolge die Bewegung mit dem grössten Interesse, ich erwarte das Allerbeste ..'davon für die Jaden wie für uns alle. Denn, dass ein Volk .durch die Früchte seiner Arbeit den heimatlichen Boden nach zwei tausendjähriger Abwesenheit zurückzugewinnen sucht, das zählt unter die grössten moralischen Impulse’ aller' Zeiten." ' W Die Woche. . . : : Wi en, 1K Mai. 1899.; Die Verwandten. Nnch Oesterreich ist übeiyNacht ein fremder Y olksstamm eingewandert. Die Eindringlinge, die durch ihre un-