Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 3 (1899)
- Issue
- 11 (17.3.1899)
- Article
- Die Prospectversendung
- Date
- 1899-03-17
- Page
- 4 (sequence 1)
- Language
- German
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HeÄe 4 Welt“ M ii M MWMKffSWckmg i Eine Zeichenstelle för Galizien. Von Seiten-kötälft'eii AnfrSagen, wann de#i Füir die SubseripMon in .Gfalizien wird der endlich der (Prospect der Jüdischen Goiofiialbankia^- -*J ü di ^6 h-n a% na 1 e B a n k ve r e i n in Ko I o raea gegeben werden wird. Wir können darauf folgend* ■aükorisierter Agent der Jüdischen Golonialbank Auskunft geben: Der Pröspect ist fix und fertig, liegt sogar in verschiedenen Sprachen gedrückt vor und ist rWt allen nothwendigen Unterschriften versehen. Nach dem englisch en Gesetz e aber darf der Prospect nicht vor IWisti ioruÄg ausgegeben werden. Sobald vom Londo^r Berichte die AnMraae der 'Registrierung erfolgt Ht, was nach <ten> neuestenDepesÄm;: ans: Lohdenufür ii|n 17. März gevifärtigt iwird, soll [die IProspectversenduifg unverzüglich %egiraien. Es werden daher die Vertrauensmänner hoffenthch una^den 20s üfärz herum He Prospecte in sPaketerr erhalten. Irgendwelche noch Ävorhergesehene V«sChleppungen i durch Meine Gerich^- fonnalitäten hei der Protpköllierumg'Können ailerdhHs noch Verzögerungen um vielleicht zwei bisndrei Tajje hr in gen, Samstag und Sonntag wird nämlich nicht gearbeitet. Die ehMschen Rechtsproceduren sind sehr umständlich, und jeder Paragraph der Statuten^ die Mglauhigung jeder einzelne« Unterschrift der in anderen Ländern wohnhaften Verwaltuugöräthe, bereibSfe Schwierigkeiten. Endlich ist das alles überwunden. Ausshr den ftrfi^tdeh'Schwt^^keiten war; esdffiine kleine Aufgabe, einige Jt@j|gijg Pefsöuen, die wpit MsMiahdsr wohnen rmd mit den Inhalt Ües-fbrospectes decken, zur Einigung über alle Bestimmungen zu bringen*? ^figurieren. G Die Woche. |Ai 7.. MWWgWWWt«Wung«4i, - die das engisehe Gesetz verfangt, haben wesentlich den Zweck, den Aetionär zu sichern. Damit kanndothl jeder nur einverstanden sein. Wir wiedeiholen sdso: der Prospect wird gleich nach volteogMitt DWBMinqg, somit in den nächsten Tagen versendet. HWMm. Der Präsident des Bank-' comitesHerrW ol ff sühn weilt Jetzt mit dem Vkepräsidenten Hewn Kan n in London, um beider Registrierung der Bank zugegen zu sein. * * , ' * BeflifmrferStfbscFiption. Ungeachtet aller unerwarteten Hinausschiebungen wird die Subseription auf Shares der Jüdische# Colon ialbank ÄoM am 28. März 1809 beginnen. CeatrafcfibHe der Subseription ist die J ewish Colomial Bank Limited Broad Street Avenue London E. G. ”, X Orijent — und MvMMtWle.; Von .fernem *MitgUede? de^Aetieflseomites, Herrf^ * Ussisehkin, wurden Bedenken* dagegen^erhoben, dastz^ Im" krospWte--. drs-MMljcdkett erwähnt!st^ die GescbäktZ^ thLtitzkeit . der Bank .nicht - nur auf den Orient besonders Palästina und Speien — m bes<dir&ufce#f sondern sie auch . auf andere Wetthedie a%*szudebnefif Bekanntlich wird aber der vom Göngresse .gewählt^ Atifeichtsräth darüber wachen, dass die Bank ihreiaU Zwecke nicht ahwMdig gernaxhi wird. Ueherdies erhielt Herr Ussischkin von der Leitungderartige Zusicherungen, dass er sieh vollkommen befriedigt erklärte und versprach, mit erneutem Eifer für das Gelingen der Subseription zu wirken. y Wien, 15. März 18W. Am verflossenen Sonntag hat der rothvvangige Lebende dem Todten den Danktrib'ut geleistet. Zu Eliren der Märzgefallenen wurde, wie alljährlich, auf dem Wiener Centralfriedhof eine Gedenkfeier abgehalten. Wie stellen wir es an. wenn wir uns dem Todten erkenntlich zeigen, wenn wir einem modernden Leibe Angenehmes erweisen wollen? Der pausbackige Lebende hat für solchen Zweck einige armselige Mittel zür Verfügung: Um den Todten zu erfreuen, stellt sich der Üeberlebende in die nächste Nähe des Ortes, wo die Gebeine liegen; — Gräberbesuch. Dann nimmt der Lebende Blätter von einer Pflanze, die kreisförmig aneinander geheftet sind, — auch irgend ein buntes Gewebe ist dabei, — und das Blätterwerk legt der Lebende auf die oberste Schichte des Erdreichs, das über dem Todten aufgeschüttet ist; — Kränzeschmuek. Dann wird die Luft, die über dem Grabe ist, in akustische Schwingungen versetzt : — Gedenkredei Manchmal * wenn besonders starke Schwingungen hervorgerufen werden, wie bei Ehrensalven, kommt es sogar vor, dass nicht nur die Luft, sondern auch mehrere Centimeter des .Erdreichs in wellenförmige Vibration geiTtthen. Sehr oft ereignet es sich, dass die Thränendrüse des Le b enden zur >Th ätigkeit an geregt wird. Letzterer Vorgang erscheint uns als besonders hoher Lohn, als wertvollste Genugthuung für den Todten. — Bei solchen Gelegenheiten müssen wir klein müthig gewahren, dass die Art und Weise, in der wir, die Nachwelt, uns den Todten gegenüber erkenntlich ^eigM können, etwas unendlich Klägliches an sich hat. Derder ^iirenT-Todten Liebes erweisen will, thut sein MögBbh$£es,' rchev? das Innigste Schmeichelwort pralltstumpf&m£fühllösen KataMk ab, und in dem hohlen Echo ist eine schauerliche Tragikomik. Die Todten. die für einen grossen Zweck; für ein hohes Ideal modern, träumen nicht süsser, liegen nicht weicher als der oder jeher. Das Sonnenlicht, das sie Tür ein hehres Ziel vorzeitig verlassen haben, sollte ihnen* wie zur Anerkennung, in die Tiefe folgen. Aber nicht der schmächtigste Schein dringt hinunter.-- Derartige Betrachtungen, wie sie uns heute angesichts einer Tedtenfeier aufsteigen, sind ja schliesslich mehr oder minder Gemeinplätze. * * * Und da stehen wir hart an einer Frage, die überall heraustönt^ wo am Grabe eines Märtyrers ein Lufthauch durch Cypiaassemzweige zieht: Dieser Einzelne da, der sein bisschen Lebenspfad einer Gesaimmtheit zuliebe verkümmert hat — thaLer klug daran? War es wohl des Einsatzes wert, -dass er für ein Ideal, für das Wohlbefinden der Späterkommenden, die Glätte seines eigenen Daseins mit Rissen zerkerbh ja vor der. Zeit abgesägt hat? Das Seifostopfer für andere — wird es auf jeder Wage für gutwiegend befunden Werden? — Wenn.man der Gestalt eines Kämpfers, der für Ideales ringt und leidet, prüfend naht, so fragt man gewöhnlich nicht: BistDujdug? „Klug* — was heisst das hier? ES liefest: die eigene Wegspanne nicht dem dritten zuliebe mit Lauge tränken und verkürzen. Der Kluge sagt: Ich bin Her erste, lind auch der zweite Nächstliegende bin immer noch ich. Der Andere oder gar< der Späterkommende, das ist der dritte. Alle Märtyrer aber sagen : Ich will den ersten und auch den zweiten auf dem Altäre des dritten opfern.— Wer mag wohl dei1f Märtyrer ktüg heissen? —Doch diese Art