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Die Welt · 1899-03-17 · 11 (17.3.1899) · p. 12

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Journal
Die Welt
Volume
3 (1899)
Issue
11 (17.3.1899)
Article
[Ohne Titel]
Date
1899-03-17
Page
12 (sequence 2)
Language
German
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Seite 12 „Die A Welt“ Nr. 11 Die von uns bereits erwähnte Sammlung für das Mount-Sinai-Hospital in New-York .steht nicht nur wegen der Höhe des Betrages — handelt es sich doch um eine Million Dollars — ohnegleichen da, sondern wegen der relativ geringen Zahl der Geber. Die erste Liste mit einem Resultate von 600.000 Dollars weist nur 400 Spender auf, und der Präsident bemerkte, dass er sich wegen der fehlenden 400.000 „keine grauen Haare wachsen liesse“. Sie würden bereit liegen, bevor der Grundstein gelegt werde. Spenden für zionistische Zwecke, sowie Schekelrahlmrgen sind an das Bureau des Zionisteneongresses, Wien, II., Rembrandtstraste 11, Schekelblocks, sowie -Juxten an das Bureau des Zionisteneongresses, Basel, zu senden. - Das Aetionscomite. Wien. Herr Leopold Fischt überbrachte dem Wiener Aetionscomite die ihm von den Brailaer Zionisten übergebenen Schekelgelder. Wien. Donnerstag den 0. März hielt die Ortsgruppe „M ariahi l f-N e u b a u" des „Zion" eine Wanderversammlung für die jüdische Bevölkerung der Bezirke Nil bis XV in Herlingers Restauration ab und hatte damit einen vollen Erfolg aufzuweisen. Mit herzlichen Worten begrüßte der Präsident Dr. Weist die Anwesenden und ertheilte dem Referenten Tr Leop. Kahn das Wort, der nun durch seine vortrefflichen Ausführungen über „die Selbsthilfe bei den Juden" Helle Begeisterung erweckte und den einstimmigen Dank der Versammlung votiert erhielt. Unter dem Eindrücke dieses Referates beschlossen die Anwesenden die Gründung einer Ortsgruppe „Rudolfsheim - F ü n f h a u s" und erklärten zum großen Th eile ihren sofortigen Beitritt. Die Einwürfe einiger junger Anhänger der Socialdemokratie fanden unter lebhafter Zustimmung der Anwesenden ihre Widerlegung' durch die Herren H. Sternberg und R e ch n i tz e r, worauf der Vorsitzende Dr. Weist die Versammlung um 12 Uhr schloss. Das Resultat derselben, die Gründung einer neuen Ortsgruppe im äußersten Westen Wiens, wird gewiss von allen Zionisten freudig begrüßt werden. Zuschriften in allen, die Ortsgruppe „R u d. o l f s h e i m-F ünfhau s" betreffenden Angelegenheiten an Herrn Hugo R e ch n i tz e r, Bankbeamter, XV., Mariahilferstraße 162. Wien. Der Einzelverein „Wien" des Verbandes „Zion" veranstaltete Montag den 13. März in Euths geräumigem Restaurations-Saale eine Versammlung. Das Präsidium führte Herr Zahnar t Trublowicz. Herr Dr. Salo Deutsch referierte über das Thema: „Was will der Zionismus?" Referent charakterisierte die Judennoth im Osten als Mangel an Gelegenheit zur Arbeit und iry Westen als das ewige Leid der duldenden Minorität; rettender Ausweg sei der Zionismus. Referent erntete für seine vorzüglichen Ausführungen reichlichen Beifall. Hierauf ergriff Herr Dr. Leopold Kahn das Wort, um in' formvollendeter Weise, stellenweise von stürmischen Beifalle unterbrochen, die praktische Durchführung der Zionsidee zu erklären. Ebenso wie der Zionismus die moralische Judennoth beseitige, trachte auch die zionistische Bewegung, die praktische Judennoth durch Schaffung einer großartigen Arbeitsgelegenheit aus der Welt zu schaffen. Und nun entwickelte der Redner die Prineipien der Bank, zu deren kräftiger Unterstützung er die Anwesenden aufforderte. Die folgende Discussion beschäftigte sich nur mit der Frage der Colonialbank. Es war den Herren Dr, Kahn, der nochmals das Wort ergriff, und Dr. Schallt ein leichtes, alle Einwürfe mühelos zu entkräften. Die durch beide Pro-Redner entfachte Begeisterung zeigte sich in der bereitwilligen Zeichnung vieler Shares am Schluffe der Diseusffon. n. Olmütz. Am 9. März hielt H. Iork-Steiner einen Bortrag: „Reisebilder aus Palästina". Er verstand es, das zahlreich erschienene Publicum, darunter auch Nichtjuden, bis an das Ende seiner mehr als einstündigen Schilderung zu fesseln, und seine Darstellung jüdischer Arbeitsamkeit und jüdischen Bauernstolzes machte tiefen Eindruck auf die Zuhörer. Mit überzeugenden Worten wies er die Bedeutung der Gründung einer jüdischen Eolonialbank nach und forderte die Anwesenden auf. sich an der Subscription zahlreich zu betheiligen. Lebhafter Beifall folgte den formvollendeten Ausführungen des Redners und bekundete, dass es diesem gelungen sei, dem Zionismus neue Anhänger in Olmütz zu gewinnen. Zloczow, (V. e r e i n „D e g e l I e s ch u r u n", Z l o c z ö w.) Zufolge Beschlusses des Ausschusses unseres Vereines bei der am 22. v. M. stattgehabten Sitzung wurde an unseren hochverehrten Gesinnungsgenossen, Herrn Dr. Max No r d a u, anlässlich des zu seinen Ehren in Wien am 26. v. M veranstalteten Commerses folgendes Begrüßungstelegramm abgeschickt: „Wohlgeboren Max Nordari, Wien, Hotel Continental. Hoch unserem muthigen Streiter. — Jehu Adouaj imoch wetaal. Mit Zionsgruß Verein Degel Jeschurun." Darauf erhielten wir von Herrn Dr. Nordau ein eigenhändiges Schreiben, dessen Inhalt wir nachstehend zur Kenntnis unserer geehrten p. t. Mitglieder bringen: „23. Reichsrathsstraße, Wien, 1.27. Jan. 1899. Hochgeehrte, liebe Gesinnungsgenossen! Warmen Dank für Ihren telegraphischen Gruß. Wir arbeiten, soviel an uns liegt und unsere Kräfte gestatten. Wenn das jüdische Volk ebensolche Anstrengungen machen will, wie wir, so zweifle ich nicht, dass selbst die Aüteren unter uns noch einen ernsten Anfang der Erlösung sehen werden. — Mit zionistischem Gruß bin ich Ihr ergebenster Dr. M. Nordau." Chodorow. Unter Vorsitz des Herrn Delegierten H. Nagelb erg fand am 8. v. M. im Beth-Hamidrasch eine Volksversammlung statt, die der dreistündigen Rede des bekannten Agitators L. Taubes mit Aufmerksamkeit folgte. Es wurden zahlreiche Schekel gesammelt und die Gründung eines Einzelvereines beschlossen. Die Agitation erfreut sich oer Theilnahme deS Mitgliedes des Cultusvorstandes, Herrn M. Weiler. Bendzin, den 22. Jänner 1899. Gestern abends wurde hier auf Anregung der Herren Jacob Sattler und B. Praeger eine Volksversammlung abgehalten. Herr B. Praeger hielt eine gediegene zionistische Tendenzrede, in der er auf die Nützlichkeit und Noth wendigkeit des Zionismus hinwies und in geschickter Weise auf das nationale Bewusstsein bei den Anwesenden eivzuwirken verstund. Dann sprach Herr Bialek überden ethischen Wert des Zionismus. Stürmischer Beifall lohnte den Redner. Der Eindruck der Versammlung war so groß, dass die Gründung eines Zionsvereines mit einer beträchtlichen Capitals-Einlage von allen Anwesenden beschlossen wurde. Sofia. Der Eentralverein „Zion", dessen Präsident nun wieder Herr Carl Herb st ist und dessen Stellvertreter Herr T a g g e x (Advocat) und Herr Sabbat David, einer der wohlsituierten und angesehenen Kaufleute unserer Stadt, sind, hat einen praktischen Äbendcurs der hebräischen Sprache eröffnet. Wöchentlich zweimal soll der Unterricht staltfinden. Rührend war es zu sehen, wie schon am ersten Abend bärtige Männer neben jungen Burschen sich auf den Bänken aneinander reihten und aufmerksam den Worten des Lehrers lauschten. Jeder einzelne setzte einen gewissen Stolz darein, ausgefragt zu werden, um zu beweisen, dass er die vorgetragenen Worte unserer heilig eit Sprache, die unser Volk Jahrtausende hindurch trotz aller Stürme mit sich getragen und die wir Zionisten zu unserer Erlösung wieder beleben wollen, erlernt habe. Wir haben daher das System gewählt, unseren Erwachsenen das Sprechen zu lehren. Lesen konnten sie wohl, aber sie verstanden nicht. Nun werden sie auch zu ihren Kindern sprechen können, und das Hebräische wird aus den Bibliotheken der Rabbinen hineindringen in die Mitte des Volkes, diesem zu Nutzen und dem alten Glauben zu Ehren. Sofia. Die Frauenbewegung sängt auch hier an, Boden zu fassen. Der Frauenverein „B n o t h - Z i o n" in Sofia hat in seiner am 6./18. abgehaltenen Sitzung den Beschluss gefasst, einen Aufruf nach dem Muster desjenigen unserer Mitschwestern in Rumänien, in ganz Bulgarien zu verbreiten und sowohl eine Vereinigung aller hier leider noch in geringer Zahl bestehenden Frauenvereine herbeizuführen, als auch zur Gründung neuer Vereine anzueifern. Der Verein „Bnoth Zion" wird als leitende Centrale aller Frauenvereine unseres Landes vorgeschlagen. Rossland B C. In fast jedem Städtchen in den Vereinigten Staaten und in Canada entstehen täglich neue Zionvereine, alle jüdischen Zeitungen beinahe, selbst solche, die früher Gegner des Zionismus waren, arbeiten nun eifrig dafür, und auch in allen englischen großen und kleinen Zeitungen, die das Judenthum sonst gar nichts angeht — werden fast jede Woche Artikel zugunsten des Zionismus publiciert. Die erfreulichen Berichte vom türkischen Consulate in Beyrut, der englischeu Zions-Federation rc. rc. gaben noch mehr Muth und Feuer, da oer Verzagteste nicht mehr zurücktritt, wo er so sicher dem Erfolge entgegensieht. Obzwar ich weiß, dass dieses Schreiben überflüssig ist, da Sie alles wohl auch schon früher von der „Jewish Gazette“, dem „Volksadvocat", „Hapisgo“ re. wissen, so unterlasse ich es doch nicht, Ihnen meine Freude darüber auszudrücken. G Vereinsnachrichten. Wien Am 20. März 8 Uhr abends, hält in Müllers Restaurant, III., Pragerstraße, Herr Dr. Werner einen Vortrag über „I ü d i s che Colonialpol 11 i Wien. (Akademische Verbindung „K a d i m a h“.) Die am 11. März 1. J. stattgehabten Chargen wählen für das XXXIII. Semester ergaben folgendes Resultat: Präses stud. tech. Albert Smolensk i. Vicepräses stud. med. Max A r m inski, Schriftführer Oscar L oewen s t a m m.

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