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Die Welt · 1899-03-24 · 12 (24.3.1899) · p. 12

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Journal
Die Welt
Volume
3 (1899)
Issue
12 (24.3.1899)
Article
Görbersdorf (Preuß.-Schlesien)
Date
1899-03-24
Page
12 (sequence 2)
Language
German
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Seite 12 „Die A Welt44 Nr. 12 gelegenen Gurorte für Lungenkranke bemerkbar. Die hier weilenden Gesinnungsgenossen — zumeist Russen — scheuen keine Mühe und keinen Aufwand, um für die zionistische Bewegung Propaganda zu machen. Am verflossenen Purimfeste wurde hier auf Initiative der wackeren Herren Weinstein, Spiro, Helfer und Grünberg eine Feierlichkeit mit zionistischem Charakter veranstaltet, wobei Herr Weinstein eine begeisterte Rede hielt, an die sich gemüthliche Toaste schlossen. Wir "gedachten auch in besonderer Rede unserer Führer Dr. Herzl und Dr.Nordau. Zum Schluffe wurde eine Geldsammlung für zionistische Zwecke veranstaltet. Wengrow (Gouv. Siedlee). Am 14. Jänner wurde in Wengrow ein Zionsverein gegründet. Die erste Versammlung, die in der Synagoge unter dem Vorsitze des Herrn Bernstein stattfand, hat in allen Schichten unserer Glaubensgenossen, sowohl der Misnagdim als Ghassidim, einen großen Beifall gefunden und sofort meldeten sich beinahe 200 Mitglieder. Wenn wir erwägen, dass die Chassidim, welche in unseren kleineren polnischen Städten die Majorität der jüdischen Intelligenz bilden, sich bis jetzt von der Volksbewegung entfernt hielten, so müssen wir die Entstehung der zionistischen Vereinigung in Wengrow, alseinen Ausdruck des erwachenden jüdischen Stamnresbewufstseins, sympathisch begrüßen. In der zweiten Sitzung (11. März) hielt Dr. Milk, der hiesige praktische Arzt, eine Anrede, die die Zwecke des Zionismus kennzeichnet, woraus die Wahl des Verwaltungscomites folgte. Zum Präsidenten wurde Herr Dr. Wi lk, als Vertreter desselben Herr Finkelstein, zum Secretär Herr N e u m a n n und zum Eassier Herr Bernstein berufen. — Außerdem gehören zum Gönnte 6 Mitglieder, an deren Spitze der Herr Vieerabbiner steht. L. W. New-Uork. Von der „Federation of American Zionist“ erhalten wir folgende Mittheilung: Wir veranstalten in allen Städten der Union Versammlungen, schicken Redner aus, bilden Vereine. Die Versammlungen sind massenhaft besucht und nehmen in der Regel einen enthusiastischen Charakter an. Am 28. Mai soll eine Konferenz der Delegierten aller amerikanischen Zionsvereine stattfinden. V O V ereinsnachrichten. Wien. (E.ihzelverein „Z i o n“.) Montag den 27. März um 8 Uhr abends findet in Edelhofers Restaurant „Hotel du Nord“,. II., Kaiser Josef-Strasse, eine Agitationsversammlung statt, in der Herr Dr. J. Schalit über „Judennoth lind deren praktische Beseitigung“ referieren wird. Gäste herzlich willkommen! Wien. Am Dienstag den 28. März, 8 Uhr abends, findet in' Gut h s Restaurant, II.. Stefaniestrasse, die constituierenüe Generalversammlung des Allgemeinen hebräischen Sprachen Vereines statt. Herr Dr. Leopold Kahn fungiert als Einberufer. Wien. Am 18. d.'M. fanden in der Jüdisch-akademischen Verbindung „Unitas“ die Neuwahlen für das Sommersemester statt: Gand, j ur. Karl L ö w, Präses; Gand. jur. Josef Sander, Vicepräses; techn. Julius F ü r s t, Schriftführe:; Wien. (Jüdisch-akademische Verbindung Maccabäa.) In dem Wahlconvente vom 10. März wurden für das Sommersemester gewählt: Arthur Goldne r, Präses, Moses Liquornik, Vicepräses, Alfred Elias Schriftführer. Wien. Die „J ordani a“, Verein zionistischer Handelsangestellter, übersiedelt von IX., Mülinergasse 35 in II., Rembrandtstrasse 11. Sprechstunde von 8—9 Uhr abends. Wien. Mittwoch den 15. d. M. fand in Jellineks Restaurant, V, Margarethenplatz 7, die diesmonatliche Vereinsversammlung der Ortsgruppe Wieden-Margarethen des „Zion“ statt. Nach der Eröffnung und Begrüssung durch den Vorsitzenden Herrn Y ork-Steiner, ergriff Herr Dr. Kahn das Wort, der sich in liebenswür ligster Weise bereit erklärt hatte, an Stelle des unpässlichen Herrn Dr. J. W. Marmorek das Referat zu übernehmen. Die mehr als einstündigen, glänzenden Ausführungen des Redners über das Thema: „Was bezweckt die Jüdische Colonialbank?“ an vielen Stellen durch stürmischen Beifall unterbrochen, hatten auch den hauptsächlich an gestrebten Erfolg, den der Subscription. Nach dem Referate wurden viele Shares gezeichnet. Noch lange nach Schluss de. Versammlung blieben die Theilnehmer in animiertem Gespräche über die Bankgründung versammelt. Wien. (Israelitischer Synagogenverein „B e t h - I s r a e 1“. Wien, II., Leopoldsgasse 29.) Dem Jahresberichte für das Jahr 1898 entnehmen wir folgende Daten : Die finanziellen Verhältnisse unseres Vereines haben im Jahre 1898 eine so erfreulich günstige Gestaltung aufgewiesen, dass es der Vereinsleitung möglich wurde, von der Hypothekarschuld einen Betrag von fl. 5000 zur grundbücherlichen Löschung zu bringen und für das Jahr 1899 den ansehnlichen Gassa-Vortrag von fl 4535*10 bereitzustellen. Dem Pensionsfonds wurde im Berichtsjahre eine weitere Dotation im Betrage von fl. 639*56 zugewiesen Die Hinterbliebenen nach Herrn Heinrich Benies, dessen Wohlthätigkeitssinn ihm ein ehrendes Andenken bei unseren Glaubensgenossen sichert, haben nicht nur eine Familien-Jahrzeittafel um den der Vereinscasse bereits überwiesenen Betrag von fl. 1000 gestiftet, sondern auch aus der nach dem letzten Willen des Verblichenen für fromme Zwecke gewidmeten Summe unserem Vereine einen weiteren Betrag von fl. 1000 (sammt den laufenden Zinsen zusammen fl. 1035*34) zugewendet, wofür hierdurch der wärmste und innigste Dank im Naipen des Vereines ausgesprochen wird. Ebenso warmer Dank sei hiermit der Familie des im verflossenen Jahre zu seinen Vätern so jäh heim gegangenen Herrn Salomon Stein für die um den Betrag von fl. 1000 vollzogene Stiftung einer Familien-Jahrzeittafel ausgedrückt Der Verblichene war mit den vorzüglichsten Charakter- und Herzenseigenschaften ausgezeichnet, die ihm die Zuneigung und Wertschätzung aller gewannen. Ehre dem Andenken dieses wackeren, biederen Mannes! Wir wollen auch nicht ermangeln, der Familie des in Gott ruhenden Herrn M. H. Goldscheid für die Widmung eines Betrages von fl. 1000 zum Zwecke der Errichtung einer Famiüen-Jahrzeittafel, den Herren W. Mingelgrün, M. Boxer für die Schenkung von Ceremonial-Geräthschaften und den Wohlthätern, die Spenden zur Beschaffung von Osterbrot gewährt haben, den tiefgefühlten Dank des Vereines zu entbieten. Der Cultusvorsteher Herr Salo Co hn hat unserem Vereine zur Vertheilung von Bikur-Cholim in seiner bekannten Munificenz den BcUag von fl. 250 gewidmet, und sprechen wir ihm den innigsten Dank hierfür aus. Mähr.-Ostrau. Am 23. Februar veranstaltete die hiesige jüdische Stammtisch-Gesellschaft „Emunah“ als Purim- Unterhaltung einen „Ronacher-Abend“ mit darauffolgendem Tanzkränzchen. Um den ersten Th eil machten sich insbesondere Fräulein Klausner und Deutschberge r, sowie der Vorsitzende der Tischgesellschaft, Herr Wurzel, und Herr Körtmöny verdient. Das Tanzkränzchen verlief äusserst animiert und endete erst um 4 Uhr früh. Das Reinerträgnis ist für wohlthätige Zwecke bestimmt. Graz. (Akademischer Verein „Charitas“.) Die für das Sommersemester 1899 vorgenommenen Neuwahlen in den Ausschuss ergaben folgendes Resultat: Obmann: cand. ing. I. Rosenstock, Obmann- Stellvertreter: cand. ing. Gustav P o 11 a k, Gassi er: stud. jur. Julius Löwen sohn, Schriftführer: stud. jur. Isidor Fuchs, Bibliothekar: stud. ing. Hugo Neumann. Dolina. Herr Siegmund K o r n g u t, Rentmeister der Baron Popper’schen Dampfsägefabrik in W y g o d a, der bisher die zionistische Idee aufs äusserste bekämpft hat, und unsere Agitation für Wygoda gehemmt hat, ist jetzt als Mitglied unserem Vereine beigetreten, und seit dieser Zeit hat der Verein durch seinen Einfluss mehrere Mitglieder erworben. Stanislau. Am 26. Jänner feierte der hebräisch sprechende S ata-Berura-Club im V ereine „E r e z Israel“ seine Eröffnung. Es hielten hebräische Reden die Herren D r. Schur, Wundermann, Feiger, Schriftsteller Fahn. Enthusiastischer Beifall lohnte die Redner. Die Thätigkeit des Clubs beginnt mit der Vertheilung eines Talmud-Tractates an jedes Mitglied, das sich verpflichtet, denselben durcbzustudieren. Storozynetz. Am 26. Februar 1899 veranstaltete unser jüdisch-nationaler Verein „Z i o n“ in unserer wunderschönen und grossen Synagoge eine Purimfeier, welche einen sehr glänzenden Verlauf nahm. Nach der, in Abwesenheit unseres Präsidenten Herrn Dr. Ko mm er, seitens des Herrn Adolf Lippa erfolgten Begrüssung der versammelten Gäste, hielt Herr Josef K a s w a n, Buchdruckereibesitzer in Radautz, die Festrede, welche er unter grosser Begeisterung und anhaltendem Beifalle der Anwesenden schloss. Sodann ergriff das Wort zur Tendenzrede Herr Löbl Taubes aus Kolomea. Während seines zweistündigen Vortrages hielt er sämmtliche Gemüther in Spannung, seine zündenden Worte ergriffen die Herzen der Zuhörer und erweckten in denselben grosse Begeisterung für die zionistische Idee. Der Applaus, welcher seinen Ausführungen folgte, wollte gar kein Ende nehmen, und als derselbe sich legte, trug unser Synagogencantor Herr Rubin Kantor einige jüdische Weisen vor, welche ebenfalls mit grossem Beifalle aufgenommen wurden. Nach der Feier fand in unserem Hotel J. M. Gottfried ein Festcommers zu Ehren der an-

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