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Die Welt · 1899-05-05 · 18 (5.5.1899) · p. 10

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
3 (1899)
Issue
18 (5.5.1899)
Article
London / J. de H.
Date
1899-05-05
Page
10 (sequence 2)
Language
German
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Seite 10 „Die H Weit44 Nr. 18 (Canada) lief ein Telegramm ein, das 1000 Shares bestellte. Ebenso liegen Anmeldungen aus Holland, Serbien, Bulgarien, Kentucky, Virginia vor. Tn den Inhaberlisten wird man die glänzendsten Ju denn amen der ganzenWeltvereinigt finden : Schriftsteller, Banquiers, Rabbiner undLehrer, Geschäf s'ei.te und Handwerker. Das jüdische Herz thut seine Pflicht und gewinnt Ehre. J. de H. Jezierna. Am 19. April berief Herr Taubes aus Kolomea eine Volksversammlung behufs Propaganda für die jüdischeColonialbank ein. Am 23. sprach Herr Leon Reich über die Bank. Eine Anzahl Shares wurde gezeichnet. % (Gez.) Ostersetzer. Leipzig, 26. April. Am 24*. April fand hier eine von über 300 Personen besuchte Versammlung der zionistischen Ortsgruppe behufs Agitation für die Colonialbank statt. Herr Doctor Heinrich Löwe sprach über die Colonisation Palästinas, Herr Wiener über die Colonialbank. Der materielle Erfolg des Abends entsprach wohl nicht der Anzahl der zur Versammlung Erschienenen, ist jedoch für hiesige Verhältnisse als zufriedenstellend zu bezeichnen. Skidel (Gouv. Grodn o). Selbst in unser kleines Nest ist der Zionismus gedrungen. Auch hier wird für die Bank und für die Schekelsammlung gearbeitet. Herr L. -1 affe aus Grodno sprach in der hiesigen Synagoge vor einer sehr zahlreichen Volksversammlung, die aus dem grössten Th eil der Bevölkerung, Männern und Fraue n bestand, über den Zionismus und die jüdische Cololonialbank. Die anschauliche und warme Rede machte einen starken Eindruck. Nach der Rede wurde vom Rabbiner und mehreren geachteten Bürgern eine Anzahl Actien gezeichnet. Es steht zu hoffen, dass unser armer Flecken eine ansehnliche Zahl Actien zeichnen, und dass der Zionismus festen Fuss bei uns fassen wird. S. K. Nordau und — Salz. Herr Dr. Salz in Tarnow sendet uns wieder Berichtigungen. Auf Grund des § 19 des Pressgesetzes kann man bekanntlich alles berichtigen. Einen Beweis für die Wahrheit seiner Behauptungen braucht der Einsender der Berichtigung nicht zu erbringen. Er behauptet einfach. In einem Falle nun. wo Behauptung gegen Behauptung steht, bleibt die Entscheidung nach wie vor beim Leser. Dieser hat es mit sich auszumachen, ob einem Dr. Max Nordau oder einem Dr. Abraham Salz mehr Vertrauen zu schenken ist. Auf Grund des § 19 Press-Ges., bitte ich um Aufnahme nachstehender Berichtigung: In Nr. 10 Ihrer geschätzten Zeitschrift wurde von Ihnen und Herrn Dr. Nordau die Behauptung aufgestellt, dass die Aeusserungen. die ich dem Herrn Dr. Nordau zusciirieh. „plump erfunden und eine bare dreiste Lüge sind." ich erkläre nun hiermit nachdrücklieilst, dass alles, was ich dem Herrn Correspondentor des „Jüdischen Volksblatt" mitgethei.lt habe, Herr Dr. Nordau mir wirklich und in der That gesagt hat. So ist es wahr, dass Dr. Nordau mir von „den drei gekrönten Häuptern" erzählt hat. Es ist wahr, dass Herr Dr. Nordau „auf meine Frage, warum man den Volksmassen so rücksichtslos reelamvollo Versprechungen macht, ohne die vollständigen Garantien des Gelingens zu besitzen," mir erklärte: „das Judenthum stehe vor der Gefahr der Auflösung, die Cultur dringe durch alle Poren in das Judenthum ein, das Judenthum mache durch den politischen Zionismus die letzte Anstrengung, man müsse daher dem Volke alles versprechen, um es zu dieser letzten, grössten Anstrengung fähig zu machen." Es ist unrichtig, dass Dr. Nordau etwas über mein Gehaben auf dem :1898er Congresse gesagt habe. Wahr ist nur. dass Herr Dr. Nordau aus Anlass meiner Klagen gegen das Vorgehen des Präsidenten des Gongresses bei den Wahlen der Vertrauensmänner für Galizien, bemerkte: „Auf mich oben machte es einen peinlichen Eindruck" und ich darauf antwortete: Auf uns unten machte es noch ärgeren Eindruck, als wir sahen, dass das Präsidium ein grosses Stück Hinter-Coulissenarbeit zustande gebracht hat. Schliesslich ist es nicht wahr, dass ich in Vertretung politisch - zionistischer Wähler an zwei ausdrücklich politisch - zionistischen Gongressen th eil genommen habe, wahr ist es aber, dass meine Wähler und die Congresse nur zionistisch waren. Dr. Abraham Salz. Paris, 29. April 1899. Zur „Berichtigung" des Herrn Dr. Abraham Salz nur diese wenigen Worte: Es gibt Handlungen, denen gegenüber ein anständiger Mensch vollkommen entwaffnet ist. Was kann ich gegen die namenlose Dreistigkeit thun, mit der Herr Dr. Salz seine der Wahrheit ins Gesicht schlagenden Erfindungen aufrecht zu erhalten wagt? Bei unserer Unterredung war kein dritter zugegen. Ich wusste bisher noch nicht, dass Herr Dr. Salz zu der Gattung von Leuten gehört, die man nur in Gegenwart von mindestens zwei Zeugen empfangen darf. Ich muss es also dem kritischen Verstände lind sittlichen Bewusstsein der Leser überlassen, selbst zu entscheiden, wer Glauben verdient: ob Herr Dr. Salz oder ich. und ich kann nur wiederholen, dass die von mir berichtigten Behauptungen des Herrn Dr. Salz dreiste Unwahrheiten sind. Dr. Max Nord a u. Albert Donreich. Das junge Leben, das sie am 28. des vorigen Monats fern von der Heimat, in M e r a n, zu Grabe getragen, ist es wohl wert, dass wir ihm Worte wehmüthiger und dankbarer Erinnerung widmen. Denn Albert D o xix eich ist vielen viel gewesen. Und diesen vielen möchten wir, ehe der nimmerrastende Strom des Lebens uns von der beschaulichen Be trachtung seines Grabes wieder zu der Arbeit des Tages forttreibt, ein Bild von dem entwerfen, was an Albert Donreich liebens- und achtenswert gewesen ist. In Czeste (Ungarn) als Sohn frömmer Eltern geboren, kam er nach Absolvierung der Tyrnauer Mittelschule nactj Wien, wo er der „Kadimah" beitrat und binnen kurzem eine der markantesten Figuren in der jüdischnationalen Studentenschaft Oesterreichs wurde. Jahrelang war die agitatorische Kleinarbeit seine Haupt- und Lieblingsbeschäftigung. Mann nni

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