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Die Welt · 1899-05-05 · 18 (5.5.1899) · p. 14

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Journal
Die Welt
Volume
3 (1899)
Issue
18 (5.5.1899)
Article
Wien [Nachricht]
Date
1899-05-05
Page
14 (sequence 1)
Language
German
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' Seite 14 „die Wett* Pr. 18 Wien. Die jüdische Vereinigung „Jordanin“ veranstaltet am Sonntag den 7. d. M. um S Uhr abends im grossen Saale des Restaurant Kaiserhof, I., Reichsratlisstrasse F). eine öffentliche Versammlung für Handlungsgehilfen, in welcher Herr Dr. Schallt über den Zionismus und Herr Zobel über die Lage der jüdischen Handlungsgehilfen referieren werden. Alle Gesinnungsgenossen werden hiermit ein geladen, sich an dieser Versammlung zahlreich zu betheiligen. Fiume. Wir erhalten aus Fiume folgende Zuschrift: Löbliche Redaction! Um in den Geist unseres grossen Volksbuches, des Talmuds einzudringen, um unsere grosse hebräische Volksseele wieder zum Gemeinbewusstsein zu bringen, habe ich mit gutem Erfolge dahin gewirkt, dass in unserer durchaus fortschrittlichen Gemeinde nach dem Sabbath-Morgen-Gottesdienste Talmud-Erklärungen seitens des Rabbiners im Conferenz-Saale der Gemeinde stattfinden Hei unserer letzten Zusammenkunft war das Interesse für alles Hebräische ein so lebhaftes, dass ich die Gelegenheit benutzte, um die Aufmerksamkeit der Versammelten auf unsere Colonien zu lenken. Da ich mit technischen Arbeiten derart überhäuft bin, dass ich befürchten muss, einige Nachlässigkeit in die Propaganda unserer Colonien unfreiwillig hineinzubringen, bat ich die Versammelten um gefällige Mitwirkung. Herr Davide \V enitzky machte sich erbötig, für mich ein zu treten, ich übergab demselben das mir eingesandte Schekelbuch und ersuche die löhl. Comites und Vereine, von nun ab sich in di recte Verbindung mit Herrn Davide YV enitzky, Fiume, Piazza Alexandrina zu setzen, der mich in allen Colonial fragen wirksam vertreten wird. Hochachtungsvoll Ingenieur L a z a r u s. G DK WMstsche Deivegimg. Spenden für zionistische Zwecke, sowie Schekelzahlungen sind an das Burean' des Zionisteneongresses, Wien, IL, Rernbrandtstraße 11, Schekelblocks, sowie -Juxten an das Burean des Zionisteneongrefses, Basel, zu senden. - Das Aetionseomits. Mit- Beilagen verzeichnen die antizionistischen Juclenbläüer eine Meldung aus Amerika, wonach der türkische Gesandte in Washington in einem Zeitungsinterview gesagt hätte, dass der Sultan den Juden Palästina nicht verkaufen wolle. Die Albernheit, dass wir Palästina einfach dem Sultan abkaufen wollten, hat man von uns bisher noch nicht gehört. Folglich schlägt die angebliche Bemerkung des redseligen Gesandten, wenn die Nachricht überhaupt wahr ist, vollständig daneben. Das wird freilich feine Blätter, wie den „Jewish Chroniole“ und ähnliche, nicht abhalten, bei nächster Gelegenheit wieder solche Erzählungen aufzutischen. Was uns betrifft, wir erwarten autoritative Aeussemngen der türkischen Regierung nicht aus Washington, sondern aus Constantinopel, wo sie ihren Sitz hat. Für unsere Feinde ist allerdings immer die Hauptstadt dort, von wo etwas Ungünstiges über die zionistische Bewegung gemeldet wird. In der vorigen Nummer gewährten wir einer Erkläru ng des Herrn Dr. Salz in Tarnow Raum, worin er bestimmt Folgendes angab: „Weder ich, noch irgend jemand aus meiner Umgebung hat je behauptet, die Gründer der Jüdischen Colonialbank haben sich 100.000 fl. oder dergleichen ausbedungem“ Gegenüber dieser Behauptung des Herrn Dr. Salz hält unser Gewährsmann seine früheren Mittheüungen vollkommen aufrecht und fügt sogar die näheren Umstände hinzu. Wenn Herr Dr. Salz eine Untersuchung dieser Angelegenheit nicht scheut, so kann er leicht Veranlassung hehmen. durch eine Confrontation endgiltig feststellen zu lassen, ob er die von ihm geleugneten Aeussemngen gemacht hat oder nicht. Bis dahin schenken wir unserem Gewährsmanne volles Vertrauen. Wien. Am 13. v. M. fand in Herlingers Restaurant die konstituierende Versammlung des Einzelvereines „Fünf haus" statt. Der große Saal war derartig gefüllt, dass Späterkommende keinen Platz mehr fanden. Alle lauschten mit großem Interesse das in lebhaften Beifallsbezeugungen seinen Ausdruck fand, dem Vortrage des Herrn Dr. M. T. Sch u i rer. Als zweiter Redner pries Herr Dr. E. F. W e i s l in begeisterten Worten den Zionismus, und sodann folgte der nächste Punkt der Tagesordnung, die Wahl des Ausschusses. Nach vollzogener Wahl hielt der Wortführer der anwesenden „Soeialisten", ein Herr Rusicka, eine der gewöhnlichen Hetzreden, die eine ganz ausgezeichnete Widerlegung durch Herrn sind. jur. Max Ber nhardt erfuhr. Die Soeialisten, die es nicht mehr für gut fanden, sich in eine Polemik einzulassen, inscenierten einen wüsten Scandal, wobei sie von ihren arischen „Genossen" — sie hatten sich solche wohl eigens zn dem Zwecke mitgebracht — auf das Beste unterstützt wurden. Da der eigentliche Zweck des Abends, die Eonstituierung des „Einzelvereines" erreicht war, schloss derVorsihende die Versammlung. Die erregten Soeialisten provoeierten noch ein kleines Handgemenge, dem die Leute des Wirtes ein Ende bereiteten, indem sie arische und jüdische soeialistische „Genossen" vor die Thüre setzten. Die Ausschusswahl hatte folgendes Resultat ergeben: Dr. S. Krenberger, Präsident; Sam. Mola, 1. Vieepräsident; Jos. Hutterer, 2. Vieepräsident; Hugo R e ch w i tz e r, 1. Schriftführer; N. M e ch o r, 2. Schriftführer: Adolf Löwen stein, hebräischer Schriftführer; Adolf L ö w y, 1. Eassier Ant. Stern, Ant. Schwarz, Eässa-Revisoren: A. P i ck, A. S ch i cf, Beiräthe. Lublin. Eine rege Bewegung herrschte in unserer Stadt während der Passahfeiertage. Äm ersten Feiertage hielt in der Synagoge unser verehrter Führer und Leiter des Zionismus Herr Dr. Max Spiro eine längere Ansprache, welche in die Erklärung ausklang, es sei Pflicht eines jeden Juden, eines Zionisten oder Antizionisten, des Bemittelten oder Unbemittelten, an die Zeichnung der Aetien für die Jüdische Colonialbank heranzutreten. Das Resultat war, dass schon am Abend des zweiten Feiertages mehrere Aetien gezeichnet wurden. Auf die Initiative unseres unermüdlichen Führers des Herrn Dr. Max Spiro und des Herrn M. R o s e n b e r g gründete sich hier ein Frauenverein unter dem Namen Am 28. v. M. berief Herr Dr. Max Spiro eine größere Frauenversammlung ein. Herr Dr. Spiro eröffnete die Sitzung mit einer kurzen Ansprache, hierauf hielt unser allbeliebter und eifrigster Gesinnungsgenosse Herr Moses Ehrlich eine längere Ansprache über „die Rolle der Frau in der jüdischen Geschichte". Die Herren Studenten Davidsohn und Seidemann und M. Rosenberg sprachen über Zionismus. Das Resultat dieser Versammlung war, dass sich sofort 40 Damen als Mitglieder in den Verein einschreiben ließen. In das Eomitc wurden aewählt: Präsidentin Frau Anna Weintrau b, Präsidentin-Stellvertreterin Frau Cahane, SeerHärin Frl. E. R a b i n o w i tz, Cassierin Frl. Salinowitz. Außerdem gehören zum Eomite noch 6 Damen. Mawa. Der hiesige Verein „Zion" veranstaltete in dem neu bezogenen Vereinsloeale das Purimfest in großem Stile. Bevor das Fest seinen Anfang nahm, wurde eine größere Zahl von Aetien und Schekeln gezeichnet, dann arrangierte der Lehrer der hebräischen Sprache Herr Jnzylevski eine Vorführung lebender Bilder aus dein Leben unserer Brüder in den Palästinensischen Colonien, an welcher die Schüler seiner Schule als jüdische Ackerbauer, in originelle Trachten gekleidet, sowie mit den nöthigen landwirtschaftlichen Instrumenten versehen, theilnahmen. Es wurden Ernte- und andere Arbeiterlieder in reinem Hebräisch vorgetragen. Die Veranstaltung fand bei allen Anwesenden großen Beifall. Am Schlüsse wurde eine Sammlung für das Hospital nDHÖ in Jerusalem zu Händen des Ober- Rabbiners Salant veranstaltet. Beim Rebensaft aus Rischon Le Zion schloss der Abend. — Der Zionismus macht hier schöne Fortschritte trotz der Wühlereien der Gegner, unter denen besonders ein Herr sich eine traurige Berühmtheit erworben hat, der schon im Feuilleton der Zeitschrift „Haschwua" (Nr. 5) gebrandmarkt und an den Pranger gestellt wurde. Der edle Manu hat nämlich versucht, den allbekannten zionistischen Magid K o r o t k i n, der im Dienste unserer Sache hierher kam, zu denuneieren und aus der Stadt schaffen zu lassen. T. A. Wojmlotv. Zur Aufklärung über den Zweck der Colonialbank berief unser Verein „Dorsche Zion" am zweiten Peßachtage in das hiesige Beth-Hamidrasch eine Volksversammlung ein, die fast von der ganzen jüdischen Gemeinde besucht war. Herr I. Grünberg und H. Arnold, die für den Zionismus in Wojnilow bereits viel gethan haben, erklärten die Ziele der Eolonialbank. Die Folge war, dass schon am ersten Tage der Subseription eine ziemlich große Anzahl Aetien gezeichnet wurde. Besonders verdient Herr Samuel S i n g e r - G a b r i e l s, der mit Feuereifer für das Gelingen der Subseription arbeitet, genannt zu werden. Auch Herr Jacob H o ch m a n n und Fr. G r ü n b e r g haben zur zionistffchen Agitation vieles beigetragen. Zabie. Vor einiger Zeit fand im Locale des Herrn Ch. S ch u s e l unter Vorsitz des Herrn Jsr. D r i m o r eine Versammlung statt, die von ungefähr 50 Personen besucht war. Es wurde beschlossen, einen Verein „Ahawath Zion" zu gründen. Erfreulicherweise wurden die Statuten seitens der Statthalterei

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