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Die Welt · 1899-03-24 · 12 (24.3.1899) · p. 11

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
3 (1899)
Issue
12 (24.3.1899)
Article
Spenden für zionistische Zwecke [Nachricht] / Aktionskomitee
Date
1899-03-24
Page
11 (sequence 1)
Language
German
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Nr. 12 „Vitz * Welt“ «eite 11 We jionPschk Kewegung. Spenden für zionLstische Zwecke, sowie Schekelzahlnngen sind an das Bureau des Zionisteneongresses, Wren, II., Rembrandtstratze 11, Schekelblocks, sowie -Juxten an das Bureau des Zionisteneongresses, Basel, zu senden. - Das Aetronscomitv. (Zionistische Vertrauensmänner - Bersammlnttg.) Samstag den 26. d. M. 11 Uhr vormittags wichtige Bertrauensmänner-Besprechung IX., Türkenstraße 9. Um vollzähliges Erscheinen wird dringend ersucht. Wien. Frau Dr. Kahn richtet folgenden Aufruf an die jüdischen Frauen Oesterreichs: „Jüdische Frauen! Die zum drittenmale überreichten Statuten sind nicht zurückgewiesen worden, und ich habe somit das Recht, endlich an die Gründung des „Ersten zionistischen Frauenvereines in Wien" zu schreiten und damit einer ehrenvollen und heiligen Pflicht zu genügen, die ich in Basel übernommen habe. Alle jene Damen, die sich mir anschließen wollen zum gemeinsamen Werke, bitte ich mir per Eorrespondenzkarte ihre Adresse mittheiten za wollen, damit sie rechtzeitig die Einladung zur constituierenden Generalversammlang erhalten. Ich hoffe und wünsche, dass mir viele, sehr viele solcher Karten zukommen mögen, sie sollen beweisen, dass meine Glaubensgenossinnen nicht nur Jüdinnen sind durch den Zufall der Geburt, sondern sich auch als solche fühlen und gerne mitthun wollen bei einer Vereinigung, deren Zweck es - ist, jüdisches Zusammengehörigkeitsgefühl zu pflegen und echt jüdischem Geiste eine Heimat zu schaffen in der Familie. Mit Zionsgrüßen an sämwtliche seienden und werdenden Gesinnungsgenossinnen Sidonie Kahn, II., Obere Donaustraße 47. Wien. Am 5. April l. I. findet eine Versammlung in der Brigittenau, im Saale Weiland, Klosterneuburgerstraße 31— statt. Sprecher: Dr. Kahn und Architekt M a r m o r e k. Wien. (Einzelverein Wien des „Zion", II., Rembrandtstraße II.) Dienstag, den 24, Februar fand in unserem Vereine die ordentliche Generalversammlung statt. Nach erfolgter Berichterstattung seitens des abtretenden Ausschusses, dem das Ab olutorium und der Dank für seine eifrigen Bemühungen von den Anwesenden einstimmig votiert wurde, schritt man zur Neuwahl und wurden per Acclamation gewählt die Herren Dr. Leopold Kahn zum Präsidenten, I. L. Deiner zum ersten und E sig T o r c z y n e r zum zweiten Vicepräsidenten, Eduard T a u L e l e s zum ersten und Hermann Berliner zum zweiten Schriftführer, Moritz Adler zum ersten und Norbert Ra ppapo rt zum zweiten Cassier, S. D. Albachary zum Schriftführer in der hebräischen Sprache, Dr. Liebreich zum Bibliothekar und als Ausschussmitglieder die Herren In^. Michael E llmann, P. K ahan e und Josef Pollak. Ferner wurden berufen in den Revisionsausschuss die Herren: Johann K r e nr en e tz k y und Carl Bringer und zu Schiedsrichtern die Herren Dr. Kokesch, Dr. Schnirer, Dr. Mintz, Dr. I. L. Landau und Leon Kellner. — Der anwesende Obmann des Verbandes, Herr Dr. Kokesch, nahm sodann Veranlassung, dem nach Palästina übersiedelnden ehemaligen Obmann unseres Vereines, Herrn Leopold Paul L ö b l, in warmen Worten den tiefgefühlten Dank aller Gesinnungsgenossen für seine hohen Verdienste um die gute Sache auszusprechen. Zalesczyki. In feierlicher Weise begiengen unsere Zionisten Samstag, den 25. Februar im glänzend deeorierten Vereinslocale das Purimfest. Unsere Gesinnungsgenossen betheiligten sich in großer Zahl an der Veranstaltung. Als erster Redner begrüßte der Vereinspräsident, Herr Leib Lindner, die Versammlung, besprach in einem gediegenen schwungvollen Hebräisch die Be^ deutung des Purimfestes im zionistischen Sinne. Nachher sprachen die Herren Elias Glaser, I. E. B äumer und A. L. Lagstein über Zionismus. Herr L a g st e i n trug außerdem ein selbstverfasstes Gedicht vor. — Der nachhaltige Eindruck dieser Feier wird viel zur zionistischen Propaganda beitragen. Rohatyn. Auf Veranlassung des hiesigen Vereines „B n e i- Zion" fand am 19. v. M. in der Hauptsynagoge eine große Volksversammlung zur Besprechung des Zionismus statt. Es waren auch die als Volksredner rühmlichst bekannten Herren Dr. G. Zipper und Dr. M. Traube auf Einladung des Vereines hergekommen. Die Synagoge war überfüllt von Zuhörern, die sich zumeist aus Proletariern und den mittleren Ständen recrutierten: aber auch die Bourgeoisie war ziemlich stark verteten, selbst die Frauengallerien waren recht stark besetzt. Nach Eröffnung der Versammlung durch den Cultusvorsteher und Vereinsprästdenten Herrn Weidmann ergriff Herr Dr.Zipper unter stürmischem Beifall das Wort und entwickelte in einer zweistündigen ausgezeichneten Rede das Programm des Zionismus und legte an der Hand von historischen Thalsachen die Nothwendigkeit, sowie auch die Ausführbarkeit des Zionismus dar. Ein enthusiastischer Applaus war die Antwort des zahlreichen Publicums au* diese interessanten Ausführungen. Auf Antrag Dr. Zippers wurde folgende Resolution einhellig angenommen: „Die am 19. Febrar 1899 in der Hauptsynagoge in Rohatyn tagende Volksversammlung erklärt sich solidarisch mit der gesammten zionistischen Weltorganisation auf Grund des Baseler Programms, fordert alle Juden in Galizien auf, sich der Weltorganisation auzuschließen, innerhalb des Landes aber, unter Leitung des von der Landesconferenz eingesetzten, respeetive einzusetzenden Landeseomites für das Baseler Programm einzutreten und drückt Herrn Dr. Theodor Herzl Dank und Beifall aus für seine bisherigen Leistungen mit der gleichzeitigen Aufforderung, auf diesem Wege weiter zu schreiten, damit die Ideale der jüdischen Nation nach Möglichkeit ihrer Verwirklichung genähert werden." — Hierauf sprach Herr Dr. phil. Marcus Braude, der in schwungvollen Worten die Wichtigkeit der Schekelorganisation besprach. Auf seine Aufforderung hin wurde sofort eine Schekelsammlung eingeleitet, welche ein namhaftes Resultat ergab. Zu Ehren der Gäste veranstalteten die hiesigen äionrsten ein Bankett, das bis 2 Uhr nach Mitternacht währte. s loastierten beim trefflichen Karmelweine die Herren Melzer in deutscher, Margulies und Weinlös in hebräischer Sprache auf die Gäste. Herr Dr. Brande erwiderte die auf ihn und Herrn Dr. Zipper ausgebrachten Toaste mit einem Danke in seinem Namen und im Namen des derzeitigen Landescomiles und schloss mit einem Hoch auf das Gedeihen unseres Vereines. Lebhaft acclamiert wurde der. auf Dr. Theodor Herzl ausgebrachte Toast. J. W. Brody. Ueber Einladung des hiesigen Vereines „Zion" referierte der beliebte Volksredner Herr Löbel Taubes in der Sonntag am 23. Adar einberufenen jüdischen Versammlung über den II. Congress. Die Versammlung, die von Herrn Lisschütz geleitet wurde, war von circa 300 Personen besucht, da leider unsere Localitäten nicht mehr fassen konnten. Der Referent -berichtete in ausführlicher Weise über, die Bedeutung und Thäügkeit des Congresses und insbesondere über das Progamm und die Organisation desselben. Auch erörterte er eingehend die Bedeutung des Schekels, sowie die Einzelheiten der Bank. Nach Schluss des Vortrages, welcher mit enthusiastischem Applaus belohnt wurde, entrichteten viele ihr Schekel-Scherflein. Am Ende wurde zu Ehren des geschätzten Gastes ein Sommers, welcher sehr animiert verlief, veranstaltet. Ani Schlomy. Tarnopol. Als Herr Löbl Taubes vor genau zwei Monaten in unserer Stadt einen Vortrag über die Bedeutung und die Ergebnisse des II. Baseler Eongresses hielt, konnten wir aus dem Anklange, den der Redner fand, schließen, dass der nächste Vortrag die ganze hiesige Judengemeinde herbeilocken würde. Das war denn auch der Fall. Sonntag den 5. Februar sprach Herr Löbl Taubes im Saale „Jad Charuzim" über „D a s W e s e n des Zionismu §, w a s e r e r st r e b t und was er bereits enitngc n." Es herrschte in dem großen Raume ein geradezu lebensgefährliches Gedränge. Nach einer kurzen, warm und treffend gehaltenen Einleitung seitens unseres eifrigen Gesinnungsgenossen und Vicepräsidenten des Vereines, Herrn Leon Adler — der auch zum Schlüsse der Rede dankte — ergriff der lebhaft begrüßte Gast das Wort zu seinen Ausführungen. Wie er gesprochen und wie gern ihm zugehört wurde, mag man daraus schließen, dass trotz länger als dreistündigen Aufenthaltes in dem erstickend heißen Saale, wo man stehend, eng aneinandergepreßt, andächtig lauschte, nach 10 Uhr jedermann nur ungern den Redner ziehen ließ. Der Eindruck ist ein tiefer und nachhaltiger Unsere Idee, hat neue Anhänger gewonnen, die alten fühlen sich erfrischt und ermuthigt. Herr Taubes ist ein geradezu genialer Volksredner. Was diese Bezeichnung bedeutet, weiß vielleicht niemand besser als der polnische Jude, und niemand ist darin schwerer zusriedenzustellen als eben der. Das Verdienst des Herrn Taubes ist umso höher anzuschlagen, als er kurz vorher — am 1. und 4. Februar — in Zbaraz zwei Agitationsreden in rascher Aufeinanderfolge gehalten hat. Die Nachricht von seiner Anwesenheit in unserer Gegend hatte sich rasch verbreitet, und es kamen an ihn nach Tarnopol dringende Einladungen au§ Mikulinee und Jezierna, wo unlängst neue Ortsgruppen gegründet wurden. Herr Taubes, dessen Eifer für die gute Sache wahrlich vielen zum Muster dienen könnte, wollte auch ohne Rücksicht auf die Anstrengungen, die er hinter sich hatte, dem neuerlichen Rufe folgen, doch seine hiesigen Freunde ließen es nicht zu. So wurde die anderen für später vertröstet. M. P. Görbersdorf (Preuß.-Schlesien). Aus Görbersdorf erhalle wir von einem dort zur Cur weilenden Gesinnungsgenossen folgen Zuschrift: Der zionistische Gedanke macht sich auch in diesem

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