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Die Welt · 1899-04-07 · 14 (7.4.1899) · p. 5

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
3 (1899)
Issue
14 (7.4.1899)
Article
Die jüdische Colonialbank
Date
1899-04-07
Page
5 (sequence 3)
Language
German
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Nr. 14 „Die $ Welt“ Seite 6 spectes der Bank vom.1899, von welchem ich Kenntnis genommen habe, zuzutheilen, und ich verpflichte mich, die obige Anzahl Actien oder jede geringere Anzahl, welche mir zügetheilt wird, auf Grund der Bankstatuten zu aeceptieren. — Ich autorisiere Sie ferner, mich als Besitzer der mir zuerth eilten Actien in Ihrem Actienregister zu verzeichnen» Name (voll ausgeschrieben). Stand.-.. Adresse.. Datum.... Quittung über die obige Vollzahlung (von den autorisierten Agenten der Jüdischen Colonialbank zu unterschreiben und den Zeichnern auszuhändigen). Von... den Betrag von . als Vollzahlung für. Stammactien der oben genannten Bank namens derselben erhalten zu haben, bescheinigt hiermit Name... Ort.. Datum.-. Die Gegenagitation. Wir sind durch einige Jahre zionistischer Bewegung abgehärtet und an böse Streiche unserer Gegner gewöhnt. Was sich aber jetzt wieder zeigt, erfordert von unserer Seite noch mehr als die bisherige Geduld. Wieder führt eine kleine Gruppe in Galizien, der unsere galizischen Gesinnungsgenossen bisher das Handwerk zu legen versäumt haben, den Reigen an. Diese Leute, die es noch immer wagen, sich Zionisten zu nennen, in Wirklichkeit aber der Bewegung bei jeder Gelegenheit in den Rücken fallen, haben jetzt einen neuen Streich ausgeheckt. Sie verbreiten das Gerücht, dass die Mitglieder des Directoriums für die Anfertigung der Statuten 100.000 Mark erhalten haben. Wir erklären hiermit, dass dies eine Lüge ist. Die Directoren sowohl, wie selbstverständlich auch der Aufsichtsrath und die von diesem beauftragten Governors haben keinerlei Zuwendung erhalten oder sich ausbedungen. Es besteht keinerlei Abmachung dieser Art, Vielmehr haben, wie schon in unserer vorigen Nummer ausgeführt wurde, die Unterzeichner des Prospectes die gesammten, sehr bedeutenden Gründungskosten aus ihren eigenen Mitteln ä fonds perdu beigesteuert. Es ist etwas tief Beschämendes, dass man solche Männer, die ohne jede Aussicht auf Gewinn so grosse Geldopfer brachten, noch dagegen in Schutz nehmen muss, dass sie etwas für ihre Mühewaltung gezahlt verlangt oder bekommen hätten. Wenn sich einer oder mehrere von ihnen endlich angeekelt von der Arbeit zurückziehen werden, so wird das allerdings auch ein „praktischer“ Erfolg sein. * Anständiger ist eine andere Kritik, die am Prospecte geübt wird, denn sie beruht auf einem Missverständnisse der betreifenden Opponenten. Sie folgern aus einigen Sätzen des Prospectes i r r t h ü m 1 i c h, dass die 100 Grün der actien in den lebenslänglichen Besitz der Aufsichtsräthe gelangen. So steht die Sache nicht. In einem eigenen Vertrage der Garantoren, auf den im Prospecte auch ausdrücklich hinge wiesen ist, wird der Uebergang der Gründershares in den Besitz der alljährlich vom Gongresse neuzuwählenden Comitemitglieder oder Aufsichtsräthe für alle Zeit geregelt. Der Besitz der Griindershares fällt also mit der Dauer dieses Ehrenamtes zusammen. Wer nicht wiedergewählt wird, hat seinen Gründershare zurückzustellen. Nur zwanzig von den hundert Gründershares sollen auf Lebenszeit an solche Personen verliehen werden, die sich um den Zionismus grössere Verdienste erworben haben. Diese Verleihung hat aber nur den Charakter einer Ehrung, womit noch eine Bürgschaft dafür verbunden ist, dass die Bank ihren Zwecken nie entfremdet werden soll. Diese zwanzig lebenslänglichen Inhaber der Gründershares zusammen mit den jährlich wechselnden, vom Congresse gewählten Inhabern der achtzig übrigen werden wohl aufmerksam genug darüber wachen, dass die Bank bleibt, als was sie gedacht ist. Noch ist zu bemerken, dass diese zwanzig ehrenhalber zu verleihenden Shares nicht sofort sämmtlich vertheilt werden, sondern nur allmählich, je nach Massgabe des hervorragenden Verdienstes um die zionistische Sache, das sich im Verlaufe der Jahre zeigen wird. Uebrigens sind alle hundert Gründershares von jederlei Gewinn ausgeschlossen und haben auch kein bevorzugtes Stimmrecht in Fragen der Vertheilung des Gewinnes, den die Gesellschaft etwa erzielen wird. Der Besitz der Grün der shares ist eine reine Ehrensache. Einige Einzelheiten der Subscription. Wohl der deutlichste Beweis dafür, dass die Bank einem Bedürfnisse entspricht, ist die Thatsache, dass in den jüdischen Colonien eifrig subscribiert wird. Eine palästinensische Colonie nahm bisher 500 Shares, eine andere 200 Shares. * In Kiew wurden von den Mitgliedern einer Familie 800 Shares gezeichnet. * Ein Mitglied des Actionscomites bekam am 28. März telegraphisch eine Bestellung auf Shares aus Czita (an der russisch-chinesischen Grenze). * In Dublin wurden 100 Shares von einem christlichen Zionisten gezeichnet. * Die „Chovevi Zion“ in Edinburgh beschlossen, die Jüdische Colonialbank auf jede Weise zu fördern. * In Lemberg ereignete sich eine merkwürdige Scene. In einer zionistischen Volksversammlung, der auch ein Regierungsvertreter beiwohnte, war über die Colonialbank gesprochen worden. Nach dem officiellen Schlüsse der Versammlung zeichnete auch der Regie rungs- Commissär zwei Actien, und zwar, wie er sagte: „nicht um die Juden loszuwerden, sondern um die Armen, Unglücklichen bei ihrer Selbsthilfe nach Kräften zu unterstützen“. Propaganda. Brünn. Hier wird von Haus zu Haus für die Subscription agitiert. Lemberg. Hr. J. Hochfeld sammelte 300 Shares. Lemberg. Am 28. März fand eine vom Vereine „Dorsche S c hl o m Zion“ veranstaltete, von 800 Personen besuchte Volksversammlung statt. Es sprachen die Herren Dr. G.Zipp er, L.Taube s, J. Ho chfeld und beim nachfolgenden Gommers die Herren Dr. M. Mun k, J. L. L i p s c h ü t z, Taubes’ J. E wen. Nach den Reden wurden Shares subscribiert. Stanislau. Hier wurden bisher 000 Shares gezeichnet. Die Idee ist bei uns populär. Zbaraz. Bisher 40 Shares. Tlumacz. In den Bethäusern werden Versammlungen abgehalten, Tagesordnung die Colonialbank. Zumeist in einzelnen Shares von den Aermsten wurden 84 Stücke gezeichnet. Rührigst agitieren die Herren H. Berger, L. Schlesinger, K. Redner, J. Kohn und die zionistische Jugend. Kotomea. Am 28. März hat der Jüdisch-nationale Bankverein in seinen Localitäten das Bureau für die Subscription eröffnet, Schon das Aushängen einer auf

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