Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 3 (1899)
- Issue
- 13 (31.3.1899)
- Article
- Ung.-Hradisch [Nachricht]
- Date
- 1899-03-31
- Page
- 14 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- correspondence
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/3315709-3315796-3315810--11711-3386117- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Seite 14 „Die H Welt“ Nr. 13 Zionismus gehalten, der großen Beifall gefunden hat und tiefe Wirkung übte. Unter dem Eindrücke dieser Rede hat sich sofort eine Ortsgruppe des Verbandes „Zion" gebildet, in deren Ausschuss die Herren Or. med. Arthur Brauner als Obmann, Jacob'W e i ßm an n als Vice-Obmann, cand. jur. Emil Menziles als Schriftführer und Aaron Sträußler als Eaffier gewählt wurden. Prossnitz. Der Verein „Z i o n" in Prossnitz veranstaltete am 18 März ein Gründungsfest, das den Beweis brachte, dass der Zionismus sich auch in dieser altehrwürdigen Judengemeinde großer Sympathien erfreut. Begrüßungsschreiben waren eingelaufen vom A c t i o n s c o nt i te, von Dr. Th. Herzl und Dr. M. N o r d a u, außerdem von mehreren Zionsvereinen und zionistischen Verbindungen. Vertreten waren die Zionsvereine „Olmütz" und „Brünn", der Verein zionistischer Handelsangestellter ,E m u n a h" in Brünn, die Verbindungen „V e r i t a s", Brünn, „L i b a n o n i a", Wien, „G e u l a h", Olmütz, „Z e p h i r a h", Brünn und „Severitas", Loschitz. Die Festrede hielt der bewährte Obmann des Prossnitzer „Zwn", Herr Siegfried Pollak. Er. hob die Bedeutung und die Erfolge des Zionismus in beredten Worten hervor, ermahnte die Juden zu kräftiger nationaler Einheit und schloss unter rauschendem Beifall mit dem Appell, den jungen Prossnitzer Verein mit Wort und That zu unterstützen. Beifälligst begrüßt, begann hierauf der Schriftsteller Herr Iork- S keiner aus Wien seine interessanten Ausführungen über die Tendenzen des Zionismus, denen er eine glänzende Schilderung der jüdischen Eolonien in Palästina folgen ließ. Seine Erzählungen über Land und Leute in „Zion" fesselten die Hörer in außerordentlicher Weise. Schließlich besprach der Redner die Ziele und den hohen Zweck der Eolonialbank und forderte die Anwesenden auf, sich rege an der Shares-Zeichnung zu beiheiligen. Nachdem sich der stürmische Beifall gelegt hatte, forderte Fräulein Irene Bergcl aus Proßnitz die Damen auf, dem Zionismus thatkräftiger beizustehen. Hierauf sprachen der Obmann des Brünner „Zi o n", Herr Dr. S ch r ei e r, Herr H i ckl von der „Emunah", Herr Ingenieur Robert Stricker von der „Veri tas", zuletzt der Obmann des Olmützer „Zion", Herr Spitzer, auf das innige Zusammenhalten der Brudervereine „Olmütz" und „Prossnitz". Besonders hervorzuheben sind unter dem rührigen Comitö die Damen Berger, Fuchs, Hirsch, Mandl, P o l l a k und Schlesinger, die den Verkauf von Flugschriften in aufopfernder Werse besorgten. Dem officiellen Therle folgte ein flottes Tanzkränzchen, das die Festgäste bis zum Morgen vereinte. Friedland. Am 5. März fand in Friedek die konstituierende Versammlung des Zion-Einzelvereines „Ahawah" statt.. Zum Vorsitzenden der Versammlung wurde Herr Leopold Huppert und zum Schriftführer Herr Bernhard Kraus gewählt. Die Wahl des Vereinsausschusses ergab folgendes Resultat: Präsidium: Leopold Huppert, Mathias Schwarz, Wilhelm Fried, Schriftführer : Bernhard Si r a u s, Emil S ch w ar z, hebräisch^ Jakob P o llak, Eassa: Samuel Grub er, Max Grosses Revisoren: Wilhelm Kiesling, Heinrich L e s ch n er. Es wurde die Absendung einer Depesche an Dr. Herzl beschlossen, worin das vollste Vertrauen zu der Thätigkeit des Aetionscomitäs ausgesprochen wird. Der Verein zählt bis jetzt 72 Mitglieder, die sich auf den Sprengel der Eultusgemeinde Fried ek-Mistek vertheilen. Grzymatöw. Sonntag den 26. Februar veranstaltete der hiesige Verein „Dorfche-Zion" im Hause des Herrn S Gottesm a n n eine Purimfeier. Nach der Eröffnungsrede des Gesinnungsgenossen B. Tun es wurde das Lied „Die Sehnsucht nach Zion" vom Fräulein Lagstein aus Zaleszczyki unter Musikbegleitung des Herrrn M. K i r s ch e n gesungen, welches einen sehr lebhaften Beifall erweckte. Der darauffolgende Vortrag des Herrn stuä. jur. Wirth aus Lemberg, „Was heißt wurde sehr lebhaft acclamiert. Herr I. Brun hielt die Festrede, welche mit stürmischem Beifall ausgenommen wurde. Fräulein Nagler richtete einen schwungvollen Appell an die jüdischen Frauen zum Anschluss an den Zionismus, woraus ein Violin-Duett der Herren M. Kirschen und Rufs folgte. Die Tendenzrede sprach, von lebhaftem Beifall oft unterbrochen, Herr Waldmann aus Tarnopol. Großen Anklang fand Herr Nussbaum aus Borki W. mit dem Vortrage des Liedes „Fern im Osten". Besonders hervorzuheben ist das vom Herrn S. Margulies verfasste und declannerte Gedicht „Dichtung und Wahrheit nach Esther". Die Feier schloss Herr Wirth mitseinem vorzüglichen Vortrage „Die Zunge zum Vortrag". Nach der Feier fand ein Eommers im Hause des Herrn M. Sy g all statt, an dem unter anderen auch die Herren Dr. Schmetterling, Apotheker D. P o p i e l und noch viele andere theilnahmen. Herr Dr. Schmetterling toastierte auf den Zionismus, B. Tun es auf Dr. Herzl, Herr Margulies auf die zionistischen Führer, Herr Brun auf den Verein und Herr Wirth auf die Anwesenden. Herr Eantor Abr. Landsmann trug ein hebräisches Lied unter Musiki begleitung vor. 33. T. Nadwürna. Am 26. Februar a. c. veranstaltete der hiesige Verein „Zion" eine Punmfeier. Herr Josef Mehr, der Präsident des Vereines, hielt die Begrüßungsrede, Herr Wurzel aus S t a n i s l a u die Festrede, Herr B. I. Harz die Tendenzrede und das Schlusswort hielt gleichfalls Herr Wurzel. Herr sind. jur. Fillenb aum sang einige zionistische Lieder und die 10jährige Debora Jekel declamierte in polnischer, deutscher und hebräischer Sprache. Lemberg. Am 26. Februar fand im Verein „Jwri" eine zahlreich besuchte Versammlung statt. Zur Tagesordnung, „Der erste jüdische Handelsgehilfen-Congress", referierte Herr Reich, Secretär des Vereines. Hernach ergriffen das Wort die Herren: Koffler, Schorr und P o r d e s. Zuletzt wurden folgende Resolutionen einstimmig angenommen. 1. Die am 26. Februar im Locale des Vereines „Jwri" abgehaltene Versammlung protestiert gegen die erste Eonferenz der jüdischen Handelsgehilfen vom 19. d. M., an der die Mitglieder des „Jwri" nicht theilnehmen durften, bloß aus dem Grunde, weil sie Handelsgehilfen und dabei auch Anhänger der jüdisch - nationalen Idee find. 2 Die Versammlung spricht ihre Verachtung diesen jüdischen Herren Socialisten aus, welche sich von einer unwürdigen, jedes bessere Gefühl kränkenden und selbst dem socialistischen Programm und Endziele widersprechenden Taktik gegenüber den Zionisten, leiten lassen. 3. Die Versammlung will mit diesen — unbekannt, mit welchem Rechte — sich „jüdisch" nennenden Herren Socialisten, nichts gemein haben und constatiert, dass sie nicht berechtigt sind, im Namen der jüdischen Handelsgehilfen zu sprechen und Beschlüsse zu fassen. Zablalölv, den 22. Jänner. Samstag, den 21.v.M. fand in dem unlängst gegründeten Vereine „Zion" eine Versammlung statt. Die geräumigen Vereinslocalitäten waren vollgedrängt. Unser allgemein beliebter Vicepräsident, Herr Mehr, hielt unter ungeheurem Beifalle eine deutsche Rede über den Zionismus. Die Herren Süsmann, Rosenbaum und der Schriftführer Schächter hielten Vorträge im Jargon. Besonders hervorzuheben ist die hebräische Rede des Herrn Epstein, der in glänzender Weise über den Zusammenhang des Zionismus mit der Pflege der hebräischen Sprache referierte. Hierauf wurden „Dort wo die Eeder" und „Die Sehnsucht nach Zion" gesungen. Bukarest. (General-Vertretung der Jüdischen Vereinigung „Jordania" Wien für Rumänien.) Der am 27. Jänner 1897 gegründete Verein „Bnei Zion David", Verein junger Angestellter aller Branchen, brachte Donnerstag den 9. d. das Stück „Doetor Almasador oder Die Vertreibung der Juden aus Spanien" mit besonderem Erfolge zur Aufführung. Die Mitglieder des Vereines, welche das Stück aufführten, ernteten den größten Beifall des Bukarester Publicums. Den Vorstellungsabend eröffnete der Vrreinspräsident Herr Josef S eg all (gründendes Mitglied des Vereines „I o r d a n i a" in Wien) mit einer Eröffnungsansprache an das Publicum, in der er das zionistische Programm der Vereinigung kurz darstellte und die Anwesenden zur Förderung dieser Tendenzen aufforderte. Die Zustimmung und Willfährig eit des Publikums fanden in einem stürmischen Applaus ihren Ausdruck. In den Zwischenacten ernteten Frl. Kahal, Präsidentin des hiesigen Mädchenvereines „Bas Z to n", und die zwei Mitglieder dieses Vereines Frl. Rosen und Frl. St ein hart die größten Beifallskundgebungen des Publicums. Frl. Kahal hielt einen Vortrag über „Die Schätze der jüdischen Nation", Frl. Rosen wies nach, dass der moralische Wille das Hauptmoment bei Realisierung der Zionsidee sei, und Frl. Steinhart endlich sprach über das Thema: „Der Judenstaat", worauf Herr Josef S eg all die Schlussrede hielt. Durch stürmische 131s-Rufe, Fußstampfen und durch Händeklatschen wurden die Vortragenden und die spielenden Vereil.smitgtieder Biber, Holzmapn, Scharaga, Luchten, G a m e tz rc. wiederholt aus die Rampe der Bühne gerufen. Der Erfolg des Vereines war moralisch und materiell überaus groß. G Zeitschriftenrundschau. „Pestach-Zeit ng" nennt sich ein Jargonblatt, das zuM heurigen Passah-Feste in M.-Sziget erschienen ist. Das Blatt ist in warmem jüdischen Tone gehalten. Besonders schwungvoll ist der Leitartikel geschrieben, aus dem wir — es handelt sich um ein Blatt in M.-Sziget! — einige Stellen in deutscher Übersetzung eitleren wollen. „Israel! Die finsteren Wolken, die ostwärts standen, sind zerflattert.. Hell leuchtet dort der Morgenstern und sendet seine rosigen Strahlen auf Deinen Weg, mein Volk, der Dich zur Freiheit führt. Wie Donnerhall tönt ein Ruf vom Westen: „Höre Israel! Deine Erlösung ist nahe!" Und immer lauter schallt die Stimme und erfrischt den Wanderer, der unter seiner schweren Last fast zusammengebrochen ist. „Erhebe Deine Augen, sieh doch das schimmernde Morgenroth! Es zeigt Dir