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Die Welt · 1899-03-31 · 13 (31.3.1899) · p. 13

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
3 (1899)
Issue
13 (31.3.1899)
Article
Wien
Date
1899-03-31
Page
13 (sequence 2)
Language
German
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Nr. 13 „Die A Weit“ Seite 13 Dr. K a l) n s an die Versammelten, die mit gespannter Aufmerksamkeit seinen Ausführungen gefolgt waren, hatte auch den gewünschten Erfolg. Erst in vorgerückter Stunde schloß der Vorsitzende, Herr I. Halb erst am die Versammlung. Hor-odenka. Der hiesige Verein „Bnei Zion" veranstaltete Mittwoch, den 8. Februar l. I. eine Volksversammlung, an der sich ein außerordentlich zahlreiches Publicum aller jüdischen Bevölkerungsschichten betheiligte Zweck derselben war: Besprechung des II. Baseler Eongresses durch unseren hochverehrten Gongress- Delegierten, denVorstand der galizischen Zionisten, Herrn Dr.Scrlomon ))i ofe ul) e ck aus Kolomea. Redner, wiederholt von stürmischen Beifall unterbrochen, setzte in dreistündiger Rede die Ziele des Zionismus und die Bedeutung des II. Baseler Eongresses klar und deutlich auseinander. Stürmischer, nicht enden wollender Applaus lohnte Herrn Dr.R o s e n h e ck am Schluffe des Vortrages. Großen Beifall ernteten auch die Redner Herr A. P in e l e s und Herr I. Kresselaus Kolomea. Herr Michael Neuliiüiui hielt dem verblichenen Rabbiner Schreier aus Bohorodczany einen Nachruf. Zu Ehren der Kolomeaer Gäste wurde im Vereinsloeale ein Commers veranstaltet, welcher bis c> Uhr früh dauerte, und bei welchem u. a. unser lieber Gesinnungsgenosse und Gast, Herr S. Jolles aus Kolomea, auf Herrn Dr. Rosenheck in herzlicher Weise toastierte. Dolina. Am 6. März a. c. fand in unserem städtischen Beth -Hamidrasch eine zionistische Volksversammlung statt, die von circa l.00 Personen besucht war. Der Vieepräsident unseres „Bnei Z i o n", Herr Elias Ehrlich, eröffnet? die Versammlung und ertheilte dem Volksredner Herrn Löbl Taubes aus Kolomea das Wort, welcher über das Thema: „Was erstrebt und will der Zionismus" sprach. Seine Rede schloss mit einer Agitation für die Jüdische Colonialbank und den Schekel. Der Versammlung wohnte ein behördlicher Eommissär bei, welcher der Rede des Herrn T a u b e s mit Interesse folgte und sich beim Verabschieden als Freund des Zionismus erklärte. Abends lud unser Vereinsmitglied und Secretär, Herr I. L. Litwat, sämmtliche Vereinsmitglieder in ein Hotel und veranstaltete ein Souper. Bei dieser Gelegenheit brachten die Herren Taubes, Meyer W e i n r e b in deutscher und I. L.L i tw a k in hebräischer Sprache Toaste auf unseren Führer, Herrn Dr. Theodor H e r z l, aus, in welche die Anwesenden begeistert einstimmten. Kolomea. Am 27. Februar veranstaltete der Verein „Beth Israel" im Spareassesaale eine Purim-Feier. Der Saal war bis auf das letzte Plätzchen gefüllt. Illach der Begrüßung unseres lieben Herrn Dr. Sal. Rosen heck hielt unsere bekannte Gestnnungsgenossin Frl. Rosa P o m e r a n z ans T a r n o p o l die Tendenzrede. In vollendeter Form und überzeugender Dialeetik wies Rednerin die Nothwendigkeit des Zionismus nach. Ungeheurer Applaus lohnte die glänzenden Ausführungen. Die Geschwister Rosenkranz aus S n i a t i n ernteten — die ältere mit einer hebräischen Declamation, die jüngere mit einem Violin- Solo überaus reichen Applaus. Herr Buchsenbaum, der bekannte Volksdichter recitierte einige selbstverfasste Dichtungen dramatischen Inhaltes, welche beim Publicum den grüßten Beifall fanden. Der musikalische Theil wurde von Herrn Hirom in vortrefflichster Weise bestritten. Hernach fand ein Eommers im zionistischen Restaurant Lutwak statt. Es wurden verschiedene Toaste ans Dr. H e x z l, Dr. N o r d a u u. a. ausgebrccht. Stanislau, 12. Februar 1899. Sonntag den 5. Februar veranstaltete der Verein „Zion" in^Tlumaez eine Volksversammlung. Herr Singer aus H aliez besprach in formvollendeter überzeugender Rede die Ziele des Zionismus . Herr Dr. Jonas sprach über die allgemeine Lage des Judenthums in Galizien und bezeichneteals einzigen Ausweg aus derMisere di eS ch a ff u n g einer völkerrechtlich g e sich er t e n H e i m st ätt e. Seine Worte riefen einen unbeschreiblichen Enthusiasmus hervor. Zuletzt sprach H. E b e r s o h n über die bevorstehenden Wahlen zur indischen Eultusgemeinde. Redner erklärt, es sei eine Ersetzung der jetzigen Repräsentanten des Judenthums durch neue Kräfte nöthig. Nach der Versammlung begaben sich die Anwesenden in das Vereinslocal des „Zion", wo für die kommenden Eultuswahlen mit den Orthodoxen ein Compromiss geschlossen wurde; auf diese Weise haben die Zionisten einige Mandate in der Eultusgemeinde gesichert. Ebr. Heidelberg. Hier hat sich eine zionistische Ortsgruppe konstituiert, in deren Vorstand folgende Herren gewählt wurden: 1. Herr E. Pniezower als!. Vorsitzender und Vertrauensmann; 2. Herr I. K lausner als 2. Vorsitzender und Schriftführer: 3. Herr L. Solomon off, Eaffier. Dortmuud. Donnerstag den 9. Februar fand hier im Theatersaale des „Kölnischen Hofes" eine von über 300 Personen besuchte jüdische Volksversammlung statt. Herr L. Grünthal eroffnete dieselbe namens der „Kölner zionistischen Vereinigung". In der darausfolgenden Bureauwahl wurden Herr- Freund, Vorsitzender des hiesigen jüdischen Literaturvereines, zum Vorsitzenden, Herr Grünt h al und Herr L eh m ann zu Beisitzenden gewählt. Hierauf ergriff der Redner des Abends, Herr Rechtsanwalt Dr. Boden hei nur, der sich in uneigennützigster Weise den hiesigen Zionisten zur Verfügung gestellt hatte, das Wort zu einem einstündigen Vortrage über das Thema „As s i m i l a ti o n od e r Z i o n i sm u s". Seine formvollendeten, begeisternden Ausführungen ernteten den lebhaftesten Beifall. Hieran schloss sich eine Mündige, eingehende, oftmals sehr stürmische Debatte, in welcher sich die Gegner des Zionismus einer nicht gerade vornehmen Kampfesmethode bedienten, so dass der Vorsitzende mehrmals genöthigt war, zum parlamentarischen Anstand zu mahnen. In einem glänzenden Schlussworte wies Herr Dr. Boden hei m e r noch einmal zusammenfassend alle gegen den Zionismus vorgebrachten Gründe zurück. Es waren in sehr vorgerückter Stunde auch mehrere Resolutionen und Gegenresolutionen einHelaufen, über welche jedoch nicht mehr ordnungsmäßig abgestimrnt werden konnte. Gegen 2 Uhr nachts erst wurde die hochinteressante Versammlung geschlossen. Nach dem Vortrage wurde von den hiesigen Zionisten die Gründung einer Ortsgruppe beschlossen, welche sich inzwischen constituiert hat. Zum Vorstande wurden die Herren M. G o l d s ch m i d t, L. M a r i e n t h a l und S. Dannenberg gewählt. Galatz. Von besonderem Interesse sind zwei Eirculäre, welche das rumänische Landescomitä der Zionisten im Februar resp. im März veröffentlicht hat. Das erste Circular erklärt in populärer Weise die Ziele des Zionismus und bespricht die Mittel, welche der Eongress dazn empfohlen hat. In besonders scharfer Weise wendet sich der Aufruf gegen die Juden Rumäniens, welche in unerlaubter Weise gegen die Regierung Stellung nehmen und sich politischen Parteien anschließen, welche den Umsturz predigen. Das Landesconnto erklärt, solche Leute nicht in die zionistischen Vereine aufnehmen zu wollen, und wenn sie in solchen Vereinen bereits sein sollten, sie unnachsichtig entfernen zu müssen. — Der zweite Aufruf erläutert die Institution der Colonialbank, weist auf die außerordentliche Wichtigkeit derselben für die zionistischen Bestrebungen hin und schließt mit einem warmen Appell zur Zeichnung von Bankactien. Beide Aufrufe sind ausgezeichnet verfasst und legen Zeugnis ab von dem Eifer und dem zielbewussten Vorgehen unserer rumänischen Gesinnungsgenossen. Rustschuk. Endlich hat der Zionismus auch in Rustschuk, einer der größten Gemeinden Bulgariens, festen Fuß -gefasst. Auf Initiative des Herrn Alter Gerstein und anderer Gesinnungsgenossen und mit Hilfe des Vertreters des Landescomites in Sofia, Herrn Rintel, wurde ein Zionelub „Achawat Zion" gegründet. Der neue Club untersteht der Landesorganisation in Sofia. Demnächst wird ein Aufruf, der alle Juden Rustschuks zum Beitritte auffordert, in deutscher und spaniolischer Sprache erscheinen. Bendin, 14. Marz 1899. Auf Einladung unseres jüngst gegründeten Vereines „Zion" hielt am 11. März Herr I. N i s s e nb a u m aus B i a l y st o k in der hiesigen Synagoge eine 2stündige zionistische Tendenzrede, die den Erfolg hatte, dass noch denselben Abend eine beträchtliche Anzahl Shares subscribiert wurde Herr- Rissen bäum hielt ferner zionistische Reden inDombrowa und S o s n o w i e e, die ebenfalls eine große Wirkung auf alle Anwesenden ausübten. Czestochowa, 12. März 1898. Vor circa 4 Wochen weilte hier der in unserer Gegend äußerst beliebte zionistische Wanderprediger G. Kreitmann. Seine in den zwei größten Synagogen gehaltenen fünf vortrefflichen zionistischen Tendenzreden hatten zur Folge, dass ein großer Theil der hiesigen jüdischen Bevölkerung für den Zionismus gewonnen ist. Die Mitgliederzahl des hier seit 4 Monaten bestehenden Zionsverein ,Agudas h a z i o n i m“ nimmt mit jedem Tage zu. Zweimal wöchentlich finden Versammlungen statt, bei denen Vorträge über zionistische und historische Themen gehalten werden. Auch dem Studium der hebräischen Sprache wird Aufmerksamkeit zugewendet. Außerdem verfügen wir über eine zionistische Bibliothek in verschiedenen Sprachen und beziehen vier zionistische Blätter. New-Vork. Hier hat sich dank der intensiven Agitation mehrerer eifriger Zionisten ein neuer zionistischer Verein gegründet, welcher hauptsächlich junge Männer und Mädchen der gebildeten Kreise umfasst. Der Verein ist in Bezug auf die Weiterverbreitnng der Zionsidee gerade m diesen Kreisen von besonderer Bedeutung. W Vereinsnachrichten. Wien. (Akademische Verbindung „Libanonia".) Die Ehargenwahl vom 18. d. M. crgab folgendes Resultat: med. Otto Weich, techn. Richard Silber berge r, med. Arthur Kann Ung-Hradisch. Dienstag, den 21. Februar d. I. hat Herr Aork-Steiner in einer von der „A ch i w a h" einberufenen irtib zahlreich besuchten Versammlung von Herren und Damen einen ungemein fesselnden und überzeugenden Vortrag über den

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